Ich versuche mal, das über den Hintergrund aufzuarbeiten. Alles, was über die Religion verbreitet wurde, hat irgendwo einen gesundheitlichen oder moralischen Sinn. Das beginnt bei den Fastenprogrammen, was insofern wichtig ist, damit der Organismus auch mal etwas Pause hat und sich erholen kann. Logischerweise vor den Feiertagen wie Ostern und Weihnachten, weil sich dann zu den Feiertagen die Leute meist dumm und dämlich fressen, ohne Limit.
Kann man nachvollziehen. Was ist nun mit den Beschneidungen. Die gibt’s bei Jungen und bei Mädchen. Fangen wir bei den Mädchen an. Da betrifft es die Klitoris, also das Lustzentrum der Frau. Möglicherweise diente es dazu, die Frau nur als Samenabladeobjekt für die Herren der Schöpfung zu nutzen, wobei man ihnen keinen eigenen Wunsch nach Sexualität zugesteht.
Natürlich in den westlichen Kulturen, wie bei uns, als absolutes No-Go zu betrachten, weil jede Frau über sich selbst verfügen soll. Das hat nichts mit Feminismus zu tun, sondern mit dem logischen Empfinden für Gleichberechtigung.
Nun zur Beschneidung der Knaben:
Vielleicht hängt es damit zusammen, dass man in den islamischen Ländern, die sich ja über sehr heiße und wasserarme Regionen erstrecken, da keine besondere Reinlichkeit an den Tag legt. Für uns im Westen ist es normal, beim Duschen die Vorhaut über die Eichel zurückzuziehen und diese zu reinigen. Mit Wasser, oder mit zusätzlichen Lotionen. Dass der sich beim Mann oftmals bildende „Eichelkas“ etwas ist, was Krankheiten und Infektionen bewirken kann, ist bekannt. Wenn’s zuhause der Papa nicht erzählt, dann hört man es spätestens vom Gesundheitsoffizier beim Barras.
Natürlich ist es dann eine Art besserer Schutz für die Gesundheit resp. Verhinderung von Infektionen, wenn die Eichel beim Mann blank liegt. Aber ich stelle mir die Frage, ob da nicht auch anderes damit gewollt ist. Die Eichel ist, so wie bei der Frau die Klitoris, beim Mann das Lustzentrum. Wenn diese nun ständig ungeschützt blank liegt, sich in der Hose reibt, dann wird es wohl so sein, dass sich hier eine Art von höherer Unempfindlichkeit einstellt, könnte ich mir vorstellen.
Das würde sich auch damit begründen, dass man die Weiblichkeit verhüllt. Wenn der typische Musel eine Frau im Gesicht oder sogar an ihren Konturen registriert, dann spielts Rambazamba in seiner Hose. Der hat sich danach nicht mehr im Griff. Möglicherweise hilft diese Beschneidung, wonach sich die Haut auf der Eichel derart abhärtet wie eine Fußsohle, dass sich dieser Sog zur Sexualität etwas vermindert. Ich weiß es nicht, ich bin nicht beschnitten, und die Musels sagen mir sowieso nicht die Wahrheit.
Nun gehen wir zur Aktualität und zur Rechtsprechung in den westlichen Ländern zu diesem Thema:
Die Diskussion darüber sowie die Ablehnung derartiger Methoden ist alt. Aber nicht bis zum Ende gebracht, weil sich da die Juden und die Musels immer dagegenstellen. Darin sind sie sich seltsamerweise einig.
Ich erinnere mich an einen Vorfall bei den Grünen im Jahre 2012. Ich zitiere:
Hannover - Drei Wochen vor der Landtagswahl in Niedersachsen haben die Grünen Ärger mit einem ihrer Kandidaten wegen abfälliger Bemerkungen über die Beschneidungspraxis bei Juden und Muslimen.
Interessanterweise aber gabs in dieser Zeit ein Urteil vom Landgericht Köln (6.7.2012), wo gerade diese Beschneidungsmethode als Unrecht deklariert wurde. Ich zitiere:
Das Landgericht Köln hatte in der vergangenen Woche die Beschneidung eines muslimischen Jungen als Körperverletzung gewertet, weil ein medizinisch nicht notwendiger Eingriff nicht dem Kindeswohl entspreche. Das Recht des Kindes auf Unversehrtheit stehe über dem elterlichen Erziehungsrecht und dem Grundrecht auf Religionsfreiheit. Juden und Muslime, bei denen die Beschneidung von Jungen im Kindesalter üblich ist, kritisierten das Urteil scharf und fordern Rechtssicherheit für ihre religiöse Praxis.
Aber es gibt mehrheitlich die Traditionalisten, die das als unabdingbar ansehen. Ich persönlich habe eine konservative Einstellung. Das bedeutet, das, was sich in Jahrhunderten als gut bewährt hat, beizubehalten, und das, was eigentlich negativ ist, Nachteile bringt oder was überdacht werden muss, zu reformieren.
Wenn wir in Europa leben, wo es genügend Wasser zur Selbstreinigung gibt, wo es eigentlich nur eine Sache der Information an die jungen Muslime und Juden ist, wie man sich sauber und dadurch gesund hält, da empfinde ich diese Methoden der Beschneidung, als unnötige und dem Gesetz nach nicht vertretbare Qual an Kindern. Für mich ist der Tatbestand der Kindesmisshandlung gegeben.
Sehr geehrter Helmut,
AntwortenLöschenliebe Damen und Herre,
ich zitiere:
> Alles, was über die Religion verbreitet wurde, hat
> irgendwo einen gesundheitlichen oder moralischen Sinn.
Das sind doch entweder rationalistische Rekonstruktionsversuche oder Ätiologien, wieso sich dieses Verhalten durchsetzen konnte.
Aus Sicht des religiösen Menschen sind diese Gebote zu erfüllen, weil sie die Gebote Gottes sind. Es gibt seit Jahrtausenden Streit, wieso z. B. bestimmte Tiere "koscher" sind und andere nicht.
> Wenn diese nun ständig ungeschützt blank liegt, sich
> in der Hose reibt, dann wird es wohl so sein, dass sich
> hier eine Art von höherer Unempfindlichkeit einstellt,
> könnte ich mir vorstellen.
Wir wissen, dass die Beschneidung als kulturelle Praktik wohl von den alten Ägyptern her kam.
Die späteren Kulturen scheinen diese Praktik von Ägypten nur übernommen zu haben.
Die Frage ist also, warum (a) die Ägypter auf sowas komisches kamen und (b) wieso spätere Kulturen des übernahmen?
Ich denke, für (b) gibt es eine plausible Antwort:
Die Ägypter waren in der Region damals die dominierende politische Macht und, wie wir aus anderen Beispielen wie den späteren Römern oder den Chinesen wissen, das reflektiert sich auch in den Sitten.
Es mag für uns fremdartig erscheinen, aber für einen Bewohner der Region Kanaha war die Imitation ägyptischer Kultur und ägyptischer Moden cool und hip.
Durch die Religion wurde diese Mode dann rituell aufgeladen und konnte nachher nicht mehr abgelegt werden.
> Für mich ist der Tatbestand der Kindesmisshandlung gegeben.
In der juristischen Diskussion spielt meines Erachtens der Punkt der sog. "Religionsfreiheit" eine größere Rolle.