Donnerstag, 3. August 2017

Sponner

von Fragolin
Der „Spiegel Online“, liebevoll auch „SpOn“ genannt, ist heute mal wieder eine wahre Fundgrube für den interessierten Bürger.
Leider bin ich zu geizig, um mir jeden Artikel, der inzwischen hinter einer Bezahlwand verbuddelt wird, zu kaufen, so entgehen mir viele wichtige Erkenntnisse.
Zum Beispiel hier,

Sie möchten deutscher sein als viele Deutsche“ titelt das Fachblatt für Faktenkreationismus und Meinungsopportunismus, und setzt darunter ein Foto der, wie erklärt wird, aus Syrien stammenden Deutscheren als Deutschen:

Sie möchten, aber schaffen es anscheinend nicht. Zumindest optisch.

Aber das haben sie mit einigen der schon länger hier Stoffwechselnden gemeinsam, die wollen zwar die Vorzüge des Landes ihrer Nazi-Großeltern genießen, aber ansonsten syrischer sein als Syrer, arabischer als Araber und afrikanischer als Afrikaner. Dröseln sich Rastazöpfe in ihre fettigen Haare, kanakspraken wie Jungtürken auf Speed aus ihren islamistischen Hipsterbärten und hängen in Shisha-Bars ab und sind nur dann aus der Ruhe zu bringen, wenn ihnen die Mädels aus dem Klöppelkurs klarmachen, dass sie sich damit kultureller Aneignung strafbar machen.
Wenn Biodeutsche das tun, ist das nämlich ein Verbrechen. Nur Opfervölker dürfen das, und Deutsche sind nun mal ein Tätervolk. Deshalb darf man auch jubeln, wenn sich Opfervolksangehörige wie Tätervolksangehörige benehmen wollen, aber nicht umgekehrt. Opfer haben immer das fundamentale Grundrecht zu Tätern zu werden, aber Täter dürfen niemals Opfer sein.

Übrigens endet der frei lesbare Teil dieses Artikels, dessen Rest damit für mich nichtmal bei einem symbolischen Preis von einem Cent die Geldtasche lockern würde, mit der schönen Aussage:

Sie (...) sagt, sie habe gehört, dass die meisten Deutsche ein behindertes Kind nicht haben wollten, aber sie würden ihres auf jeden Fall bekommen.“

Also bedeutet deutscher zu sein als viele Deutsche, dass man eigentlich anders sein will als die meisten Deutschen? Hä?? Dann ist wohl auch der trotzige Hang zum fundamentalreligiösen Auftreten samt Kopftuch deutscher als deutsch, weil die meisten Deutschen solches ablehnen? Ist syrisch zu sein inzwischen deutscher als deutsch zu sein? Ist das die Botschaft, die man im Sinne der Alternativlosigkeit zu verbreiten sucht?
Danke, ihr Sponner, für diese Erkenntnis.

Dieses war der erste Streich, zwei weitere finden sich hier.

1 Kommentar:

Gerd Franken hat gesagt…

Die meisten Deutschen wollen kein behindertes Kind. Nun wenn das eine Anspielung auf die Abtreibungen von ungeborenen Kindern mit Down-Syndrom sein soll, ist das leider traurig und wahr. Das ich sowas im Spiegel sehen kann ist schon bemerkenswert. Wenn sich eine Syrerin nach einem behinderten Kind sehnt ist allerdings dämlicher Quatsch. Niemand, selbst die Deutschen nicht, wünschen sich ein behindertes Kind. Könnte man Sponner nicht gelegentlich mit Spinner ersetzen? Zum Glück fiel mein Frühstück recht bescheiden aus.