Samstag, 20. Juni 2026

Der deutsche Highperformer und der Niedergang unseres Landes (Teil II)

Gastkommentar
von Plancius
 
(Fortsetzung von Teil I) 
 
 
Die kognitive Dissonanz derer, die sich die Welt anschauen
 
Ich fahre zwar nicht auf Messen nach Fernost, habe aber beruflich mit Projekt- und Produktmanagern bei vorwiegend Mittelständlern und Hidden Champions zu tun, die die ganze Welt bereisen.

Und man unterhält sich ja beim Mittagstsich oder auch in Pausen über Gott und die Welt. Und da bin ich doch jedes mal von neuem überrascht, wie tief beeindruckt sie von Shanghai, Singapur oder Kuala Lumpur sind. Aber gleich hinterher die dortige rasante Entwicklung wieder relativieren mit so Aussagen wie:

  • das hat langfristig keinen Erfolg
  • die Asiaten sind schnell und gut im Kopieren
  • die Menschenrechte werden dort missachtet, was mittelfristig deren Innovationskraft wieder abbremst
  • sie werden an ihren niedrigen Geburtenraten zugrunde gehen. Wir hingegen setzen auf Migrations-management und Einwanderung.
  • in Asien fehlt die Buntheit, man sieht so gut wie keine Afrikaner und Araber. Der fehlende Multi-kultaralismus bremst die dortigen Gesellschaften mittelfristig aus.
  • es mangelt dort an individueller Freiheit. Stattdessen setzt man auf Konformismus und Uniformität.
  • man darf in Singapur noch nicht mal ein Kaugummi unter den U-Bahn-Sitz kleben oder die Füße auf den gegenüberliegenden Sitz legen, ohne hohe Strafen oder körperliche Züchtigungen zu erfahren.

Es ist für mich immer wieder erschreckend zu erfahren, wie diese akademisch gebildeteten Menschen den Dreck bei uns, den herumlungernden Abschaum aus aller Welt als gesellschaftspolitischen Vorteil, als Beitrag zur Stabilisierung unserer Rente und als Innovationsmotor verkaufen.

Und ich sitze ihnen nicht als Parteisekretär wie zu DDR-Zeiten gegenüber, bei dem man sich vielleicht einkratzen will. Nein ganz im Gegenteil, sie denken, ich bin auch Teil ihrer Blase und wollen bei mir Beifall einheimsen. Es ist für sie unvorstellbar, dass ich praktisch mit geballter Faust in der Tasche ihnen gegenüber sitze, um mich zu zügeln und ihnen meine Meinung zu geigen.

Leider fehlt es an psychologischen Studien, wie man es schaffen kann, bei Menschen mit einem solch weiten globalen Erfahrungshorizont eine derart kognitive Dissonanz schaffen und einen Filter in ihre Wahrnehmung implementieren kann. Man kann ihnen ja kein B für ein A vormachen, sie erfahren ja die Welt nicht nur gefiltert durch Medien oder Literatur, nein sie sind weit gereist und können sich alles vor Ort live anschauen.

Und das ist dieser große Block Grünen-Wähler, der bei ca. 15% steht. Selbst im Osten erfahren die Grünen immer mehr Zulauf, sie steigern sich auch langsam von 5% auf ca. 8-9%. Es gibt auch im Osten mittlerweile eine erkleckliche Menge Menschen, die ihren Wohlstand im System BRD verorten und selbstzufrieden vor sich hin leben.

Sie suhlen sich in ihrer Selbstzufriedenheit und spenden sich gegenseitig Beifall, auch wenn sie gegenseitig ein SAP Projekt in die Grütze gefahren haben oder ein Bauprojekt versemmelt haben. Es ficht sie überhaupt nicht an. Sie fühlen sich in ihrer Blase dermaßen pudelwohl. Zwischen mir und ihnen gibt es keine Schnittmenge. 

Mein Erlebnis, das alles getoppt hat, war ein Jubiläum bei einem Kunden im Rheinland, der seine japanischen Geschäftspartner hierzu eingeladen hat. War kurz vor Corona. Der Geschäftsführer, promovierter Volkswirt, hat in seiner Rede den Erfolg der Masseneinwanderung nach Deutschland thematisiert, welche Chancen sich hierfür eröffnen, wie die Demografie hiervon profitiert, welch positiven Effekt das auf unsere Altersversorgungs-systeme hat ... und dann, wie Japan hiervon profitieren kann.

Ich bin vor Scham im Boden versunken. Trotz kultursensibler Schulungen, eigener Reisen nach Japan und Asien, hat er seine japanischen Gäste vor allen Leuten brüskiert, ihnen Lehren zu erteilen. Die Akademiker strotzen nur so vor Selbstbewusstsein und haben überhaupt kein Schamgefühl.

Dieser Schlag Leute lebt so selbstsicher in ihrer Blase, sie haben die Parolen des Mainstreams dermaßen verinnerlicht, dass sie überhaupt kein Schamgefühl haben, sich immer auf der sicheren Seite fühlen und das Gegenüber von ihrer totalitäten Ideologie überzeugen wollen. Sie sind das Bild vom hässlichen Deutschen par excellence.

Aber das noch viel schlimmere dabei war die Tatsache, dass die Kollegen beim anschließenden Mittagstisch die Rede ihres Geschäftsführers gelobt haben. Mein Gott, habe ich gedacht: kann man nicht einfach mal die Fresse halten ob dieser Peinlichkeit den Japanern gegenüber. Nein, auch die anderen deutschen Beschäftigten sind so von ihrem Sendungsbewusstsein überzeugt ... Ich kann nur sagen, Köln, Düsseldorf und das ganze Rheinland sind ein ganz schlimmes Pflaster für gute, deutsche Seelen.

Und was ich noch feststellen kann: eine ganz üble Sorte Mensch sind Akademiker der Ex-DDR, die sich seinerzeit Ende der 80er Jahre zur Opposition zählten und sich damals in der evangelischen Kirche rum-getrieben haben. Heute absolute BRDlinge und überhaupt alles, was sich im Dunstkreis der Kirche herumtreibt, ist mit größter Vorsicht zu genießen. Und auch größte Vorsicht vor den Scheinoppositionellen der späten DDR, die heute in Amt uund Würden sind.

Ich frage mich manchmal, wie wollen wir all die Menschen dieses Typus mitnehmen, wenn wir unser Land wieder auf Kurs bringen wollen. Sind sie so opportunistisch und passen sich den geänderten Rahmen-bedingungen an oder sind sie so in ihrem Glauben an den Endsieg ihrer woken Ideologie verhaftet, dass sie wild um sich schlagen und uns alle mit in den Abgrund reißen.
  

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