Montag, 12. Januar 2026

Karl Habsburg: ein valides Argument gegen die monarchische Staatsform

von LePenseur 
 
 
Aus Anlaß seines 65. Geburtstages meinte Karl Habsburg, den ich höflichkeitshalber auch gern als "Seine Kaiserliche Hoheit" tituliere (wie ich ja auch den Botschafter von Burkina Faso in Österreich mit "Your Excellency" anspräche) ... ... also: Seine Kaiserliche Hoheit meinten unlängst aus Anlaß Höchstdessen 65. Geburtstages, die FPÖ, stärkste Fraktion im österreichischen Parlament, welche seit den letzten Wahl in allen Umfragen noch weit zugelegt hat und mit mehr als einem Drittel an Wählerzustimmung meilenweit vor den anderen, insbes. auch den Regierungsparteien liegt, und näherhin ihre Fraktion im EU-"Parlament", als "fünfte Kolonne Moskaus" und "Hochverräter" brandmarken zu müssen.
 
Das ist starker Tobak, Kaiserliche Hoheit, in der Tat! Noch würzig parfümiert mit Aussagen wie den folgenden:
Bei der Fraktion im EU-Parlament handle es sich "nicht um Patrioten, sondern um teils brutale Nationalisten", erklärte Habsburg in einer Rede in der Fuchs-Villa in Wien-Penzing. "Und sie sind schon gar nicht für Europa. Das Konzept dieser Parteien beruht auf einer de facto Rückabwick-lung der europäischen Einigung auf eine reine Zusammenarbeit der Regierungen, ohne gemein-schaftliche Institutionen."
(Quelle
Daß die FPÖ die Unterstellung des Hochverrates (immerhin ein Straftatbestand, der mit 10 bis 20 Jahren Freiheitsstrafe bedroht ist) nicht unwidersprochen hinnehmen würde, war anzunehmen. Dementsprechend fiel die Reaktion angemessen scharf aus: Leo Lugner (Schwiegersohn des verstorbenen Bauunternehmers, dessen Name er bei der Hochzeit annahm), Sprecher der Wiener FPÖ postete bei X:
 

Nicht als Feststellung, sondern als Frage formuliert, dürften Kaiserliche Hoheit kaum klagbares Substrat in der Hand haben, zumal die Tatsache jahrhundertelanger Inzucht durch die Stammbäume des Hauses Habsburgs hinreichend belegbar erscheint.
 
Doch Kaiserliche Hoheit belieben nicht nur gegen die FPÖ auszuteilen, sondern fordern gleich auch noch einen "Regime Change" in Moskau. Dürfen wir die Aufmerksamkeit Seiner Kaiserlichen Hoheit diskret auf das Faktum lenken, daß nach allen, auch von westlichen Instituten erhobenen Umfragen, sich die Regierung der Russischen Föderation einer Zustimmungen von (selbst vorsichtigst geschätzt!) deutlich mehr als zwei Drittel der Bürger erfreut — Werte, von denen Politiker des Westens oder auch Adolf Trumpler in den USA meilenweit entfernt sind. Bei einer Regierung, der mindestens zwei Drittel der Wähler zustimmen, einen "Regime Change" zu verlangen, ist gelinde gesagt frivol (man könnte es im Sinne Leo Lugners auch etwas deutlicher formulieren ...).
 
Die Vorstellung, daß so jemand im Falle einer monarchischen Staatsform an der Spitze Östereichs stünde, ist bedrückend. Sind schon Bundespräsidenten, die durch krause Vorschläge "solidarischen Kopftuchtragens" mehr als merkwürdig anmuten, nicht eben erquicklich als Staatsoberhaupt, so kann man wenigstens zu ihrer Legitimation anführen, daß eine Mehrheit der Wähler sie in dieses Amt gebracht hat. Bei Monarchen liegt die Amtsauswahl im Geschlechtsverkehr der Vorfahren — und daß das nicht unbedingt für Qualität sorgen muß (Inzucht hin oder her!), liegt wohl auf der Hand. Denn, wie der Volksmund so treffend sagt: "Die Deppen sterben nie aus."
 
Der Volksmund sagt auch: "Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch den Verstand dazu." Mir wäre nun nicht wirklich ein "Amt" bekannt, das Seine Kaiserliche Hoheit in seinem nunmehr 65-jährigen Leben je bekleidet hätten, sieht man von einem dreijährigen Exkurs ins EU-"Parlament" ab, der nach der Aufdeckung eines Spendenskandals endete. 
 
Darf man also im Umkehrschluß davon ausgehen, daß Gott dem, dem er kein Amt gab, auch den Verstand dazu verweigerte?
 
Eine Frage, keine Feststellung, wie der Jurist in Kenntnis der Rechtslage ausdrücklich betonen möchte ...
 
-----
 
P.S.: der langjährige FPÖ-Spitzenpolitiker Norbert Hofer veröffentlichte nach den obzitierten Äußerungen auf X die Nachricht:
Mit heutigem Tag habe ich meine Ehrenritterschaft im St.-Georgs-Orden zurückgelegt. Öffentliche Äußerungen, die dem Geist gegenseitiger Achtung widersprechen, lassen mir diesen Schritt als geboten erscheinen. Ich bedauere diese Entwicklung.
Wie Hofer hat auch der Wiener FPÖ-Politiker Maximilian Krauss den Austritt aus diesem Orden erklärt. 
 

3 Kommentare:

  1. Dieser Mensch hat längst jede Satisfaktionsfähigkeit verloren. Allein schon als offener Ehebrecher ist er eine Schande für sein verdienstvolles wie einzigartiges Haus (Inzucht hin oder her - die Habsburger haben mit diesem Handicap Dinge hinbekommen, von denen andere mit blitzsauberer Turbogenetik nicht einmal träumen können). Da paßt dieses schamlos-kotzdumme Globalistenpudeltum nahtlos hinein. Ein Glück, daß sein heiligmäßiger Großvater tot ist und das Gelumpe seines Enkel nicht auch noch mitansehen muß.

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  2. "Da paßt dieses schamlos-kotzdumme Globalistenpudeltum nahtlos hinein. Ein Glück, daß sein heiligmäßiger Großvater tot ist und das Gelumpe seines Enkel nicht auch noch mitansehen muß."

    Diese Sprache kommentiert sich selbst.

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    1. Die Sprache Habsburgs kommentiert sich ebenso selbst. Wobei "dieses schamlos-kotzdumme Globalistenpudeltum" bloß ein negatives Werturteil darstellt, der Vorwurf des Hochverrats hingegen ein Kapitalverbrechen unterstellt.

      Denken Sie mal darüber nach, was wohl der gavierendere Vorwurf ist ...

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