Der Ökonom Saifedean Ammous argumentiert, dass der israelisch-palästinensische Konflikt im Wesentlichen eine Krise der Eigentumsrechte und keine alte religiöse oder ethnische Fehde darstellt. Er behauptet, dass der Zionismus systematisch das jahrhundertealte System des privaten Landbesitzes in Palästina abgebaut und durch ein staatlich kontrolliertes, rassenbasiertes Monopol ersetzt hat, das zwangsläufig Gewalt und Enteignung hervorbringt. Diese Verletzung, ermöglicht durch ausländische Mächte und durch Subventionen aufrechterhalten, hat eine historisch friedliche Region in einen Schauplatz anhaltenden Diebstahls, Vertreibungen und Völkermords verwandelt. Ammous greift auf libertäre Prinzipien zurück (unter Berufung auf Mises, Rothbard und Hoppe), um zu behaupten, dass die Wiederherstellung universeller Eigentumsrechte der einzige Weg zum Frieden ist.Historische Hauptargumente:
Landbesitz und Koexistenz vor 1948: Britische Daten aus dem Jahr 1945 zeigen, dass Juden nur 5,67 % des palästinensischen Landes besaßen (alles durch legitime Käufe), Muslime und Christen 48,31 % und 46 % öffentlich (viel de facto von Beduinen gehalten). Kein Bezirk hatte jüdische Mehrheitsbeteiligung. Über 1.300 Jahre lang unter islamischer Herrschaft (seit 637 n. Chr.) koexistierten Juden, Muslime und Christen friedlich mit geschützten Eigentumsrechten – z. B. gemeinsame Feierlichkeiten in Hebron im Jahr 1747. Ammous weist Behauptungen über inhärente Konflikte zurück und weist darauf hin, dass die letzte große jüdische Vertreibung durch die Römer (70–130 n. Chr.) stattfand und Massenvertreibungen während der Kreuzzüge stattfanden.
Zionistische Aggression und die Nakba: Bis 1947 setzten zionistische Milizen (31 % der Bevölkerung) Terrorismus, Massaker (z. B. Deir Yassin, bei dem 100+ Zivilisten getötet wurden) und vorsätzliche Vertreibungen ein, um die Kontrolle zu übernehmen, wodurch 250.000–380.000 Palästinenser vor dem Krieg von 1948 vertrieben wurden. Führer wie Ben-Gurion befürworteten offen die "zwangsweise Umsiedlung". Die Nakba ("Katastrophe") führte dazu, dass ~800.000 Palästinenser aus über 500 Dörfern vertrieben wurden, deren Eigentum durch das israelische Abwesenheitsgesetz konfisziert wurde. Die britische Entwaffnung der Palästinenser (1939) ermöglichte dies; arabische Armeen griffen erst danach ein, um den Genozid zu stoppen, waren jedoch unterlegen.
Staatsmonopol auf Landbesitz: Nach 1948 verstaatlichte Israel ~70 % des Landes unter der israelischen Landverwaltung (ILA), die es ausschließlich über das Rückkehrgesetz an Juden verpachtet – im Grunde eine sozialistische Agentur, die für eine ethnische Gruppe stiehlt. Palästinensern wird das Rückkaufsrecht verweigert, anders als in Siedlergesellschaften wie den USA, wo die Einheimischen einen Teil des Eigentums behalten.
Bundeskanzler Bruno Kreisky rief einst einem jungen Zeitungsreporter, der eher ahnungslose Fragen stellte, zu:
LERNEN SIE GESCHICHTE!
"Über 1.300 Jahre lang unter islamischer Herrschaft (seit 637 n. Chr.) koexistierten Juden, Muslime und Christen friedlich mit geschützten Eigentumsrechten."
AntwortenLöschenZumindest dieser Punkt ist aber ebenfalls Geschichtsklitterung und mehr Dichtung als Wahrheit.
Und egal ob Babylonier oder Römer, diese "Vertreibungen" betrafen fast ausschließlich die herrschende Oberschicht, bzw. Teile der städtischen Bevölkerung.
Darum gibt es etwa auch immer noch die Samariter. Die eine Gruppe der ursprünglichen jüdischen Bevölkerung darstellen (mit abweichenden Traditionen sowohl zum spätantiken Judentum zu Zeiten eines Herodes wie dem späteren rabbinischen Judentum). Und die eben nicht nach Mesopotamien verschleppt wurden.
Bereits zu Zeiten eines Jesus wurden sie dann von den "zurückgekehrten" Juden angefeindet (darum auch das Gleichnis mit dem Samariter der edel handelt). Die Mehrheit konvertierte aber im Laufe der nächsten 2000 Jahre zu Islam oder Christentum. Heute ist das nur noch eine kleine Gruppe.
Die Palästinenser können sich letztlich bei den osmanischen Herrschern bedanken. Diese haben nämlich die Ansiedlung von Juden aus Europa ganz offiziell gestattet.
So wie man im osmanischen Reich auch andere Minderheiten nach Belieben an- oder umgesiedelt hat.
Wie die Shiiten (die es früher dort nicht gab) oder die kaukasischen Tscherkessen (die von den Türken angesiedelt wurden aber später aus der Region wieder verschwunden sind).
Zugegeben: "friedlich" ist ein gewisser Euphemismus - aber immerhin: sie koexistierten. Was man derzeit unter der Herrschaft der Israelis nur sehr bedingt behaupten kann!
LöschenDass die Osmanen die Zuwanderung vonJuden aus Europa "ganz offiziell gestattet" haben, ist nur hinsichtlich des "ganz offiziell" richtig. Auf dem Papier war es ein Erlass des Großsultans. Aber unter massiver Nötigung durch die europäischen Großmächte, insbes. Londons!
Eigentlich waren es ua. die Deutschen (bzw. der Kaiser auf anraten eines Lobbyisten - wie man das heute nennt) die sich bereits vor dem 1. WK dafür eingesetzt haben. Gedrängt oder gar genötigt hat niemand die Sultane. Im Ggt., die wollten europäische Aussiedler (hier halt jüdische), im Rahmen der Modernisierungsbestrebungen des Osmanischen Reiches.
Löschen@Anonym 19:35:
LöschenGanz so war es nicht! Zwischen 1882 und 1903 kamen nur ~ 25.000 (hauptsächlich russische und rumänische) Juden. Zwischen 1904 und 1914 kamen weitere 40.000 Juden, überwiegend zionistische Arbeiter aus Russland, nach Palästina, wo allerdings damals etwa 1/2 Million Araber (Christen und Mohammedaner) wohnten. Damals waren die jüdischen Einwanderer eine kleine Minderheit gegenüber der ansässigen arabischen Bevölkerung!
Wer die Geschichte des "kranken Mannes am Bosporus", der im 19. Jahrhundert ein hilfloser Spielball in den Händen der Großmächte, insbesonere der Briten, Franzosen und Russen war, kennt, kann über die Darstellung,
"Gedrängt oder gar genötigt hat niemand die Sultane. Im Ggt., die wollten europäische Aussiedler (hier halt jüdische)"
nur den Kopf schütteln! Jüdische, noch dazu nationalistisch-zionistische Einwanderung war für den Großsultan (und gleichzeitigen Kalifen der sunnitisch-mohammedanischen Welt!) sicher kein Herzenswunsch!
Na immerhin war der kranke Mann am Bosporus noch so stark, dass sich die mächtigen Briten in Gallipoli eine blutige Nase geholt haben.
LöschenMan sollte nicht jedem historischen Narrativ glauben.
Damals wurde in Politik und Zeitungen genauso viel gelogen wie heute.
Cher (chère?) Anonym v. 11 Februar, 2026 23:15
Löschenohne einer Antwort des geschätzten Kollegen Deliberator Austriacus vorgreifen zu wollen ... aber Gallipoli war v.a. eine Katastrophe durch die dilettantische Weise, in der dieses Aristoloch Winston Ch. (damals nicht einmal der Titulatur nach ein Sir, dem Wert nach bis zu seinem Tode nicht ...) vorging.
An praktisch allen anderen Fronten im 1. Weltkrieg verlor jedoch die osmanische Armee, obwohl bspw. ein Enver Pascha sicherlich kein schlechter Feldherr war! Aber die Truppenmoral und Ausrüstung war einfach zu schlecht und das Osmanenreich trotz der Jungtürken-Revolte insgesamt einfach innerlich morsch und verfallen.
Die Zukunft Deutschlands an Hand eines nahöstlichen Beispiels .....
AntwortenLöschenEs soll auch Walther Rathenau sehr gegen eine solche Staatsgründung gewesen sein, vor allem unter dem Gesichtspunkt, dass dort schon Leute fest ansässig sind - es gäbe nichts als Zoff. Und so kam es auch.
AntwortenLöschen(Vielleicht hätte man ihn ja Reserveoffizier werden lassen sollen, oder auch IHN: Kunst studieren ... )
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LöschenAnonym11 Februar, 2026 18:51
LöschenSchon wieder ein Trottel/Troll, der nicht weiß, was "libertär" bedeutet, sondern das Wort als diffamierenden Kampfbegriff verwendet.
Oder auch Jung Heinrich Kissinger zu seinem verehrten Fußballverein gelassen, vielleicht wäre er nicht das Aas geworden, das er war? Ist aber müßig, über vergossene Milch zu jammern, hin ist hin.
LöschenEigentlich sollte es Allgemeinwissen sein, daß im Islam Judendentum und Christentun geschützte Religionen sind, mit minderen Rechten gegenüber dem Islam. Alle anderen Religionen NICHT, sie sind radikal zu bekämpfen.
Löschen(Einen ähnlichen Schutz (und mehr!) gewährte das Christentum exklusiv dem Judentum (Judenregal!).)
Das erklärt, daß islamische Herrscher aus Not oftmals jüdische oder christliche Siedler rief.
Dieser Schutz für beide Buchreligionen ist m.E. das stärkste Argument gegen den heutigen Islam.
...mit minderen Rechten gegenüber dem Islam ...
LöschenGar putzig ausgedrückt. Je nach konkreter Situation können die "Rechte" auch sehr, sehr "minder" werden! Es spielt keine geringe Rolle, ob der örtliche Pascha auf SEHR junges Gemüse bzw. auf Knaben steht, oder, ob bei ihm eher religiöse Besengtheit oder Geldbegier überwiegen.
Das mit dem geschützten Status ist natürlich Blödsinn.
LöschenDen haben sie bloß, wenn sie die Oberherrschaft der Muslime anerkennen (und sich ausplündern lassen).
Und das ist bloß die geschönte Theorie. In der Praxis hing das Leben und Überleben bloß von den aktuellen Launen der Muslime ab. Besonders brutal ging man im frühen Islam etwa gegen die ägyptischen Kopten vor. Ein Kalif zwang sie mal nur Arabisch zu sprechen (zu Beginn eine Fremdsprache in Ägypten), bei Zuwiderhandeln schnitt man die Zunge ab.
Es ist ja eine Ironie, dass alle Immigranten, die Trumps Häscher erwischen und in ihre Heimat verfrachten, gar keine Musels sind, sondern alles Katholiken aus Lateinamerika. Aber das ist auch gut, dass die linkswoke Kirche von Trump mal so richtig gezeigt kriegt, wo der Hammer hängt. Voll verdient.
AntwortenLöschenSomalis und Palästinenser sind lateinamerikanische Katholiken?
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