Samstag, 18. Juli 2015

Ach, die »Raumpatrouille – Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion« ...

Kindheitserinnerungen: spannend bis zur Gänsehaut. vor einigen Jahren ein paar Schnipsel in Youtube wieder angesehen: OMG — peinlich, pures Fremdschämen, was damals so als »technische Effekte« angesehen wurde ...

Die Kindheitserinnerungen sind schöner. Heute vor einem Jahr,  am 18. Juli 2014, ist Cliff Allister McLane alias Dietmar Schönherr (recte: Dietmar Schönherr Edler von Schönleiten) gestorben.


Ja, ich weiß ... er war ein »Linker«, er hatte für Kreisky geworben, mit den marxistischen Wirrköpfen in Nicaragua zusammengearbeitet, und Ronald Reagen als Arschloch bezeichnet. Und mit diesem Wutausbruch in einer Talkshow seinen damaligen Job verloren. Was immer noch weit mehr Charakter verrät, als die wieselflinken Faserschmeichler, die politisch korrekt in presserechtlich unangreifbaren Worten ihre Gegner meucheln, je haben werden.

Ein Unangepaßter — und für Unangepaßte hat dieser Blog ein gewisses liking ..

Freitag, 17. Juli 2015

Erich Dolezal

... wird der jüngeren Generation wohl nichts mehr sagen. Der heute vor 25 Jahren, am 17. Juli 1990 in Wien verstorbene österreichische Schriftsteller, Astronom und Journalist Erich Dolezal war einer der ersten erfolgreichen Autoren der »Science-Fiction« im deutschen Sprachraum (damals nannte man sie freilich noch weniger hochtrabend »Zukunftsromane«). 1902 in Villach in Kärnten geboren, studierte er an der Technischen Hochschule in Wien und war schon früh als Volksbildner tätig: ab 1929 hielt er mehr als 1000 Vorträge über Raumfahrt. Von 1930 bis 1945 arbeitete er als Sachverständiger in der Programmabteilung des Senders Wien. 1945 gründete er die Volkssternwarte Wien-Ottakring und arbeitete dort bis 1949 als Astronom. Er war lange Zeit Vorstandsmitglied der österreichischen Gesellschaft für Weltraumforschung und viele Jahre lang Herausgeber der österreichischen Zeitschrift für Natur und Technik »Universum«.

Dolezal verfasste zahlreiche utopische (Jugend-)Romane und Erzählungen, in denen er stets um eine naturwissenschaftlich und astronomisch korrekte Darstellung der Handlung bemüht war. Praktische Anschauungsbeispiele für seine utopischen Romane holte er sich 1959, als er auf Einladung des U.S. State Departments zwei Monate lang amerikanische Raketenabschußbasen besuchte.

Erich Dolezal war bekannt dafür, auch komplizierte wissenschaftliche Zusammenhänge einfach und allgemein verständlich auszudrücken. Ein Musterbeispiel hiefür ist bspw. im Roman »Flucht in die Weltraum-City« der Vortrag des Bordphysikers über Einsteins Relativitätstheorie und die Darstellung des damit zusammenhängenden Phänomens der Zeitdlilatation, welches Dolezal — bei völlig korrekter Darstellung — so anschaulich zu machen versteht, daß der damals 9-jährige LePenseur es hinreichend genau »verstand« — genau genug jedenfalls, um anhand dieses (fiktiven) Vortrags seinerseits seiner staunenden Großmutter einen realen Vortrag halten zu können, in dessen Verlauf auch diese (wiewohl mit Einsteins Gedanken völlig unvertraut) die ja wirklich nicht unvertrackte Sache grosso modo verstand.

Die utopischen Romane Dolezals begannen ab 1932 mit »Der Ruf der Sterne«, dann 1940 »Grenzen über uns« und 1946 der — auch menschlich — faszinierende Roman »Jenseits von Raum und Zeit«. In  den 50er-Jahren folgte die Trilogie »RS 11 schweigt (1953 — erster Start einer benannten Rakete, mit abenteuerlustigem jungem Burschen als blindem Passagier), »Mond in Flammen« (1954 — über die Erkundung des Monds) und »Unternehmen Mars« (1955 — eine Reise zum Mars, um eine Kollision desselben mit einem Planetoiden zu verhindern), daneben »Alarm aus Atomville« (1956), »Sekunde X – Himmelsschiffe landen« (1957 — über die Entführung eines römischen Centurios der Völkerwanderungszeit durch Außerirdische, der von diesen dann im 20. Jahrhundert, durch die Zeitdilatation nur um einige Jahrzehnte gealtert, zur Erde zurückgebracht wird), »Neues Land im Weltall« (1958) und »Die Astronauten« (1959), letztere fortgesetzt 1960 mit dem Roman »Festung Sonnensystem«.

1963 erschien der Roman »Planet im Nebel« (der uns auf die Venus führt), mit der bereits erwähnten Fortsetzung »Flucht in die Weltraum-City« (1964), weiters 1961 »Raumfahrt – Traumfahrt« und schließlich 1972 »Von Göttern entführt«.

Die meisten seiner Bücher waren auch durch — anspruchsvoll »realitätsnahe« — Illustrationen, meist von Kurt Röschl, geschmückt, von denen einige den Lesern nicht vorenthalten bleiben sollen:

(Alarm aus Atomville)

(Unternehmen Mars)


(Unternehmen Mars – die Abdrängung des Planetoiden aus dem Kollisionskurs)



(Neues Land im Weltall – Blick auf den Saturn)
(Neues Land im Weltall – Landung auf einem Jupitermond)
(Festungs Sonnensystem – Expedition zum Saturnring)
(Neues Land im Weltall – Landung einer Marsrakete)
(Sekunde X – Himmelsschiffe landen)

In den späten 1960er-Jahren gab es im österreichischen Rundfunk eine Sendungsreihe über utopische Literatur der Vergangenheit unter dem einprägsamen Titel: »Die Zukunft von Gestern«. Erich Dolezal war damals freilich viel zu »zeitgenössisch«, um darin bereits vorzukommen. Wenn LePenseur für seine Schriften allerdings heute einen griffigen Slogan suchen wollte — es wäre wohl der obige ...


Alles Gute zum Achtziger, Mr. Sutherland!


Sutherlands sicherlich berühmteste Rollendarstellung war die des »Casanova« in Federico Fellinis gleichnamigem Film:


Eine überzeugende schauspielerische Leistung, wie sie noch selten erlebt werden konnte. Auch im Film »Don't Look Now« (dt.: »Wenn die Gondeln Trauer tragen«) konnte er seine Wandlungsfähigkeit in der Charakterdarstellung unter Beweis stellen. Ein Ausnahmeschauspieler.

Drei echte Verbrechervisagen

... kann man da bewundern (den Whiskysäufer links allerdings nach seinem Wahldebakel nur mehr als Dekorationsstück, zu reden hatte er eigentlich bald nichts mehr):


Heute vor 70 Jahren begann die sogenannte »Potsdamer Konferenz«, in der die bestialische Vertreibung der Deutschen aus Ostdeutschland beschlossen wurde:



Wie Wikipedia so schön schreibt:
Trotz anfänglicher Widerstände kam es schließlich zum Artikel XIII des Potsdamer Protokolls über den „geordneten und humanen Transfer“ der Deutschen, die „in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn zurückgeblieben sind“.
Wie »geordnet« und »human« die Vertreibung von fünf Millionen Deutscher aus Schlesien, Pommern, Preußen, Böhmen und Mähren erfolgte, darüber wird bis heute von den Politsatrapen der Siegermächte peinlich berührtes Schweigen beobachtet — man darf bekanntlich nicht »aufrechnen« ...


Donnerstag, 16. Juli 2015

Alles ist möglich, und nix ist fix!

So lautet bekanntlich ein zur Volksweisheit mutierter früherer Werbespruch einer Lotteriegesellschaft. Man fühlt sich irgendwie daran erinnert, wenn man Meldungen liest wie diese:

Hollande: »Wir haben mögliche Terrorakte verhindert«


Präsident Francois Hollande
Präsident Francois Hollande / Bild: APA/EPA (ALAIN JOCARD) 
Vier Islamisten sollen eine »terroristische Tat gegen französische Militär-einrichtungen« geplant haben. Die zwischen 16 und 23 Jahre alten Verdächtigen wurden festgenommen.
 (DiePresse.com

In Frankreich ist laut der Regierung ein offenbar islamistisch motivierter Anschlag auf eine Militäranlage vereitelt worden. Es befänden sich vier Verdächtige im Gewahrsam des Inlandsgeheimdiensts DGSE, die eine »terroristische Tat gegen französische Militäreinrichtungen« geplant hätten, sagte Innenminister Bernard Cazeneuve am Mittwochabend bei einer Pressekonferenz in Paris.
Unser angeblicher Rechtsstaat ist in der »freien« Welt des Westens längst auf den Hund gekommen. Da werden 94-jährige zu Haftstrafen verurteilt, obwohl das Strafverfahren schon vor vielen Jahren mangels Tatbeteiligung eingestellt worden war, und jetzt auch ohne Tatbeteiligung eine Verurteilung als Mittäter an 300.000 Morden möglich ist, weil man nachträglich die Gesetze und die Judikatur änderte. Da werden »mögliche Terrorakte« verhindert (und, Wetten werden angenommen, mit Gerichtsstrafen sanktioniert!), von denen keiner weiß, ob sie je stattgefunden hätten. Vermutlich werden auch bald mögliche Sympathisanten möglicher Straftaten vor Gericht gestellt. Und mögliche Äußerungen des Verständnisses für mögliche Sympathisanten. Das Recht ist biegsam geworden wie die Gerte in der Hand eines Inquisitionsbüttels ...

Wie wär's, wenn man zur Abwechslung einmal jene Verbrechen verfolgen wollte, die seitens unserer Nomenklatura am laufenden Bande begangen werden: alleine die unzähligen Rechtsbrüche unserer Politruks im Zusammenhang mit der Installation diverser »Rettungsschirme« und »Griechenland-hilfspakete« würden die Staatsanwälte und Gerichte auf Jahre hinaus mit intensiver Beschäftigung versorgen, ganz abgesehen von der verbotenen Beteiligung »unserer« Geheimdienste an US-Spionage, oder von der konstanten Förderung terroristischer Organisationen aus EU-Töpfen etc. etc. etc.

Aber das wird natürlich nicht geschehen: unsere Polit-Mafia bleibt ungeschoren. Wenigstens solange sie an der Macht ist. womit wir natürlich bei einem anderen Thema angelangt wären, das näher zu erörtern einen freilich in gefährliche Nähe zur Strafverfolgung wegen »möglicher Terrorakte« bringt.

Sapienti sat ...

Papa Franz entschuldigt sich wieder

Diesmal bei den »Indigenen« Lateinamerikas:

Papst entschuldigt sich für Sünden der Kolonialzeit

Auf seinem Besuch in Südamerika hat sich Papst Franziskus für die im Namen der Kirche begangenen Verbrechen entschuldigt: "Viele schwere Sünden gegen Ureinwohner Amerikas im Namen Gottes."



Papst Franziskus reist dieser Tage durch Südamerika Foto © AP

Papst Franziskus hat die indigenen Völker Amerikas für alle während der Kolonialzeit im Namen der Kirche begangenen Verbrechen um Vergebung gebeten. "Ich sage Ihnen mit Bedauern: Im Namen Gottes sind viele und schwere Sünden gegen die Ureinwohner Amerikas begangen worden", erklärte der Papst am Donnerstagabend (Ortszeit) beim zweiten Welttreffen der Volksbewegungen im bolivianischen Santa Cruz.
Nun, der Blogger Josef Bordat stellt sich dazu die höchst berechtigte Frage: »War es wirklich die Kirche?«
Papst Franziskus hat in Bolivien bei einem Treffen mit Vertretern indigener Völker für die “Eroberungszüge in der Kolonialzeit” (Tagesschau) um Entschuldigung gebeten, die “ein dunkles Kapitel der katholischen Kirche” (nochmal Tagesschau) gewesen seien. Wörtlich sagte der Heilige Vater: “Ich sage Ihnen mit Bedauern: Im Namen Gottes sind viele und schwere Sünden gegen die Ureinwohner Amerikas begangen worden. Wie Johannes Paul II. bitte ich, dass die Kirche ‘vor Gott niederkniet und von ihm Vergebung für die Sünden ihrer Kinder aus Vergangenheit und Gegenwart erfleht'”.

So wichtig es ist, sich als Europäer der blutigen Kolonialgeschichte in Lateinamerika bewusst zu sein, so fraglich ist die Kennzeichnung dieser als “Geschichte der Kirche”. War die Kirche wirklich die treibende Kraft der Conquista im 16. Jahrhundert? Auch in Sachen Conquista ist es der historischen Redlichkeit geschuldet, staatliches und kirchliches Handeln, militärische Eroberung und christliche Mission nicht einfach in einen Topf zu werfen. Zwar ist die militärische Flankierung von Missionstätigkeit – zum Schutz der Missionare – im 16. Jahrhundert diskutiert und im Ergebnis befürwortet worden, aber dennoch nicht in der Weise, dass man nun Militärs und Missionare in eins setzen könnte.
(Hier weiterlesen)
Lesenswert. Nachdenkenswert.

Schreckliche Dinge tragen sich zu auf dieser Welt

... und hier v.a. natürlich in Ländern der EU. So mußte bspw. der französische Staatsparasitpräsident Hollande Pfiffe zur großen Militärparade hinnehmen, ohne deshalb seine schmuck behelmte Reiterei mit dem Säbel den unbotmäßigen Untertanen den Garaus machen lassen zu können:



Derlei Vorkommnisse sind nicht hilfreich, wie wir wissen. Wenn selbst Militärparaden nicht mehr vor dem Protest der Untertanen sicher sind — worauf und auf wen soll man sich als Politruk dann eigentlich noch verlassen können? Einfach schrecklich!

Eine andere Meldung rührte sogar das bekannt kühle Herz des verehrten Blog-Kollegen Karl Eduard, und wohl nicht nur dieses:

Bild: Viele Moslems in Deutschland fahren nicht mehr mit der U-Bahn. Nicht etwa, weil sie damit nicht auf Fußgängerwegen oder in belebte Zonen rasen können, um möglichst viele Nichtmoslems zu erwischen, nein, weil sie Angst haben. Aus Angst, angepöbelt zu werden. Wegen des Kopftuches. Aiman Mazyek hat das selbst mehrfach erlebt. Wie er wegen seines Kopftuches scheel angesehen wurde. Sprüche wie: “Geh doch nach Saudi Arabien!” Oder “Taliban!” sollen gefallen sein. Was wir alle ganz schlimm finden.
(Hier weiterlesen, wenn Sie noch können!)
Zentralratsvorsitzender Mazyek bestätigt damit die alarmierenden Befunde des Bundesgaucklers, die wir vor einigen Tagen mit gebotener Bestürzung zur Kenntnis nehmen mußten. Womit wir zwanglos bei der Erkenntnis von Nestroys »Kometenlied« gelandet wären: »Die Welt steht auf kan' Fall mehr lang!«



Was, solange es sich um die Parallelwelt unserer Politruks (und ihrer medialen Hofnarren) handelt, ja sogar ein Zeichen der Hoffnung wäre ...

Mittwoch, 15. Juli 2015

Ekelerregend

... wenn Richter, sich in der Gnade ihrer späteren Geburt sonnend, vom sicheren Richtertisch aus einem 94-jährigen mit den süffisanten Worten:
Ich will Sie nicht als feige bezeichnen, aber Sie haben sich für den sicheren Schreibtischjob entschieden.
genau jene Feigheit vorwerfen, die sie verbal zu verneinen vorgeben. Ein »Presse«-Poster repliziert völlig zu recht:
Womit sich die für den Richter traurige Frage stellt, wie viele seiner Berufskollegen genau jene, die sich weigerten an die Front zu gehen oder im KZ Dienst nach Vorschrift zu machen, zum Tod verurteilt haben.

Ich glaube, als Richter würde ich zu diesem Thema eher ganz still sein ...
Ein anderer Poster sieht das Urteil — auch völlig zu recht! — ganz grundsätzlich weit bedenklicher:
es ist schon mehr als bedenklich
wenn strafgesetze rückwirkend zur anwendung gebracht werden. dieser mann hat nichts anderes gemacht, als am schreibtisch seinen dienst. im einklang mit den damaligen gesetzen. die heutigen gesetze waren nicht maßgebend ! dennoch wird er nach heute gültigen gesetzen (und sogar DAS ist mehr als fraglich) verurteilt. wenn man heute die straßenverkehrsordnung abändert und den linksverkehr einführt, dann alle straft, die in den letzten jahrzehnten rechts gefahren sind - so ähnlich, wenn auch nicht mit einem derartigen strafmaß, wäre es.
oder - wenn in zehn jahren eine andere regierung käme, den hier verurteilenden richter wegen dieses urteilsspruches (am besten gleich) lebenslänglich hinter gittern bringt. 
Aber rechtsphilosophische Überlegungen der Art, daß zu jedem Schuldspruch die persönliche Beteiligung an der Tat nachgewiesen werden muß, oder daß rückwirkende Gesetzesänderungen oder die rückwirkende Anwendung von Änderungen in der höchstgerichtlichen Strafrechts-Judikatur die Bankrotterklärung für jeden Rechtsstaat darstellen, sind heute offensichtlich obsolet.

Brave New World ...

»Menschen sind weder sozial noch altruistisch – Beides muss gelernt werden«

Menschen sind weder Herdentiere noch verhinderte Mütter Theresa, die anderen ihren Altruismus aufzwingen.


Die Forschungsergebnisse, die diese Aussage belegen, sie werden immer zahlreicher.


Egal, was Politiker sich wünschen, egal, wie versucht wird Menschen zu manipulieren, sie sind zweierlei nicht: altruistisch von Haus aus und sozial per Geburt.


Altruismus muss man sich leisten können. Denn um selbstlos zu geben, muss man etwas haben, das man z.B. aus Mitleid geben kann: Ohne Mantel kein St. Martin sozusagen.


Und sozial sind Menschen nicht von Geburt an. Das Soziale, es verlangt von Menschen, dass sie zusammenleben, dass sie sich miteinander arrangieren und vor allem: dass sie miteinander kooperieren.
Warum also wird genau das, was nicht ist, uns von allen »fortschrittlichen« Kräften ständig als existent vorgegaukelt? Alles Heil wird in eine »unverdorbene« Kindheit zurückprojeziert, als wir doch alle gut und kleine Genies waren. Die Realität, daß auch Kinder »einfach so« Satansbraten sein können (ohne daß deshalb die pöhsen Eltern in ihrer Erziehung groß geschludert hätten), und die allermeisten von ihnen auch weit davon entfernt, kleine Genies zu sein, wird ausgeblendet. Bedeutet das Eingeständnis, daß die Menschen von Natur aus egoistisch und Asozial sind, nicht implizit die Delegitimation aller »Re-Form« — also: aller Wiederherstellung eines ursprünglich besseren Zustandes?

Wie der Kirchen-Gläubige, der der vertrackten Theodizee-Frage peinlich berührt aus dem Wege geht, so ist auch der PC-Gläubige eher bereit, heimliche Korrekturen an der Realität vorzunehmen, als sich einzugestehen: »Hier hat mein System leider Lücken.«

Dieses Bemühen, nicht »sein Gesicht zu verlieren«, ist sicherlich eine plausible Erklärung. Dazu kommt freilich eine andere, weitaus unerfreulichere:
Nun kann man sich fragen, warum es eine recht stattliche Anzahl von Leuten gibt, die das Gegenteil erzählen, die behaupten, Menschen wollten anderen mehr geben als sich selbst, seien sozial Tiere, die nur in der Herde ihr Glück finden, seien von Geburt an kooperativ? Und man kann sich selbst zur Antwort geben, dass diese Erzählung denen, die sie erzählen, einen Vorteil verschaffen muss, da man Menschen, die meinen, sie seien altruistisch, prima ausnutzen kann und Menschen, die meinen, die ständigen Übergriffe anderer seien das Soziale, sich nicht wehren.
Bloß eine zynisch-misanthropische Unterstellung? Meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, mit diesem Verdikt vorsichtig zu sein. Denn allzu oft ist das angeblich »Zynische« nichts anderes als Realismus ...

Keep cool!

Zufällig in den Weiten desWWW entdeckt:
A 'mini ice age' is coming in the next 15 years
Solar activity is predicted to drop by 60 percent in 2030.
BEC CREW
13 JUL 2015
 
A new model that predicts the solar cycles more accurately than ever before has suggested that solar activity will drop by 60 percent between 2030 and 2040, which means in just 15 years’ time, Earth could sink into what researchers are calling a mini ice age. 
Such low solar activity has not been seen since the last mini ice age, called the Maunder Minimum, which plunged the northern hemisphere in particular into a series of bitterly cold winters between 1645 and 1715.
 Nun, warten wir's ab. Die letzten Tage waren zwar nicht danach, daß wir das Gefühl einer Mini-Eiszeit hatten, aber das heißt nicht viel. 2030 wäre ich jedenfalls längst schon endgültig im biblischen Greisenalter (»Das Leben währet siebzig Jahre, und wenn es hoch kommt, achtzig ...«). Na: schau'ma mal ...




Dienstag, 14. Juli 2015

»Die Presse« (APA/dpa) und ihre »Bildung« ...

Mohammed in der Hölle: Italien setzt Dantes Grab unter Schutz


Dantes Grabmal in Ravenna / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people) 

In der "Göttlichen Komödie" brennt Prophet Mohammed als Schismatiker in der Hölle. Sein Grab gilt als mögliches Ziel terroristischer Anschläge.
 (DiePresse.com)

Die italienische Polizei ergreift besondere Sicherheitsvorkehrungen für das Grab des Nationaldichters Dante Alighieri in Ravenna. Der Grund: Der bekannteste italienische Dichter hat in seinem Meisterwerk "Die Göttliche Komödie" (Commedia dell'arte) den Propheten Mohammed als Schismatiker in die Hölle verbannt.
(Hier weiterlesen)

So, exakt so stand es (wenigstens noch vor wenigen Minuten) online. Ogottogottogott! »Divina Commedia« und »Commedia dell'arte« zu verwechseln — das ist etwa so, wie beim »Raub der Sabinerinnen« Schiller oder Goethe als Autor zu nennen ...


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P.S.: seit wann wird eigentlich etwas »unter Schutz gesetzt«? Ich kann etwas unter Wasser (oder in Brand) setzen, oder aber etwas unter Schutz stellen. »Unter Schutz setzen« können offenbar nur Journaillisten...

Im Polizeistaat

... wähnt sich Andreas Unterberger:
Rot und vor allem Grün können jubeln. Noch nie gab es eine Parlamentswoche, mit der die Anhänger eines immer übermächtiger werdenden Bevormundungs- und Polizeistaates so zufrieden sein konnten wie mit dieser. Rätselhaft nur, warum die ÖVP da mittut.

Aber sie weiß wohl gar nicht mehr, zu was allem sie da zugestimmt hat. Ein kleiner Auszug:

Das Bankgeheimnis wird aufgehoben.
Den Ärzten werden Spione in die Ordinationen geschickt.
Wirte müssen mit 2000 Euro Strafe rechnen, wenn bei ihnen jemand raucht.
Selbst Kleinunternehmer müssen Registrierkassen aufstellen. 
Der Befund ist richtig. Die uns vorgelegte Diagnose freilich trotzdem dilettantisch (sorry, Herr Dr. Unterberger!) — denn die Behauptung, das Mitstimmen der ÖVP sei »rätselhaft«, zeigt gelinde gesagt entweder von geistiger Verwirrung oder vom krampfhaften Bemühen, sich einen Sachverhalt partout schönlügen zu wollen!

Nein, leider: die ÖVP weiß haargenau, warum sie da mittut. Weil sie eine von Lobbies (Beamte, Bauern, Kammerfuzzis, staatsnahe Großindustrie) durch und durch korrumpierte Klientelpartei ist, der nur ein einziges Ziel wichtig ist: möglichst lange und möglichst viel an allen Trögen (mit)fressen zu können.

(Mittlerweile leider schon lange Ex-) Blog-Kollegin »Nattl« bringt es in ihrem Kommentarposting wenig charmant, doch treffend auf den Punkt:
14. Juli 2015 - 07:46 Nattl

Also es gehört schon eine ordentliche Menge an Verblendung, Selbsttäuschung und Altersblödsinn dazu, um den Grünlingen die aktuelle Welle an Gesetzen unterzujubeln. Da, lieber Herr Dr. Unterberger ist schon die ÖVP wesentlich mit Schuld, die ja alle Gesetze brav mitbestimmt, meistens sogar federführend dabei ist. Diese Partei ist seit 1986 in Regierungsverantwortung und maßgeblich am Untergang dieses Landes beteiligt. Warum Sie noch immer so tun, als wäre diese pseudolinke Bonzenpartei die Verteidigerin der Witwen und Waisen kann nur mehr mit beginnender Demenz erklärt werden. 
Touché, chère Nattl!

»Die europäischen Steuerzahler werden wieder einmal genötigt, für viel Geld ein bisschen Zeit zu erkaufen«

... sagte der Präsident des Verbandes der Familienunternehmer, Lutz Goebel, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. »Das ist Insolvenzverschleppung. Griechenland wird seine Schulden nie zurückzahlen können. Es wird nur weiteres Geld ins Feuer geworfen.«
»Dieser Gipfel hat den 'Grexit' jetzt verhindert. Aber es wird unglaublich schwer sein, die genannten Sofortmaßnahmen als auch die folgenden Reformen in Griechenland durchzusetzen«, sagte Jürgen Michels, Chefvolkswirt der BayernLB. »Die Folgerung daraus lautet: 'Grexit' nicht heute, aber später. Das bleibt eine heikle Angelegenheit. Das Konstrukt der Eurogruppe hat Risse bekommen.«
Und all das, weil ein pathologischer Lügner (»Wenn's darauf ankommt, muß man lügen«) und eine mit ihrer Vergangenheit erpreßbare Ex-Stasi-Quotze ihr »Gesicht« wahren wollten. Weiter Geld nachwerfen in ein Milliardenloch, damit irgendwelche Bankster ihre gefaketen Bilanzen nicht schreddern müssen. Ihre Boni kassieren, und beim aufgeschobenen, aber nicht aufgehobenen nächsten Knall auf Kosten der Steuerzahler »gerettet« werden.

Größere Meteoriteneinschläge in Brüssel, Frankfurt und Berlin wären auch kein Fehler! Also: bitte, lieber Gott ...


Montag, 13. Juli 2015

»Krieg macht uns sicher!«

Meinen wenigstens die Knallköpfe in Washington:
Pentagon befindet, dass Amerika nicht sicher ist, wenn es nicht die Welt erobert


Paul Craig Roberts

Das Pentagon hat seine „National Military Strategy of the United States of America 2015,” („Nationale Militärstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika 2015“) im Juni 2015 veröffentlicht. (> LINK – auf englischsprachige Seite, besonders hübsch das original faschistisch gestylte Wappen)
Das Papier kündigt eine Verlagerung des Schwerpunkts von Terroristen hin zu „staatlichen Akteuren,“ die „die internationalen Normen herausfordern.“ Es ist wichtig zu verstehen, was diese Worte bedeuten. Regierungen, die internationale Normen herausfordern, sind souveräne Länder, die eine Politik betreiben, die unabhängig ist von der Politik Washingtons. Diese „revisionistischen Staaten“ stellen eine Bedrohung dar, nicht weil sie planen, die Vereinigten Staaten von Amerika anzugreifen, wobei das Pentagon zugibt, dass weder Russland noch China solches beabsichtigen, sondern weil sie unabhängig sind.
Also: Die Gefahr besteht in der Existenz souveräner Länder, deren unabhängiges Handeln sie zu „revisionistischen Staaten“ macht. Anders gesagt, deren Unabhängigkeit passt nicht zusammen mit der neokonservativen Supermacht-Doktrin, nach der unabhängiges Handeln allein das Recht Washingtons ist. Washingtons von der Geschichte übertragene Vorherrschaft schließt aus, dass andere Länder unabhängig handeln dürfen. Ein Land, das unabhängig von Washington eine eigene Außenpolitik betreibt, ist demnach eine Gefahr.
Offenbar ist der Rinderwahnsinn in Washington längst endemisch. Die Warnungen besonnener Politiker (wie z.B. von Ron Paul), daß noch jedes Imperium an seiner Überdehnung zugrunde gegangen ist, sind sichtlich in den Wind gesprochen. Das alles wäre zwar für die Amis unerfreulich, könnte uns aber eher kühl lassen — wenn es nicht die durchaus realistische Implikation gäbe, im Zusammenbruch des Imperiums ein bisserl Götterdämmerung zu spielen:

Ohne Krieg und Eroberungen sind die Amerikaner nicht sicher. Dieser Weg zum atomaren Armageddon wird Tag für Tag von den westlichen Medienhuren in die Köpfe der Amerikaner und von Washingtons Vasallen in Europa eingehämmert. „Krieg macht uns sicher!“
Washingtons Einstellung gegenüber Russland ist die selbe wie die Einstellung Catos des Älteren gegenüber Karthago. Cato beendete jede seiner Reden im römischen Senat zu welchem Thema auch immer mit der Aussage: „Karthago muss zerstört werden.“
Dieses Pentagonpapier sagt uns, dass Krieg gegen Russland unsere Zukunft sein wird, wenn Russland nicht zustimmt, ein Vasallenstaat zu werden wie jedes andere Land in Europa und Kanada, Australien, Ukraine und Japan. Die Neokonservativen haben beschlossen, dass es andernfalls unmöglich ist für Amerikaner, in einer Welt zu leben, in der Länder Entscheidungen unabhängig von Washington treffen. Wenn Amerika nicht die eine Supermacht sein kann, die die Welt diktiert, dann ist besser, dass wir alle tot sind.

Wann kommt endlich der Meteoriteneinschlag, der dieses ganze, größenwahnsinnige Neocon-Geschmeiß verdampft ... bitte!


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P.S.: frühere Artikel von Paul Craig Roberts:

Rainer Mausfeld: »Warum schweigen die Lämmer?«



Ein überaus hörenswerter Vortrag über die Technik, Sachverhalte durch  ihre Fragmentierung quasi »unsichtbar« zu machen. Anschließende Diskussion hier.

Sonntag, 12. Juli 2015

Bald reif für den Kaiser?

Ein Artikel von Walter Eichelburg unter dem hübschen Titel »Politexitus« hinterläßt den Leser etwas ratlos. Meint Eichelburg es wirklich ernst, wenn er bspw. schreibt:
Ab 1917 haben Revolutionen in Europa einige Monarchien beseitigt und Republiken oder Diktaturen an deren Stelle gesetzt: Russland, Österreich-Ungarn, Deutsches Kaiserreich. Die Ursache für die Revolutionen war der 1. Weltkrieg, die Völker hatten ihn satt und die unfähigen Kaiser auch. In Wirklichkeit wurden diese Monarchen aber durch Tricks von US-Finanzinteressen in diesen Krieg gehetzt, ohne dass sie es durchschauten. Damit und mit dem 2. Weltkrieg konnten die USA zur Weltmacht aufsteigen.
 
Jetzt kommt auch wieder eine Revolution, aber in die Gegenrichtung: hin zu absolutistisch regierenden Kaisern und Königen. Und zwar zumindest in ganz Europa.
Ach, wirklich? Man weiß nicht, ob man schmunzeln soll, oder — in Kenntnis der Geschichte — mit der Hand entsetzt die Augen bedecken ... will Eichelburg uns wirklich einem »Willy II redivivus« ausliefern? Oder einem Zar Nikolaus? Oder irgendeinem bigotten Habsburger à la Franz Ferdinand? Oder  ... 

Monarchien sind ja ganz nett, wenn sie von der Operetten-Seite her genommen werden. Wenn es darum geht, daß diese vorgeblichen »Von-Gottes-Gnaden«-Herrscher dann tatsächlich was zu sagen haben, wird es üblicherweise eher unerquicklich. Politik ist ein Geschäft, das den Charakter verdirbt, wissen wir. Solange sich Könige unpolitisch als Galionsfiguren  und (bestenfalls) »Legalitätsreserve« betätigen, geht es ja — aber mir kann keiner erklären, warum ein ererbtes Geschäft, das den Charakter verdirbt (und Macht verdirbt den Charakter zweifellos) besser sein soll, als eines, in das man gewählt werden muß.

Auch die Hinweise von Hoppe über die geringere Steuerlast in Monarchien beziehen sich eigentlich nur auf eine eher kurze Periode des herrschenden Liberalismus im späten 19. Jahrhundert — also einer Übergangszeit, als die Monarchen doch schon weitgehend machtlos waren. Sicherlich wären Zustände wie damals durchaus wünschenswert, nur verkennt der Wunsch danach, daß eine solche Übergangszeit, in der die tatsächliche Macht z.B. längst bei einem Bismarck lag, dieser sich aber »mental« noch als loyaler Diener seines Monarchen sah, nur für kurze Zeit Bestand haben konnte. Ein solches System mußte sich entweder zurück in die Bahnen des »persönlichen Regiments«, oder eben in Richtung auf eine parlamentarische Regierungsform entwickeln. 

Was parlamentarische Regierungsform bedeutet, wissen wir nur zu genau: die Herrschaft von vielen Apparatschiks und einigen Demagogen zu Lasten der Bürger. Was hingegen die echte, also: die absolute Monarchie bedeutet — nun, das könnte man aus der Geschichte lernen, wenn man das nur wollte. Aber da ist es viel leichter, ein griffiges Schlagwort in die Runde zu werfen und zu hoffen, daß das alles, wenn es bloß anders wird, dann auch besser sein wird.

Eine Hoffnung, die oft betrogen und allzu selten erfüllt wurde ...

Samstag, 11. Juli 2015

»DiePresse« übt sich in musel-freundlicher Geschichtsklitterung

Daß unsere Systemmedien bloß Sprachrohre der politisch-korrekten Vernichtung der abendländischen Kultur sind, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Daß allerdings vorgebliche »Qaulitätsmedien« wie eben »DiePresse« sich in derart plumper Weise an dreisten Geschichtsfälschungen beteiligen, verblüfft doch ein wenig:
Abrahams Erben am Nil lebten in Frieden 

"Abraham - Isaac - Jacob - Judah''
Bild: (c) Wikipedia 
In Ägypten haben Judentum, Christentum und Islam die längste gemeinsame Tradition. Eine Ausstellung zeigt das friedliche Neben- und Miteinander der drei großen Weltreligionen über mehr als tausend Jahre.

 (Die Presse

Ein Halbnomade, der vor 4000 Jahren im Vorderen Orient gelebt haben soll, hat immer noch Konjunktur in drei großen Weltreligionen: Juden, Christen und Muslime reklamieren Abraham als „Vater der vielen Völker“ für sich. Niemand kann beweisen, ob er wirklich gelebt hat, so ist er die ideale Projektionsfigur aus grauer Vorzeit und durch seine Hingabe an den Willen seines Gottes ein archetypisches Vorbild des Glaubens. Alle drei Buchreligionen berufen sich auf ihn als Stammvater, er war der erste, der sich zum Glauben an den „Einen Gott“ bekannte. Im Streit der Kulturen wäre er die ideale Versöhnerfigur, und dennoch ist der Boden von Hebron, wo sein Grab besucht wird, getränkt von Blut. Vom Blut der Anhänger der monotheistischen Religionen. Es wurde vergossen in der Zeit der Kreuzzüge genauso wie heute.
(Hier weiterlesen)
 Wei »friedlich« das Zusammenleben von Juden, Christen und Mohammedaner war, erhellt sich ja aus der Tatsache, daß ein vor der arabischen Eroberung zu 90% christliches Land wie Ägypten inzwischen zu über 90% mohammedanisch ist. Und daraus, daß die nicht einmal 10% Christen des Landes bis heute Menschen zweiter Klasse sind, der Töchter man rauben, vergewaltigen und zwangskonvertieren kann, deren Kirchen jederzeit unter Wegschauen der Polizei abgefackelt und in Moscheen umgewandelt werden können.

Die Agenda der geplanten »Unterwerfung« (und »Islam« heißt eben nicht, wie ein illiterater Idiot im Weißen Haus einmal meinte »Frieden«, sondern vielmehr: »Unterwerfung«) ist offenbar in den Hirnen der Systempresse schon fix verdrahtet.


»Hereros hatte eine miese Willkommenskultur«

Meint Kollege Karl Eduard. Womit er rechthaben dürfte.

Freitag, 10. Juli 2015

Die Ursachen der »politischen Korrektheit«

... beleuchtet ein lesenswerter Artikel auf »NovoArgumente«:
Politische Korrektheit: Sprachpolizei ersetzt traditionelle Werte

Von Brendan O’Neill

Sie begleitet jede öffentliche Debatte. Politische Korrektheit verdankt ihren Erfolg allerdings nicht nur „linken“ Sprachpolizisten. Vielmehr möchte sie die Leere füllen, die durch den Zerfall traditioneller Werte entstanden ist, meint Brendan O’Neill.


In meinem Lieblingsbeispiel für politische Korrektheit spielt die amerikanische Marine die Hauptrolle. Im Oktober 2001, kurz nachdem die USA in Afghanistan einmarschiert waren, bereitete Marine-Personal einige Raketen zum Abschuss auf Al-Qaida und die Taliban vor. Einer der Marinesoldaten verlieh seiner Wut über die Anschläge am 11.September Ausdruck, indem er einige Worte auf die Rakete schrieb. In Anspielung auf die Flugzeugentführung notierte er also folgende Botschaft auf seiner Rakete: „Entführt das, ihr Schwuchteln“.

Er hatte wohl kaum erwartet, dass er beim Militär, das gerade recht viel zu tun hatte, eine gewaltige Kontroverse auslösen würde. Als die höheren Ränge der Marine von der Sache Wind bekamen, reagierten sie empört. Sie betonten ihre „offizielle Missbilligung“ der homophoben Botschaft. Mitglieder der Marine wurden angehalten, ihre „spontanen Darbietungen der Schreibkunst sorgfältiger zu überdenken“. Es wurden inoffizielle Richtlinien zur Regulierung der Beschriftung von Geschossen nach dem 11. September herausgegeben. Botschaften wie „Ich liebe New York“ waren erlaubt, Wörter wie „Schwuchtel“ jedoch nicht.
Sicherlich greift der Artikel in mancher Hinsicht etwas kurz — was bei der Komplexität des Themas auch nicht anders zu erwarten ist. Aber eine griffige Argumentationshilfe gegenüber dem Otto-Normal-Gläubigen der PC-Kirche bietet er allemal! Am wichtigsten ist der Appell im letzten Absatz:
... es bringt nichts, sich als Opfer einer scheinbar allmächtigen „PC-Polizei“ zu stilisieren. Nein, wenn Sie das Gefühl haben, als Häretiker behandelt zu werden, weil Sie in unserer politisch korrekten Welt die „falschen Sachen“ sagen, dann sollten sie anfangen, sich wie ein anständiger Häretiker zu benehmen: Vertrauen Sie auf Ihre Überzeugungen. Sagen Sie, was sie denken, ungeachtet der Konsequenzen.
Was LePenseur auf seinem Blog seit Jahr und Tag genau so befolgt. Und je mehr sich zu dieser Vorangsweise entschließen,  umso mehr geraten die PC-Jünger ins Hintertreffen:

Écrasez l'Infâme!

Voltaire wäre stolz auf uns ...


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P.S.: in diesem Zusammenhang auch ganz nett zu lesen ist dieser Artikel von Matthias Heitmann, der vor einiger Zeit auf CiceroOnline erschienen ist.


Blogger's Delight ...

Gestern in meiner Spam-Box als Kommentar zu einem Uralt-Artikel aus dem Jahre 2011 (wiewohl dieser an Aktualität nichts eingebüßt hat) gefunden:
Hello! I know this is kinda off topic nevertheless I'd figured I'd ask.
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article or vice-versa? My site goes over a lot of the same topics as yours and I feel we could greatly benefit from each other.

If you might be interested feel free to send me an email.
I look forward to hearing from you! Wonderful blog by the way!



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Rather off-topic, indeed, für diesen LePenseur-Blog. Dessen ungeachtet: ich habe ihn freigeschaltet. »Wonderful blog by the way!« — das geht ja wirklich runter wie Butter ...