... twittert ein "Rapid-Pfarrer". Schön. Und ich wüßte hingegen bereits, wer ihm dabei nicht zuhören würde. LePenseur.
Dienstag, 31. Mai 2016
Sonntag, 29. Mai 2016
Interpretationssache
Nein, nicht die Auswertung der Wahlkartenstimmen bei den letzten Wahlen ist gemeint. Sondern Musik. Klassische Musik, natürlich!
Ausgangspunkt ist ein mir jüngst ins Ohr gekrochener Wurm namens »Beethoven, Rondo in G-Dur, op. 51 Nr. 2«, auf den ganz en passant in meinem Gedenkartikel für Wilhelm Kempff verlinkt wurde, und der mir seither nicht aus dem Ohr und/oder Hirn geht ...
Es ist ein charmantes, frühes Werk von Beethoven, 1797 komponiert, als die großen Werke noch meist in seiner Zukunft verborgen lagen (nun ja, einiges von Weltgeltung und Ewigkeitsrang hatte er da doch schon veröffentlicht, aber die majestätischen Gipfel seines Genies waren unstreitig noch unerstiegen). Und doch (der »Pianist LePenseur« weiß es mit selbstironischem Augenzwinkern zu bestätigen!) ist dieses scheinbare Nebenwerk in Beethovens Oeuvre höchst diffizil zu spielen und nur mit einem gerüttelt Maß an Können und nachschaffender Einfühlung befriedigend zu interpretieren. Beethoven hat dieses Rondo ja mal ziemlich leichtgewichtig und frei hingetupft, mal mit kräftigem Pinselstrich virtuos ausgemalt, sodaß es überaus schwierig ist, hier immer den richtigen Ton zu treffen (bei den schnellen Läufen, wenigstens für »Pianisten« wie mich, auch bereits im wörtlichen Sinne ...).
Doch beginnen wir jetzt einfach mit einem Weltklasse-Pianisten wie Swjatoslaw Richter (dessen Youtube-Video dankenswerterweise das Notenbild zeigt, und so die Schwierigkeit des kurzen Stücks augenfällig demonstriert):
Eine ohne jeden Zweifel beeindruckende Interpretation; kühn und völlig frei in der Gestaltung dahinschweifend, wenn auch mit einigen minimalen (wie Euripides »auf Knien zu tandelnden«!) Unschärfen, die den vollendeten Genuß ein wenig trüben, z.B. die wohl unbeabsichtigte Temposchwankung gleich in Takt 2, und die etwas gehackt genommenen Staccati in Takt 3 (und, gemildert, auch später im Stück), und noch manch anderes. Vergleichen wir die — quasi »romantische« — Interpretation mit der eines japanischen Meisterpianisten, Mitsuru Nagai (*1934), der aus demselben Werk keinen Vorgriff auf die kommende Romantik, sondern quasi einen etwas rebellisch geratenen, späten Haydn gestaltet, dann weiß man um den Ambitus an (in beiden Fällen durchaus »werktreuer«) Interpretationsmöglichkeit:
Ganz anders wieder die fast meditiv zu nennende (und auch mit 11 Minuten die mit Abstand längste!) Interpretation des chilenischen Altmeisters Claudio Arrau, die neben ihrem meditativen Charakter auch durch geradezu gemeißelte Klarheit besticht:
Von einem anderen, ebenfalls insbes. als Beethoven-Spezialist geltenden Pianisten, Hugo Steurer, gibt es von diesem Rondo ebenfalls eine bemerkenswerte Aufnahme (die einem natürlich nach Arrau fast ein wenig »gehudelt« vorkommt; aber das täuscht, denn Steurer braucht auf die Sekunde gleich lang wie Kempff, nämlich 8:53 min.):
Und hier sind wir wieder bei Wilhelm Kempff gelandet, der das Stück gleich mehrmals (z.B. hier) aufgenommen hat, und dessen Live-Videoaufnahme für den Kanadischen Rundfunk mir trotz einiger minimaler Flüchtigkeiten davon trotzdem in ihrer beschwingten Leichtigkeit am besten gefällt:
Ist das nun die »richtige« Interpretation? Gibt es überhaupt eine, außer die, die wir uns je zwischen unseren Ohren in unseren Hirnen konstruieren? Ich lasse die Frage offen, muß sie offen lassen, da sie mir wenigstens nach Anhören der folgenden, und einfach »Vollendung atmenden« Aufnahme von Alfred Brendel schlicht unbeantwortbar erscheint:
Und bevor es mir geht wie der Gräfin Madeleine in »Capriccio«, und ich einen Schluß suche, der nicht trivial ist, trete ich jetzt auf als Haushofmeister und verkünde: »Frau Gräfin, das Souper ist serviert«.
Ganz anders wieder die fast meditiv zu nennende (und auch mit 11 Minuten die mit Abstand längste!) Interpretation des chilenischen Altmeisters Claudio Arrau, die neben ihrem meditativen Charakter auch durch geradezu gemeißelte Klarheit besticht:
Von einem anderen, ebenfalls insbes. als Beethoven-Spezialist geltenden Pianisten, Hugo Steurer, gibt es von diesem Rondo ebenfalls eine bemerkenswerte Aufnahme (die einem natürlich nach Arrau fast ein wenig »gehudelt« vorkommt; aber das täuscht, denn Steurer braucht auf die Sekunde gleich lang wie Kempff, nämlich 8:53 min.):
Und hier sind wir wieder bei Wilhelm Kempff gelandet, der das Stück gleich mehrmals (z.B. hier) aufgenommen hat, und dessen Live-Videoaufnahme für den Kanadischen Rundfunk mir trotz einiger minimaler Flüchtigkeiten davon trotzdem in ihrer beschwingten Leichtigkeit am besten gefällt:
Ist das nun die »richtige« Interpretation? Gibt es überhaupt eine, außer die, die wir uns je zwischen unseren Ohren in unseren Hirnen konstruieren? Ich lasse die Frage offen, muß sie offen lassen, da sie mir wenigstens nach Anhören der folgenden, und einfach »Vollendung atmenden« Aufnahme von Alfred Brendel schlicht unbeantwortbar erscheint:
Und bevor es mir geht wie der Gräfin Madeleine in »Capriccio«, und ich einen Schluß suche, der nicht trivial ist, trete ich jetzt auf als Haushofmeister und verkünde: »Frau Gräfin, das Souper ist serviert«.
Samstag, 28. Mai 2016
I Vote Against You
Pat Condell in gewohnter Qualität! Nur einen kleinen lapsus habe ich an seiner eloquenten Streitrede zu bemängeln: er verwechselt democracy mit freedom (oder liberty), obwohl er genau letztere meint. »Demokratisch« kann auch eine Mehrheit von durch Wahlgeschenke bestochenen Sozen jede Freiheit zur Farce machen! Was Condell eigentlich will ist nicht democracy, sondern das, was man auf englisch rule of law nennt*). Also so ziemlich das exakte Gegenteil des bevormundenden, rechtspositivistisch immer bevormundenderen Maßnahmenstaates, den uns die Sozen und andere Etatisten seit Jahrzehnten als Mühlstein um, und als Knebel in unseren Hals verpassen.
*) man lese darüber z.B. F.A. v. Hayek, Die Verfassung der Freiheit.
Können die Blauen eigentlich Wirtschaft?
... fragt sich DiePresse, näherhin Christian Ortner als ihr Kolumnist. Kurze Gegenfrage: können's die Roten? Oder die Schwarzen? Oder die Grü... okay, okay, hören wir auf, bevor es endgültig lächerlich wird ...
Anton Reicha
... (bisweilen auch Antonín Rejcha geschrieben) kommt langsam wieder ein wenig in Mode. Und das völlig zu recht, denn seine Musik ist nicht bloß eingängig, sondern beeindruckt zugleich teilweise durch eine Kühnheit und Originalität, wie sie bei seinen im nachklassischen Brackwasser dahindümpelnden Zeitgenossen eher selten gefunden werden!
Man nehme nur seine Symphonie Nr. 3 in F-dur aus dem Jahre 1808 (zur Einordnung: zeitgleich komponierte auch Beethoven, ebenso in F-Dur, seine Symphonie Nr. 6, die »Pastorale«):
Man nehme nur seine Symphonie Nr. 3 in F-dur aus dem Jahre 1808 (zur Einordnung: zeitgleich komponierte auch Beethoven, ebenso in F-Dur, seine Symphonie Nr. 6, die »Pastorale«):
Besonders hervorragend sind seine (oft für höchst originelle Ensembles geschriebenen) Kammermusik- Werke, wie z.B. auch sein Oktett in Es-Dur, op. 96:
Originell auch seine 12 Trios für 2 Hörner und Fagott (hier verbindet sich für LePenseur die Romantik des Waldhorns mit dem trockenen Sarkasmus des Fagotts zu einer bestechenden Mixtur – und spiegelt solcherart wohl die beiden Seelen in der Brust des Blogautors ...):
Originell auch seine 12 Trios für 2 Hörner und Fagott (hier verbindet sich für LePenseur die Romantik des Waldhorns mit dem trockenen Sarkasmus des Fagotts zu einer bestechenden Mixtur – und spiegelt solcherart wohl die beiden Seelen in der Brust des Blogautors ...):
Doch kehren wir zu seinem bemerkenswerten symphonischen Schaffen zurück mit seiner Symphonie in f-moll:
... zu welche sich auf Youtube die folgende interessante biographisch-musikhistorische Notiz findet:
... zu welche sich auf Youtube die folgende interessante biographisch-musikhistorische Notiz findet:
Antonin Reicha was a Bohemian-born, later naturalized French composer of music very much in the German style. A contemporary and lifelong friend of Beethoven, he is now best remembered for his substantial early contributions to the wind quintet literature and his role as teacher of pupils including Franz Liszt and Hector Berlioz. He was also an accomplished theorist, and wrote several treatises on various aspects of composition. Some of his theoretical work dealt with experimental methods of composition, which he applied in a variety of works such as fugues and études for piano and string quartet. None of the advanced ideas he advocated in the most radical of his music and writings (not used in the 25 great wind quintets), including polyrhythm, polytonality and microtonal music, were accepted or employed by nineteenth-century composers. Due to Reicha's unwillingness to have his music published (like Michael Haydn before him), he fell into obscurity soon after his death and his life and work have yet to be intensively studied.Manches (nicht alles!), was Sie über Reicha immer wissen wollten und sich nicht zu fragen getrauten, findet sich auf Wikipedia. Heute vor 180 Jahren ist er in Paris verstorben ...
Freitag, 27. Mai 2016
Donnerstag, 26. Mai 2016
Verba docent, exempla trahunt!
Anhebender 23. Mai 2016Klonovsky vom Feinsten!
Leser *** versüßt mir meinen traditionell ungesüßten Morgenkaffee mit dem Hinweis, dass der bedeutende Spiegel online-Faschismusdetektor und Willkommensspießer G. Diez auf Facebook inseriert ...
(Hier weiterlesen)
«Das Erfolgsmodell Österreich ist barocke Fassade, hinter der die Balken morsch sind.»
Wie gewohnt ein kluger Kommentar von Rahim Taghizadegan zur derzeitigen Situation Österreichs:
Mit der Präsidentschaftswahl schrammte die österreichische Nachkriegsordnung nicht an ihrem Ende vorbei, sondern weil diese Ordnung auf der Kippe steht, war die Wahl so knapp. Österreich erscheint dieser Tage wieder einmal als die kleine Welt, in der die grosse ihre Probe hält. Die dominanten Deutungen sehen Abstiegsängste in einem der wohlhabendsten Länder als Nährboden eines demokratiebedrohenden Extremismus – und führen in die Irre.
Leseempfehlung!
Die Fleißkärtchen, die es dafür gibt sind mit dem Blut der verfolgten Christen gedruckt.
Starker Satz eines Bloggers zu den Auslassungen des ZdK-Laienfunktionärspräsidenten Sternberg in einem lesenswerten Artikel:
Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr. Wie die „Welt“ berichtete, lehnt das „ZdK“ eine getrennte Unterbringung von Christen und Muslimen in Flüchtlingsheimen ab. Der Präsident der Laienfunktionäre, Thomas Sternberg, warnte im Gespräch mit der Zeitung vor einem „verheerenden Signal“. Er vertrat die Ansicht, wenn man Flüchtlinge „nach Religion getrennt unterbrächte, würde man dem Eindruck Vorschub leisten, wir seien nicht fähig zur friedlichen Koexistenz“.Nach einem ersten Moment der Sprachlosigkeit ob solcher mitbrüderlicher Kaltschnäuzigkeit des Vorsitzenden des von der DBK anerkannten Laienorganisation in Deutschland, war die Wut zu bekämpfen. Er möge sich doch, ist man zu raten versucht, ein Kreuz um den Hals hängen und mal für ein paar Tage in eine solche Einrichtung ziehen.
Der Artikel schließt mit der Feststellung: Es fällt schwer, den Ekel, der einen dabei befällt in Worte zu kleiden, die nicht justiziabel sind. Das freilich ist ein Zustand, den man bei medialen Verlautbarung der "veröffentlichten Meinung" heute fast ständig hat: so circa Stärke 9-10 auf der nach oben offenen Liebermann-Skala ...
Mittwoch, 25. Mai 2016
Zeitlose Wahrheiten ...
... aktuell wie nie.
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P.S.: Poster "kennerderlage" hinterließ einen interessanten Link, der m.E. nicht einfach im Orkus eines Kommentarthreads verschwinden sollte. Vielleicht liest ihn ja doch einer, der damit was anfangen kann.
Das unerträgliche, süffisante linke Grinsen
einer Glawischnig widme ich all jenen ÖVPlern und Kirchgängern die wider besseres Wissen VdB gewählt haben.
Schrieb ein Kommentarposter bei Unterberger. LePenseur schließt sich dieser Widmung gerne an, und schreibt sie noch einer Reihe anderer, die glaubten, einen Hofer à tout prix verhindern zu müssen, ins Stammbuch. Besonders ins Stammbüchlein jener situationselastisch reagierenden Kirchenamöben in purpur und violett. Und natürlich ganz besonders jenen Klosterschwestern, die den Befürworter der Abtreibung auf Krankenschein wählen zu müssen meinten (wie Glawischnig zu berichten wußte) ...
Wohl bekomm's, Messieurs-dames! Besonders auch den letzteren, welchen LePenseur gerne auch noch einen Kommentar von Kollegin Nattl auf Ortner-Online zur gefl. Kenntnis bringt:
Statement einer Frau zum weiblichen Verhalten? Bittesehr:Also, liebe Frauen und Sissy-Luschen: nicht aufregen, wenn's so kommt, wie ihr doch offenbar wolltet. Lean back and enjoy ...
Viele Frauen entscheiden nicht mit Hirn sondern mit Herz oder nach Gefühl. Vielen Frauen ist leider auch nicht das logische Denken in den Schoß gelegt, sie sind „aus“gebildet, aber nicht „ge“bildet.
Warum uns die halbe Islamische Welt gerade über den Tisch wirft und von hinten in den Arsch fickt, ist zu großen Teilen der Tatsache geschuldet, dass die Frauen in den letzten 40 Jahren der westlichen Politik eine weibliche Note verliehen haben. Nur… ein verweiblichter Westen ist in einer Welt der Machos und Patriarchen nur eines: die Gefickte.
Ausnahmefrauen wie Maggie Thatcher oder Ayn Rand sind leider nur Ausnahmen.
Das ging ja flott!
Van der Bellen: Kein Regierungsbildungs-Auftrag für FPÖ
Alexander van der Bellen sieht es nicht "im Interesse Österreichs, sich von der Union abzunabeln." / Bild: APA/AFP/JOE KLAMARDer designierte Bundespräsident kritisiert im Interview mit den ARD- Tagesthemen den "EU-feindlichen" Kurs der FPÖ gibt Kanzler Kern einen Vertrauensvorschuss.(DiePresse.com)Einen Tag nach seinem Wahlsieg hat der künftige Bundespräsident Alexander Van der Bellen internationale Medientermine absolviert. Gegenüber der ARD hat er sein Nein zu einem Bundeskanzler Heinz-Christian Strache bekräftigt. Er werde der FPÖ nicht den Auftrag zur Regierungsbildung geben, sagte Van der Bellen in einem Interview mit den ARD-Tagesthemen, das im Voraus auf deren Internetseite veröffentlicht wurde.
So schnell die Maske fallen zu lassen, Herr Professor, war zumindest taktisch unklug! Einen Tag nach der beschworenen Versöhnlichkeit und Gesprächsbereitschaft den Knüppel rauszuholen und gegen die FPÖ zu hetzen (deren Kandidat immerhin fast gleichviel, und ohne die dringend zu vermutenden Wahlfälschungen von linker Seite vielleicht sogar mehr Stimmen erhalten hat), das wird beim Wähler nicht eben gut ankommen.
Sollte eine Wahlanfechtung nicht stattfinden oder sich die Fälschungen nicht erweisen lassen (was dann vielleicht auch am mangelnden Eifer der Justiz gelegen sein könnte ...), mag Van der Bellen legal als Bundespräsident amtieren. Ob auch legitim, das darf hingegen seit seinen gestrigen Auslassungen, noch dazu gegenüber Auslandsmedien, bezweifelt werden. Doch er kann versichert sein: es wird in der Realpolitik Mittel und Wege geben, bspw. nach einem Brexit, einem Zerbrechen der Euro-Zone oder einem weiteren Jahr ungezügelt einflutender Invasorenbanden aus Afrika, dem Kaukasus und Nahost, seine jetzigen markigen Worte zu Makulatur zu machen, und ihn auf jenes staatsnotarielle Amtsverständnis zu reduzieren, das ihn nicht als folgsamer Satrap Brüssels (und der Bilderberger) gegen die Interessen Österreichs agieren läßt.
Auch wenn seine Physiognomie Assoziationen an einen alten Tiger erwecken mag, möge er bedenken, daß viele ungestüm losspringende Tiger danach als Bettvorleger geendet haben. Was sich angesichts der bei ihm jetzt bereits deutlich erkennbaren Alterdefizienzen (wohlgemerkt, um keine Mißdeutungen aufkommen zu lassen!) ganz ohne Kugel oder sonstige Gewaltanwendung bewerkstelligen lassen wird.
Schon Klestil (und der war immerhin mit einem gewaltigen Vorsprung, nämlich fast doppelt so viel Stimmen wie sämtliche Gegenkandidaten zusammengenommen, gewählt worden) hat sich an dieser Kraftmeierei blamabel überhoben. Und dem grünen Professore wird's dabei nicht anders gehen. Wetten wir...?
Dienstag, 24. Mai 2016
Wenn mediale Drehbuchschreiber
Schreibt Marco Gallina auf seinem lesenwerten Blog.... nunmehr ihre Skripte nicht nur für Filme, sondern fortan auch für Wahlen anbieten – einhergehend mit Finale und überraschendem Sieg des vermeintlich Guten – so ist es wohl ein Grund mehr, dem Kino fernzubleiben; das tosende Hornsignal der Quantitätsmedien mit ihrer Erzählung vom Kampf gegen den Fenriswolf erscheint eher als laienhaft-pathetisch und stellt den schlechtesten Sandalenfilm in den Schatten.
»New Deal? Ein Ende von laissez faire und Selbstbetrug«
… betitelt sich ein ausgezeichneter Artikel von Martina Salomon im »Kurier« (Martina Salomon, die einst »DiePresse« zierte, ist jetzt im »Kurier« einfach einsame Spitze! Und, leider, »einsame« …):
Wenn wir schon gerade dank des neuen Kanzlers so viel über Neuaufbruch reden: Der ist in noch viel, viel mehr Bereichen nötig, als in den schönen Reden der vergangenen Tage angeklungen.
Schleichend haben wir uns an eine Art der "Gemütlichkeit" gewöhnt, die mittlerweile ganz schön ungemütlich geworden ist: Schulabsolventen, die halbe Analphabeten sind (ein Drittel kann nicht sinnerfassend lesen); explodierende Zahlen bei den Mindest-sicherungsempfängern; beinahe täglich Meldungen über Bandenkriege mitten in Wien; ein gewalttätiger, illegal hier lebender Psychopath, den man gewähren ließ, bis er eine Frau erschlug. Und während die Justiz seit knapp zehn Jahren akribisch (und bisher vergeblich) mit der Aufarbeitung blauer Wirtschaftsskandale beschäftigt ist, schaut sie milde über dubiose aktuelle Fälle hinweg, vor allem im Bausektor. Stichwort Semmelweisklinik: Ein Teil des wertvollen Areals in Wien-Währing wurde viel zu billig an einen gewerkschaftsnahen Bauträger verkauft. Ist hier alles mit rechten Dingen zugegangen?
(Hier weiterlesen)
Dem salomonischen Befund ist weitgehend zuzustimmen. In einigen Details unterscheidet sich LePenseurs Ansicht von der Martina Salomons — aber so ist halt das Leben.
Von angeblich noch zu »absurd lahmen Gesetzen bei Drogendelikten« hält der Libertäre LePenseur bspw. wenig bis nichts: Schutz von Minderjährigen, na gut, okay … aber wenn Erwachsene fixend und koksend den Darwin Award anpeilen — deren Problem, nicht meines! Ich bitte mir nur aus, derlei Idioten im Rinnstein liegenzulassen (und ggf. wegen Stadtstreicherei — denn dieses Delikt wieder einzuführen wäre wirklich ein Gebot unserer Tage! — in ein ebenso wieder einzuführendes »Arbeits- haus« zu verbringen), und nicht auf Steuerkosten zu »therapieren« und durch »Substitutions-therapien« einen Parallel-Drogenhandel mit Substitutionsdrogen zu begünstigen (wer jemals die Karlsplatzpassage oder Stationen der U6 betreten hat, wurde sicher schon mit der Frage »Brauchst’ a Substi?« konfrontiert, mit der v.a. offensichtlich süchtige Burschen sich die Moneten für was »Echtes« verschaffen wollen. Leidlich hübschen Mädels steht ja noch der Weg in die Beschaffungsprostitution offen ...).
Aber sonst und überhaupt: Leseempfehlung! Wo bei Kurier-Artikeln »Salomon« draufsteht, pflegt auch ein gerüttelt Maß an Weisheit drin zu sein!
Über den verzweifelten Versuch, den Elefanten zu übersehen
... könnte man in der Berichterstattung unserer Medien jederzeit blogfüllend etwas schreiben, selten jedoch wurde dieser Versuch so eklatant verzweifelt unternommen wie heute in der Presse:
Hier die fünf Thesen in Kurzform:Das blaue Wiener Waterloo
Walkampf-Abschluss des FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer am Viktor Adler Markt am vergangenen Freitag. / Bild: REUTERSMit 63,32 Prozent ist die Bundeshauptstadt nun Van-der Bellen-Land und hat wesentlich zu seinem Sieg beigetragen. Die FPÖ scheiterte hier mit nur 36,68 Prozent.Von Ulrike Weiser und Mirjam Marits (DiePresse.com)
Wien. Eine grüne Karte mit einem einsamen blauen Tupfen. „Ich hätte mir schon erwartet, dass Hofer in mehreren Bezirken vorne liegen würde“, sagt der Bezirksvorsteher von Simmering, Paul Stadler. Der einzig blau regierte Bezirk ist auch der einzige, in dem Norbert Hofer reüssieren konnte. Im ersten Wahlgang hatte Alexander Van der Bellen in Wien nur knapp gesiegt, die FPÖ konnte fünf (große) Bezirke gewinnen.
Seit Sonntag ist Wien nun eindeutig Van-der-Bellen-Land, die FPÖ hat eine krachende Niederlage erlitten. Warum? Fünf Thesen:
(Hier weiterlesen)
1. Protest war gestern: Werner Faymann ist weg, Christian Kern da.
2. Progressive Großstadt: Wer „städtisch“ sagt, meint oft: gesellschaftspolitisch liberal.
3. Rote Schützenhilfe. Die Wiener SPÖ-Stimmen waren das größte Reservoir für Van der Bellen.
4. Bürger-PR: In Wien sei eine „Grassrootsbewegung“ gelungen (so die GrünInnen)
5. Eigentor Elite-Bashing. Nun ist in Städten der Akademikeranteil generell höher.
Aha. Nur auf die sechste These ... tja, auf die hat DiePresse leider "vergessen". Darf man daran erinnern? Man darf:
... schrieb das besonderer FPÖ-Nähe denkmöglich unverdächtige ISA-SORA-Institut in seiner Analyse der Wiener Landtags- und Gemeinderatswahl im Herbst 2015. Diese Faktenlage wird sich im letzten halben Jahr nicht wesentlich geändert haben.Punktuelle Unterschiede zeigten sich im Wahlverhalten nach dem Migrationshintergrund (hier definiert als: Befragter oder zumindest ein Elternteil ist im Ausland geboren). Während Befragte mit Migrations-hintergrund überdurchschnittlich oft die SPÖ und die Grünen wählten, stimmten Personen ohne Migrationshintergrund stärker für die FPÖ.
Mit einem Wort: in Wien mit einem Wähleranteil an früheren Ausländern > 20% ist die Überfremdung Österreichs bereits wahlentscheidend und (vermutlich) irreversibel.
Viel Spaß, liebe BoBos in der von euch so geliebten MultiKulti-Stadt Wien! Wenn einmal der Muezzin ruft und die Sittenwächter zuschlagen, weil die Freundin ein zu knappes T-Shirt trägt, werdet ihr euch dezent bimmelnde Kirchenglocken und raunzende, dafür aber nicht schlägernde und messerstechende Österreicher zurückwünschen ...
Montag, 23. Mai 2016
Heute vor 25 Jahren
... verstarb in Positano (wo er seit 1968 gelebt hatte) einer der wohl größten Pianisten des 20. Jahrhunderts: Wilhelm Kempff. Als Interpret von Beethoven und Schubert kannte (und kennt) man ihn selbstverständlich. Aber Goldbergvariationen ...? Aber ja, und wie! Die Bilder des Videos sind ... ähm ... gewöhnungsbedürftig ...
Doch kehren wir zu für Kempff üblicheren musikalischen Gefilden zurück! Zu der in ihrer Leichtigkeit und klassischen Zurückhaltung herausragenden Interpretation von Beethovens sogen. Frühlingssonate op. 24 (mit Wolfgang Schneiderhan):
Auch eine meiner Lieblings-Sonaten von Beethoven, die Nr. 18 in Es-Dur, op. 31 Nr. 3, wird von ihm mit seiner charakteristischen Noblesse und Zurückhaltung gespielt:
Sicherlich: ein Friedrich Gulda hat diese Sonate schneller gespielt, virtuoser hingedonnert ... aber auch schöner?
War Kempff auch zeitlebens v.a. als Beethoven-Spezialist angesehen und begehrt, so sind es doch v.a. seine Schubert-Interpretationen, die LePenseurs Herz gewannen, wie z.B. diese hier:
Oder die hier, wohl weit weniger bekannt als die vorige, aber deshalb nicht weniger schön in Kempffs Meisterinterpretation:
Seitdem LePenseur diese Platte (jawohl, noch Vinyl ...) eines verregneten Sommers (eines britischen Sommers ...'nough said ...) in die Hände kam, liebt er Schubert in der Wiedergabe durch Kempff (anders als Heidegger, der ihm damals ebenfalls in die Hände geriet) ...
Doch zurück zu jenem Komponisten, mit dem man Wilhelm Kampffs Namen bis heute am meisten verbindet: Beethoven. Eine der wenigen Videoaufnahmen zeigt ihn mit Szeryng und Hölscher bei der Probe des Trios op. 1 Nr. 3:
(Hier noch Teil 2 und Teil 3 dieser raren Filmaufnahme gleich dreier großer Meister ihrer Instrumente)
Eine Videoaufnahme mit Beethovens Mondschein-Sonate, von einem erkennbar hochbetagten Wilhelm Kempff gespielt:
Um einiges früher entstand diese kurze, leicht hingetupfte, elegante Filmaufnahme von Beethovens Rondo in G-Dur, op. 51, Nr. 2 für den kanadischen Rundfunk.
Aber zum Abschied noch ein Ausflug Kempffs in für ihn weniger typisches Terrain, nämlich zu Chopin. Und man kann wahrlich nicht sagen, daß er bei diesem Ausritt weniger sattelfest wäre:
Auch eine meiner Lieblings-Sonaten von Beethoven, die Nr. 18 in Es-Dur, op. 31 Nr. 3, wird von ihm mit seiner charakteristischen Noblesse und Zurückhaltung gespielt:
Sicherlich: ein Friedrich Gulda hat diese Sonate schneller gespielt, virtuoser hingedonnert ... aber auch schöner?
War Kempff auch zeitlebens v.a. als Beethoven-Spezialist angesehen und begehrt, so sind es doch v.a. seine Schubert-Interpretationen, die LePenseurs Herz gewannen, wie z.B. diese hier:
Oder die hier, wohl weit weniger bekannt als die vorige, aber deshalb nicht weniger schön in Kempffs Meisterinterpretation:
Seitdem LePenseur diese Platte (jawohl, noch Vinyl ...) eines verregneten Sommers (eines britischen Sommers ...'nough said ...) in die Hände kam, liebt er Schubert in der Wiedergabe durch Kempff (anders als Heidegger, der ihm damals ebenfalls in die Hände geriet) ...
Doch zurück zu jenem Komponisten, mit dem man Wilhelm Kampffs Namen bis heute am meisten verbindet: Beethoven. Eine der wenigen Videoaufnahmen zeigt ihn mit Szeryng und Hölscher bei der Probe des Trios op. 1 Nr. 3:
(Hier noch Teil 2 und Teil 3 dieser raren Filmaufnahme gleich dreier großer Meister ihrer Instrumente)
Eine Videoaufnahme mit Beethovens Mondschein-Sonate, von einem erkennbar hochbetagten Wilhelm Kempff gespielt:
Um einiges früher entstand diese kurze, leicht hingetupfte, elegante Filmaufnahme von Beethovens Rondo in G-Dur, op. 51, Nr. 2 für den kanadischen Rundfunk.
Aber zum Abschied noch ein Ausflug Kempffs in für ihn weniger typisches Terrain, nämlich zu Chopin. Und man kann wahrlich nicht sagen, daß er bei diesem Ausritt weniger sattelfest wäre:
Daß er auch Komponist war (und wirklich gar kein schlechter!), ging in der regen Nachfrage nach seiner pianistischen Meisterschaft leider weitgehend unter (daß seine bekannteste Sonate, die Klaviersonate in g-moll, die Opuszahl 47 mit Beethovens berühmter Kreutzersonate und, übrigens, auch mit der obigen Ballade Nr. 3, teilt, macht ihre Auffindbarkeit bei Youtube auch nicht leichter) ...
Seine Bücher (Unter dem Zimbelstern. Jugenderinnerungen eines Pianisten und Was ich hörte, was ich sah: Reisebilder eines Pianisten) sind so flüssig geschrieben, wie sie amüsant und mit Belehrung zu lesen sind.
Ein ganz großer Künstler, der vor fünfundzwanzig Jahren hochbetagt aus dieser Welt geschieden ist ...
Ein knappe Mehrheit der Österreicher
... (sofern man dem verkündeten Ergebnis Glauben schenken soll) will offenbar eine Satrapie Brüssels sein. Will lieber nicht aufbegehren, weil das zu gefährlich, zu unbequem oder sonstwie nicht förderlich für die Karriere ist. Denkt sich: "Nach uns die Sintflut" oder "Meine Pension ist ja noch sicher" ...
Andreas Tögel hat es auf Ortner-Online heute früh schon recht treffend charakterisiert:
Van der Bellen steht als Kandidat – wie kein anderer – für das etablierte System. Er ist ein bedingungslos EU-gläubiger Zentralist, ein Mann der (nicht nur in Deutschland gescheiterten) Willkommenskultur, ein in der Wolle gefärbter Linker wie er im Buche steht. Alle – wirklich alle – relevanten Kräfte des Landes, die am Erhalt des maroden Status quo interessiert sind, haben sich im Laufe des Wahlkampfs auf seine Seite geschlagen. Eine derartige Koalition aus Gewerkschaftern, gegenwärtigen und ehe- maligen Parteigranden von Rot und Schwarz, Spitzenrepräsentanten der Kirchen-organisationen, Wirtschaftskämmerern, Funktionären der Industriellenvereinigung, Künstlern und Intellektuellen, hat Österreich niemals zuvor gesehen.
Die Diagnose ist zutreffend, wie gesagt. Nur Tögels Optimismus über die Zukunft kann ich nicht teilen:
Macht Van der Bellen das Rennen, bleibt dem Establishment der Trost, es noch einmal – vielleicht das letzte Mal – „geschafft“ zu haben und seinen Kurs weiterhin unbeirrt fortsetzen zu können. Zwei Jahre bleiben bis zur nächsten Wahl auf Bundesebene. Bis dahin wird auf der europäischen Bühne mit Sicherheit einiges passieren, was zu einer weiteren Stärkung der „Rechtspopulisten“ führen wird. Dann wird sich zeigen, ob der Grüne in der Hofburg es tatsächlich schafft, eine Dreierkoalition von Wahlverlierern (SPÖ und ÖVP werden dann eine der beiden anderen Linksparteien benötigen, um eine absolute Mehrheit im Nationalrat zustande zu bringen) zu installieren – die dann möglicherweise als Wegbereiter einer absoluten Mehrheit der „Rechtspopulisten“ bei der nächsten Bundeswahl fungiert.
Van der Bellen wird ganz selbstverständlich und mit tiefster innerer Begeisterung eine Afghanistan-Koalition auch nur mit einer einzigen Stimme Mehrheit im Nationalrat angeloben, und wenn sich das immer noch nicht ausgehen sollte, mit den pinken Sockenpuppen des Herrn Haselsteiner dazu. Alles ist recht, was nicht "rechts" ist (und daher u.U. gefährlich für das Weiterschmarotzen und Umvolken).
Andererseits: ein Wahlsieg mit einem derartig geringen Vorsprung auf den Gegner könnte man einem Hofer nicht wirklich gewünscht haben. Insoferne also: wünschen wir diesem Van der Bellen viel Spaß, von beinahe der Hälfte der Wähler (oder, wenn wir von der plausiblen Annahme ausgehen, daß diesem Wahlsieg in den rot dominierten Städten entscheidend "nachgeholfen" wurde: von mehr als der Hälfte der Wähler) nicht hinreichend geschätzt zu werden, als daß sie ihm das Präsidentenamt zugetraut hätten.
Lassen wir den nun angeblich mit knapper Mehrheit Gewählten unser Mißtrauen und unsere Verachtung fühlen: nein, nicht unseren Haß ... das ist einerseits kontraproduktiv, und außerdem reicht es gegenüber solchen Figuren dazu einfach nicht. Verachtung gegenüber einem Opportunisten und linken Gutmenschen ist völlig ausreichend.
Als ich vor einigen Jahren gefragt wurde, ob ich aus Heinz Fischers Händen eine Auszeichnung entgegennehmen würde, winkte ich dankend ab und erklärte sinngemäß: eine Auszeichnung sei nur dann eine, wenn man sich dadurch auch ausgezeichnet fühle. Und bei einem Fischer käme ich mir bestenfalls "gezeichnet" vor. Zum Glück werde ich nicht in die Verlegenheit kommen, dies einem Kabinettskanzlei-Lakaien des jetzt angeblich gewählten Herrn Van der Bellen erklären zu müssen ...
Österreich war (entgegen dem bekannten Zitat) diesmal keine kleine Welt, in der die große ihre Probe hält, sondern einfach feig. In der Hoffnung, von Brüssel weiter gemocht zu werden, und "Flüchtlinge" weiter nach Merkelstan durchschicken zu können. Und mit Lippizanern, Schnitzel, Sachertorte, Pepi Strauß und Sozialpartnerschaft ein lebenswertes Fleckerl Erde zu bleiben, auf dem man mit ein bisserl Einschleimen beim DITIB-Imam noch weiterhin (unauffällig, versteht sich!) zum Heurigen gehen darf, ohne von "Sittenwächtern" krankenhausreif geprügelt zu werden.
Ich bin nun einiges jünger als der nunmehr angeblich Gewählte, und habe daher (rein statistisch) gute Chancen, das Ende seiner Amtszeit zu erleben. Zwölf Jahre (und das wäre das Maximum, das unsere Verfassung hergibt) sind für jedes Land überlebbar. Das hat seinerzeit sogar Deutschland geschafft. Sogar unter Bomben und Granaten. Wir werden diesen Van der Bellen daher wohl ebenso überleben. Auch ohne Bomben.
Und nochmals: Viel Spaß beim Amtieren, Herr Professor!
Beruhigend zu wissen ...
Was ist dran an der Wahlkartenverschwörung?
Die
FPÖ droht mit einer Anfechtung der Wahl. Eine Panne des
Innenministeriums befeuert Fälschungs-Gerüchte. Es gibt aber keinerlei
Hinweise auf zentrale Manipulation, eine dezentrale ist zumindest
denkbar. (DiePresse)
Na, Glück, das wir haben ... denken dürfen wir noch! Und daß Wahlmanipulationen nicht zentral (also in einem Schreibtisch des Ministeriums f. Staatssicherheit), sondern nur dezentral (im Fall des Sieges von Van der Bellen vermutlich gaaanz zufällig in Wien und einigen größeren Landeshaupt-städten ...) über die Bühne gehen, ist doch ein Beweis für einen wie geschmiert funktionierenden Föderalismus, nicht wahr ...?
In den Zeitungen orientieren sich die Journaillisten schnell auf das neue Machtgefüge um, und fallen bereits über die FPÖ her, weil diese es wagt, die Wahl als noch nicht entschieden anzusehen und Anfechtungen ankündigt. solche Spielverderber! Seltsam nur, daß der nun alles andere als FPÖ-nahe Präsident des Verfassungsgerichtshofes sich wie folgt äußerte:
Verfassungsgerichtshof-Präsident Gerhart Holzinger tritt dafür ein, dass alle Wahlkarten noch am Wahlabend ausgezählt werden. "Wir sollten hier künftig kein Vakuum zulassen", erklärte er am Montag. Man brauche rasche Wahlergebnisse: "Ohne Not 24 Stunden darauf zu warten, halte ich für demokratiepolitisch bedenklich.""Dass wir heute aufgrund der Briefwahlstimmen noch nicht wissen, wer Bundespräsident ist, ist keine gute Situation", so Holzinger. Die beiden Kandidaten gingen mit "dem Umstand und der Unsicherheit gut um", lobte er Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen. "Ich finde aber, künftig sollten die Briefwahlstimmen, auch wenn es ein großer Aufwand ist, sofort nach Wahlschluss ausgezählt werden, sodass noch in der Nacht das Endergebnis vorliegen kann." Die Wahlordnung sollte daher "zumindest in einem Punkt verbessert werden".
Es wird wohl nicht bloß die Neugier sein, die den VfGH-Präsidenten zu seiner Mahnung veranlaßt. sondern das "evidence-based" Ahnen bzw. Wissen darum, daß jede Verzögerung bei der Auszählung die Wahrscheinlichkeit von Manipulationen erhöht.
Q.E.D.
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