Auch wenn man der Institution des Papsttums und den Lehren der Römisch-Katholischen Kirche kritisch gegenübersteht, rechtfertigt es nicht den Rufmord an einem Papst, der in schwierigsten Umständen wichtige Entscheidungen im Sinne der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit zu treffen wußte.(David Berger) Seit ich mich näher mit der Persönlichkeit von Pius XII. beschäftigt habe, gilt mir der 2. März als einer der wichtigen Gedenktage im Jahr: es ist der Tag, an dem der spätere Papst Pius XII. 1876, also heute vor 150 Jahren, in Rom geboren und 1939 zum Papst gewählt wurde.
Keiner der Päpste des 20. Jahrhunderts wurde von der Nachwelt so missverstanden wie er, keinem hat die Nachwelt so viel Unrecht angetan wie ihm: Papst Pius XII. Als er 1958 starb, galt er den Gläubigen in aller Welt bereits als Heiliger. In den Herzen der Katholiken weltweit hallte das „Santo subito“ schon damals – jener Ruf, der von den Gläubigen beim Tod Johannes Pauls II. auf dem Petersplatz aus tausenden Kehlen junger Katholiken erklang.
Eugenio Zolli, der Rabbi von Rom, war mein Großvater. Er war der Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde Roms in den Jahren 1939-1945. Mein Großvater war ein berühmter Gelehrter, den die römische Gemeinde aufgrund seiner subtilen und sensiblen Bibelauslegungen schätzte und den sie seines ausgezeichneten wissenschaftlichen Rufes wegen zu ihrem Oberrabbiner gewählt hatte. 1945 aber, gleich nach Kriegsende, geschah etwas Ungeheuerliches:
Der Oberrabbiner Israel Zolli ließ sich taufen. Er trat in die katholische Kirche ein und nannte sich fortan Eugenio Zolli. Das war der Skandal schlechthin. Die jüdische Gemeinde verstieß ihn mit Schimpf und Schande aus seinem Amt.
Wenn mir früher jemand die Frage gestellt hat: »Warum hat sich Israel Zolli eigentlich taufen lassen?«, wusste ich darauf nichts zu sagen. Dabei hätte ich gern eine ebenso einfache Antwort gegeben. Letztlich war es das Andenken an meine Mutter Myriam, das meine Aufmerksamkeit auf die Niederschrift ihres Vaters lenkte. Unterstützt hat mich bei diesem Versuch, den schwierigen Fall zu rekonstruieren, meine Schwester Maura. Heute glaube ich, die Antwort, warum sich mein Großvater taufen ließ, zu kennen.

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