von Fragolin
Ioannidis hat in einer von der WHO veröffentlichten Metastudie
festgestellt, dass harte Lockdown-Maßnahmen durch ihre negativen
Effekte weit höheren Schaden anrichten als ihre positiven Effekte
nutzen. Unsere von Weisheit und Liebe zum Gevölke durchseelte
Bundesregierung hat diese Erkenntnis zu Herzen genommen und sofort
den Lockdown verlängert und verschärft.
Und das geht bis zum
Sommer so weiter:
***
Die Corona-Regeln
folgen der biologischen Entwicklung. Galt am Anfang ein geforderter
Mindestabstand von einem Meter, dem infantil-primitiven Pöbel zu
besseren Verständlichkeit als „Babyelefant“ verkauft, ist dieses
Tierchen natürlich gewachsen und weicht nun dem „Jugendelefanten“.
Wir müssen fortan also zwei Meter Abstand halten. Wenn man sich das
natürliche Wachstum der Tierchen so anschaut, kann man sich
ausrechnen, wann wir vier Meter Abstand halten müssen. Oder für
Stadtmenschen: einen Baby-SUV.
Der praktische Test
wäre übrigens ganz einfach, ist aber blöderweise streng verboten:
wenn beide gegenüberstehenden Personen den rechten Arm waagerecht
ausstrecken, dann müsste zwischen den Fingerspitzen ein Abstand von
mindestens 18 Zentimetern bleiben. Nur so bleibt mal heil. Holt sich
aber auch den polizeilichen Staatsschutz an die Backe. Da ist das
Bußgeld wegen Nichteinhaltung des Mindestabstands die eindeutig
billigere Variante.
***
Apropos
polizeilicher Staatsschutz. Endlich hat uns eine Expertin des
international hoch angesehenen, in der Terrorismusbekämpfung
erfolgreichen, hochkompetenten und politisch zutiefst neutralen BVT
die richtige Sicht der Dinge erklärt: Menschen, die gegen Maßnahmen
auf die Straße gehen, die hunderttausende Arbeitsplätze vernichten,
zehntausende Menschen in Armut stürzen, tausende Insolvenzen nach
sich ziehen und die wirtschaftliche Infrastruktur nachhaltig
zerstören, besitzen ein „staatsgefährdendes Potential“. Und ein
Staat, der Maßnahmen durchsetzt, die hunderttausende Arbeitsplätze
vernichten, zehntausende Menschen in Armut stürzen, tausende
Insolvenzen nach sich ziehen und die wirtschaftliche Infrastruktur
nachhaltig zerstören, muss vor Gefährdung geschützt werden. Wer
künftig also gegen die von Weisheit, Güte und Menschenliebe
geprägte Politik unserer Obertanen auf die Straße zu gehen wagt,
muss mit Verfolgung durch den für Terrorismus zuständigen
polizeilichen Staatsschutz rechnen. Genau so, als würde man den oben
beschriebenen Corona-Abstandstest machen. Woran man erkennt: wer
gegen Kurz ist, muss ein Nazi sein.
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Apropos Demo. Ich
bin ja immer dafür, mal die Wortwahl der Medien genauer zu
betrachten. Angefangen von dem Blödsinn, eine Demonstration gegen
die Maßnahmen der Regierung als „Anti-Corona-Demo“ zu
bezeichnen. Nach dieser Wortlogik wäre eine grüne Demo gegen
Verbotsmaßnahmen der Regierung gegen Drogen eine „Anti-Drogen-Demo“.
Man erkennt den Unsinn, und man erkennt auch ganz deutlich die
Intention: es darf nicht „Anti-Regierungs-Demo“ oder gar
„Anti-Kurz-Demo“ heißen, sonst wird die Sonderpresseförderung
gestrichen.
Am Samstag fand ja
eine solche Anti-Regierungs-Demo statt, die so aber nicht heißen
darf, und da kam es auch zu der üblichen Antifa-Gegenaktion. Das
liest sich in der „Kleinen“
dann so:
„Eine Gruppe
von etwa 15, 20 Gegendemonstranten hatte sich auf die Fahrbahn
gesetzt und blockierte den Marsch. "Wir impfen euch alle",
schleuderten sie den Anti-Corona-Aktivisten entgegen. Hooligans aus
der Fußballszene versuchten sie zu attackieren, die Polizei trennte
aber die beiden Gruppen. Die Hooligans richteten ihre Aggressionen
auf Medienvertreter. Ein Kameramann der APA berichtete, dass die
Aktivisten ihn anpöbelten und bedrohten. Der freie Journalist
Michael Bonvalot schrieb auf Twitter, ein Fotograf sei geschlagen und
getreten worden, auch er selbst wurde bedroht.“
Ist der nicht gut?
Nochmal so zum genau
Mitlesen:
„Die Hooligans
richteten ihre Aggressionen auf Medienvertreter. Ein Kameramann der
APA berichtete, dass die Aktivisten ihn
anpöbelten und bedrohten.“
Herrlich, oder? Die
natürlich bösrechten coronaleugnenden brutalen Hooligans richteten
ihre Aggressionen gegen die Medienvertreter. Aber angepöbelt und
angegriffen wurden sie von den Aktivisten. Muss man zweimal lesen, um
das zu bemerken. Und wer liest schon zweimal?
Ach ja, „zahlreiche
Rechtsextremisten“ nahmen auch an der Demo Teil. Beweis: der
Neonazi Küssel reiste mit „zwei Bussen voller
Gesinnungsgenossen“ an. Ob es sich bei den Bussen um Reisebusse
handelte oder um Kleinbusse ist den Medien keine Erwähnung wert,
also kann man von zweiterem ausgehen (ersteres wäre erwähnt
worden). Und so werden irgendwas um die 20 angereisten Neonazis unter
zehntausenden Demonstranten zu „zahlreichen Rechtsextremisten“.
Grundlagen
Medienkompetenz: betrachtet diesen Artikel nicht als Versuch, die
Konsumenten umfassend und realitätsnah zu informieren, sondern als
Bewerbungsschreiben um Sonderpresseförderungsgelder und als
Plattform für Regierungsinserate. Wenn man das einmal verstanden
hat, fragt man sich nicht mehr, über welche Realität dort berichtet
wird oder warum Tatsachen so seltsam verschraubt werden.