Jürgen Habermas gilt als einer der prägendsten Denker der Bundesrepublik – und doch bleibt sein Verhältnis zur Religion ebenso spannend wie widersprüchlich. Zwischen rationaler Diskursethik und wachsendem Interesse an der gesellschaftlichen Rolle des Glaubens bewegt sich ein philosophisches Erbe, das gerade aus christlich-abendländischer Sicht zur differenzierten Auseinandersetzung herausfordert. Der folgende Beitrag beleuchtet die Ambivalenzen, Stärken und Grenzen eines Denkers, der überzeugt war: Wir schulden einander gute Gründe.
Aus christlich-abendländischer Perspektive ist Jürgen Habermas‘ philosophisches Erbe mit gemischten Gefühlen zu betrachten. Habermas hatte sich in den letzten Jahren verstärkt der Religion zugewandt. Was ihn dabei interessierte, war weniger die Religion selbst, sondern ihre Funktion für die Gesellschaft. Ihm war bewusst, dass eine rein auf Individualismus und Selbstoptimierung angelegte Gesellschaftsordnung auf Dauer nicht tragfähig ist.
Samstag, 2. Mai 2026
Jürgen Habermas
8 Kommentare:
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Warum loben Sie einen Komponisten, dessen eingängigstes Werk Sie an anderer Stelle als "saulang" vernichtend kritisieren, und dessen letztes und vielleicht bedeutendstes Werk Ihnen offensichtlich ebenfalls nicht zusagt, plötzlich derart über den grünen Klee?
AntwortenLöschenCher (chère?) Anonym,
Löschenweil ich zwischen der musikhistorischen Stellung Richard Wagners und meinem persönlichem Gefallen an seinen Werken zu unterscheiden weiß. Was übrigens, mutatis mutandis, auch der eigentliche Gegenstand des obigen Artikels ist ...
Theoretisch klingt das ganz schlüssig. Halten wir aber fest: Persönlich missfällt Ihnen das Werk Wagners abgesehen vom abgedroschenen Meistersingervorspiel)?
AntwortenLöschenCher (chère?) Anonym,
AntwortenLöschen"mißfällt" ist zu weitgehend ausgedrückt. Ich würde sagen: "endenwollend gut gefällt". Die Vorspiele zu Tannhäuser, Lohengrin, Meistersingern und Tristan: ja, gekauft! Beim Rheingoldvorspiel mit seinem endlosen Gewoge werde ich ungeduldig, das von Parsifal gönne ich auch von Herzen ... jedem anderen als mir.
Und es ist auch nicht so, daß ich nur für "kurze" Musikstücke ein liking hätte. Bachs Passionen dauern auch und hörte ich dennoch mehrmals; auch Mahler-Symphonien ...
Ich kann mich nur für das Genre "Oper" insgesamt nicht so wirklich begeistern - und wenn sie dann noch über 4 Stunden dauern, schon gar nicht! Und die "unendliche Melodie" Wagners ist für mich nach einer gewissen Zeit einfach eine eher "unendlich langatmige/-weilige Melodie", bei der ich verstohlen auf die Uhr schaue, wann es wohl endlich vorbei ist.
Was den Parsifal betrifft: es gibt ein recht amüsantes Video von Dave Hurwitz über 10 Werke, mit denen er nichts anfangen kann (https://youtu.be/ZBKzb1CaNMc?si=hH9WeINnRk92H1WC&t=80) - und da bringt er gleich zu Beginn was ...? Wagners Parsifal!
Ich gebe zu - ich habe mir diese Oper noch nie in voller Länge "angetan"! Ich kenne daraus eine Parsifal-Suite, sieben "Höhepunkte" aus der Oper von Andrew Gourlay in ebensoviel Sätzen für das London Symph. Orch. arrangiert (knapp eine dreiviertel Stunde lang). Ich habe sie mir von YT runtergeladen und exakt einmal angehört. Ob noch je ein weiteres Mal? Bin mir nicht sicher (oder bessergesagt: bin mir ziemlich sicher, daß eher nicht in den nächsten xy Jahren) ...
Mein Gott! Es ist ja nicht so (wie ein boshafter Kommentar kürzlich unterstellte), daß ich nur Brahms-Symphonien hören würde! Es gibt ungezählte Symphonien, die ich schon x-fach gehört habe. Wagners "Pech" ist halt, daß er de facto nur Opern schrieb - hätte er (außer seiner frühen in C-Dur) Symphonien geschrieben, wer weiß ...? Umgekehrt bin ich froh, daß Brahms keine Opern schrieb, so komme ich gar nicht nicht in die Verlegenheit etwas zu loben, was mir nicht viel bedeutet...
Dass Sie mit Missklängen wie diesem Berg-Violinkonzert nichts anfangen können - geschenkt, spricht für Sie! Aber was Wagner betrifft - tut mir leid, aber ich halte das für ein grundsätzliches Unverständnis. Was Sie da an Ihren Lieblingsstücken aufgezählt haben, sind genau die... eingängigsten, leicht verständlichen. Exakt einmal angehört --- sind Sie nicht auf die Idee gekommen, dass das nicht ausreichen könnte?
AntwortenLöschenCher (chère?) Anonym,
AntwortenLöschende gustibus non est disputandum, wissen Sie ja. Ich habe in meinem Leben genug Musik gehört und studiert, um zu wissen, was Qualität ist - das können Sie mir glauben (müssen es natürlich nicht ...).
Ich bestreite nicht, daß Wagner bahnbrechend auf dem Gebiet der Musikdramatik war. Nur ist das eben ein Musikgenre, das mir prinzipiell recht fernsteht. Ich höre (fast hätte ich geschrieben: ad nauseam, aber das stimmt - wenigstens für mich - nicht, denn ich höre es eben mit Begeisterung und Sachkenntnis!) symphonische Werke aller Art, Instrumentalkonzerte, Streichquartette, Sonaten aller Besetzungen, Concerti grossi, Kantaten - just name it! - von Palestrina über Dowland, Schütz, Bach .... .... die ganze Musikgeschichte bis ins 20. Jahrhundert, d.h. solange ich sie für anhörbar betrachte (also keine 12-Töner, Serialisten und sonstige Kakophoniker).
Was ich früher zu hören versuchte, aber mangels Interesse und gefallen weitestgehend aufgegeben habe, ist: Opern. Einzelne Arien darauf, mag sein. "Tutto completto" - danke nein. Und wenn sie dann noch so lang sind wie die von Wagner (aber keineswegs nur die!), dann lasse ich sie neidlos anderen, die sie ertragen können und wollen. Ich habe eine Klienten, der hört sich jedes Jahr (so um Ostern herum) den Parsifal an. Meinen Segen hat er, solang er mich nicht dazu zwingt, mitzugehen ...
Was Wagner speziell betrifft: mir ist das alles einfach zu pathetisch. Mit Pathos kann ich halt nur begrenzt was anfangen. Und so sehr ich Richard Strauss liebe (und mir sogar einige seiner Opern gelegentlich anhöre): dort, wo er in langatmiges Pathos verfällt (etwa in Teilen der "Frau ohne Schatten" oder der "Ägyptischen Helena"), zippe ich auch einfach weiter, denn das tue ich mir einfach nicht an. Ich liebe von ihm das "Vorspiel zu Ariadne", wenn begnadete Sänger-Schauspieler die Rolle gestalten und das Parlando perfekt treffen, oder ganz besonders "Capriccio". Seine beiden berühmten Einakter (Salome und Elektra) finde ich teils hochinteressant, teils grenzwertig - aber das bleibt wegen der relativ kurzen Dauer erträglich.
Nehmen Sie doch einfach zur Kenntnis, daß jemand verdammt viel von Musik verstehen kann, und trotzdem Wagner nicht besonders mag. Ist halt so.
Ich mag auch keine Meeresfrüchte-Gerichte essen, selbst wenn sie mir von Witzigmann persönlich gekocht worden wären.
De gustibus ...
"daß jemand verdammt viel von Musik verstehen kann, und trotzdem Wagner nicht besonders mag."
AntwortenLöschenWeiß nicht. Ich habe irgendwie den Eindruck, Sie urteilen über Dinge, die Sie einfach nicht kennen. Es gibt Sachen, die muss man einfach öfter als einmal hören um zu entscheiden, ob sie einem gefallen oder nicht. Wagner ist halt doch schwierigere Musik als Brahms.
Nachtrag: "Und die "unendliche Melodie" Wagners ist für mich nach einer gewissen Zeit einfach eine eher "unendlich langatmige/-weilige Melodie""
AntwortenLöschenSorry - aber das ist klassische Ausflucht, wenn man etwas nicht versteht...