Freitag, 3. Juli 2026

Oliver Kahns Analyse als Analogie zu unserem Land

Gastkommentar
von Plancius
 
 
Die beste Analyse, die ich bisher gelesen habe, kommt von Oliver Kahn auf LinkedIn. Wenn man mal vom Fußballspiel abstrahiert, trifft seine Analyse auch den Zustand unseres Landes. Überhaupt ist es doch beachtlich, dass der Fußball als Mannschaftssport so ein wunderbarer Indikator dafür ist, wie es gerade um das Land bestellt ist.

Deutschland als das Land der organisierten Verantwortungslosigkeit! Zitat au Oliver Kahns Analyse:

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Die Debatte über den nächsten Bundestrainer führt am Kern vorbei.

Drei Bundestrainer sind am selben Punkt gescheitert: Joachim Löw, Hansi Flick und Julian Nagelsmann. Drei unterschiedliche Spielideen. Drei unterschiedliche Führungsstile. Derselbe Ausgang: Bei der WM 2018 und 2022 in der Gruppenphase, jetzt im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.

Wenn drei Trainer mit unterschiedlichen Ansätzen immer am selben Punkt scheitern, liegt die Ursache tiefer.

Eine Szene sagt mehr über dieses Ausscheiden als jede Statistik. Als das Elfmeterschießen in die Verlängerung ging, sah man, wie Joshua Kimmich nach Schützen suchte. Für mich war das der aufschlussreichste Moment dieses Ausscheidens. Eine Spitzenmannschaft sucht in diesem Augenblick keine Freiwilligen. Sie hat Spieler, die den Ball verlangen.

Die Fähigkeit, unter größtem Druck handlungsfähig zu bleiben, ist kein Zufall. Sie wird über Jahre entwickelt. Wer als junger Spieler immer wieder lernt, schwierige Entscheidungen zu treffen, Fehler auszuhalten und trotzdem den nächsten Ball zu fordern, entwickelt genau das, was große Turniere entscheidet. Wer das nie gelernt hat, wird es im Nationaltrikot nicht plötzlich beherrschen.

Deutschland hat kein Talentproblem. Diese Mannschaft verfügt über außergewöhnliche Fußballer. Was ihr fehlt, ist die Selbstverständlichkeit, im größten Moment Hashtag#Verantwortung zu übernehmen. Wer sie nicht übernimmt, schützt sich vielleicht vor dem Scheitern. Gleichzeitig verzichtet er aber auf die Chance, Geschichte zu schreiben.

Das gilt nicht nur für einzelne Spieler. Es gilt für jede Organisation. Eine starke Organisation erkennt man nicht daran, dass sie einmal erfolgreich ist, sondern daran, dass sie außergewöhnliche Leistung immer wieder hervorbringt. Dort wird Verantwortung nicht dem Zufall überlassen. Dort wird sie eingeübt, vorgelebt und zur Gewohnheit gemacht. Dort ist Leistung wichtiger als Status, der Anspruch größer als die Bequemlichkeit und die Mannschaft wichtiger als das Ego des Einzelnen.

Vielleicht liegt genau hier unser größtes Missverständnis. Wir bewundern Spitzenleistung, wollen aber immer seltener den Preis akzeptieren, den sie verlangt. Wir wollen Weltklasse möglichst ohne maximalen Druck. Außergewöhnliche Ergebnisse möglichst ohne Verzicht. So entsteht aber keine Spitzenleistung.

Wir diskutieren darüber, wer jetzt gehen muss, und hoffen auf den nächsten Heilsbringer, anstatt zu fragen, warum wir seit Jahren dieselben Muster wiederholen. Wir tauschen Gesichter aus und nennen das Veränderung. Die eigentliche Frage vermeiden wir: Sind wir überhaupt noch bereit, den Preis zu bezahlen, den Spitzen-leistung immer verlangt?

Der entscheidende Moment beginnt nicht im Nationaltrikot. Er beginnt viele Jahre früher, in dem Augenblick, in dem ein junger Spieler lernt, dass Verantwortung nichts ist, was man weitergibt, sondern etwas, das man übernimmt. Talent bringt dich zur Weltmeisterschaft. Verantwortung entscheidet, wie lange du dort bleibst.

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Kommentar von Dr. Markus Krall:

"Goretzka, der Typ mit dem Gratismut, der sich bei seinen Oberen durch Hasskommentare gegen die AfD rangebuckelt hat, hat gekniffen, als es darum ging, Verantwortung zu übernehmen beim Elfmeterschießen. So, genau so, sind sie alle, unsere linksgrünen salonkommunistischen Seifen-liebhaber."


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