Dienstag, 3. März 2026

Gestern vor 150 Jahren

von LePenseur
 
 
... wurde der spätere Papst Pius XII geboren, am 2. März 1876. Philosophia perennis widmete ihm aus diesem Anlaß einen lesenswerten Artikel, der mit vielen gängigen Desinformationen und Diffamierungen aufräumt:

(David Berger) Seit ich mich näher mit der Persönlichkeit von Pius XII. beschäftigt habe, gilt mir der 2. März als einer der wichtigen Gedenktage im Jahr: es ist der Tag, an dem der spätere Papst Pius XII. 1876, also heute vor 150 Jahren, in Rom geboren und 1939 zum Papst gewählt wurde. 

Keiner der Päpste des 20. Jahrhunderts wurde von der Nachwelt so missverstanden wie er, keinem hat die Nachwelt so viel Unrecht angetan wie ihm: Papst Pius XII. Als er 1958 starb, galt er den Gläubigen in aller Welt bereits als Heiliger. In den Herzen der Katholiken weltweit hallte das „Santo subito“ schon damals – jener Ruf, der von den Gläubigen beim Tod Johannes Pauls II. auf dem Petersplatz aus tausenden Kehlen junger Katholiken erklang.
Auch wenn man der Institution des Papsttums und den Lehren der Römisch-Katholischen Kirche kritisch gegenübersteht, rechtfertigt es nicht den Rufmord an einem Papst, der in schwierigsten Umständen wichtige Entscheidungen im Sinne der Menschlichkeit und der Gerechtigkeit zu treffen wußte. 
 
Vielleicht kommt der Haß auf ihn auch aus einem bis heute weitgehend totge-schwiegenen Umstand, einem "Skandal", der für jüdische Kreise unverzeihbar ist: der Oberrabbiner von Rom von 1940 bis Herbst 1944, Israel Anton Zoller (nach 1918 als Rabbi von Triest und italienischer Staatsbürger: Zolli), konvertierte am 13. Februar 1945 zur Römisch-Katholischen Kirche, ließ sich taufen und wählte den Geburts- und Papst-Namen Pius' XII: Eugenio Pio Zolli. Sein Enkel schreibt dazu in einer Rezension zu dessen Autobiographie:

Eugenio Zolli, der Rabbi von Rom, war mein Großvater. Er war der Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde Roms in den Jahren 1939–-1945. Mein Großvater war ein berühmter Gelehrter, den die römische Gemeinde aufgrund seiner subtilen und sensiblen Bibelauslegungen schätzte und den sie seines ausgezeichneten wissenschaftlichen Rufes wegen zu ihrem Oberrabbiner gewählt hatte. 1945 aber, gleich nach Kriegsende, geschah etwas Ungeheuerliches:

Der Oberrabbiner Israel Zolli ließ sich taufen. Er trat in die katholische Kirche ein und nannte sich fortan Eugenio Zolli. Das war der Skandal schlechthin. Die jüdische Gemeinde verstieß ihn mit Schimpf und Schande aus seinem Amt.

Wenn mir früher jemand die Frage gestellt hat: »Warum hat sich Israel Zolli eigentlich taufen lassen?«, wusste ich darauf nichts zu sagen. Dabei hätte ich gern eine ebenso einfache Antwort gegeben. Letztlich war es das Andenken an meine Mutter Myriam, das meine Aufmerksamkeit auf die Niederschrift ihres Vaters lenkte. Unterstützt hat mich bei diesem Versuch, den schwierigen Fall zu rekonstruieren, meine Schwester Maura. Heute glaube ich, die Antwort, warum sich mein Großvater taufen ließ, zu kennen. 
Zu seinem Schritt würde Zolli vor allem auch bewogen durch den tiefen Eindruck, den Papst Pius XII und dessen Handeln in den Zeiten der Judenverfolgungen 1943/44 auf ihn gemacht hatte. Das ist natürlich ganz unverzeihlich und wird bis heute nicht nur mit einer fast völligen damnatio memoriae von Zolli, sondern auch mit infamsten Anschuldigungen (Hochhut et al.) gegen seinen "Inspirator" Pius XII geahndet.
 
Merkwürdig noch ein Detail am Rande: Zolli starb am 2. März 1956 (also gestern vor 70 Jahren), am 80. Geburtstag von Papst Pius XII.  
 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Forums-Trolle, die die Kommentarfunktion zugemüllt hatten, machten die Moderation von Kommentaren nötig. Da der Blogbetreiber weder Zeit noch Lust hat, ständig den Blog zu beobachten, können bisweilen auch mehrere Tage vergehen, bevor ein Kommentarposting freigeschaltet wird. Bitte um Verständnis.

Mit dem Posten eines Kommentars erteilen Sie die gem. DSGVO notwendige Zustimmung, daß dieser im Falle seiner Freischaltung auf Dauer gespeichert und lesbar bleibt. Von der »Blogger«-Software vorgegeben ist weiters, daß Ihre E-Mail-Adresse, sofern Sie sie bekanntgeben, gespeichert wird. Dasselbe gilt für für Meldung als »Follower« u. dergl. Sollten Sie nachträglich die Löschung eines Kommentars begehren, können Sie dies unter Angabe des bezughabenden Artikels, sowie von Datum und Uhrzeit ihres Kommentars tun. Ihr Kommentar wird dann innerhalb einer dem Blogbetreiber zumutbaren Zeit gelöscht wird (auch dies kann mehrere Tage dauern).

Ob etwaige Daten eines Kommentators (IP-Adresse etc.) von der »Blogger«-Software automatisch gespeichert und/oder weiterverarbeitet werden, entzieht sich der Kenntnis des Blogbetreibers, ist von diesem aber weder beeinflußbar noch kontrollierbar. Zu diesem Fragen wenden Sie sich bitte an:

https://www.google.de/contact/impressum.html

Hier finden Sie auch einen Hinweis zur »Datenschutzerklärung«:

https://policies.google.com/privacy?hl=de

Auf diesem Blog herrscht auch hinsichtlich der Kommentare weitestgehende Redefreiheit. Gelöscht werden jedoch Kommentare
1. durch deren Stehenlassen sich der Blogbetreiber strafrechtlichen Sanktionen aussetzen würde;
2. die dazu dienen, diesen Blog öffentlich zu diskreditieren;
3. Werbeeinschaltungen (auch in Form von Schleichwerbung);
4. persönliche Beleidigungen und ähnliches (bitte argumentieren Sie möglichst sachlich).
5. weiters können Kommentare, die ohne oder nur geringen inhaltlichen Zusammenhang mit dem Artikel oder dem daran schließenden Kommentarverlauf gepostet werden (»off topic«) — evtl. nach Abwägung der Informationsinteressen im freien Ermessen des Blogbetreibers — durch den Administrator gelöscht werden.

Wem das nicht frei genug ist, dem sei dringend geraten, seinen eigenen Blog zu eröffnen.