Dienstag, 17. März 2026
Heute vor 100 Jahren
2 Kommentare:
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Eine ernstgemeinte Frage: War das Aufsatzthema "Die Freuden der Pflicht" eitel literarische Fiktion, oder haben sich sadistische Oberstudienräte tatsächlich solchen oder ähnlich gelagerten Sch ...otter ausgedacht?
AntwortenLöschen(Wir wurden in der Jugend ja gepestet mit "Legen Sie ausführlich dar, warum mit dem zunehmenden Endsieg des Sozialismus die Schärfe der Klassenauseinandersetzung zwangsläufig zunehmen muss." Und wenn man nicht auf eine Karriere als ungelernter Friedhofsgärtner für Kost und Logis sowie fünfzig Aluchips Taschengeld scharf war, hach ja ...)
Lenz ist für mich ein typischer bundesdeutscher Zeitgeistler, der einem seine typischen bundesdeutschen Nachkriegsbefindlichkeiten aufdrängen wollte oder musste. Solche Leute konnten nicht einfach und ehrlich und unreflektiert über ihr Schicksal schreiben, das wahrlich tragisch und mitteilungswürdig genug war, sondern wollten oder mussten (was letztlich gleichgültig bleibt) dieses, wie heute so abstoßend gesagt wird gehörig im Sinne des politischen Zeitgeistes frejmen. Das macht sein Werk unaufrichtig und letztlich unangenehm zu lesen, jedwede schriftstellerische Potenz hin oder her, die ich gar nicht beurteilen mag. Sich mit solchen Figuren der seinerzeitigen bundesdeutschen Literatur-Schickeria abzugeben , ist in meinen Augen Zeitverschwendung. Als Vergleich: Auch Borchert und Böll sind angesichts des Mitgemachten natürlich keine leicht erträgliche Kost. Aber sie bewahren doch in ihrer bedingungslosen Ablehnung des Krieges per se eine Objektivität und Wahrhaftigkeit, an der man nicht vorüber kommt. Angesichts des Grauen des Krieges relativiert sich die Bedeutung aller subjektiven wie auch politischen Reflexionen. Böll wäre es beispielsweise nicht eingefallen, aus politischer Korrektheit, dh aus politischer Gefallsucht ein Museum über das alten untergegangene Köln einfach abzufackeln.
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