Samstag, 12. September 2026

Let's remember ...

by  Meme Dept. 


Stanislav Krapivnik : Europe’s Winter of Starvation, Ukraine Collapse Underway

von kennerderlage 
 
 
Wirklich keine erbaulichen Nachrichten, was das Leben in Europa im Winter 2026/27 betrifft, die Stanislav Krapivnik bringt:
 
 
Krapivnik spricht Klartext und das zudem auf eine humorvolle Weise (auch wenn die Themen nicht wirklich humoristisch sind!), aber das macht die zu erwartenden Kriegsfolgen auch nicht besser.
 
00:00 Introduction  
00:52 Europe’s food and fertilizer pressures  
06:35 Strikes on Ukraine’s ports and railways  
12:20 Germany’s AfD and Russia relations  
18:24 Energy policy and its trade-offs  
22:48 Diplomacy and Moscow’s ceasefire stance 
29:54 Weather, manpower and Russia’s next advance  
35:39 Tanks, drones and battlefield mobility 
 

Heute vor 20 Jahren

von LePenseur
 
 


... zitierte Papst Benedikt XIII in Regensburg den byzantinischen Kaiser Manuel II. Palaiologos (1350–1425) mit seiner Aussage über die Rolle der Gewalt im Islam:
„Ohne sich auf Einzelheiten wie die unterschiedliche Behandlung von ‚Schriftbesitzern‘ und ‚Ungläubigen‘ einzulassen, wendet er [Anm.: der Kaiser] sich in erstaunlich schroffer, uns überraschend schroffer Form ganz einfach mit der zentralen Frage nach dem Verhältnis von Religion und Gewalt überhaupt an seinen Gesprächspartner. Er sagt: ‚Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, dass er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten‘. Der Kaiser begründet, nachdem er so zugeschlagen hat, dann eingehend, warum Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum Wesen Gottes und zum Wesen der Seele. ‚Gott hat kein Gefallen am Blut‘, sagt er, ‚und nicht vernunftgemäß, nicht σὺν λόγω zu handeln, ist dem Wesen Gottes zuwider‘. Der Glaube ist Frucht der Seele, nicht des Körpers. Wer also jemanden zum Glauben führen will, braucht die Fähigkeit zur guten Rede und ein rechtes Denken, nicht aber Gewalt und Drohung … Um eine vernünftige Seele zu überzeugen, braucht man nicht seinen Arm, nicht Schlagwerkzeuge noch sonst eines der Mittel, durch die man jemanden mit dem Tod bedrohen kann.“ 
Na, da war gleich die Hölle los! Islam und Gewalt? Wie kann man nur ... die Muselmanen und ihre Versteher im Abendland gerieten in Aufruhr! Eine „Hasspredigt“ sei so etwas. Na, geh! Die vatikanischen Behörden ruderten gleich zurück und bedauerten und präzisierten und relativierten ... ... so richtig echte Glaubensvorbilder, wie sie im Buch stehen (fragt sich nur: in welchem? In den Italienischen Heldensagen vielleicht) ...
 
Überraschend waren freilich die Fronten. Mancher, bei dem man's nicht vermutet hätte, zeigte klare Linie, manche, bei denen man sie vermutet hätte, eierten herum. Kardinal Lehmann (sonst nicht eben einer meiner Lieblinge), damals der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, erklärte in Bezug auf die Vorlesung von Regensburg, daß es „nichts zurückzunehmen oder zu entschuldigen gebe“. Wenn die Diskussion um die Rede dazu gedient haben sollte, dass der Dialog zwischen Christentum und Islam ernsthafter werde, habe sie ihren guten Sinn gehabt. 
 
Im Iran bezeichnete Ayatollah Ali Khamenei, die Papstrede als das „letzte Glied eines Komplotts für einen Kreuzzug“. Nun, was den Kreuzzug betrifft, der ihm den ersehnten Märtyrer-Status eintrug, hatte er noch fast 20 Jahre zu warten — und der kam dann auch nicht von Bendedikt XIII angeordnet, sondern inszeniert als Ablenkungsmanöver Trumps von der Epstein-Affäre und zur Befriedigung zionazistischen Obessionen ... 
 
Der ehemalige Iranische Präsident Khatami betonte dagegen, man solle erst den gesamten Text der Rede lesen, bevor man Aussagen über deren Inhalt machen könne. „Folgerungen“, wie sie „zur Zeit gezogen“ werden, kämen von „uninformierten und fanatischen Menschen“. Er selber habe den Papst als einen sehr gebildeten und geduldigen Mann kennen gelernt. Sogar der damalige Präsident Ahmadineschad, der ja nicht unbedingt zur Ireniker-Fraktion zu zählen war, erklärte sich durch die Stellungnahmen des Vatikans zufriedengestellt. Sieh an, sieh an ...
 

Joe Kent & Lt Col Daniel Davis : The Real Iran War — Who Can Outlast Whom

von kennerderlage
 
 
Einen Blick auf die realen Ereignisse im Nahen Osten, hinter die Nebelwand Trump'scher Propaganda und Siegesmeldungen gibt uns dieses Video von Redacted mit Joe Kent und Daniel Davis:
 
 
Die erschreckende Analyse von Joe Kent, dass die Israel Lobby und die Neocons geradezu begierig darauf sind, gefallene US-Soldaten in diesen Basen als Mittel zum Zweck zu nutzen, die USA endlich voll in einen Nahost-Krieg einzubringen um den Interessen Israels bestens zu dienen.
 
Wenn Trump nun davon spricht, dass der Krieg nach den Mid-terms beendet sein werde, so spricht er wider besseres Wissen, wie ein Kommentarposter treffend scheibt:
@marekspacek1211
The Iran war will end just after the election, just like the war in Ukraine ended 24 hours after the last election.
Interessant auch der folgende Kommentar:
@theowl3756
No matter how you cut it, the U.S. military bases in the Middle East are the Occupying Forces that are presented as providing security for the host country. But instated of providing security, these bases makes the host nation a sitting duck to be attacked. As soon as the U.S. joined Israel in attacking Iran, most of the U.S. defensive military assets were removed from the Arab countries and were sent to protect Israel. Even the most ignorant Arab rulers should realize by now that the U.S. is only using them to protect Israel, and that AIPAC and Mossad are using Bribery and Blackmail to control the greedy and the depraved political figures in the United States.
Egal wie man es dreht und wendet, die US-Militärbasen im Nahen Osten sind Besatzungstruppen, die vorgeben, die Sicherheit des Gastlandes zu gewährleisten. Doch anstatt Sicherheit zu bieten, machen diese Basen das Gastland zu einem leichten Ziel für Angriffe. Sobald die USA sich Israels Angriff auf den Iran anschlossen, wurden die meisten US-amerikanischen Verteidigungsanlagen aus den arabischen Ländern abgezogen und zum Schutz Israels eingesetzt. Selbst die ungebildetsten arabischen Herrscher sollten inzwischen erkennen, dass die USA diese Anlagen lediglich zum Schutz Israels nutzen und dass AIPAC und Mossad Bestechung und Erpressung einsetzen, um die gierigen und korrupten politischen Figuren in den Vereinigten Staaten zu kontrollieren.
Klingt nicht gut ...  
 

Freitag, 11. September 2026

Algesiology (a.k.a. Pain Research)

by  Meme Dept. 


Alexander Mercouris : The War That Reshapes the Global Order

von kennerderlage
 
 
Ein sehr informatives Interview zum Krieg der USA gegen den Iran von Daniel Davis mit Alexander Mercouris
 
 
zu den Langzeitfolgen des Krieges, dessen Resultate vermutlich ganz anders ausfallen werden, als die Initiatoren es sich ausgemalt haben ... 
 

Heute vor 25 Jahren

von LePenseur
 
 
... fand, wie ein ebenso kluger wie scharfsinniger Mann meinte, ein Intelligenztest für die Menschheit statt. Wikipedia hat ihn entweder nicht bestanden — oder darf ihn nicht bestehen (was ich weit eher vermute):
2001: Terroranschläge in den USA: Vier Passagierflugzeuge werden auf Inlandsflügen entführt und davon zwei von den Tätern in das World Trade Center und eines ins Pentagon gelenkt. Das vierte Flugzeug stürzt in der Nähe von Shanksville, Pennsylvania in einem Feld ab. Es sterben insgesamt etwa 3000 Menschen.
Daran stimmt eigentlich außer dem Datum und der (gerundeten) Zahl von Todesopfern kein Wort ... Ach ja: "Terroranschläge" stimmt natürlich auch! Nur was die Täter und die Strippenzieher betrifft, drängt sich jedem nachdenkenden Menschen die Frage auf die Lippen:
 
 
WOLLEN SIE UNS VERARSCHEN ???
 
 
Und die einzige richtige Antwort darauf ist: "Ja, das wollen sie." Auch nach 25 Jahren immer noch. Denn wenn die Wahrheit nicht nur vermutet und  mit einer Unzahl von Indizien bekräftigt, sondern durch ein Gerichtsurteil bestätigt würde, säßen unzählige Mitglieder der "Eliten" hinter Gittern bzw. bekämen nach den Gesetzen der USA die Todesspritze. Und das mehr als verdient ...

Donnerstag, 10. September 2026

Douglas Macgregor : U.S. Defeated in Iran & Israel Will Not Survive

von kennerderlage
 
 
Prof. Glenn Diesen bespricht mit Douglas Macgregor die Folgen des Angriffskrieges der USA (und Israels) gegen den Iran:
 
 

Ausgemerzt

by  Meme Dept. 


Douglas Macgregor : Trump Careening Towards the Point of No Return with Iran

von kennerderlage
 
 
Douglas Macgregor warnte seit langem und warnt auch hier wieder, dass Trumps Angriff auf den Iran die USA in langdauernde (und Macgregor meint damit: 20 bis 30 Jahre!), schwere Probleme bringen wird, aus denen es jetzt kein Entkommen mehr gibt:
 
 
Ein Kommentarposting beschreibt die derzeitige Situation und Trumps Reaktion darauf zynisch, aber treffend:
If Trump was the captain of the Titanic, he'd still be giving orders to bail water

 

USA: Zusammenbruch ohne Sollbruchstelle

von LePenseur
 
 
Ein interessantes Video unter obigem Titel von Dmitry Orlov findet sich beim Expat-Circle, dort zum Glück auch als Text (und noch dazu auf Deutsch!):
 
 

Dieser Text erscheint in der deutschen Übersetzung mit freundlicher Genehmigung von Dmitry Orlov. Er erscheint zuerst auf seinem Blog als Disgraceful degradation.

Im Jahr 2005 veröffentlichte ich auf Mike Rupperts Website „From The Wilderness“ eine Reihe von Artikeln unter dem Titel „Post Soviet Lessons for a Post American Century“. Darin stellte ich die These auf, dass die USA im Wesentlichen genauso zusammenbrechen würden wie die Sowjetunion, nur etwas später.

Wie viel später, sagte ich nicht. Diese Artikel bildeten die Grundlage für mein 2008 erschienenes Buch „Reinventing Collapse“, das ziemlich erfolgreich war und sogar einen Independent Publishers Award gewann. Die zentrale These lautete, dass die Sowjetunion unbeabsichtigt wesentlich besser auf einen Zusammenbruch vorbereitet war als die USA. In diesem Buch schlug ich bescheiden vor, gewisse Vorbereitungen auf einen Zusammenbruch der USA zu treffen. Dieser Vorschlag stieß weitgehend auf taube Ohren.
(Hier weiterlesen)

Der Artikel beruhigt mich ein wenig. Nicht deshalb, weil ich die Gefahren eines mehr oder weniger zwar absehbaren, aber dann doch unverhofften Eintretens eines US-Kollaps' als beruhigend ansähe (das Gegenteil ist der Fall!), aber weil darin ein Problem angesprochen wird, das sich mir auf meinem Blog ebenso stellt: Das altbekannte Kassandra-Dilemma, bei dem dem Warner vorgehalten wird, daß seine Warnungen bislang nicht eingetroffen seien, weshalb man ihm immer weniger oder eeben überhaupt nicht mehr vertraue. Orlov bringt das gut auf den Punkt:
Wenn meine Hypothese stimmt, müssten die Vereinigten Staaten irgendwann tatsächlich zusammenbrechen, so wie die Sowjetunion. Aber es sind inzwischen mehr als zwanzig Jahre vergangen, seit ich diese Hypothese erstmals formuliert habe. In der Vergangenheit habe ich die unangenehme Frage nach dem Zeitpunkt gern mit allgemeinen Überlegungen beiseitegeschoben. Große historische Brüche lassen sich nun einmal schlecht terminieren. Vom Zusammenbruch der Sowjetunion wurden praktisch alle überrascht, also liegt es nahe, dass auch ein amerikanischer Zusammenbruch überraschend käme. Man kann durchaus erkennen, dass etwas irgendwann versagen wird, ohne sagen zu können, wann. Ein Arzt kann wissen, dass ein Krebspatient sterben wird, ohne den Tag zu kennen. Ein Ingenieur kann feststellen, dass eine Brücke nicht mehr sicher ist, ohne sagen zu können, in welcher Minute sie einstürzt. Manchmal machen zusätzliche Informationen eine Prognose sogar schlechter, weil jede neue Variable Unsicherheit mitbringt.
Exakt so ist es eben. Nur deshalb, weil etwas bislang nicht eingetreten ist, kann daraus nicht gefolgert werden, daß es überhaupt nie eintreten könne!
 
Wenn ich sturzbetrunken bei Rot über eine Kreuzung wanke, mag es schon sein, daß mehrere, vielleicht sogar viele Male nichts passiert, weil gerade kein Auto bei Grün unterwegs ist, oder dessen Fahrer achtsam war und rechtzeitig gebremst hat etc. ... aber würde man deshalb jemandem raten, besoffen bei Rot über die Kreuzung zu gehen? Wohl nicht.
 
Interessant auch Orlovs Charakterisierung der Unterschiede zwischen den USA und der ehemaligen UdSSR. Das wird zwar in der Wolle gefärbten „Wertewestlern“ nicht wirklich schmecken, aber hat schon einige Plausibilität für sich! Eine knappe halbe Stunde, die es in sich hat, bzw. 10 min. Lesezeit für Alphabeten (für Analphabeten leider keine Option) ....
 
Klare Leseempfehlung!
 

Mittwoch, 9. September 2026

Chief Geographer

by  Meme Dept. 


Stanislav Krapivnik : Putin Issues an Ultimatum — Major Escalation Is Next!

von kennerderlage
 
 
Stanislav Krapivnik, ehemaliger US-Offizier, geboren im Osten der Ukraine und jetzt in Russland lebend, analysiert mit Prof. Diesen die drohende Exkalation des Ukraine-Konflikts: 
 
 

Larry Johnson & Judge Napolitano : Putin’s Patience Is Over! Ukraine Faces Collapse

von kennerderlage
 
 
Live aus Moskau eine Unterhaltung von Judge Andreew Napolitano mit dem ehemaligen CIA-Analysten Larry Johnson. Angesprochen wird u.a. die Unterhaltung beim Dinner, zu dem sie (und Prof. Mearsheimer und andere) von Aussenminister Lawrow eingeladen waren und drei Stunden lang offen Fragen stellen und diskutieren konnten:
 
 
 

Dienstag, 8. September 2026

An Erni Mangold

von LePenseur
 
 
... die am 5. September in Wien mit über 99 Jahren verstorben ist, in memoriam, eine Erinnerung an eine große Schauspielerin, die auch Serien wie Tatort adeln konnte:
 
 
R.I.P. 
 

Montag, 7. September 2026

Current Folk Wisdom

by  Meme Dept. 


Das beste aller Ergebnisse für die AfD

Gastkommentar
von FOX-News
 
 
1. Keine der anderen Parteien wird mit ihr koalieren wollen.

2. Keine Möglichkeit, die Regierung vom Bund aus zu sabotieren. 

3. Wenn jetzt die "Zivilgesellschaft" lostobt, dann richtet sich das primär gegen einen Großteil der Wähler und nicht eine AfD Regierung.

4. Die anderen Parteien müssen sich zur Kenntlichkeit entstellen, um jetzt eine Regierung auf die Beine zu stellen.

5. Man kann die CDU weiter vor sich her treiben, wobei deren Abgeordnete sich fragen werden, ob bei der nächsten Runde wieder 50% über die Klinge springen werden und ob ein Seitenwechsel der Karriere nicht förderlicher sein könnte.

Zurücklehnen und Popcorn raus ...

:-P

 

Verkehrsregeln in der EU – Strafen, Sanktionen, Punkte – und die Auswirkungen

von Helmut
 
 
Vermutlich wissen nicht allzu viele der Leser, was man bei diesem Thema wissen sollte. Aber viele fahren seltener oder öfter – ins benachbarte EU-Ausland. Da sollte man wenigstens die Rahmenbedingungen kennen.

Aus gegebenem Anlass- wie es so schön heißt - habe ich mich da schlau gemacht, und ich kann mir vorstellen, dass das auch für viele Leser informativ ist. Es geht in erster Linie darum, welche Auswirkungen das hat, wenn man in einem anderen EU-Land einen gröberen Verkehrsverstoß begeht.

Nun gab es da im letzten Jahr eine Regelung, die vom Rat und Parlament der EU beschlossen wurde:

https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2025/03/25/implementation-of-driving-disqualifications-in-the-eu-council-and-parliament-reach-provisional-agreement/

Um es auf den wesentlichen Punkt zu bringen:

Bekommt man im Ausland eine Geldstrafe, die nicht sofort eingehoben wird, dann kann diese Strafe ins Heimatland zur Eintreibung geschickt werden. Es liegt meist im Ermessen der nationalen Behörden, ob es sich um eine derartige Wichtigkeit handelt, die eine Weiterverfolgung im Heimatland des Fahrers zur Folge hat, oder ob dieses Strafmandat dann im Papierkorb landet.

Dazu ist es in den EU-Staaten völlig unterschiedlich, ob man dann beim Wiedereintritt in das jeweilige Land, in dem man einen Verkehrsverstoß begangen hat, der mit einer Geldstrafe belegt wurde und die noch nicht bezahlt wurde, dann bei einer zufälligen Verkehrskontrolle zur Kasse gebeten wird, - oder man nicht mehr weiterfahren darf.

Das ist in den meisten Ländern üblich, natürlich auch in Deutschland, aber in Österreich nicht. Ich bekam mal in Österreich eine Strafe wg. Geschwindigkeitsüberschreitung, und habe versucht, das auf den St.Nimmerleinstag hinauszuzögern. Meine Frau hatte Angst, dass ich bei einer unverhofften Kontrolle in Österreich dann mit meinem rumänischen Fahrzeug eine böse Überraschung erleben würde. Also bezahlte ich das.

Aber im vertraulichen Gespräch mit einem Polizisten erfuhr ich, dass man in Österreich eine von einem ausländischen Fahrzeug begangene Straftat, die mit einem kräftigen Bußgeld belegt war, bei einer Verkehrskontrolle nicht eingefordert hätte. Die österr. Polizei ist – im Gegensatz zu anderen Ländern – nicht mit der eigenen Verwaltungsbehörde vernetzt.

Nun komme ich zum Thema Fahrverbote, insbesondere die Auswirkungen der Punkte:

Generell gilt eines: Jedes Land hat ein eigenes Punktesystem, was bei einer entsprechenden Anzahl (im Bereich der EU-Staaten unterschiedlich) zu einem Fahrverbot führt. Dieses Fahrverbot aber beschränkt sich generell auf das Land, in dem der Fahrverstoß begangen wurde, und überträgt sich nicht auf andere EU-Staaten.

Beispiel Deutschland:

Kein grenzüberschreitender Punktetransfer: Wenn Sie als deutscher Autofahrer in Frankreich oder Italien zu schnell fahren, bekommen Sie zwar ein Bußgeld nach Hause geschickt, es werden Ihnen jedoch keine Punkte in Flensburg angelastet.

Aber:

Einige Länder führen separate Register für ausländische Fahrer. Sammeln Sie dort zu viele Punkte, kann ein Fahrverbot für dieses spezifische Land verhängt werden. Durch die neuesten EU-Beschlüsse werden schwerwiegende Delikte (wie Alkohol am Steuer oder extreme Raserei) mittlerweile auch an Ihr Heimatland gemeldet, was dort zu einem vollständigen Führerscheinentzug führen kann.

Das Punktesystem in den EU-Ländern ist derart unterschiedlich, dass es zu weit führen würde, das alles hier aufzulisten. Interessant ist aber, ab welchem Zeitraum diese Punkte in den einzelnen Ländern wieder gelöscht werden.

Beispiele:

Deutschland - Punkte-Abbau (max. 8 Punkte)

Automatisch je nach Schwere des Vergehens nach 2,5 Jahren (1 Punkt), 5 Jahren (2 Punkte) oder 10 Jahren (3 Punkte). Neue Punkte blockieren den Verfall alter Punkte nicht mehr.

Frankreich - Punkte-Abbau (Start mit 12 Punkten)

Bei kleinen Verstößen (1 Punkt Abzug) nach 6 Monaten. Bei schwereren Verstößen nach 2 oder 3 Jahren, sofern in dieser Zeit kein neuer Verstoß begangen wird.

Italien - Punkte-Abbau (Start mit 20 Punkten)

Wenn man 2 Jahre lang absolut keinen Verstoß begeht, wird das Punktekonto automatisch wieder auf das volle Startguthaben von 20 Punkten hochgestuft.

Spanien - Punkte-Abbau (Start mit 12 Punkten)

Die Punkte werden nach 2 Jahren ohne weitere Verstöße wiederhergestellt (bei sehr schweren Vergehen nach 3 Jahren).

Österreich:

In Österreich werden Eintragungen im Führerschein-Vormerksystem (dem sogenannten „Punkteführerschein“) im Regelfall nach zwei Jahren gelöscht, sofern in diesem Zeitraum kein weiteres Delikt begangen wird. Aber da ist es komplizierter:

Einmaliges Delikt: Die Vormerkung bleibt für einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren im Führerscheinregister bestehen. Verhält sich der Lenker in dieser Zeit im Straßenverkehr unauffällig, verfällt der Punkt automatisch.

Zweites Delikt innerhalb von zwei Jahren: Begeht man innerhalb der Zweijahresfrist einen weiteren Verstoß, verlängert sich der Beobachtungszeitraum für das erste Delikt auf drei Jahre. Zudem ordnet die Behörde eine kostenpflichtige Maßnahme an (z. B. eine Nachschulung oder ein Fahrsicherheitstraining).

Drittes Delikt innerhalb von drei Jahren: Kommt innerhalb von drei Jahren ein dritter Verstoß hinzu, wird die Lenkberechtigung für mindestens drei Monate entzogen. Nach dem Ablauf der Entzugsfrist und der Wiedererteilung des Führerscheins werden alle bisherigen Vormerkungen im Register vollständig gelöscht.

Rumänien:

Gemäß der rumänischen Straßenverkehrsordnung (OUG 195/2002) verfallen die verhängten Strafpunkte automatisch nach Ablauf einer Frist von 6 Monaten ab dem Datum der Feststellung des Verstoßes.

Bußgelder und Punkte für die Vergehen:

Nun zu den einzelnen Strafen für diverse Vergehen. Diese sind natürlich von EU-Land zu EU-Land verschieden, - man kann sie nicht alle aufzählen. Aber ich will ein Beispiel für die aktuelle Änderung ab 2026 für Rumänien geben. Sicher ist es nichts Neues, dass ein Staat, wenn er Geld braucht, die Strafen für Verkehrsverstöße (neben den Steuern und Abgaben) erhöht. Das kann manchmal mit den Notwendigkeiten zur Unfallverhütung konform gehen, muss aber nicht.

In Rumänien hat man es drastisch erhöht, wobei in Rumänien die Eigenart existiert, dass der Polizeibeamte innerhalb eines bestimmten Rahmens selbst festlegen kann, wie hoch die Geldstrafe bemessen wird:

Vergehen: Strafbemessung (*) Punkte: Führerscheinentzug:

Kein Gurt 433 – 649 Lei 2 nein

Telefon am Steuer 865 – 1.081 Lei 4 30 Tage (**)
Ampel bei rot 1.298 – 1.730 Lei - 60 Tage (***)

Durchgehende Linie 1.298 – 1.730 Lei - 60 Tage

Nicht anhalten beim Zebrastreifen bei Fußgängern:

1.297,50 -1.730 Lei 6 – 8 30 Tage (****)

Überschreitung der Geschwindigkeit:

10 – 20 km/h 433 – 649 Lei 2 nein

21 – 30 km/h 865 – 1.081 Lei 3 nein

31 – 40 km/h 1.298 – 1.730 Lei 4 nein

41 – 50 km/h 1.946 - 4.325 Lei 6 nein

Über 50 km/h 1.946 - 4.325 Lei - 90 Tage

Über 70 km/h 1.946 - 4.325 Lei - 120 Tage

Keine gültige Haftpflicht 1.000 – 2.000 Lei - Einbehalten des Fahrzeugscheins und der Nummernschilder

Fahren auf dem Pannenstreifen der Autobahn 1.946 - 4.325 Lei - 90 Tage

Die neue Straßenverkehrsordnung und die Änderungen am rumänischen Strafgesetzbuch sehen äußerst strenge Strafen für Fahrer vor, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss am Steuer erwischt werden. Diese reichen von hohen Geldstrafen und dem Entzug der Fahrerlaubnis bis hin zu Freiheitsstrafen und einem lebenslangen Fahrverbot.

Alkoholkonzentration zwischen 0,2 ‰ und 0,8 ‰ reinen Alkohols im Blut (Ordnungswidrigkeit): Sanktion: Hohe Ordnungsgeldstrafe (eingestuft in die Sanktionsklasse IV). Ergänzende Maßnahme: Entzug der Fahrerlaubnis (Einbehaltung des Führerscheins) für einen Zeitraum von 90 Tagen.

Sanktionsklasse IV= 9 – 20 Punkte und Geldstrafe zwischen 1.946,25 - 4.325 Lei .

Alkoholkonzentration von über 0,40 mg/l in der Atemluft / über 0,8 ‰ reinen Alkohols im Blut (Straftat): Sanktion: Einleitung eines Strafverfahrens. Die Tat wird mit einer Freiheitsstrafe von 1 bis 5 Jahren oder einer Geldstrafe geahndet. Ergänzende Maßnahme: Der Führerschein wird sofort einbehalten und im Falle einer Verurteilung anschließend entzogen.

Drogen:

Bei verbotenen Substanzen gilt nach rumänischem Recht der Grundsatz der Nulltoleranz. Unabhängig von der nachgewiesenen Menge oder davon, ob die Substanz bereits vor längerer Zeit konsumiert wurde, stellt die Handlung unmittelbar eine Straftat dar.

Es kommt automatisch zu einem Strafverfahren und einer Freiheitsstrafe von 1 bis 5 Jahren. Für bestimmte Berufsgruppen (wie z. B. den öffentlichen Personenverkehr oder den Transport gefährlicher Güter) werden die Strafen verschärft und betragen 2 bis 7 Jahre Freiheitsstrafe.

Ergänzende Maßnahme: Entzug der Fahrerlaubnis bei positivem Testergebnis (bis zur Bestätigung durch Laboruntersuchungen) und endgültiger Entzug der Fahrerlaubnis im Falle einer gerichtlichen Verurteilung.

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(*) einfach durch 5 auf den Euro rechnen, 1 Euro = ca. 5 Lei

(**) Wenn dies mit einer anderen, gleichzeitig begangenen Ordnungswidrigkeit kombiniert wird

(***) 90 Tage, im Falle eines Unfalls

(****) oder bis zu 60 Tage, wenn die Nichtbeachtung der Vorfahrt zu einem Unfall mit Sachschaden geführt hat. Bei Personenschaden liegt immer eine Straftat vor, die den Staatsanwalt auf den Plan ruft.

Noch eine Eigenheit in Rumänien:

Man hat die Möglichkeit, die Geldstrafe auf die Hälfte zu reduzieren, wenn man sie innerhalb von 15 Tagen einbezahlt.

Mein Kommentar dazu:

Die Straßenverkehrsordnung, sowie die Zulassungsordnung sowie die Tarife für die Vergehen sind in den einzelnen EU-Ländern derart unterschiedlich, dass man nur den Kopf schüttelt. Derlei Dinge, genauso wie die Regelungen zu den Versicherungen, und damit meine ich alle Versicherungen (Krankheit, Rente, Haftpflicht, usw.) und noch viele andere Dinge sind derart verschieden, dass man als EU-Bürger kaum durchblickt. Aber das hätte alles vorher geregelt sein müssen, der Euro wäre dann von der Logik her das letzte Glied in der Kette.

 

Daniel Davis : Sign in Peace - Off the Table in Moscow, Nothing's Stopping Russia

von kennerderlage
 
 
Daniel Davis kommentiert auf seinem Kanal Deep Dive den Besuch der beiden Immobilienmakler, denen Trump vertraut, in Moskau und deren Treffen mit Putin: man weiss nicht, ob man lachen oder weinen soll! Letzteres ist wohl angebrachter, denn mit jedem ohne ernsthafte Friedensverhandlungen vergehenden Tag sterben zahllose Menschen auf beiden Seiten (aber eben eindeutig mehr auf Seiten der Ukraine) und das zu erwartende Endresultat wird immer katastrophaler aus der Sicht Kiews.
 
 
 

Sonntag, 6. September 2026

Gerald Grosz: Mr. Merz, it's over.

von LePenseur
 
 
Eine Mahnung aus Österreich. Für Deutschland natürlich egal, rein rechtlich gesehen. Aber Mahnungen sind dies eigentlich immer. Erst wenn der Exekutor*) kommt, wird's wirklich ernst.
 
 
Bei Merz, dem "scheinkonservativen Maulhelden", wie ihn Grosz benennt,  könnte das früher sein, als er heute vielleicht glaubt ...
 
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*) um allfällige Mißverständnisse bei Piefkes gleich auszumerzen: "Exekutor" ist in Österreich die geläufige Bezeichnung für den Gerichtsvollzieher.