Dienstag, 5. November 2013

Interessante Vergleichszahlen

... über das weltweite Preisniveau finden sich hier. LePenseurs persönliches Problem bei der Sache: praktisch überall dort, wo er sich vorstellen könnte, auf Dauer zu leben, ist's teuer. Nicht unbedingt extrem teuer (davon gibt es genug Orte, an denen er nicht einmal begraben sein wollte!), aber doch überdurchschnittlich teuer.

Muß das denn so sein? Warum nicht ein idyllisches Fleckchen Erde, wo die Restaurants gut aber billig, die Temperatur ausgeglichen, die Niederschläge mäßig aber regelmäßig sind, die Erde nicht bebt, Tornados nicht wüten, und eine friedliche Bevölkerung nicht daran interessiert ist, »Ungläubige« zu jagen und/oder zu bekehren. Vielleicht noch ein Land, in dem die Wahlen nicht mehr als 25% Sozen ins Parlament spülen. Ein wenig Kultur wäre auch ganz nett, muß aber nicht unbedingt sein (denn gebildet samma selber ...). Gibt's sowas zu erschwinglichen Preisen?

Der heutige »Rechtsstaat« ist v.a. eines: brechreizerregend!

Eben wurden die Urteile im medial groß aufgemachten »Wiederbetätigungsprozeß um das rechtsextreme Netzwerk Objekt 21 in Wels« gesprochen. Der Hauptangeklagte faßte dabei sechs Jahre aus. Nun, wofür eigentlich? Hat er jahrelang ein 13-jähriges Mädchen mißbraucht? Hat er fünf Jahre lang Steuern im Ausmaß von 116,3 Mio. Euro hinterzogen? Hat er sich zu Lasten seiner Organisation rechtsgrundlos mit über 20 Mio. Euro bereichert? Oder hat er etwa versucht einen Taxifahrer zu ermorden?

Ach, weit gefehlt!

Der Schlussakt der Verhandlung um nationalsozialistische Wiederbetätigung hatte zuvor am Montag neue, einschlägige Materialien zutage befördert: So tauchten im Prozess um sieben Mitglieder des rechtsgerichteten Vereins Objekt 21 – Männer im Alter zwischen 23 und 33 Jahren – belastende Fotos oder etwa eine CD mit Rockmusik auf („Rechtsrock“), deren Bonustrack im Vereinslokal aufgenommen worden sein soll.

Am 24. Oktober, als der Prozess bereits begonnen hatte, habe ein Zeuge eine CD mit einem Hakenkreuz auf dem Cover bei der Polizei abgegeben, berichtete am Montag der Staatsanwalt. Titel des Albums: „Der Untergrund stirbt nie“. Der Interpret nennt sich „Reichstrunkenbold“ und ist in der rechten Szene mit Texten wie „Afrika den Affen“ bekannt. Der besagte Bonustrack der CD soll „live in der Waffenschmiede“ aufgenommen worden sein. Auf Fotos ist über einem Raum im „Objekt 21“-Lokal eben dieser Schriftzug, „Waffenschmiede“, zu sehen.

Auch der Verfassungsschutz legte nun weitere Fotos vor. Darauf ist einer der Angeklagten mit einer CD in der Hand und in einem T-Shirt zu sehen, auf dem steht: „Objekt 21 Haustechniker“. Der betreffende Beschuldigte wollte bisher immer nur am Rand mit dem Verein zu tun gehabt haben. Er habe lediglich die Computer aufgesetzt und sei nicht mit den darauf gespeicherten einschlägigen Musikdateien befasst gewesen, hat er bisher beteuert.
Er-schröck-lich! Aber natürlich aus der Logik unserer »Rechtsordnung« vollkommen zu verstehen: jahrelang eine Minderjährige zu poppen oder einem Taxler eine Glasscherbe an den Hals zu setzen oder seine Gläubiger um 20 Millionen zu schießen ist an Handlungsunwert einem Hakenkreuz auf einem Plattencover so circa gleichwertig. Und an Gefährlichkeit na sowieso selbstmurmelnd auch. Und damit sowas nimmer passiert:
Die Vorsitzende begründete die Strafen mit einer generalpräventiven Wirkung, die nach außen gehen solle. Milderungsgründe sah das Gericht kaum, Einsicht oder Umkehr seien "eher nicht" zu erwarten.
Der neugwählte Dritte Nationalratspräsident, Mag. Norbert Hofer (FPÖ), wird sich nach seinen jüngsten Äußerungen über diese Rechtslage:
Zwar ist für ihn keine Frage, dass es ein Verbot brauche, eine nationalsozialistische Partei zu gründen, jedoch: "Es gibt einen zweiten Bereich, der sich ein bisschen mit der Meinungsfreiheit spießt. Da muss man sich die Frage stellen: Wann ist unsere Demokratie so weit entwickelt, dass sie es aushält, wenn jemand etwas sehr Dummes sagt?" Gemeint sind jene Gesetzespassagen, die besagen, dass es strafbar ist, wenn NS-Verbrechen öffentlich geleugnet, verharmlost, oder gerechtfertigt werden.

Eine gesetzliche Regelung sei hier zwar "nicht schlimm", aber "ein bisschen ein Widerspruch zu einer liberalen Gesinnung", meinte der FP-Vize.

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... wird sich trotz seiner abwiegelnd-verklausiert-vorsichtigen Ausdrucksweise vermutlich warm anziehen können bei dem Sturm, den selbst seine zarten Andeutungen im Blätterwald der Gutmenschlichkeit entfachen werden.

Darf man diese Situation schlicht und einfach zum Kotzen finden? Oder fällt bereits dieser Brechreiz unter N.S.-Wiederbetätigung — und zwar auch dann, wenn man sämtliche Arten von Sozialismus, den nationalen ebenso wie den internationalen, genauso zum Kotzen findet?

Ganz wunderbar zu diesem Thema paßt auch der gestrige Artikel auf »Politplatschquatsch«, in dem dieser verdienstvolle Nachrichten- & Satireblog über die NSU-Schmiere berichtet:
Passend zum Jahrgedächtnis eines hier bei PPQ veröffentlichten waffentechnischen Gutachtens, nach dem zwei neben den Leichnamen von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt gefundene Patronenhülsen nur erklärlich sind, wenn ein dritter Anwesender mit der Winchester Pumpgun geschossen hat, diffundiert das Wissen aus der Flinten-Gebrauchsanweisung allmählich auch in die Expertenkreise, die in München seit Monaten versuchen, den Fall in Form einer Gerichtsshow öffentlich aufzuarbeiten.
(Hier weiterlesen)
Und man braucht nur das seinerzeitige Frohlocken unserer Systemmedien über die Verhaftung der Spitzen einer rechtsextremen Partei in Griechenland nach einem Mordanschlag auf einen linksextremen Musiker mit dem wohlwollenden Desinteresse ebendieser Systemmedien hinsichtlich der Ermordung zweier Mitglieder dieser rechtsextremen Partei durch Linksextremisten zu vergleichen, um zu wissen: der akute Brechreiz ist völlig berechtigt! Denn daß wegen eines linken Mordanschlages etwa die Spitzen im griechischen Parlament vertretenen linksextremen Parteien hinter Gitter wanderten — aber nein, wer denkt denn an sowas?!

»Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.« Der dank unserer Alt68er-Meinungsmacher längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Und in den Gerichtssälen — denn so, wie in tausendjährigen Zeiten eben das »gesunde Rechtsempfinden des deutschen Volkes« fein zu unterscheiden wußte, ob eine Straftat von oder an einem »Nicht-Arier« begangen worden war, so weiß auch heute unsere Justiz zu differenzieren — mal subtil wegsehend, mal generalpräventiv zuschlagend ...

Montag, 4. November 2013

Irgendwann ist halt es auch in der Systempresse zu lesen:

IWF will alle Sparer enteignen

Der Internationale Währungsfonds schlägt eine Zwangsabgabe auf Sparguthaben in der Höhe von zehn Prozent vor. Damit würden Sparer in Österreich erneut Milliarden verlieren.

Wien/Washington. Für Sparer gibt es wenig Grund zum Feiern. Die Zinsen sind auf ein Rekordtief gefallen. Viele Ökonomen gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im Dezember den Leitzins erneut senken wird. Berücksichtigt man die Inflationsrate und die Kapitalertragsteuer, ist Sparen ein klares Verlustgeschäft.

(Hier weiterlesen)
Das stand zwar schon vor Wochen hier auf diesem kleinen Blog eines Freizeit-Boggers namens LePenseur, aber wie auch immer — was soll's: gewußt werden's die p.t. Herr-&Dämlichkeiten in der »Presse«-Wirtschaftsredaktion wohl schon haben, nur erschien es ihnen halt nicht »opportun«, dieses Wissen auch an die misera plebs ihrer Leser weiterzugeben ...

Doch jetzt ist die Nachricht offensichtlich nicht mehr zu verheimlichen, oder vielleicht sind die entsprechenden Enteignungsmaßnahmen ohnehin schon auf Schiene, und können nicht mehr durch Reaktionen des am falschen Fuß erwischten Publikums gestört werden. Wer weiß.

Zwei aktuelle Artikel jedenfalls seien den Lesern dieses Blogs ans Herz gelegt: der von Andreas TögelHerr laß es Hirn regnen«) beschäftigt sich zwar, ganz oberflächlich betrachtet, mit dem Regulierungswahnsinn unserer EUrokraten am Beispiel der Staubsauger-Richtlinie — doch in Wahrheit dennoch mit viel mehr als dieser (vergleichsweise) Quisquilie, nämlich mit der Verarmung unserer Gesellschaft durch Propagierung eines Konsumismus, der uns um die finanziellen Ressourcen für künftige Investitionen bringen wird. Und der Artikel von Blog-Kollegin Nattl — »Alternativlos« — nimmt direkt auf die Pläne des IWF Bezug.

Beide Artikel sind keine wirklich erbauliche Lektüre — nur: wer hätte bei diesem Thema ernstlich auch auf sowas gehofft ...

Sonntag, 3. November 2013

»Freiheitsmanifest. 13 Thesen für die Freiheit«

... nennt sich eine Aktion, die um Unterzeichnerstimmen wirbt. Sicherlich in vielen, ja sogar den meisten Anliegen ehrenhaft und unterstützenswert, gibt es doch eine ganze Reihe von Ansätzen darin, die LePenseur als fragwürdig (und mehr!) ansieht. Aber gehen wir dieses »Manifest« — offenbar soll hier eine gedankliche Assoziation zum »Kommunistischen Manifest«, welches nun ja wirklich die Weltgeschichte (wenn auch nicht sofort, so doch nachhaltig!) veränderte, wenn auch in eine höchst deplorable Richtung, hergestellt werden — Punkt für Punkt durch (LP's Anmerkungen in Kursiv):

Für freie Menschen und eine Gesellschaft freier Menschen im 21. Jahrhundert 

Wir haben Glück, heute zu leben. Noch nie standen so vielen Menschen so viele Möglichkeiten offen. Wir sind mobiler, gesünder, wohlhabender, gebildeter, technologisch fortgeschrittener und in vielerlei Hinsicht freier in unserer persönlichen Lebensgestaltung als je zuvor. Grund genug, optimistisch in die Zukunft zu blicken.

Doch wir laufen Gefahr, wichtige Errungenschaften zu verlieren. Freiheitsmüdigkeit breitet sich aus. Der Glaube an unsere eigenen Fähigkeiten hat nachgelassen. Die Überzeugung, dass wir selbst und unsere Mitmenschen unangeleitet die richtigen Entscheidungen treffen und die Zukunft positiv gestalten können, verliert an Kraft. Immer mehr staatliche Gebote, Verbote und Regeln prägen unseren Alltag. So entsteht ein gesellschaftliches Klima, in dem nicht Offenheit, Experimentierfreude und Toleranz, sondern Skepsis, Ängstlichkeit und Konformismus dominieren.

Deshalb streiten wir für Freiheit: die Freiheit, die Menschen benötigen, um die Gesellschaft voran zu bringen, die Freiheit, das eigene Leben zu gestalten, und vor allem auch die Freiheit kontroverser, offener Debatten ohne Denk- und Redeverbote. Eine Gesellschaft, die das nicht zulässt, ist nicht mehr frei. Nur eine Gesellschaft, in der es freien Wettstreit der Ideen gibt, kann sich positiv verändern.

Diese Freiheit ist keine Selbstverständlichkeit und war es nie. Das Recht, eigene Ziele und Träume zu verfolgen, Gedanken und Meinungen auszudrücken und Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, wurde einst den Herrschenden abgetrotzt. Wir müssen uns jeden Tag neu dafür einsetzen. Das Problem von Freiheit oder Unfreiheit ist nicht eines, das für uns während der Französischen Revolution oder der Verabschiedung des Grundgesetzes gelöst wurde. Es betrifft uns jeden Tag in unserem eigenen Leben. Vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der aktuellen Krise des politischen Liberalismus haben wir 13 Thesen formuliert, mit denen wir eine neue Diskussion über Freiheit aus humanistischer Perspektive eröffnen wollen.

D'accord.

1. Der Mensch ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Freiheit ist nicht gefährlich, sondern die Quelle menschlicher Kreativität. 

Dem humanistischen Ideal, dass der Mensch frei und autonom sein Leben und seine Umwelt kontrollieren und durch rationales Handeln zum Besseren gestalten kann, steht heute ein antihumanistisches gegenüber, das auf Vermeidung, Selbstbegrenzung, Risikoscheu und Angst vor Veränderungen basiert. Hier erscheint der Mensch in erster Linie als mögliche Gefahr für sich selbst, für andere und den ganzen Planeten. Dagegen wenden wir uns. Wir glauben an den Menschen, sein schöpferisches Potenzial und damit auch an die Freiheit.

D'accord.

2. Wir können selbst entscheiden, was gut für uns ist und was nicht. Dafür brauchen wir keinen wohlmeinenden Staat, der uns erzieht, therapiert oder vor uns selbst schützt.

Wenn in der westlichen Gesellschaft das gesellschaftliche Gut Freiheit relativiert wird, geschieht dies nicht in jener Weise, wie wir es von Diktaturen kennen. Es marschieren keine Polizeitruppen auf und es wird keine Staatspropaganda auf Flugblätter gedruckt. Die moderne Sprache des Freiheitsentzuges ist die des Beschützers und Pädagogen. Frauen müssen vor Männern geschützt werden, Verbraucher vor Konzernen, Nichtraucher vor Rauchern und die Raucher vor sich selbst. Durch Verbote und Verhaltensanreize greifen politische Institutionen in immer mehr Lebensbereiche der Bürger ein und machen Vorschriften darüber, was wir essen, trinken oder konsumieren dürfen und wie wir uns in zwischenmenschlichen Beziehungen verhalten sollen. Damit verkehrt sich unser Verhältnis zu den Institutionen. Nicht der Staat muss sich mehr vor den Bürgern rechtfertigen – die Bürger werden dem Staat gegenüber rechenschaftspflichtig.

D'accord.

3. Die repräsentative Demokratie bildet das Fundament unserer politischen Freiheit. Sie muss gegen Allparteienkonformismus und technokratischen Politikstil verteidigt werden.

Für die Freiheit zu kämpfen, wird heute umso wichtiger, weil es bequem geworden ist, Verantwortung an andere auszulagern, statt mit Mut und Zuversicht für eigene Entscheidungen gerade zu stehen. Die politisch Handelnden verstecken sich hinter angeblichen Sachzwängen und entziehen sich so der Kontrolle und Rechtfertigungspflicht gegenüber der demokratischen Öffentlichkeit. Statt im Parlament werden politische Entscheidungen häufig von Gremien getroffen, die sich keiner demokratischen Wahl stellen müssen – das gilt vor allem für die EU-Ebene. Zu leichtfertig wird das Mantra, es gebe keine Alternative, von vielen Bürgern akzeptiert. Doch es gibt in der Politik immer Alternativen. Deshalb treten wir für ein Wiedererstarken der demokratischen Streitkultur in Parlamenten, Parteien und der Bevölkerung ein.

Moment mal! Warum soll eigentlich die »repräsentative Demokratie« das Fundament der politischen Freiheit sein? War sie das denn je? Ist nicht vielmehr die repräsentative Demokratie mit ihrer — fast zwangsläufig zu beobachtenden — Entwicklung, oder bessergesagt: Entartung zum Berufspolitikertum geradezu die Garantie, daß es mit der Freiheit des Einzelnen bald vorbei ist?! Wäre hier nicht vielmehr ein Bekenntnis zur Rechtsstaatlichkeit abzulegen, und, wenn schon Demokratie, dann wenigstens möglichst vielen Elementen direkter Demokratie das Wort zu reden? Denn zeigt uns nicht das Beispiel der Schweiz (mit ihren starken direktdemokratischen Rechten der Bevölkerung), daß dort viel eher die Freiheit des Einzelnen gewahrt bleibt, als in den korrupten und machthungrigen Kungelei-Apparaten der Parteien, Parlamente und Hochbürokratien?

4. Die ausufernde Überwachung macht die Welt nicht sicherer, sondern unfreier.

Staatliche Überwachung ist längst Alltag. Spätestens seit dem 11. September 2001 greift der Staat unter dem Vorwand der Gefahrenprävention im Antiterrorkampf massiv in die Rechte seiner Bürger ein. Die Angst vor Terrorangriffen oder anderen Gefahren hat dazu geführt, dass der Schutz durch den Staat für viele wichtiger geworden ist als der Schutz vor dem Staat. Der Preis, den wir hierfür zahlen, ist ein zunehmender Verlust unserer Selbstbestimmung. Verbriefte Freiheitsrechte werden durch Vorratsdatenspeicherungen, Abhörnetze oder die präventive Erfassung biometrischer Daten eingeschränkt. Diese Entwicklung muss umgekehrt werden. Wir schützen uns nicht durch immer mehr Überwachungskameras oder Kontrollen vor Terroristen. Angst und Misstrauen sind kein guter Ratgeber.

D'accord.

5. Das Private muss privat bleiben. Vertrauensvolle Beziehungen im Privaten schaffen die Grundlage für ein lebendiges öffentliches Leben.

Immer mehr Menschen glauben, hinter verschlossenen Türen, Schändliches oder Gefährliches vermuten zu müssen. Aus diesem Misstrauen erwachsen Forderungen nach Transparenz in immer mehr Bereichen unseres Lebens. Die persönliche Freiheit der Menschen entfaltet sich aber gerade in den selbst gewählten zwischenmenschlichen oder familiären Beziehungen, die den Einzelnen die Sicherheit geben, frei von externen Vorschriften und Rollenerwartungen autonom zu handeln. Mündigkeit und Urteilskraft werden vor allem in der Sphäre des Privaten eingeübt – aber auch die Politik kommt nicht ohne Vertraulichkeit aus. Deshalb müssen wir die Privatsphäre nicht nur vor staatlichen Eingriffen schützen, sondern auch das Bewusstsein für ihre gesellschaftliche Bedeutung wieder schärfen.

D'accord.

6. Kindererziehung ist Angelegenheit der Eltern und nicht des Staates.

Bis heute sieht das Grundgesetz Erziehung zwar noch als Recht und Pflicht von Eltern an, doch das Prinzip elterlicher Erziehungshoheit wird immer weiter ausgehöhlt. Dadurch wird auch der Status der Eltern als mündige und verantwortungsbewusste Erwachsene in Frage gestellt. Eltern wird nicht mehr zugetraut, selbst am besten zu wissen, was gut für ihre Kinder ist. Da schlechte Erziehung heute für praktisch jedes spätere Fehlverhalten von Menschen als Begründung herhalten muss, sieht der Staat besonderen Handlungsdruck. Durch die zunehmenden Interventionen entsteht ein Klima der Verunsicherung bei den Eltern, unter dem die Kinder am meisten leiden.

D'accord.

7. Das Ziel des Sozialstaats muss es sein, dass Menschen unabhängig bleiben und weder staatlicher Fürsorge bedürfen, noch staatlicher Bevormundung ausgesetzt sind.

Es ist richtig und ein Gebot der Humanität, dass die Gesellschaft hilfsbedürftige Menschen materiell unterstützt. Das Ziel jeder staatlichen Unterstützung muss es aber sein, dass die Hilfsempfänger so schnell wie möglich wieder ohne sie auskommen können. Der Sozialstaat hat sich merklich von diesem emanzipativen Anspruch entfernt. Das heutige Wohlfahrtsmodell basiert auf der therapeutischen Prämisse, wonach im Grunde alle Menschen in unterschiedlichem Ausmaß von einem omnipräsenten Staat und seinen Institutionen beraten, betreut und zu einem gesünderen und besseren Lebensstil erzogen, verführt oder gedrängt werden müssen. Gefördert wird Abhängigkeit und Entsolidarisierung statt Unabhängigkeit und gesellschaftliches Miteinander. Deswegen brauchen wir eine politische Debatte über die Grenzen des interventionistischen Sozialstaates.

D'accord — unter der Voraussetzung, daß der erste Satz der Erläuterungen als ethische Norm, nicht als gesetzlicher Anspruch gesehen wird (was durch das Wieselwort »Gesellschaft« nur in höchst verwaschener Weise ausgedrückt wird). Und deswegen brauchen wir auch keine »politische Debatte über die Grenzen des interventionistischen Sozialstaates«, sondern seine Abschaffung. Wer spenden will, soll das tun (und, von mir aus, dafür steuerliche Vorteile lukrieren, was den moralischen Wert seiner Handlung zwar mindert, aber die Spendenfreudigkeit beflügeln mag) — aber der Staat soll sich da raushalten, soweit es nicht um akute Katastrophenhilfe u. dergl. geht.

8. Die Redefreiheit ist das Fundament der Demokratie. Jedes Wort, auch das schwer ertragbare, muss gesagt werden dürfen.

Meinungs- und Redefreiheit werden von unserer Verfassung garantiert, aber nicht mehr gelebt. Immer wieder werden scheinbar gute Gründe dafür aufgeführt, warum die freie Rede eingeschränkt werden sollte – etwa, dass sich empfindliche Seelen durch Wörter verletzt fühlen oder verwirrte Zeitgenossen von Demagogen verführt werden könnten. Sprachregeln sollen die Menschen vor eigenem und fremdem sprachlichen „Fehlverhalten“ schützen. Abweichende Meinungen werden nicht als Chance gesehen, die eigenen Argumente zu erproben und zu stärken, sondern zum Anlass genommen, Menschen auszugrenzen oder eine Entschuldigung zu fordern. Aber nur dort, wo verschiedene Meinungen im Wettstreit miteinander liegen, kann sich am Ende das beste Argument durchsetzen. Deshalb brauchen wir das Recht, jede Überzeugung hören zu dürfen, denn auch falsche, provozierende, verlogene und verabscheuungswürdige Äußerungen tragen zum Klärungsprozess bei. Statt auf Tabus sollten wir auf eine Kultur der Kontroverse setzen.

D'accord.

9. Die Wissenschaft muss frei von politischer Einflussnahme forschen dürfen. Je besser wir verstehen, wie die Welt funktioniert, desto umfassender können wir unser Schicksal selbst bestimmen.

Je mehr wir wissen, desto freier können wir sein. Die Forschung erweitert unablässig unsere Handlungsmöglichkeiten. Gerade die Freiheit der Forschung ist aber heute nicht in vollem Maße gewährleistet. Denn sie ist nur dann wirklich frei, wenn sie als Selbstzweck betrieben wird, also ausschließlich dem Erkenntnisgewinn und der Wahrheitssuche dient. Dafür muss die Wissenschaft vom Staat mit genügend finanziellen Mitteln ausgestattet werden. Gleichzeitig muss er sie als autonome Sphäre respektieren und darf nicht versuchen, sie zu lenken und zu regulieren.

D'accord.

10. Naturbeherrschung ermöglicht Freiheit.

Die wachstums- und technikkritische Grundhaltung sowie die Knappheitsmythen grünen Denkens verneinen unsere Rolle als Gestalter unserer Umwelt. Ständig wird an uns appelliert, die Natur durch Vorsorge, Verzicht und Selbstbeschränkung zu konservieren. Dabei ist die Befreiung von den Härten und Launen der Natur eine zivilisatorische Errungenschaft. Die immer weiter reichende Naturbeherrschung hat uns in den vergangenen 200 Jahren Freiheit und Wohlstand gebracht. Wer von der natürlichen Begrenzung der Ressourcen spricht, blendet den menschliche Erfindungsreichtum aus. Wir erschließen ständig neue natürliche Quellen des Reichtums. Auch für zehn Milliarden Menschen ist ein hoher, „westlicher“ Lebensstandard möglich. Wir dürfen uns nicht irritieren lassen und müssen diesen Weg weitergehen.

D'accord.

11. Unternehmerische Freiheit und Wirtschaftswachstum im Rahmen einer demokratischen, gemeinwohlorientierten Gesellschaft schaffen die materiellen Voraussetzungen für ein freies Leben.

Die Skepsis gegenüber der Marktwirtschaft ist heute weit verbreitet. Es wird unterstellt, die Interessen der Wirtschaft und der Bevölkerung ständen in Widerstreit zueinander. Die Unternehmen werden immer stärker reguliert. Dies führt dazu, dass sich nicht die besten Lösungen durchsetzen und Investitionen ausbleiben. So werden Wachstum und Innovationskraft der Wirtschaft gehemmt. Doch wirtschaftliches Wachstum ist nicht nur Grundlage dafür, dass Hunger und Armut weltweit mehr und mehr zurückgedrängt werden. Wirtschaftswachstum bedeutet auch mehr Freiheit bei uns: In Deutschland hat sich im 20. Jahrhundert die Zahl der Arbeitsstunden pro Kopf halbiert. Wir werden freier, wenn immer weniger Arbeit zur unmittelbaren Erzeugung der materiellen Lebensgrundlagen erforderlich ist, wir uns mehr leisten können und mehr Freizeit haben.

Nö! Allein schon der Ausdruck »gemeinwohlorientierte Gesellschaft« ist für mich ein Grund zum Brechreiz! »Gemeinnutz geht vor Eigennutz« meinten schon die Nazis, und die SED wollte mit ähnlichen Thesen »10 Gebote des sozialistischen Menschen« aufstellen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus! Die Marktwirtschaft ist für das Gemeinwohl nützlich, indem freiwillig (sic!) eingegangene Leistungsbeziehungen  mit in gegenseitiger Konkurrenz stehenden Anbietern und Abnehmern in jedem Fall das optimale Ergebnis logischerweise erbringen muß. Wie denn auch anders! Der Staat hat durch rechtliche Rahmenbedingungen nur zu sorgen, daß genau diese Wettbewerbssituation nicht durch Kartellbildungen und Absprachen torpediert wird — das reicht! Hier aber mit Phrasen von »gemeinwohlorientierter Gesellschaft« eine kaum schützbare Flanke zum Kollektivismus der Sozen jeder Couleur aufzumachen, ist zumindest unbedacht.

12. Offene Grenzen machen uns alle freier. Wer seine Koffer packt, um woanders Arbeit und ein besseres Leben zu finden, zeigt Initiative und Mut. Wir können von der Dynamik der Einwanderung nur profitieren.

In einer freien Welt sollte jeder das Recht haben, zu leben und zu arbeiten, wo er möchte. Viel zu häufig wird über Einwanderung als Last gesprochen. Während wir akzeptieren, dass die Öffnung der Grenzen für Waren unseren Wohlstand erhöht hat, stehen viele der Einwanderung skeptisch gegenüber. Dabei kommen hier die gleichen Mechanismen zum Tragen: Menschen gehen dorthin, wo sie Arbeit finden können und ihre Dienste gebraucht werden. Einwanderungswellen gehen häufig mit großen Wachstums- und Wohlstandsimpulsen einher. Wir sollten Einwanderung daher als etwas Positives begreifen, anstatt angstgesteuerte Debatten über ihre Begrenzung zu führen.

Nochmals: Nö! Was immer an materiellen und immateriellen Werten hierzulande existiert, wurde entweder von uns selbst oder von unseren Vorfahren erarbeitet. Wer also »... seine Koffer packt, um woanders Arbeit und ein besseres Leben zu finden«, mag in seinem Eigeninteresse die Annehmlichkeit zu schätzen wissen, bei uns eine funktionierende Infrastruktur, gesellschaftliche Stabilität und viele andere »goodies« vorzufinden — nur heißt das nicht, daß ich als Erarbeiter dieser Werte (bzw. als Erbe derer, die sie einst erarbeiteten) sie ihm einfach kostenfrei zur Verfügung stellen muß. Wenn er etwas zum Erhalt und weiteren Aufbau beiträgt, wird er mir willkommen sein — das ist ja selbstverständlich. Aber eben nur dann — und vielleicht nicht einmal dann! Denn schließlich habe ich immer noch das Hausrecht, mir meine Gäste und (möglicherweise späteren) Mitbewohner auszusuchen. Es ist daher keineswegs eine »angstgesteuerte Debatte«, die massenweise Zuwanderung ungebildeter, daher für uns letztlich unverwendbarer, und zusätzlich noch zu unseren Traditionen und Lebensformen höchst »disparater« (to put it mildly!) Völkerscharen aus aller Herren Länder abzulehnen.

13.Es ist sinnlos, sich den Menschen als Wesen ohne freien Willen zu denken.

Der Mensch ist in seinem Denken und Handeln frei. Wir berauben uns unserer Freiheit, wenn wir uns einreden oder einreden lassen, nicht selbst für unser Leben verantwortlich zu sein, sondern bloß Resultat unserer Gene, Produkt unserer sozialen Herkunft oder Opfer frühkindlicher traumatischer Erfahrungen. Die übermäßige Betonung vermeintlicher natürlicher oder sozialer Ursachen des Verhaltens erschwert den Individuen, ihr Leben als rationale und voll verantwortliche Akteure in die eigene Hand zu nehmen.

D'accord.

Samstag, 2. November 2013

»Richterinnen sorgen sich um Ansehen ihres Amtes«

... titelt die »Wiener Zeitung« heute auf ihrer ersten Seite (zwar nur ganz unten, aber doch). Ei, warum denn?
Noch vor 30 Jahren gab es nur ganz vereinzelt Richterinnen an den österreichischen Gerichten, mittlerweile ist dieser Beruf aber weiblich geworden. Schon 54 Prozent der Richter sind heute Frauen — Tendenz steigend. Charlotte Schillhammer, Vizepräsidentin der Richtervereinigung, betrachtet diese Entwicklung aber auch mit einer gewissen Sorge, sie fürchtet, dass die Attraktivität dieses hohen Amtes leiden könnte.
»Das ist bei den meisten Berufen so, in denen viele Frauen vertreten sind, und leider ein gesellschaftliches Problem«, sagt Schillhammer. [...]
Unter den Rechtsanwälten, die in der Regel mehr verdienen als Richter, sind die Frauen hingegen mit rund 20 Prozent weiterhin stark unterrepräsentiert.
Man weiß nicht, ob man lachen soll, oder weinen — oder ob man einfach den Mund vor Staunen über solche Dummdreistigkeit gar nicht mehr zubekommt! Die armen, armen Frauen! Nicht nur, daß man ihnen im Staatsdienst die gutdotierten Posten nachschmeißt
Das Bundesministerium für Justiz ist bemüht, den Anteil von Frauen in Leitungsfunktionen zu erhöhen und lädt Frauen nachdrücklich zur Bewerbung ein
das heißt im Klartext:
»Hauptsache ist, Sie haben eine Möse. Wenn Sie nicht total fetzendeppert sind, können Sie davon ausgehen, daß Sie gegenüber jedem Schwanzträger egal welcher Qualifikation (außer er hat das eklatant bessere Parteibuch) bevorzugt werden.«
... wollen sie auch noch für ihre Tätigkeit jenes Sozialprestige genießen, das mit einer ernsthaften Ausübung »dieses hohen Amtes« verbunden ist. Nun, kein Problem — dann sollen sie eben ihre brillanten, wohlfundierten Urteile verfassen, und mit der Zeit kommt der Ruhm von selbst! Nur ist das halt mit Arbeitseinsatz verbunden und mit erheblichem Hirneinsatz, mit juristischem Gespür. Und das alles ist bei Richterinnen leider Mangelware. Die meisten von ihnen haben brav Jus gestrebert und nach Abschluß des Studiums das übliche »Gerichtsjahr« angetreten. Und weil sie sich die öde Knochenarbeit in einer Anwaltskanzlei nicht antun wollten, sind sie irgendwie im Gerichtsdienst hängengeblieben. Mit dem Gedanken im Hinterkopf, daß man da, einmal ernannt, faktisch nicht mehr rauszuschmeißen ist, sich die Zeit frei einteilen kann (Kinderwunsch also nema problema), und man keinerlei, außer verbale, Verantwortung trägt. Denn solange man nicht die sprichwörtlichen silbernen Löffel stiehlt, steigt man langsam aber stetig nach oben, egal wie deppert die Urteile sind, die man verfaßt, egal, wie faul man ist, egal, wie ineffizient die Prozeßführung ist. Einmal drinnen, ist de facto alles piepegal, außer man möchte wild auf Karriere machen. Aber selbst das ist dank Frauenförderung für eine Richterin (s.o.) eigentlich ein Klax ...

Ein befreundeter Anwalt meinte zu mir einmal etwas gallig: »Richterinnen werden die, die zuwenig Nerven für den Schuldienst haben, aber trotzdem für einen Halbtagsjob ein Ganztagsgehalt einstreifen wollen.« Da ist was dran. Denn Freude an juristisch ausgetüftelter Argumentation ist den allermeisten Richterinnen nicht in die Wiege gelegt worden. Und so sehen auch, mit zunehmender Verweiblichung des Berufsstandes, die Urteile aus, die inzwischen bereits von — zunehmend verweiblichten — Höchstgerichten publiziert werden. Einem echten Juristen blutet das Herz beim Lesen ...

Und warum sind nur 20% der Anwälte Frauen? Könnte es etwa daran liegen, daß man als Anwalt einer ständigen Erfolgskontrolle durch seine Klientel unterliegt? Wer durch inkompetente Schriftsätze und falsche Prozeßtaktik seinen Mandanten schadet, wird bald ohne solche dastehen — denn das spricht sich herum! Im Anwaltsberuf erfolgreich zu sein, das erfordert nicht bloß Siegeswillen (wollen kann man bald was!), sondern auch starke Nerven und einen präzisen, schnellen Verstand. Und all das bringen offenbar nur eine geringe Anzahl von Frauen mit.

Aber das sind ja alles nur pöhse Vorurteile ... eh klar. So, wie die Unterrepräsentierung von Ostanatoliern auf den Universitäten nur Folge fremdenfeindlicher und islamophober Vorurteile ist (wenn sie dürften, wie sie könnten, wären längst alle Nobelpreise der letzten Jahrzehnte nach Anatolien gegangen, mindestens!). Denn daß das alles wahrscheinlicherweise mit den — statistisch, aber nicht notwendig in jedem Einzelfall — unterschiedlichen Fähigkeiten von Völkern, Kulturen und, ja: eben auch Geschlechtern zusammenhängt, kann nicht sein, weil es nicht sein darf.

Es ist trotzdem so. Und wer die Augen davor beharrlich verschließt, lügt sich in den eigenen Sack — und nimmt für ideologische Konstrukte Effizienzverluste in der Realität in Kauf. Was angesichts zunehmender Unfinanzierbarkeit unserer aufwendigen Staatsapparate und Sozialsysteme eher ins Auge gehen dürfte. Auch ins krampfhaft geschlossene ...

»Leitl soll nicht Außenminister werden«

... meint »Der Standard«-Journalist Eric Frey in einem so betitelten Artikel seines Blogs. Diesem Statement ist völlig zuzustimmen — nur dem Rest des Artikels nicht. Wenn Frey diesem flachköpfigen Apparatschik aus der Wirtschaftskammer mit Formulierungen à la:
Ich schätze Leitl als obersten Lobbyist für Wirtschaftsinteressen und klugen Vordenker in ökonomischen Fragen. Wenn er lernt, seine Zunge etwas im Zaum zu halten (Stichwort „abgesandelt"), dann wäre er sicherlich ein guter Wirtschaftsminister, dynamischer als Reinhold Mitterlehner, und wohl auch ein geeigneter Finanzminister.
... dann frage ich mich: welchen Leitl kennt dieser Frey — denn der Leitl, den wir alle kennen, wäre mindestens ebenso eine Fehlbesetzung als Wirtschafts- wie als Finanzminister! Außer dümmlich zu grinsen, während er seine immer gleich gestanzten Politruk-Phrasen ins Auditorium streut, beherrscht er nur (das dafür sehr gut!) die Kunst des Intrigierens und der Kungelei.


Ansonsten ist dieser Mann für alle Funktionen (auch für die eines Präsidenten der Bundeswirtschaftskammer, die er derzeit bekleidet) eine eklatante Fehlbesetzung und der überzeugende Beweis des alten Satzes, daß der Dreck immer obenauf schwimmt. Offenbar ist das aber eine Eigenschaft, die unsere Journaille nicht zu stören scheint (ach, warum bloß nur ...?). Wenn Frey seinen Artikel mit den suggestiv insinuierenden Worten beschließt:
Was für Leitl spricht: Er ist ein starker Befürworter des Freihandels, auch der transatlantischen Freihandelszone (TTIP); doch dies fällt in den Aufgabenbereich des Wirtschaftsministers.

Und ist ein deklarierter Pro-Europäer. Aber das sollte eigentlich in der nächsten Regierung eine Selbstverständlichkeit sein.
... Rosen streut, dann fragt man sich berechtigterweise: in welcher Parallelwelt leben eigentlich unsere Journalisten? Der angebliche »Freihandel« der TTIP ist nämlich in Wahrheit ein Konstrukt, mit dem sich v.a. regierungsnahe Großkonzerne Vorteile und ungehinderten Zugriff auf noch mehr Staatsaufträge und Subventionen verschaffen wollen, wobei die lästige »Schmutzkonkurrenz« der Mittelbetriebe (die nicht mit der Politik verhabert sind) durch administrative Hemmnisse und Korruption (»Lobbying« nennt sich das vornehm in den Couloirs von Brüssel) ausgeschaltet werden kann. Wir erleben täglich eine real existierende Eurokratie, die sich überhaupt nicht darum pfeift, was die Bevölkerung dieses Kontinents will und braucht, sondern nur ihren hirnamputierten Regulierungswahnwitz Stück um Stück durchsetzt, und jeden Widerstand brüokratisch niederbügelt — und da soll »deklarierter Pro-Europäer« eine Selbstverständlichkeit sein, ein Ministeramt zu bekleiden!? Es ist es leider! Anstatt daß das zwölftreichste Land der Welt diesen durchgeknallten Sesselfurzern in Brüssel zu verstehen gibt, daß sie sich ihre größenwahnsinnige Gleichschalterei und Bevormundung, bitteschön, rektal applizieren mögen, geht die österreichische Satrapen-Regierung in Devotionsbücke vor irgendwelchen ebenso korrupten wie unfähigen Vollkoffern, weil sie sich bis übers Kreuz anscheißt, daß Brüssel den Zeigefinger mahnend erhebt, wie damals, in der schrecklichen Zeit der »Sanktionen« gegen die schwarz-blaue Regierung in Wien...

Freilich: solange der mediale Meinungsklüngel genau diese Politik des vorauseilenden Gehorsams gegenüber feuchten Omnipotenz-Träumen aus Brüssel propagiert, wird eine Änderung der Haltung kaum möglich sein. Es ist eben leider so, daß sich die einzelnen Teile unseres Machtkartells perfekt gegenseitig stützen. Als nach Napoleons Sturz seine früheren Günstlinge bei den heimkehrenden Bourbonen antichambrierten, sah man u.a. den gebrechlichen Fürsten Talleyrand, im Vorzimmer wartend, am Arm des ehemaligen Polizeiministers Fouché umhergehen, was einen Anwesenden zum Bonmot veranlaßte: »Hier sehen Sie das Laster, auf das Verbrechen gestützt!«

Genau dieses Verhältnis herrscht auch zwischen den Staatsverbrechern unserer Politik und den infamen Demagogen unserer Systemmedien. Das noch ergänzt um den »Lobbyismus« unserer staatsnahen Konzerne — und fertig ist die Formel zur Versklavung und Ausplünderung der EUntertanen ...

Freitag, 1. November 2013

»Die Fantasie im Erfinden von Schikanen kennt keine Grenzen«

... betitelt der Wiener Mathematiker Rudolf Taschner einen Artikel über die 900W-Staubsauger, die nach Meinung der Eurokraten in naher Zukunft völlig ausreichend sein werden. Sein müssen, genauer gesagt.
Die EU-Kommission sagt, so schrieb „Die Presse“ diesen Dienstag, stromfressenden Staubsaugern den Kampf an. Schrittweise dürfen ab kommendem September nur noch Geräte mit einer Leistung von maximal 1600 Watt verkauft werden. Exakt drei Jahre später soll die Grenze auf 900 Watt sinken. Vonseiten des Verbandes für Elektro- und Elektronikindustrie zeigt man sich ob der neuen Regeln zufrieden, denn „das gibt dem Markt einen Innovationsschub“. Wirtschaftswachstum kraft behördlichen Entscheids – wer daran glaubt, ist naiver als jemand, der den eierlegenden Osterhasen anbetet.

Für das Wirtschaftswachstum wurde diese Verordnung auch nicht erlassen, sondern für die „umweltgerechte Gestaltung von Staubsaugern“. Diese soll dazu beitragen, dass die EU bis 2020 die selbst gesetzten Klimaschutzziele erreicht. Dass damit die Wahlfreiheit der Konsumenten eingeschränkt wird, scheint bei den EU-Behörden niemanden zu stören. Wie überhaupt der Begriff „Freiheit“ in der EU zu einem Fremdwort verkommt.

Argumente gegen die Staubsaugerverordnung, die genauso hanebüchen wie die sattsam bekannte und völlig bornierte Glühbirnenverordnung ist, liegen auf der Hand: Zum einen ist die vermeintliche Schädigung der Umwelt durch einen 2000-Watt-Staubsauger sicher weitaus geringer als andere Umweltsünden, über die die Bürokraten der EU gnädig hinwegsehen. Wer in den Couloirs von Brüssel würde es wagen, den Kauf von SUV-Fahrzeugen zu verbieten, den Flugverkehr oder die Lkw-Transporte einzuschränken?

(Hier weiterelsen)
Professor Taschner bringt freilich zum Schluß seines Artikels einige — ihm offenbar ob ihres offensichtlichen Totalitarismus die Absurdität der Staubsauger-Verordnugn geeignet zu illustrieren dünkende — Vorschläge für künftige Maßnahmen der EU-Kommission:
Beispiele fallen einem zuhauf ein: „Umweltgerecht“ wird der EU-konforme Staubsauger erst dann sein, wenn sein Energieverbrauch beschränkt wird: Nach einer bestimmten Betriebszeit pro Woche schaltet ein EU-Chip ihn einfach ab. Erst in der nächsten Woche wird die Sperre wieder aufgehoben. (Nützt indirekt dem Wirtschaftswachstum, denn gewitzte Konsumenten leisten sich dann mehrere Geräte.)

Die Staubsäcke des EU-konformen Staubsaugers sind mit einem Minisensor ausgerüstet. Landen sie im falschen Mülleimer, wird automatisch eine Anzeige gegen den Staubsaugerbesitzer erlassen. Und das ist erst der Anfang.
Aber Vorsicht, Herr Professor — es könnte wirklich erst der Anfang sein, und ihre satirischen Vorschläge ernstgenommen werden! Denn, wie der verdienstvolle Nachrichten- und Satire-Blog »Politplatschquatsch« berichtet, ist der Weg in die »Urin-Union« mit WC-Spülungs-Limitierung bereits angebahnt:
Es war ein langer Weg bis hierhin, doch im Dienst am Bürger sind die Institutionen der EU drangeblieben. Zwei Jahre lief das Forschungsprojekt "EU Ecolabel and Green Public Procurement for Toilets", bei dem die Urinier-Gewohnheiten der rund 420 Millionen Europäer unter die Lupe genommen wurden. studiert. Große Fragen waren zu klären: Schadet Pinkeln dem Weltklima? Wieviel Urin führt zu welchen Extremen bei zunehmenden Hurrikans, Taifunen und Hochwässern? Ist Scheiße immer Scheiße, oder kann Regulierung helfen? Und wie können die Staaten der Union weltweit beispielgebend neue, wassersparende Wege für die Erledigung der Notdurft beschreiten?
(Hier weiterpinkeln)
Eine, wie ich dortorts anmerkte, logische Konsequenz: da wir jetzt bereits eine Scheiß-Union haben, ist die Urin-Union nur der nächste Schritt ...

Donnerstag, 31. Oktober 2013

»Warum Nationalsozialismus Sozialismus war und warum Sozialismus totalitär ist«

Der so betitelte Artikel im Magazin »eigentümlich frei« wird für den regelmäßigen Leser dieses Blogs kaum Überraschungen bergen — doch vergessen wir nicht, daß Suchabfragen häufig genug Leser auf diesen Blog bringen, den sie nie und nimmer gesucht, geschweige denn gefunden hätten!

Und für diese — gar nicht so wenigen — Leser kann die Lektüre des Artikels von George Reisman durchaus augenöffnend wirken:
Heute möchte ich zweierlei zeigen: Erstens, warum Nazi-Deutschland ein sozialistischer und kein kapitalistischer Staat war. Und zweitens, warum Sozialismus, verstanden als Wirtschaftssystem, das auf staatlichem Eigentum an den Produktionsmitteln basiert, eine totalitäre Diktatur benötigt.

Die Kennzeichnung Nazi-Deutschlands als sozialistisches Staatswesen ist eine der vielen großen Leistungen von Ludwig von Mises. Wenn man bedenkt, dass „Nazi” eine Abkürzung für „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei” ist, mag die Mises’sche Gleichsetzung nicht allzu überraschend sein. Wie sollte man denn auch erwarten, dass das ökonomische System eines Landes, dessen Regierungspartei „sozialistisch” im Namen trägt, etwas anderes als Sozialismus ist?

Abgesehen von Mises und seinen Lesern denkt bei Nazi-Deutschland trotzdem praktisch niemand an ein sozialistisches Land. Viel verbreiteter ist der Glaube, es handle sich um eine Form des Kapitalismus, so wie das die Kommunisten und alle anderen Marxisten stets behauptet haben.

(Hier weiterlesen)
Manchmal freilich mutet die Weltsicht des Autors aus den USA etwas blauäugig an, so z.B. wenn er meint:
Glücklicherweise gibt es immer noch genügend Freiheit in den USA, um diese Entwicklung rückgängig machen zu können. Vor allem gibt es die Freiheit, diese Missstände öffentlich zu benennen und anzuprangern.
Sein Wort in Gottes Ohr — nur: ich glaub's eher nicht mehr! Es gibt — hoffentlich! — noch eine verbliebene Rest-Chance, den allgegenwärtigen sozialistischen Aberwitz rückgängig zu machen, aber das als »genügend Freiheit« zu bezeichnen, ist wohl verfehlt! Es wird vielmehr arschknapp werden, sofern es sich überhaupt ohne Totalkollaps unserer Gesellschaft und blutige Bürgerkriege ausgeht.

Wer das jetzt immer noch optimistischer sieht, mag weiterträumen. Ich habe überhaupt nichts dagegen, in dieser Sache Unrecht zu behalten — nur glaube ich es schön langsam nicht mehr ...

Sieben auf einen Streich!

Jetzt ist auch Teil 7 der Serie von Susanne Kablitz erschienen. Über die Feinde der Freiheit — ein Thema so richtig zum Abgruseln, passend zum heutigen Tag. Da braucht man die Gruselschocker im heutigen Abendprogramm nicht mehr wirklich ...

Mittwoch, 30. Oktober 2013

»Braucht Deutschland eine Tea Party?«

... fragte sich Henning Krumrey vor einigen Tagen in der »Wirtschaftswoche« — und schreibt in dem Artikel u.a.:
Eine Tea-Party-Bewegung, die rigoros den Politikbetrieb blockierte, bis der Marsch in den Schuldenstaat gestoppt wäre, ist hierzulande nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die finanziellen Verpflichtungen von Bund, Ländern und Gemeinden wachsen und wachsen; Ende des Jahres werden es zweibillionensiebzigmilliarden Euro sein. Auch wenn der Bund in den vergangenen Jahren sein laufendes Defizit herunterdrücken konnte: Er musste zwar weniger neue Kredite aufnehmen als früher, aber dennoch häufte er immer mehr Schulden auf. Sparen bedeutete, bloß weniger Geld auszugeben, das man ohnehin nicht hatte.

Im nächsten Jahr soll es einen "strukturell ausgeglichenen" Haushalt geben – klingt schön, heißt aber nichts anderes, als dass die Einnahmen immer noch nicht reichen. Einen Verzicht auf eine Nettoneuverschuldung, wie der technische Ausdruck heißt, plant Finanzminister Wolfgang Schäuble für 2015 – sofern nichts dazwischenkommt: keine Naturkatastrophen, keine Bankenpleiten, keine Euro-Krise, keine Konjunkturdelle. Und keine teuren Wohltaten der schwarz-roten Regierung.
(Hier weiterlesen)
Solche Worte liest man in dieser Offenheit in den Medien nicht eben häufig. Umso wichtiger ist es, sie auch zu lesen. Und zu verbreiten ...

Ein Mann – Ein Wort! Teil 6

... ist online. Lesen!

Der Küberl geht so lange zum Brunnnen, bis man bricht

Eine der übelsten Figuren des österreichischen Gremial-Katholizismus, Caritas-Präsident Mag. Franz Küberl, kandidiert nicht mehr bei der kommenden Wahl am 13. November, wie uns »Die Presse« informiert. Seine zwar nicht so medienpräsenten, dafür aber lukrativen und einflußreichen Ämter als Caritas-Direktor der Steiermark und als Stiftungsrat im Österreichischen Rotfunk behält er freilich.


Dennoch: diese selbstgerecht-bauernschlaue Visage künftig nicht mehr so oft in irgendwelchen Nachrichten- und Diskussionssendungen sehen zu müssen, in denen er uns mit penetranter Gutmenschlichkeit irgendeinen dahergeschwurbelten linken Unsinn als christlich-humanistische Werte verklickern wollte, ist schon ein Vorteil ...

Dienstag, 29. Oktober 2013

Die Gurkenkommission der EU ...

... beschloß in einer kurzfristig einberaumten Sondersitzung, daß ab 1.11.2013 alle Mobiltelefone mit Warnhinweisen versehen werden sollen. Diese würden daran erinnern, daß Ferngespräche sowohl für Aktivtelefonierer, als auch für Passivmithörer unkalkulierbare Risiken bergen.

Die Aufdrucke mit Warnungen wie „Vorsicht bei Gesprächen, Freund hört mit“ oder „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!“ oder „Nichts gesagt ist besser als viel geredet!“ müssen zukünftig deutlich auf jedem Endgerät angebracht sein. Kommissionspräsidentin Mandy McHandy stellt hierzu fest: „Nachdem bekannt wurde, daß die mächtigste Frau der Welt von ihren Freunden ausgehorcht wurde, darf niemand mehr seinen Freunden trauen.“

Alle EU-Bürger sind aufgerufen, ihre Endgeräte bis zum 31.10.2013 auf Kosten des Adressaten an ihre zuständigen Geheimdienstzentralen zu senden. Dort werden sie mit Sicherheitschips ausgerüstet und mit dem deutlich lesbaren Wahnhinweis versehen.
Danke, Eulenfurz! You made my day ...

Montag, 28. Oktober 2013

In memoriam Tadeusz Mazowiecki


Der erste nicht-kommunistische Ministerpräsident Polens ist heute früh im 86. Lebensjahr nach schwerer Krankheit verstorben. Um den ersten Regierungschef nach der Wende 1989 war es seit Jahren wegen seiner schweren Krankheit recht still geworden. Einst einer der engsten Berater und Vertrauten von Lech Walesa, trennten sich später ihre Wege — der stille, tiefreligiöse Gelehrtentyp war auf Dauer wohl nicht der richtige Mitarbeiter eines immer parvenühafter auftretenden Volkstribuns.

Daß er bei der ersten freien Wahl des polnischen Staatspräsidenten im Jahr 1990 im ersten Wahlgang bloß auf den dritten Platz kam, und sich nicht nur Walesa, sondern auch einem bis dahin unbekannten polnisch-kanadischen Geschäftsmann namens Stanislaw Tyminski geschlagen geben mußte, veranlaßte ihn, als Ministerpräsident zurückzutreten.

Seine spätere politische Tätigkeit als Abgeordneter und als UN-Berichterstatter zum Jugoslawien-Krieg war ebenfalls nicht von rauschenden Erfolgen begleitet — Mazowiecki inszenierte sich eben nicht, sondern versuchte tragfähige Kompromißlösungen zu finden, die alle Beteiligte einbinden sollten.
Außenminister Radek Sikorski würdigte Mazowiecki am Montag als „einen der Väter der polnischen Freiheit und Unabhängigkeit“.
... schreibt »Die Presse« in ihrem heutigen kurzen Nachruf. Aber das sind bloß die billigen Wortspenden der Machthaber, die dann von ihren ebenso stereotypen Kranzspenden und Betroffenheitsgesichtern beim Staatsbegräbnis gefolgt werden.

Das Polen, das Mazowiecki (mit vielen anderen) erhoffte, ist nicht gekommen. Es kamen exkommunistische Wendehälse, nationalistische Zwillinge und zuletzt Kreaturen Brüssels. Vielleicht war es da an der Zeit, daß ein Mann von Charakter abtrat ...

Sonntag, 27. Oktober 2013

Interessanter Ausgang der Tschechen-Wahl

Unsere Systempresse ist alamiert. Also muß schleunigst die (für sie — und nur für sie — unerquickliche) Wahrheit so vernebelt werden, daß grenzübergreifende Folgen, gar für die Europa-Wahlfarce 2014 tunlichst ausbleiben. Daher titelt also »Die Presse«:
Wahl in Tschechien: Sozialdemokraten liegen in Führung
Nun, das ist etwa so »richtig«, wie die Feststellung, daß in Österreich am 29. September die SPÖ gewonnen hat. Im Untertitel und Artikel muß »Die Presse« dann doch einräumen:
Die Sozialdemokraten liegen voran, bleiben aber deutlich unter den Erwartungen. Die Grünen schaffen es nicht ins Parlament

Die tschechischen Sozialdemokraten (CSSD) haben die vorgezogenen Parlamentswahlen als stärkste Partei gewonnen, sind aber deutlich unter den Erwartungen geblieben. Die Partei kam auf 20,45 Prozent der Stimmen, was 50 Sitzen im 200-köpfigen Abgeordnetenhaus entspricht. Dies geht aus dem vorläufigen Endergebnis nach der Auszählung von 100 Prozent der Stimmen hervor.
Auf Platz zwei landete die Bewegung ANO 2011 des Milliardärs Andrej Babis mit 18,65 Prozent und 47 Mandaten im Unterhaus und auf Platz drei die Kommunisten (KSCM) mit 14,91 Prozent und 33 Sitzen. Die liberal-konservative TOP 09 von Karel Schwarzenberg erzielte 11,99 Prozent der Stimmen und 26 Mandate, während die konservative Demokratische Bürgerpartei (ODS) auf 7,72 Prozent und 16 Mandate abstürzte.
Ins Parlament schafften es außerdem die Bewegung "Tagesanbruch der direkten Demokratie" des tschechisch-japanischen Unternehmers Tomio Okamura mit 6,88 Prozent und die christdemokratische Volkspartei (KDU-CSL) 6,78 Prozent der Stimmen. Beide Parteien werden im Parlament mit je 14 Abgeordneten vertreten sein.

(Hier weiterlesen)
Da bleibt kein Auge trocken. Die GrünInnen fehlen im tschechischen Parlament nunmehr — wie traurig ... gerade sie hätten doch mit Sozen und Kummerln eine praktische Volksfrontregierung bilden können, aber wieder nix, verflixt!

Die »Neue Zürcher Zeitung« stützt und ergänzt diese fragmentarischen Informationen ein wenig:
Populisten im Vormarsch

Das bemerkenswerteste Ergebnis der Wahlen ist zweifellos das Abschneiden der in den letzten Monaten neu entstandenen, vorläufig schwer lesbaren Formation Ano des Grossunternehmers und Milliardärs Andrej Babis. Ano erreichte 18,7 Prozent und wird im neuen Parlament nur knapp hinter den Sozialdemokraten die zweitstärkste Fraktion bilden. Ebenfalls ein parlamentarischer Neuling, und wie Ano als intransparent und populistisch eingestuft, ist die Partei «Morgenröte der direkten Demokratie» des Senators Tomio Okamura. Die «Morgenröte» kam auf 7 Prozent. Damit zogen Parteien, von denen man nicht weiss, wo genau sie stehen und wie sie sich verhalten werden, über ein Viertel aller abgegebenen Stimmen an.
Was Babis betrifft, wird man ihn wohl als erfolgreichere Version von Österreichs Frank Stronach einschätzen dürfen — ob sein Glanz die kommende Legislaturperiode überdauern wird, bleibt abzuwarten (im Fall von Frankie-Boy ist das mittlerweile nicht mehr nötig, der ist Geschichte, und zwar eine traurige ...).

Wirklich interessant an der Tschechen-Wahl jedoch sind weniger die nach ihren Affairen zu erwartende Abstrafung der ODS und das vergleichsweise stabile Abscheiden der Schwarzenberg-Leute, sondern der Wiedereinzug der Christdemokraten und vor allem der Neueinzug der »Morgenröte der direkten Demokratie« — einer Partei, die sich traut, die nicht nur in der Tschechei den Bürgern allmählich doch sehr auf den Senkel gehende Themen der ständig zunehmenden illegalen Einwanderung und der Ausländerkriminalität offen anzusprechen.

Es wird spannend, ob diese Fragen bei den Europawahlen durch unser korruptes Medienkartell in bewährter Weise ausgespart und diskreditiert werden können — oder ob's den Leuten inzwischen schon so sehr reicht, daß endlich die fast ungestörte Bonzokratie Brüssels doch etwas parlamentarischen Gegenwind zu spüren bekommt. Eine »Morgenröte der direkten Demokratie« hat jedenfalls in Prag ihre ersten Strahlen ausgesandt. Hoffen wir, daß es bald noch viel mehr Europäern dämmert ...

Samstag, 26. Oktober 2013

»Die ersten Photographien des Stadtbilds vom Stephansturm verdanken wir einem gewissen Leopold Weiß«

... schreibt Heinz Piontek über Wien in seinem Buch »Helle Tage anderswo. Reisebilder« auf Seite 131, und kommentiert noch: »... es muß zudem ein glasklarer Tag gewesen sein.«

Eine zurückhaltende, glasklare Prosa. Ich zitierte daraus zu gegebenem Anlaß unlängst frei aus dem Gedächtnis. Freilich: exakte Zitate sind dabei Glückssache (außer bei Schiller, natürlich: die kennt man wortwörtlich, auch die banalsten — wenigstens bis zu meiner Generation). Nun habe ich das Buch wieder aus meiner Bibliothek gekramt, und blättere ... fast sakrilegisch mutet es an, wenn Piontek da (auf dem Flohmarkt oder im Antiquariat?) Photos miteinander vergleicht und in zwei Absätzen die von Huren und von einem Kaiser — vom Kaiser κατ εξοχήν natürlich — nebeneinanderstellt:
Aus einem Album mit Wiener »Callgirls« (um 1870) gab es noch über ein Dutzend Aufnahmen. Liebesdienerinnen aller Schattierungen ritten angestrengt auf Stühlen und Tischen, um uns Betrachtern Schauer über die Haut zu jagen. Ihre Beine waren die Hauptsache. Sie boten sie an wie warme Semmeln, mit und ohne Strumpfbänder, in enggeschnürten Stiefelchen, über die das Fleisch quoll, bis zu dem Punkt, wo Beine keine Beine mehr sind. Gleich nach der Schau der Extremitäten kam der sagenhafte Aufputz ihrer Roben und Negligés; die lächerlichen, lieben, tierhaften, ausweglosen Gesichter entdeckte man erst ganz zum Schluß. So also sahen die Wunschbilder unserer Urgroßväter aus.


Merkwürdig, daß der immer wieder gescheiterte Franz Joseph von seinem Volk vergöttert worden war. Warum hatte das Volk, sonst doch nur für die Sieger, die Glücksritter schwärmend, ausgerechnet an diese Gestalt sein Herz gehängt? Von den Photos des Kaisers strahlte nichts aus, was einen Fingerzeig hätte geben, die außergewöhnliche Liebe erklären können. Ein ordensgeschmückter alter Herr, die Plagen eines langen Lebens in den Schattengruben des Gesichts. Einer ohne Fortün und doch ausgezeichnet durch ein einzigartiges Glück.
Gleich daran schließt er Impressionen eines Besuchs in Rohrau: »Unauffällig mitten in einer der Häuserzeilen das Geburtshaus Joseph Haydns. Hier also. Der Früheste unter den Großen ...« — und Piontek schreibt 1973 im Nachwort seines Buches:
Fremde als etwas Malerisches oder gar »Aufregendes« habe ich nie gesucht. Mir genügte das Ungewohnte, an dem ich meine Blicke und Sätze schärfen konnte. Das Auge braucht hin und wieder den offenen Raum. Sprachlicher Sensibilität tut eine frische, durchaus nicht immer schmerzlose Reizung gut. Freilich, auch das Sich-Wohlfühlen, die Freiheit vom täglichen Ballast, das Vergessen deutscher Arbeitswut gehört zu meinen Reisen.
Ein Außenseiter, zunehmend, in jener Zeit. Keiner, der im »politisierten Literaturbetrieb der Sechziger und Siebziger Jahre« (wie die Wikipedia in einem seltenen Anflug von Wahrheit formuliert) Gehör gefunden hätte bei den Kritikern und Meinungsmachern. Was wollte dieser »Naturlyriker«, was sollte man auch mit diesem »... Vertreter „reiner Poesie“, mangelnden gesellschaftlichen Engagements und von Eskapismus ...« anfangen? Dennoch ist die Liste seiner Auszeichnungen und Preise (damit Wikipedia doch zu etwas gut ist!) lang:
1985 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1992 den Bayerische Verdienstorden. Übliche Ehrungen, wie für einen hohen Beamten, beispielsweise des Museumsdienstes.

Die Leser hielten dem »Außenseiter« dennoch die Treue. Was er selbst als »Graphik in Prosa« bezeichnet hatte, verstanden sie offensichtlich besser als die Kritiker, die »engagierte« Literatur einfordern wollten, und nur zu gern vergaßen, daß der, der sich engagiert, sich nur zu leicht von jemandem engagieren läßt — als Mittel zum gesellschaftspolitischen Zweck. Doch verzweckte Kunst ist selten eine.

Heinz Piontek verstarb heute vor zehn Jahren im 78. Lebensjahr. Mehr als fünfzig Jahre davor, 1952, schrieb er, als junger Mann von siebenundzwanzig, das Gedicht
Die Furt

Schlinggewächs legt sich um Wade und Knie,
Dort ist die seichteste Stelle.
Wolken im Wasser, wie nahe sind sie!
Zögernder lispelt die Welle.
Waten und spähen - die Strömung bespült
Höher hinauf mir den Schenkel.
Nie hab ich so meinen Herzschlag gefühlt.
Sirrendes Mückengeplänkel.
Kaulquappenrudel zerstieben erschreckt,
Grundgeröll unter den Zehen.
Wie hier die Luft nach Verwesendem schmeckt!
Flutlichter kommen und gehen.
Endlose Furt, durch die Fährnis gelegt -
Werd ich das Ufer gewinnen?
Strauchelnd und zaudernd, vom Springfisch erregt
Such ich der Angst zu entrinnen.
Am 26. Oktober 2003, entronnen der Angst, hat er das Ufer gewonnen ...

Man könnte es folgendermaßen ausdrücken

»Die Luxemburger sind ihr altes Mega-Arschloch
für einen Bettel
losgeworden.«

Nicht alle kommen freilich so billig davon, denn die EU (=Europäische Untertanen) werden dieses Arschloch demnächst als Kommissions- oder Ratspräsident (oder halt sowas in dieser Kategorie) serviert bekommen — was wetten wir? Denn zu der ganzen Eurokratenbande paßt er ja wie maßgeschneidert:



Daher irren all jene leider, die jetzt schon seine markigsten Sprüche in Goldgravur auf seinen Grabstein meißeln wollen, wie beispielsweise:
»Die Dinge müssen im Dunkeln getan werden. Wenn es ernst wird, müssen wir lügen.«

»Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.« (DER SPIEGEL 52/1999)

»Wir müssen den Euro retten, und sei es mit aller Gewalt.« (im ORF ZIB 2012)
Ob der Schoß, aus dem das kroch, noch fruchtbar ist, entzieht sich unserer Kenntnis, aber zäh lebens- und überlebensfähig ist er noch lange. Leider. Vielleicht ein guter Tag für Luxemburg — aber sicher ein schlechter für die übrigen 99% der EU.

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 P.S.: Wer sich Bettel & sein Bubi als Gäste einer Prinzenhochzeit ansehen will — hier werden Sie geholfen. Na, da kommt die Welt nach Schwesterwelles baldigem Abgang wenigstens nicht aus der Übung, sich bei Staatsbesuchen aus Europa für den schnuckeligen Bettmann des frischgebackenen Staatsmannes ein geeignetes Damenprogramm ausdenken zu dürfen ...

Freitag, 25. Oktober 2013

Schädliche Sozialpolitik

In ihrer kleinen Serie »Ein Mann – Ein Wort! – Ein Gespräch zwischen Vater und Tochter über ...« geht es bei Susanne Kablitz  im fünften Teil um »schädliche Sozialpolitik«. Aktuell wie nie! Lesenswert wie immer! Die vorherigen Teile der Serie finden Sie hier: Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4.

Amüsant: Broder & Tell



Und wie zur Bestätigung dieses Videos kam gestern die Meldung:
EU verbietet Staubsauger mit mehr als 1600 Watt Leistung

Die EU verpasst Staubsaugern ein Energie-Label und drosselt den maximalen Stromverbrauch. Industrievertreter beruhigen: "Je mehr Watt, desto besser" gelte schon lange nicht mehr.

Ab September 2014 dürfen in der EU nur noch Staubsauger verkauft werden, die weniger als 1600 Watt Leistung erbringen, ab 2017 dürfen es maximal 900 Watt sein. Außerdem müssen Staubsauger - ähnlich wie Kühlschränke - mit einem Energie-Label versehen werden. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Verordnung der EU-Kommission wurde schon vor einigen Wochen im Amtsblatt veröffentlicht, heißt es im Bericht. Allerdings habe die Öffentlichkeit dem Thema keine große Beachtung geschenkt.
Und die von diesem Regulierungswahnsinn profitierenden staatsnahen Großkonzerne jubeln — wie seinerzeit beim Glühbirnenverbot. Denn da kann man wieder mal Knete auf Kosten der Konsumenten abgreifen, und dieses Abcashen noch als Akt der gutmenschlichkeit verkaufen (»Wir unterstützen die Energiewende und retten so das Weltklima!«. Kommentarposter »bye bye Austria« meint dazu treffend:
Nach der Olivenölkännchen-Blamage musste scheinbar schnellstens ein ähnlicher Unfug her, damit nur ja keine zeitliche Lücke beim faschistoid-diktatorischen Bürger"beglücken" gefühlt werden kann...
Mich würde ernsthaft interessieren wie viel von meinem gesamten Haushaltsenergieverbrauch auf den STAUBSAUGER (!!!) entfällt.
Man darf gespannt sein wie lange sich die geduldige Bevölkerung noch dermaßen von von ihnen höchstbezahlten Narren ver####en lässt.
Und wie viel % EU-Gegner-Parteien in der ganzen EU bei den nächsten Wahlen dazugewinnen ohne auch nur einen Finger dafür rühren zu müssen.
Nun, bei der bekannten Blödheit unserer Wählerschaft ist das vielleicht unangebrachter Optimismus. Aber immerhin besteht die Chance, das sich die Leute vielleicht doch nicht länger Scheiße am Kopf verreiben lassen ... ... Ein anderer Kommentar lautet:
DIe EU marschiert immer schneller und immer weiter in Richtung ehemaliger Ostblock

Egal ob Bürgerbespitzelung, Einmischung in den Markt, immer höhere und skurrilere Steuern, Bevormundung oder Ignorieren des Bürgerwillens, die EU ist auf dem besten Weg zu einer EUDSSR zu werden. Kommissare und ein Scheinparlament haben wir ja schon und unsere Gesetze kommen bereits zu über 80% aus Brüssel, ohne demokratische Kontrolle.
Jetzt ist der Markt dran, der Staat weiss besser was der Bürger braucht als er selber, glaubt der Staat-
Wie in der guten alten DDR, dort bestimmte das Politbüro, was gut für die Bürger ist und was nicht. Der Trabi wurde als völlig ausreichendes Auto festgelegt und das war es dann. Die EU bestimmt, welches Leuchtmittel ich benutze, wie viel Watt mein Staubsauger hat und wie stark meine Gurke gekrümmt zu sein hat.
Man sollte diesen Damen und Herren einmal zeigen wo der Hammer hängt.
»Die Presse« titelt jedenfalls über die kommende EU-Wahlfarce:


Strache positioniert sich für die EU-Wahl

Strache betont seine Liebe zum Heimatland Österreich, sieht keinen Platz für die Türkei, will raus aus dem Euro und bezeichnet die EU als Räuberbande.
Dazu kann man nur sagen: wo er recht hat, hat er recht ...

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Ein weiser Artikel in einer bloß gerissenen Welt ----

Josef Bordat (»Jobo72's Weblog«) hat wieder einen seiner weisen Artikel geschrieben. Den möglichst viele lesen sollten, die diese weisen Artikel sonst nicht lesen. Und den diese vielen daher auch nicht lesen werden — und nicht lesen würden (freiwillig wenigstens nicht!), weil es sie an ihren ideologischen Scheuklappen irremachen könnte. Und weil sie viel zu gerissen sind, dieses Risiko einzugehen, mit dem sie so gut das persönliche Wohlbefinden, zu den wahren Guten zu gehören, mit dem Abgreifen von Systemerhaltungsknete (sei sie Presseförderung, sei sie Medienpreis, sei sie Artikelhonorar benamst) verbinden können.

Es muß daher noch offen bleiben, ob Josef Bordats optimistische Annahme »Der Papst bleibt katholisch, der Bischof im Amt« auch tatsächlich Bestand hat. Denn die Vorgangsweise unserer Medienhyänen ist erfahrungsgemäß anders. Die sind erst dann zufrieden, wenn sie das Opfer gefressen, verdaut und ausgeschieden haben. Oder — wenn plötzlich ungleich lockendere Beute auftaucht. So gesehen müßte man dem Limburger Bischof fast wünschen, durch einen Mega-Skandal aus der Aufmerksamkeit der Journaille zu geraten.

Was ihn freilich noch nicht aus der Verfolgung seiner kircheninternen Kritiker befreien wird, gegen die die Unbarmherzigkeit der Medienhyänen oft noch fast putzig unbedarft zu nennen ist. Und deren Aufmerksamkeit auch weit schwerer ablenkbar ist. Der Literaturkenner wird sich an Honoré de Balzacs »Pfarrer von Tours« erinnern, der Psalmenkenner sich eines ironischen Lächelns bei der Lektüre von Ps. cxxxij (»Ecce quam bonum et quam jucundum,habitare fratres in unum !« — das anschließende »unguentum in capite« ist vermutlich die butte, die die meisten davon am Kopf haben ...) nicht enthalten können.

Möglicherweise behält aber auch Josef Bordat recht. Denn die Hoffnung — wie der Russe sagt — stirbt zuletzt ...

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P.S.: Dr. Cora Stephan fand zu diesem Thema höchst unjournalistische Worte, so wie schon Dr. Andreas Unterberger (wenngleich teils etwas vorsichtiger gewogen, dafür weiter ausgreifend) vor ein paar Tagen. Immerhin: es gibt auch weiße Krähen, die lieber ihren Artgenossen ein Auge aushacken, wenn's sein muß, statt im Schwarm mitzukrächzen ...