Samstag, 31. Dezember 2016

Wer steht da vor der Tür und pumpert ...?




2016: Time to say good-bye ... and: blow me

... a kiss!



Silvesterstimmung!

Mit diesem Aussehen kann ein Mädel nun wirklich an- (bzw. aus-)ziehen, was es will ...


Anstelle des gewohnten Jahres-Rückblicks ...

ein Rückblick der anderen Art. Sonst sehe ich noch rot (schwarz ohnedies)




Ei, warum Trübsal blasen ...?

Auch 2016 ist demnächst Geschichte. Es ist die Gegenwart, die zählt ...



Bevor das Jahr sich neigt

... noch kurz ein Gedächtnis der 125. Wiederkehr des Geburtstages von Josef Lechthaler, eines für die Kirchenmusik Österreichs in der ersten Hälfte des XX. Jahrhunderts prägenden Komponisten und Interpreten. Über ihn ist die Zeit hinweggegangen, wie über so viele ... 

War es die Kirchenfeindlichkeit der Nazis, die ihn seine Stelle als Leiter der Abteilung Kirchenmusik der staatlichenn Musikakademie kostete, so war es nach dem 2. Weltkrieg die durch die atonale und serielle Musikszene planmäßig betriebene Verdrängung aller "traditionellerer" Komponisten, die so viele "kleine" und "mittelgroße" Komponisten, die die Nazizeit und Kriegsverwüstungen irgendwie überlebt hatten, einer sehr effizienten damnatio memoriae anheimfallen ließen. Bei Josef Lechthaler kam noch zusätzlich der Umstand hinzu, daß er schon recht bald nach dem 2. Weltkrieg, am 21. August 1948, starb, und in den 1960er-Jahren außerdem sein Schaffen in der Umwälzung der "Liturgiereform" nach dem Vaticanum II als "veraltet" beiseitegelegt wurde.

Nein, Josef Lechthaler muß man nicht unbedingt kennen ... aber es sei doch auch an ihn mit einer seiner höchst achtbaren A-Capella-Kompositionen erinnert (eines der wenigen seiner Werke, die auf Youtube verfügbar sind):



Zum Silvestermorgen ausnahmsweise keine hübsche Maid

... sondern ein Link auf einen ganz hervorragenden Artikel von Frank Meyer auf BankhausRott, den jeder, der sich nicht nur vom blabla unserer Politruks und Notenbankster bluffen lassen möchte, in aller Ruhe und Aufmerksamkeit lesen sollte, denn er enhält in höchst kondensierter Form mehr wirtschaftlichen Sachverstand als somancher ellenlange Finanz- & Börsenbrief!
Die heimliche Enteignung und goldiger Experten-Unsinn

30. Dezember 2016 
von Frank Meyer

Fake News sind kein Phänomen der Neuzeit. Vor einem Jahr tönten die Posaunen der Analysten, Gold wäre mit das Dümmste, was man 2016 haben könnte. Die US- Zinswende würde das gelbe (und vielleicht sogar radioaktive???) Blech unter 1.000 US-Dollar pro Unze knüppeln – ganz freundlich gerechnet. Und dann kam es wieder mal anders…
Ein Jahr später stellt man fest, die mysteriöse US-Zinswende gehörte zweifelsohne zu den Fake News des Jahres 2016, mantrahaft bemüht von der FED und nachgeplappert von den Experten. Die FED sagte für das zu Ende gehende Jahr vier Zinserhöhungen voraus. Aber geschenkt. Man wurde keinen Moment müde, daran festzuhalten. Zinserhöhungen wären Gift für Gold, so das Argument der Experten. Komischerweise fand Gold mit der ersten Zinsanhebung sein Tief und sein zweites Tief vor ein paar Tagen.
Ein Jahr später ist Gold sogar in der angeblich stärksten Währung der Welt um neun Prozent gestiegen, was nichts anderes bedeutet, dass der US-Dollar gegenüber Gold um neun Prozent abgewertet hat. Dabei hieß es neulich, dass die FED im nächsten Jahr die Zinsen viermal anheben wird, also um ein ganzes Prozent. Mindestens! Auch wegen der Glaubwürdigkeit, sagte einer ihrer Gurus, um glaubwürdig zu bleiben. Überhaupt sind die FED-Vertreter ziemlich das Gegenteil davon, aber witzig in ihren Formulierungen, in ihren live gespielten Witzen. Natürlich wird deshalb Gold im nächsten Jahr fallen, heißt es zur Jahreswende. Wenn nichts dazwischen kommt.
Der Artikel ist wirklich phänomenal! Allein der Trick mit der "umgedrehten" Kurs-Chart führt einem drastisch vor Augen, daß in realen Werten betrachtet, nicht das Gold in Euro steigt, sondern der Euro in Gold fällt, was an sich eine Binsenwahrheit ist, aber psychologisch die Dinge vom Kopf wieder auf die Füße stellt. Und der gewohnt süffisante Seitenhieb:
Der Goldpreis hängt an anderen Dingen als an den Projektionen von Experten gerade am Ende eines Jahres. Wenn die Zinsen auf Gespartes mehr abwerfen als die Inflation wegfrisst, hat es Gold schwer. Dann sind Tagesgelder, Sparbriefe, Anleihen und auch Bares besser als Gold, das nun wirklich keine Zinsen abwirft. Es gibt deshalb keine Zinsen, weil es kein Ausfallrisiko gibt. Von daher müssten deutsche Anleihen sogar noch sicherer als Gold sein. Ja klar! Wer Bares für Wahres hält, setzt auf ein „Produkt“ aus Baumwolle, das auf Vertrauen basiert. Glauben Sie wirklich an steigende Zinsen für Otto Normal?
... wird das Herz unserer Fiat-Money-Gangstern von der Draghi-Bande und dem Yellen-Clan auch nicht gerade begeistern: weil er so wahr ist!

Lesen! Den Kopf wenigstens am 31. Dezember einmal aus dem Sand heben und schauen, wo die Gefahren drohen! Das wäre schon mal ein guter Vorsatz für dieses Jahr. Und im nächsten am besten gleich ab 2. Jänner mit dem Nachdenken anfangen ...


Freitag, 30. Dezember 2016

Finzi: Dies Natalis, op. 8





"Hier tut Aufklärung bitter not."

Meint Michael Klonovsky, und man kann ihm dabei wirklich nicht widersprechen! Chapeau! Touché!

Und auch dem Blog "Altmod" kann man wenig entgegenhalten: es stimmt einfach!

Einfach gestrickt! Oder gehäkelt?





Donnerstag, 29. Dezember 2016

Heute ... unter Palmen liegend

... und an einem Artikel über Rilke arbeitend: es gibt schlimmere Urlaubsbeschäftigungen ... weitaus schlimmere, glauben Sie mir!

Warum Rainer Maria Rilke? Nun: heute vor neunzig Jahren, am 29.12.1926, ist er verstorben, sodaß einige Gedanken zu ihm naheliegen. Wie gewohnt in bewußt subjektiver und unsystematisch-lockerer Art.

In seinen »Erinnerungen an Karl Kraus« bringt Sigismund von Radecki, dessen unlängst auf diesem Blog gedacht wurde, auch eine Bemerkung von jenem über Rilke:
Als Karl Kraus’ geniales Kompendium der Verschmocktheit „Literatur, eine magische Operette“, als Buch erschienen war, sagte er eines Tages: „Heute ist mir die beste Szene des ganzen Werkes eingefallen — und gerade, wo es schon gedruckt ist!“ Ich fragte, wie die Szene sei. — „Sie spielt im ersten Akt, gegen Anfang. Das Redegewirr im Kaffeehaus klingt gedämpfter — da springt eine Mänade von ihrem Stuhl auf, breitet die Arme gestreckt aus, ruft unvermittelt, ekstatisch »Rilke!!! ...«  und setzt sich wieder. Hierauf geht das Redegewirr weiter, wie wenn nichts geschehen wäre.“

Natürlich machte Kraus einen Unterschied zwischen Rilke und den Schmöcken, ja auch zwischen Hofmannsthal und ihnen, aber dennoch verursachte ihm das Preziöse und der Snobismus der beiden viel Unbehagen. Er versichterte mir, mit eigenen Augen einen Rilkebrief gesehen zu haben, wo in der Datierung „July“ mit Ypsilon geschrieben war! „Sechzigtausend Briefe hat er geschrieben und es ist dabei immer derselbe Brief. Als die Rede auf „Malte Laurids Brigge“ kamm, sagte Kraus: „Dieser Mann bewegt sich ständig zwischen acht Spiegeln.“
(Sigismund von Radecki, Bekenntnisse einer Tintenseele, S. 345)
Eines der bekanntesten (wenn nicht sogar das bekannteste) seiner Gedichte, der »Herbsttag«, wurde vor einigen Monaten hier (mit ein paar persönlichen Erinnerungs-Umständen) zitiert (eigentlich schon zum zweiten Mal, wenngleich beim ersten Mal eher süffisant in anderem Zusammenhang behandelt), und »Der König« ebenso. Zuletzt vor ein paar Stunden dann ein Liebesgedicht, das der geschätzte Kommentarposter »Brettenbacher« als zwar nicht als sein bestes, aber dafür schönstes qualifizierte ...

Ich gestehe, daß Rilke unter den Autoren seiner Generation (jetzt einmal ganz großzügig ca. ± 15 Jahre gerechnet, die zwischen ca. 1860-1890 geboren wurden) wohl unter den mir eher »fernstehenden« einzureihen ist. Trotz meiner Affinität zu Lyrik, trotz meiner starken Affinität zu einzelnen seiner Gedichte, steht er mir insgesamt eher fern: und je älter ich werde, desto mehr glaube ich den Grund dafür in genau diesem »Preziösen« zu erkennen, das mir vieles, ach so vieles von Rilke verleidet. Das soll (denn einen Rilke darf man mit Goethes Diktum über Euripides nur »auf Knieen tadeln«) fürwahr keine Geringschätzung bedeuten, nur die Erkenntnis einer recht weitreichenden — Inkompatibilität.

Andere mögen (und werden) das anders empfinden, und auch in meinem Bekanntenkreis, der meine prinzipielle Begeisterung für die Literatur dieser Generation kennt, stößt sie teilweise auf Befremden: warum Wertschätzung für »Sterne 2. und 3. Ordnung«, und dann Reserve gegenüber einem Sirius am Firmament der Lyrik? Wie kann man bloß einen Hans Carossa, einen Anton Wildgans loben, ohne bei Rilke dann aber in Ekstasen zu geraten? Nun, vermutlich genau deshalb.

Etwas Rätsel braucht die Lyrik: wo alles klar ist, ist auch meistens alles platt, Lehrgedichte (lassen wir einmal das barocke Massiv der Haller’schen »Alpen« beiseite) lehren manches, aber »dichten« kaum! Nur auch hier (wie in der Homoöpathie) macht die Dosis das Gift! Und bei mancher Duineser Elegie, bei manchem Sonett an Orpheus frage ich mich: ist das noch echt? Oder ist es »verrätselt«, um (ganz brutal gesagt) Eindruck zu schinden. So, wie Schönberg in seiner Harmonielehre den Fall schildert, daß ein junger Komponist bei ihm mit einer Komposition erschien, deren Thema sich in wildesten, rauschhaften Modulationen erging — doch, wenn man diese wegließ, völlig banal und nichtssagend war. Nicht, daß ich Rilke Banalität in rätselhafter Aufmachung unterstellen wollte ... aber bisweilen macht es fast den Eindruck, daß er dem Rausch seiner wohltönenden Worte erlegen wäre.

Alle Rilke-Liebhaber bitte ich, meinen relativ kühlen Ton der Bewunderung, doch nicht Begeisterung mir verzeihen zu wollen, und kann ihnen Begeisterung  — ja: Jüngerschaft — bloß von anderer Hand anbieten, von einem Dichter, der Rilke damals glühend verehrte, und den doch keiner mit ihm in irgendwelche Verbindung brächte: Louis Fürnberg. Auch seiner wurde auf diesem Blog gedacht (nicht seines berühmt-berüchtigten Parteiliedes natürlich), und aus Rilkes Todesjahr 1926 stammt dieses Gedicht, in dem der 17-jährige Schüler Fürnberg in trunkener Begeisterung das Zusammentreffen mit »seinem« Rilke schildert. Und nein, es ist wirklich kein schlechtes Gedicht geworden; manche Unreife wird durch die Lauterkeit seiner Verehrung wettgemacht, und insgesamt ist es in Wort und Diktion ebenso »Rilke« wie »Fürnberg«, und strahlt einen solch unmittelbaren Zauber aus, daß man sich fragt, warum es nicht weitaus bekannter geworden ist — als positives Beispiel von Panegyrik (negative gibt's ja zuhauf!) ...
Chateau de Muzot-sur-Sierre

Daß es ihn gibt! Und daß Chateau Muzot
auf Erden ist und nicht in andern Reichen!
Pack deine Tasche und sei wieder froh!
Reis hin zu ihm und bitt ihn um ein Zeichen.
Zwar bist du namenlos und nicht Paul Valery ...
doch so ein Mann ist oft voll Bonhomie.

Und sieh: schon fährst du, rauschst du, fliegst ihm zu!
Von tausend Taumeln ist dein Herz benommen.
Und eines Tages bist du angekommen
und nüchterst dich und fragst: wer bist denn Du,
daß du es wagst, du Nichts, was fällt dir ein?
Na paß nur auf — er läßt dich nicht herein!

Der kleine Bahnhof und ein weiter Weg.
Der Wagen rollt mit Poltern und Geratter.
Er hält. Die Burg! Da stehst du schon am Gatter!
Wagst du es wirklich, Niemand? Überleg!
Bist du dir klar, was dein Entschluß bedeutet?
Noch ist es Zeit, noch hast du nicht geläutet!

Da siehst du ihn. Er hat ein Taschentuch
zum Schutz vor Sonne um den Kopf gebunden.
Er kommt und fragt, wie du zu ihm gefunden
und läd dich Namenlosen zu Besuch.
Du hörst dein Herz in deinen Ohren tosen.
Du trittst ins Haus durch ein Spalier von Rosen.

O Dämmerung ... O die verfluchten Schuhe!
Die Diele knarrt ... Mein Gott, was soll ich sagen ...?
Lavendelduft ... Ich Dummkopf! Das zu wagen ...!!
Die hohen Stühle und die schwere Truhe,
der Bauernofen und die dicken Mauern ...
...„Mein alter Turm ... Hier läßt sich’s überdauern!“

Ein Sesselrücken und ein Niedersitzen.
Und dann die Stimme, die sehr lange spricht.
Die Augen viel zu groß für ein Gesicht
und die kalmückenhaften Schnurrbartspitzen ...
Die Handschuhhand streicht ständig sich das Kinn ...
und leise Worte voller fremdem Sinn ..

O zu verstehn! O etwas mitzunehmen!
ein einzig wort! Ich bin ja viel zu jung!
O stünd’ die Stund’! O so in Anbetung
ein Leben lang vor ihm dahinzuströmen
und seines Zauberworts gewiß zu sein!
Du bist bei IHM und bist mit IHM allein!

O zu verstehn! Die Stimme spricht und spricht
in einem fort, als fände sie kein Ende,
und alles spricht, das Kinn, die Handschuhhände,
die spitzen Brauen in dem Traumgesicht.
Doch dann ein Lächeln und ein Liderschlag:
„Sie schreiben Verse? ... Hm ... Sie sind aus Prag ...“

O wie zu stammeln! Daß ich’s nie gewagt ...
nie wagen würde! Daß ich meine Lieder ...
Die Stimme wartet nicht. Sie spricht schon wieder,
freundlich und leis, doch was man immer sagt,
wenn junge Dichter an die Türe pochen:
„Ich komme nicht dazu ... seit vielen Wochen

türmt sich die Post. Ich finde nicht einmal
die Kraft in mir, die Briefe aufzumachen.
Ich müßte meine Kraft vertausendfachen
für diese Manuskripte ohne Zahl.
Auch bin ich krank. Es wird ja nicht so bleiben ...
Ich säh es gern, wenn Sie mir einmal schreiben ...

im Herbst vielleicht ... ich will Sie nicht vergessen ...
Kein Wort von Störung ... denn ich sah sie gern ...
ich lebe hier ein bißchen menschenfern ...
da ist ein Plauderstündchen angemessen ...
Ihr Name noch ... ei schön ... nun guten Tag
und Reiseglück ins alte liebe Prag ...“

... ins alte liebe Prag! ... O Gott gibt Kraft
durch diese Rosenflut ins Tal zu stürzen!
Noch einmal tauchen aus den Wermutwürzen
so traummißratner Kinderpilgerschaft!

... Da taumelt er durch ein Spalier von Rosen,
der Namenlose zu den Namenlosen ...
Es wäre platter Zynismus, hier nun süffisant ein »Rilke!!!« zu flüstern. Und doch: genau hier, an diesem Grat liegt die Wasserscheide zwischen der ehrlichen Verehrung eines Bürgersohns aus gutem Haus (und das war der spätere Kommunist und »Arbeiterdichter« Louis Fürnberg ja!) und der geschmäcklerischen »Hingabe«, mit der eine sich elitär dünkende Literatur-Schickeria sich um den »Meister« scharte.

Kein Dichter kann etwas für die Verehrer, die er hat. Oder doch? Die Wahrheit wird auch hier, wie so oft (wenn  auch nicht immer), in der Mitte liegen, und wenn: so hat sie der blutjunge Fürnberg um ein tüchtiges, ein entscheides Stück zurechtzurücken verstanden ...


Wer wissen will, wie totalitäre Extremisten ticken

... hat es nicht nötig, auf Spekulationen oder Meinungsumfragen unter deren Vertretern zu setzen. Die eingehende Lektüre der „heiligen Schriften“ dieser Leute reicht dazu völlig aus. Keiner würde das übrigens bestreiten, wenn es um die Beurteilung von Rechtsextremisten geht. Niemand würde sich ernsthaft den Kopf darüber zerbrechen, ob es sich bei einem deklarierten Nationalsozialisten um einen „moderaten“ oder um einen „radikalen“ Vertreter dieser Ideologie handelt.

„Mein Kampf“ gelesen zu haben (ein Buch übrigens, das – im Gegensatz zum Koran – keinen einzigen expliziten Mordaufruf enthält!), öffnet die Augen. Das grundsätzliche Bekenntnis zu einer totalitären Ideologie sollte genügen um zu wissen, woran man ist.

Seltsam, dass diese feine Unterscheidung zwischen „radikal“ und „moderat“ regelmäßig und nach jedem Massenmord mit bemerkenswerter Sensibilität gemacht wird, wenn es sich nicht um rechtsradikale Täter, sondern um Anhänger der Friedensreligion handelt.
... schrieb vor einigen Tagen Andreas Tögel bei Unterberger. Wie recht er hat, zeigten in den folgenden Tagen die Reaktionen  der Politruks aller Länder, insbesondere aber Deutschlands. Eine mieses Gesocks, dem man von Herzen wünschen würde, rechtzeitig am Weihnachtsmarkt gewesen zu sein. Und nicht erst mit bedenkentragenden Wortspenden danach ...

Schnell ein Hingucker vor einem Gedicht




Und das Gedicht? Ach, hätte ich bei diesem Blick doch fast vergessen! Eh voilà: Rainer Maria Rilke ...


Purpurrote Rosen binden
Möcht ich mir für meinen Tisch
Und, verloren unter Linden,
Irgendwo ein Mädchen finden,
Klug und blond und träumerisch.

Möchte seine Hände fassen, 
Möchte knieen vor dem Kind 
Und den Mund, den sehnsuchtblassen, 
Mir von Lippen küssen lassen, 
Die der Frühling selber sind.


Zugegeben: Rilke hat bessere Gedichte geschrieben. Und bis zum Frühling ist es auch noch weit – hélàs ...

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Michael Haydn: Vesperæ in Festo SS. Innocentium

Ps. 109 - Dixit Dominus









Bei einer Massenschlägerei von mehr als zehn Personen am Wiener Westbahnhof

... hat es am Dienstagabend drei Verletzte gegeben, darunter war auch ein Polizist. Ein 20-jähriger Mann wurde mit einem Messer am Gesäß verletzt. Einer der Beteiligten bedrohte die einschreitenden Beamten mit einer Schreckschusspistole. Es gab drei Festnahmen und 14 Anzeigen, hieß es am Mittwoch in einer Polizeiaussendung.

Gegen 18 Uhr waren mehrere Afghanen und Tschetschenen aneinandergeraten.
 Na, geh! Jetzt bin ich aber baff! Wer hätte sowas unter Schutzsuchenden erwartet? Also: ich nicht!

Heute feiern das Fest der Unschuldigen Kinder

... und was wäre hiefür ein besseres Symbol als ein Mädel, gehüllt in ein unschuldiges Weiß, das sie gerade der Waschmaschine entnommen hat. Reiner geht nicht. Außer in Gedanken ...




Dienstag, 27. Dezember 2016

Auch wer bei uns zu Weihnachten nicht denkt: „Unser Retter ist geboren!“ ...

... der braucht noch lange nicht den Mumpitz zu glauben, der von Kanzeln (rein metaphorisch gesagt, denn welch moderneR SeelsorgerIn kriegt heutzutage seinen Allerwertesten noch hoch und erklimmt das enge Treppchen) aus bischöflich-priesterlich-pastoral(assistentlich)em Munde träuft, nämlich:

„Jesus war ein Flüchtling“

Worüber schon vor geraumer Zeit (übermorgen vor zwei Jahren, genau gesagt) der katholische Blogger ClamorMeus einen lesenswerten Artikel (Dank an den Löwenblog für den Linkhinweis!) geschrieben hat:
Fest steht: Jesus war zum Zeitpunkt seiner Geburt definitiv kein Flüchtling. Wenn man denn schon meint, unseren Erlöser unbedingt für den tagespolitischen Betrieb heranziehen zu müssen -ohnehin eine ungute Sitte, imho- sollte man das doch wenigstens in dem Fall bitteschön dann tun, wo wenigstens noch ein liturgischer Anknüpfungspunkt dafür besteht, und der wäre zu Epiphanie, nicht zu Weihnachten.
Josef und Maria jedenfalls waren keineswegs Fremde in Betlehem, sie weilten dort zur Volkszählung, eben weil Josef dort geboren wurde. Weiter sagt die Bibel, daß die Herbergen am Wege ausgebucht waren, nicht daß das Paar wegen irgendwelcher ethnischer Merkmale abgewiesen wurde. Und arm war Josef auch nicht – im damals üblichen Wortsinne schon gleich gar nicht- er war Zimmermann, ein auch damals ehrenwerter Beruf, und es ist gewiß, daß er, das Urbild dienender familiärer Fürsorglichkeit, auch den finanziellen Pflichten zuverlässig nachkam. 
Vielleicht hätte der österreichische IdiotHerr im Bischofsornat (nomina sunt odiosa), bevor er mit viel Aplomb die Weihnachtsbotschaft „Jesus 2016 ist auf einem Flüchtlingsboot unterwegs“ ins Mikrophon gedonnert hat, den obigen Artikel lesen sollen.

Ein Bischof, der angesichts des perfekt organisierten Schlepperwesens der NGOs, angesichts der Tatsache, daß > 90% der „Flüchtlinge“ nichts anderes als Eindringlinge in unsere immer noch üppigen Sozialsysteme sind, die als Moslems (die sie zu ähnlich hohem Prozentsatz sind) uns, unsere Kultur und Gesellschaft ablehnen, verachten und/oder sogar hassen ... ein Bischof also, der uns die dreisten Sozialtopfplünderer (ohne die geringste Absicht, jemals in diese etwas beizutragen!) als „Jesus 2016“ verklickern will, der muß sich die empörte Frage gefallen lassen: 

„Exzellenz, glauben Sie, wir sind so deppert, wie Sie daherreden?!“

Der Bischof soll sich doch einmal die Frage stellen, warum seit der wundersamen „Jesus 2015/16“- Vermehrung in unseren Landen die Ausländerkriminalität explodiert (vgl. hier), und unser Leben von Tag zu Tag unlustiger, eingeengter und denkverbotsgeneigter wird! Aber vielleicht fühlt er das alles in seiner gut geschützten Residenz nicht so wirklich, und mit Denkverboten hat er – berufsbedingt – vermutlich ohnehin keine Probleme ...

Er hat es jedenfalls geschafft, in mir wieder ein paar mentale Stolpersteine aus dem Weg zu räumen. Nämlich aus dem Weg zur zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde, um meinen Austritt aus der RKK bekanntzugeben. Irgendwann läßt die weitere Mitgliedschaft einen unbefangenen Blick morgens in den Rasierspiegel einfach nicht mehr zu ...


Ab in den Urlaub!

Nur ein paar Tage, diesmal, aber immerhin ...


... im Süden ist's schöner! Meint das Mädel. Stimmt doch!



Die Österreichische Bundesregierung wünscht erholsame Feiertage ...

Der Erholungswert steigt beim Lesen von Seite zu Seite. Aber garantiert ab Seite 328 ...

Montag, 26. Dezember 2016

Sonntag, 25. Dezember 2016

Guter Rat für verzweifelte Blogleserinnen

Sollten Sie trotz intensiver Suche kein passendes Geschenk für den pater familias / Herrn & Gebieter / Lieblingsbären etc. gefunden haben: einige Gelenkigkeit vorausgesetzt, wäre das hier immer noch eine Möglichkeit, das Fest zu retten:


D.h.: unter der Voraussetzung, frau sieht circa so aus ...



O, du fröhliche ...




Wer weiß eigentlich, in welcher Not dieses bekannte Weihnachtslied entstanden ist? Wie konnte der Autor des Liedes, Johannes Daniel Falk, angesichts des Todes von vier seiner Kinder innerhalb eines Jahres (1813) eigentlich überhaupt noch von "Freude" und "Fröhlichkeit" sprechen?

Falk wurde in Danzig in ärmlichen Verhältnissen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums stiftete ihm der Stadtrat ein Stipendium an der Universität zu Halle und soll ihm dabei die Worte gesagt haben: "Wenn dereinst ein armes Kind an deine Tür klopft, dann denke daran, daß wir es sind, die alten, grauen Bürgermeister von Danzig. Weise es nicht von der Tür!"

Zunächst studierte Falk Theologie, liebte aber die Vergnügungen des Lebens, brach sein Studium ab, dichtete Satiren und zog nach Weimar, wo er . Doch 1806 stellte er unter Beweis, daß er mehr war als der wortgewandte Herausgeber des Taschenbuches für Freunde des Scherzes und der Satyre: als 1806 nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt französische Truppen plündernd durch Weimar ziehen wollten, bewahrte er durch sein diplomatisches Geschick die Stadt vor größerem Schaden.

1813 kam dann sein Schicksalsjahr: innerhalb von wenigen Wochen verlor er vier seiner Kinder durch Typhus. Es wird erzählt, daß bald danach ein kleiner, zerlumpter Waisenjunge vor der Tür gestanden sei, und Falk sich an die Worte des Danziger Stadtrates erinnerte. Er nahm den Jungen auf, gab ihm Kleidung und Spielzeug seiner verstorbenen Kinder.

Da sich das herumsprach, kamen immer mehr Kriegswaisen in sein Haus. Für "seine" Kriegswaisen dichtete er dann 1816 die erste Strophe des später so bekannt gewordenen Liedes "O du fröhliche". Die Melodie stammte von einem alten sizilianischen Volkslied, das Herder überliefert hatte.

Später gründete er in Weimar die "Gesellschaft der Freunde in der Not", die verwaiste Kinder aufnahm und an Familien vermittelte. Was wäre aus ihm wohl geworden, hätte er nicht seinen Schicksalsschlag erlitten? Hätten wir je dieses Weihnachtslied zu hören bekommen, hätte er je eine so segensreiche Tätigkeit entfaltet?

FROHE WEIHNACHTEN!


Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachtssonate für Viola und Orgel

Das opus 137 des österreichischen Komponisten Otto Siegl (1896 - 1978) beweist, daß auch Musik des späteren 20. Jahrhunderts nicht notwendigerweise unanhörbar sein muß:


Die Aufnahme dieses in seiner ruhigen, abendlichen Besinnlichkeit perfekt zum heutigen Tag passenden Werkes ist übrigens exakt vor einem Jahr entstanden ... und, man glaubt es kaum, die derzeit einzige auf Youtube verfügbare Komposition dieses trotz seiner vielseitigen Begabung völlig der Vergessenheit anheimgefallenen österreichischen Komponisten ...

Winterzauber

Schon der junge, noch fast unbekannte Frederick Delius war ein Klangzauberer von hohen Graden, wie diese bezaubernde "Schlittenfahrt" beweist:



Weihnachtsgedanken





Freitag, 23. Dezember 2016

Heimito von Doderer

... dessen Todestag sich heute zum fünfzigsten Male jährt, sollte Gegenstand einer bereits angekündigten Würdigung auf diesem Blog sein. Doch der Mensch dachte und Gott lachte (wie m.W. Karl Kraus dieses Sprichwort paraphrasierte), und bescherte mir vor meinem Weihnachtsurlaub so viele dringende Termine, daß an die Muße, die solch ein Artikel fordert, nicht zu denken war. Es ist eben ein Unterschied, einige kecke Zeilen über Mutti zu schreiben, oder einen geistvollen Autor und Menschen sui generis gebührend zu würdigen ...

Alle Doderer-Fans mögen verzeihen, aber der Artikel wird bis irgendwann im nächsten Jahr aufgeschoben. Für die Urlaubszeit habe ich schon zwei andere Gedenktage »auf Halde«, bei denen ich mir vielleicht ein wenig leichter tue. Doch Doderer, will man nicht ganz platt bleiben (und mit so einem Artikel wäre den geschätzten Lesern dieses Blog ja auch nicht gedient!), erfordert seriöse Vorbereitung.

Indem ich also meine p.t. Leser um ein wenig Geduld bitte, verweise ich zugleich auf ein Diktum des hic et nunc also doch (noch) nicht gewürdigten, das da lautet:

»Die eigentliche Freude meines Lebens waren intensive Erwartungen.«
Tangenten. Tagebuch eines Schriftstellers 1940-1950, S.700

In welchen Sie, geneigte Leser (und, glauben Sie mir: durchaus im Einklang mit mir selbst!) hoffen, nicht getäuscht zu werden ...


Diese Fresse



... schreit doch geradezu nach einer Torte! Welche? Ach, das ist doch egal ...


Zwei Ansprachen





... wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Welch bestürzender Niveauverlust von der eindeutigen Entschiedenheit, mit der Helmut Schmidt die Sympathisanten des damaligen Terrors in die Schranken wies, hin zum "emotional" wirken sollenden, belanglosen Gesülze seiner Nachfolgerin, die statt den Terror als Terror zu benennen, sich in Phrasen von "unseligen Taten" die "Menschen, die gestern noch unter uns waren, die sich auf Weihnachten freuten" dann irgendwie "das Leben geraubt" hätten, ergeht.

Wie sehr verachte ich diese Frau, die im Bemühen, weiterhin auf ihrem gut gepolsterten Sessel sitzen zu können, alles und jedes verrät, was diesem ihrem einzigen Politikziel, am Ruder zu bleiben, abträglich sein könnte ...


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P.S.: Dank an den Löwenblog, der die Gegenüberstellung dieser beiden Ansprachen mit einem treffenden  Artikel begleitet.

In memoriam Heinrich Schiff



Einer der ganz großen Cellisten, ein großer Musikkenner und großer Mensch, ist vergangene Nacht nur wenige Wochen nach seinem 65. Geburtstag von uns gegangen ...



REQUIESCAT IN PACE 

Pech gehabt! Glück gehabt!

Na, war doch irgendwie ein Pech für einen pöhsen Terroristen, daß der seinen Ausweis zufällig verliert, nachdem er ein Dutzend Menschen plattgefahren hat! Und war's nicht ein Glück für die von Glück nicht verwöhnten deutschen Ermittlungsbehörden, daß sie deshalb gleich eine europaweite Fahndung rausschicken konnten?

Und war's nicht ein Pech für den pöhsen Sattelschlepperfahrer-Azubi, daß er dann bei einer bloßen Routinekontrolle den Katzelmachern in die Hände zu faqllen drohte? Und war's nicht ein Glück für die deutschen Behörden, daß nach dem Motto "Klappe zu, Maus tot!" die Geschichte noch vor Weihnachten gegessen ist, und keine blöden Fragen mehr gestellt und (horribile dictu!) gar beantwortet werden müssen.

Und ist's nicht ein Pech, wenn man von seinen Obertanen für derartig fetzendeppert gehalten wird, daß die glauben, daß man das glaubt? Und haben besagte Obertanen nicht ein Glück, daß der Deutsche Michel zum Großteil tatsächlich so doof ist?

It's an ill wind that blows nobody any good ...

Wir brauchen das offenbar!




Chapeau! "Vielfach ist derzeit in Politik und Medien ...

... die Rede davon, dass wir uns jetzt nicht spalten lassen dürfen. Wir sollen zusammenstehen, niemanden ausschliessen (am besten noch Kumbaya singen) weil ansonsten "die Terroristen ihr Ziel erreicht haben". Den vordersten aller Vereiniger macht unser Bundespräsident und führte aus: "Unser Deutschland bleibt ein Land der Freiheit, des Zusammenhalts und des inneren Friedens"­. Deshalb habe ich ein paar Zeilen an ihn.

Lieber Herr Gauck, auch wenn das für Sie jetzt ganz bitter sein mag: Wie sind keine geschlossene Gesellschaft die zusammensteht. Wir sind auch kein Land der Freiheit. Und mit dem inneren Frieden ist es so weit bald auch nicht mehr her. Das alles sind wir schon lange nicht mehr. Und dafür sind, bei aller Rücksichtnahme auf ihre Weltsicht, nicht die Terroristen verantwortlich sondern eher eine Gruppe verantwortungsloser Politiker und Journalisten. Und Sie höchstpersönlich, lieber Herr Gauck, haben zumindest bei ersterem und letzterem einen ganz ordentlichen Anteil daran."


Herr Kollege Llarian von "Zettels Raum": bitte vor den Vorhang! 




Donnerstag, 22. Dezember 2016

"Feigheit ist der Universalschlüssel zu den Narreteien dieser sturmreifen Zivilgesellschaft."

Mit dieser prägnanten Formulierung hat Michael Klonovsky einen seiner gewohnt treffsicher auf den Punkt kommenden Tagebucheinträge beschlossen.

Chapeau! Touché!

Dahin, dahin ...!




Es ist zwar nicht dasselbe Land, aber Zitronen blühen auch dort ... 

Bedeutende Menschen

... sind auch in ihren Irrtümern, und trotz ihrer Irrtümer bedeutend. Der Praeceptor Germaniae, als welchen ihn Thomas Mann einst gepriesen (und später schamhaft verleugnet) hat, Paul de Lagarde, Orientalist und selbstbekundeter "Prophet Deutschlands", ist so ein Fall. Aus Anlaß der 125. Wiederkehr seines Todestages sei an einen im wahrsten Sinne des Wortes "eigenartigen" Geist erinnert, an den sich heute keiner erinnern mag.
Paul de Lagarde stammt in männlicher Linie aus einer Familie Boetticher, die weitverzweigt im Braunschweig-Lüneburgischen, in Preußisch-Sachsen und in der Mark saß. Seine näheren Vorfahren wirkten fast hundertfünfzig Jahre hindurch als Pfarrer an den Grenzen der Altmark und des Herzogtums Braunschweig. Sein Großvater soll freilich nur wider seinen Willen Geistlicher gewesen sein. Er wird als heftig und leidenschaftlich, ja zornsüchtig geschildert, zugleich voll Energie und Trägheit. Seine Ehe war unglücklich; eine Disziplinaruntersuchung führte dazu, daß er aus seinem Amt entfernt wurde. Gewisse krankhafte Züge an Lagarde gehen wohl auf diesen Ahnen zurück.

Sein Vater Johann Friedrich Wilhelm Boetticher (1798 bis 1850) verband mit der Theologie humanistische Wissenschaft (klassische Philologie). Er wirkte als Lehrer am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Berlin . In ihm sollen sich schon die Grundzüge von Lagardes Wesen gezeigt haben: unbestechliche Charakterfestigkeit, opfermutige Hingabe an Wahrheit und Leben, heißblütige Frömmigkeit, strengste Gewissenhaf-tigkeit, unbändiger Fleiß, ausgebreitete Gelehrsamkeit, vor allem aber eine glühende Vaterlandsliebe. Im Jahre 1825 hatte er sich mit Luise Klebe verheiratet, der Tochter des Ökonomiekommissars Klebe in Berlin, deren Familie (nach Lagarde) wohl aus Cleve eingewandert war; ihr Name Klebe leitet sich von Cleve ab. Mütterlicherseits entstammte Luise Klebe der Familie de Lagarde.

Diese waren ursprünglich in Metz ansässig. Sie betrieben die Gerberei, waren angesehen und wohlhabend, aber nicht adlig; ihr Name stammt wohl von einer in Metz an der Mosel hin führenden Wallstraße (rue de la garde). wie die meisten Angehörigen der sog. »französischen Kolonie« in Berlin waren die Lagarde um ihres protestantischen Glaubens willen 1634 aus Frankreich vertrieben worden, von einem der Lagarde soll Friedrich der Große gesagt haben: »Mein Nachbar Lagarde und ich sind die fleißigsten Menschen in Preußen.«

Luise Klebe hatte aus ihrer Ehe mit Wilhelm Boetticher zwei Kinder: ein Töchterchen Marie, das 1826 geboren wurde, aber schon in demselben Jahre starb, und Paul, geboren am Allerseelentage 1827 in Berlin im Hause Kochstr. 13. Schon am 14. November starb seine Mutter, kaum neunzehnjährig. Sie soll von lieblichem Wesen und reichem Gemütsleben gewesen sein. Des mutterlosen Knaben nahmen sich in den ersten Jahren zwei Tanten seiner Mutter an: Eleonore Klebe und Ernestine de Lagarde. Von dieser, die ihn später adoptierte, übernahm er auch den Namen. Von der ersteren erzählt Lagarde: »Sie pflegte nach dem Tode ihrer Nichte Luise bis zur Wiederverheiratung des Witwers deren Sohn, dem sie auch später von ihrer Armut zuliebe tat, was sie vermochte. Das erste Material für seine persischen Studien hat sie ihm geliefert. Sie starb am 18. Juni 1861 zu Berlin (geb. 1778), noch auf dem Sterbebett in ihrer tiefsten Armut mit ihren 83jährigen langen weißen Haaren, der großen Hakennase und den kleinen scharfblickenden blauen Augen eine Erscheinung, die an das alte deutsche Heidentum erinnerte, von dem ihr Großneffe ein gutes Stück in sich trägt.«

Im Jahre 1831 verheiratete sich Lagardes Vater, Wilhelm Boetticher, wieder, und zwar mit Pauline Segert, der Tochter eines angesehenen Berliner Arztes. Ein Töchterchen aus dieser Ehe war für Paul eine zärtlich geliebte Gespielin; es starb freilich schon im dritten Lebensjahr. Auch zwei Knaben gingen aus dieser Ehe hervor; mit dem jüngeren der beiden Halbbrüder war Paul in inniger Freundschaft verbunden bis zu dessen Tode im Jahre 1885. Von seiner Stiefmutter hat er später bezeugt, daß sie ihm »eine sorgsame Mutter gewesen, und daß ihre milde Reinheit, die Schlechtes gar nie für möglich hielt, in ihren letzten Lebensjahren, nachdem ein schwerer Druck von ihr genommen worden, wieder in ihrer ganzen Liebenswürdigkeit hervorgetreten sei«.

Dieser »schwere Druck« ging von der religiösen Entwicklung des Vaters aus. Er war – wie Lagardes Frau in ihren »Erinnerungen« erzählt – ursprünglich nicht nur »eine grundtüchtige, aufs Ewige gerichtete, sondern auch eine frische, allem Schönen und Edlen zugängliche Natur« gewesen. Er hatte sich zunächst der frei-geistigen Auffassung des Christentums, wie sie Schleiermacher vertreten hatte, angeschlossen, er hatte als junger Lehrer am Pädagogium in Halle mit Begeisterung Musik getrieben, hatte Goethe und Shakespeare geschätzt. Mehr und mehr hat sich nun seine Religiosität in der Richtung einer engherzigen, äußere Kirchlichkeit überschätzenden Orthodoxie entwickelt. »Der Sohn hat vom Vater neben der Unbestechlichkeit des Charakters den Sinn für Religion mitbekommen, aber dieser bei beiden die Grundlage fürs Leben bildende Sinn für Religion hat sich bei beiden in gerade entgegengesetzter Weise ausgebildet: traurig, krankhaft, alles um sich herum verkümmernd bei dem Vater, kräftig, gesund und Frucht tragend bei dem Sohne.«

»Jene stetig zunehmende ungesunde Religiosität verdunkelte das Haus mehr und mehr: dem Hausherrn ging allmählich der Zusammenhang mit dem praktischen Leben völlig verloren, und auf die ganze Familie legte sich ein Druck, der jede freie Bewegung hemmte, jede unbefangene frohe Regung erstickte. In solcher Atmosphäre gedeiht kein Mensch: Lagarde bezeichnet sich selbst als einen in ihr krumm gewachsenen Baum, an dem keine Freude zu haben sei.«

In ihm lebte ursprünglich ein tiefes Bedürfnis, geliebt zu werden – so trauerte er zeitlebens der so früh verstorbenen Mutter nach –; und selbst zu lieben und zu verehren war geradezu Lebensbedingung für ihn. Dem entsprach in keiner Weise der vom Vater beherrschte Geist des Hauses. Nur wiederholte Besuche bei Brüdern des Vaters, die auf dem Lande lebten, waren Lichtpunkte in Pauls verdüsterter Jugend. In der Schule war er allen voran, aber auch hierfür hörte er vom Vater nie ein Wort der Anerkennung. Außerordentlich knapp hielt dieser ihn auch während der Studienzeit. Durch Lesen von Korrekturen verdiente sich Paul etwas Geld; manche notwendigen Bücher schrieb er sich ab, um sie nicht kaufen zu müssen, und zwar – wie seine Frau erzählt –, »um Papier zu sparen, auf so engen Linien und mit so winzigen Buchstaben, daß es mich schmerzte, die Blätter nur anzusehen, zumal bei dem Gedanken, daß dies alles mit den armen Augen hatte geschehen müssen, deren Schwäche z. B. den Militärdienst ausschloß«.

»Unterstützungen und Stipendien, die als Anerkennung und zur Aufmunterung seines Fleißes dem Jünglinge zufielen, nahm ohne weiteres der Vater an sich, um sie diesem oder jenem frommen Hause oder Menschen zuzuwenden.« Die einzige Erholung während und nach der Studienzeit war für Paul, täglich in einer Abendstunde, während der Vater ausgegangen war, auf dem Klavier zu spielen, das – um der Hausandachten willen – vorhanden war. Seine Neigung für Musik wie auch seine Begabung dafür war groß. (Für seine Frau gab es später »nichts Ergreifenderes und zugleich Beruhigenderes, als ihn phantasieren zu hören«.)

Je mehr Paul auch wissenschaftlich heranreifte, um so mehr vertiefte sich der Gegensatz zum Vater. Dieser war »ein tüchtiger Kenner des Griechischen und Lateinischen, ein angesehener Lehrer beider Sprachen in den oberen Gymnasial-klassen; aber er war nicht zu bewegen, wo es sich um Feststellung einer falschen Übersetzung bei Luther oder sonst um einen Streitpunkt über biblische Bücher handelte, die Vergleichung mit dem griechischen Texte auch nur zu versuchen. Das begriff der Sohn nicht; zu einer solchen Beschränktheit des Blickes hatte in seinen Augen der Vater mit seinem Wissen und Können kein Recht: während umgekehrt der Vater im Sohne nur ein ungehöriges Pochen auf sein Wissen und Können, einen gänzlichen Mangel an Ehrerbietung und Demut sah«.

Jahre hindurch ward an den Sonntagabenden offenes Haus gehalten. Der Vater sah mit Befriedigung auf die sich um ihn versammelnden frommen Seelen: während nicht nur der älteste (Paul), sondern sogar schon der noch recht jugendliche und harmlose jüngste Sohn zu bemerken glaubten, vielen dieser Andächtigen säße die Seele im Magen, und an den – bewußten und unbewußten – Heuchlern Anstoß nahmen. Der Vater durchschaute in seiner eigenen Reinheit solche Heuchelei und Liebedienerei nicht, sie mochte noch so augenfällig sein; jeder Hinweis auf dergleichen reizte ihn und bewies ihm von neuem den Hochmut des Sohnes, zu dem auch der Jüngste mit verführt werden sollte.

Vertieft wurde endlich noch der Konflikt durch die politischen Ereignisse des Jahres 1848. Im Gegensatz zu dem starren reaktionären Konservatismus des Vaters bildete sich Paul damals die Anschauungen, die er 1853 in einem Vortrag und 1884 in seinem »Programm für die Konservative Partei Preußens« dargelegt hat.
Wer Paul de Lagardes Schriften gelesen hat (und das lohnt sich durchaus, auch und gerade wenn man mit Inhalt und Tendenz nicht übereinstimmt!), der wird seine Abstempelung zum "Wegbereiter und geistigen Ahnherrn des Nationalsozialismus' in Deutschland" recht platt und kurz gegriffen finden. Und in der Tat: allmählich scheint eine differenziertere Betrachtung (natürlich mit allen denkbaren Kautelen abgesichert) Platz zu greifen. Konnte DieZeit 2007 noch vollmundig "Misanthrop und Judenhasser" dahinschreiben, so zeigt eine Rezension zu Ulrich Siegs Buch Deutschlands Prophet. Paul de Lagarde und die Ursprünge des modernen Antisemitismus, im selben Jahre erschienen, schon einige Nuancen, die früher durch die Nazi-Keule plattgemacht zu werden pflegten.

Nicht, daß LePenseur die Gedankenwelt Paul de Lagardes besonders nahestünde: aber man vertieft seine eigenen Anschauungen nicht durch die Lektüre "immer desselben", sondern nur durch die des "ganz anderen" ... 


Der „intellektuelle“ Rinderwahnsinn

... der bereits in Stockholm grassierte, als sie ein abgetakeltes Idol der Alt-Achtundsechziger, einen, der nicht dichten und dieses dilettantisch zusammengereimte Geschreibsel dann auch nicht einmal singen kann, mit dem Literaturnobelpreis auszeichneten, hat jetzt nach Wien übergegriffen:

Roščic: Vom „Presse“-Robo über die Ö3-Reform zur Klassik-Starmania


Bogdan Roscic
Bogdan Roščić / Bild: (c) APA (HERBERT NEUBAUER) 
Porträt. Wie der designierte neue Staatsoperndirektor Bogdan Roščic durch die Institutionen ging – und was er über Pop, Klassik und Oper sagte und sagt.

 (DiePresse.com

Wien. „Gabba, gabba, hey!“ Dieser Slogan der US-Punkband Ramones stand auf dem T-Shirt, das „Presse“-Popkritiker Bogdan Roščić getragen haben soll und an das sich ältere Redakteure noch erinnern können. Chefredakteur Thomas Chorherr soll über das „Ruderleiberl“ laut die Stirne gerunzelt haben . . . Das war 1989, Roščić, in Belgrad als Sohn eines Ärztepaars geboren, 1974 nach Linz emigriert, hatte soeben am Philosophieinstitut der Universität Wien mit einer Dissertation über Theodor Adorno promoviert, in einer Zeit, als dort verschwurbelte postmoderne Philosophen à la Derrida und Deleuze en vogue waren. Die einzigen französischen Philosophen, die er kenne, seien Asterix und Obelix, höhnte er einmal.

Jemand, der eine ganze philosophische Tradition von Montaigne, Descartes, Pascal, über Voltaire, die Enzyklopädisten, bis hin zu Comte und Bergson (lassen wir die Existenzialisten des 20. Jahrhunderts mal beiseite ...) entweder nicht kennt und/oder versteht (oder zu borniert ist, sie kennenlernen und/oder verstehen zu wollen, und dafür „was über Adorno“ schreibt), der sich in der Vergangenheit höchstens als verschwurbelter „Reformer von Ö3“ und Manager von Plattenfirmen wichtig machte: so einer soll also die Wiener Staatsoper leiten.

Warum eigentlich nicht Hansi Hinterseer? Der wäre wenigstens kein Kotzbrocken ...
... was er bei der Vorstellung als Opernchef sagte: „Die Oper wird seit 1945 totgesagt. Sie hat Bedeutung verloren.“ Die geringe Rolle zeitgenössischer Werke sei „die große Achillesferse des Betriebs“: Denn: „Oper war einmal ausschließlich zeitgenössisch. Es wäre grotesk gewesen, wenn ein Werk nicht neu gewesen wäre. Dahin zurückzukehren, auch wenn das natürlich so nicht realistisch ist, muss das Ziel sein.“
Gnade! Erbarmen! Welche  zeitgenössische Opern will er denn spielen? Unanhörbares Gegacker aus dem Hühnerhof der „PostAdornistas“? Oder gefällige Fusionsküche frei nach dem Motto „Ligeti goes Madonna“? Na, wenigstens ist er selbst überzeugt von seiner Mission, wie DiePresse ganz ergriffen notiert:
So wirkt auch glaubhaft, wie er seinen Wechsel von der Plattenindustrie an die Oper beschrieb: „Es ist die wichtigste Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe.“ Dass er sich gleich verbal in die Fußstapfen Mahlers stellte, zeigt: Das Gefühl für große Gesten hat er.
Man könnte freilich auch Größenwahn dazu sagen. Oder eben: Rinderwahnsinn ...


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P.S.: Unterberger findet passende Worte über die linke „Kultur“-Schickeria

Mittwoch, 21. Dezember 2016

„Wir haben neulich im Kabinett diskutiert ...

... dass das Umschreiben einer syrischen Fahrerlaubnis in eine deutsche 500 Euro kostet. Und natürlich hat ein Flüchtling nicht sofort 500 Euro. Also hilft da vielleicht ein Darlehensprogramm. Wenn man dann verdient, kann man diese 500 Euro zurückzahlen, es werden überall Kraftfahrer gesucht.“ (Quelle)

Wünschte sich Mutti in einem Interview am 15. September 2016. Nun, ihr Wunsch nach Kraftfahrern beginnt mittlerweile auch ohne Darlehensprogramm in Erfüllung zu gehen ... 

... und wann geht Mutti?

Gastkommentar: ER ist wieder da ...

von Nereus
21.12.2016, 11:52

Nein, nicht A.H., sondern der Ausweis.

Wir erinnern uns.

2001 flatterte ER aus einem brennenden Wolkenkratzer und einem komplett zerstörten Flugzeug.
ER wurde auch in Paris in einem Auto über ein Jahrzehnt später gefunden.
Und nun ist ER wieder da – der Ausweis.

Die Polizei verfolgt nach SPIEGEL-Informationen eine neue Spur zum Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin. Unter dem Fahrersitz im Tatfahrzeug fanden die Ermittler ein Ausweisdokument, offenbar eine Duldungsbescheinigung. Das Dokument ist auf einen tunesischen Staatsbürger namens Anis A. ausgestellt, 1992 in der Stadt Tataouine geboren. (Quelle)

Nein, ich rege mich nicht mehr auf ...
Das ist alles völlig normal in Merkelistan.

Also, ich plane einen Anschlag mit einem Fahrzeug.
Ich plane nicht nur, wie ich den Schaden anrichte, sondern auch wie er nach der Tat am besten entkomme. Geflüchtet war er ja – der Täter, gell?

Und was macht unser Wunderkind aus Tunesien?
Er „versteckt“ seine Papiere unter dem Fahrersitz und „vergißt“ diese bei der Flucht, weil die Oberbekleidung keine Innentaschen hatte. Oder flüchtete er gar nackt?

Was soll man da noch sagen?

„Beate Zschaepe, übernehmen Sie den Fall!“

Gutmenschen im vollen Flug

von Fragolin

Es hat etwas mit der konsequenten Verweigerung all dessen zu tun, was diesen Menschen nicht in ihr Weltbild passt:

Sie faseln zwar von „Diversität“, setzen aber voraus, dass alle Menschen gleich sind. Sie lehnen zwar die Existenz des (wissenschaftlich nachgewiesenen!) Gechlechts von Menschen ab, behaupten aber dafür, dass das Geschlecht nur ein psychologisches Konstrukt ist, welches sich jeder selbst zusammenzimmern kann, wie er/sie/es/x will. Wo ist der Denkfehler? Abgesehen von dem Punkt, an dem die Vertreterinnen der Vielgeschlechtertheorie dem Mann und seinem Patriarchat vorwerfen, alle anderen zu unterdrücken – nach ihrer Theorie gibt es „den Mann“ zwar nicht, aber Schuld daran, dass sie vor Blödheit und Realitätsverweigerung nichts gebacken bekommen, als einen aufwands-entschädigten NGO-Hilfsjob, ist er dann doch, aber das nur am Rande ... Ganz einfach: Natürlich kann jeder Mensch glauben, er wäre ein Adler. Er kann auf ein Hochhaus klettern, seine als Arme getarnten Schwingen ausbreiten und losfliegen. Die wissenschaftlich nachweisbare Realität der Divergenz zwischen „Wollen“ und „Sein“ kommt spätestens beim Aufprall zum Tragen. Aber bis dahin hatte er ’ne geile Zeit.

Unsere Gutmenschen sind im vollen Flug, sie fühlen den Wind unter ihren Flügeln und hassen jeden, der ihnen einzureden versucht, das komische Graue da vorne in Flugrichtung wäre der Asphalt, auf dem sie bald aufschlagen. Sie halten Realisten für Spaßbremsen. Leider haben sie uns an die Hand genommen, als sie abgesprungen sind. Und wir haben keine geile Zeit bis zum Aufprall, weil wir wissen, dass wir nicht fliegen sondern fallen.

So wie sie jedem Menschen zugestehen, seine eigene Existenz im Kopf konstruieren zu können, glauben sie gleichzeitig, alle Menschen müssten ihrer messianischen Weisheit und moralischen Überlegenheit sofort verfallen und ihre Konstruktion der eigenen anpassen. Acht Stunden Werteschulung und alle sind gleich. Dass Menschen nach zwanzig, dreißig Jahren Sozialisation in einer gewaltaffinen, archaischen, brutalen Gesellschaft ein ganzes Bündel eingepresster Meme mitbringen, die so gar nicht zu unserer Umwelt passen, geht denen nicht in ihren verbohrten Schädel. Sie sehen zwar, dass selbst unter jahrelanger hartnäckiger Indoktrination selbst hier die Hälfte der Leute das Spiel nicht mitzumachen wünscht und verhetzt sie deshalb als Nazis und Irgendwasphobiker, aber sie glauben felsenfest, jeder Dahergelaufene wäre sofort von ihnen so begeistert, dass er alles aus seiner Sozialisation vergisst und ihnen jubelnd nachläuft. Da sitzen dreißig junge Männer grinsend vor einer hilflos stammelnden Junglehrerin, die sich ein bisschen Geld dazuverdienen und etwas „Gutes tun“ will, und interssieren sich nicht die Bohne für ihr Gelaber, aber sehr für den Inhalt ihres Pullis. Denn das Gelernte „Wissen ist Sünde, das Gerede der Ungläubigen uninteressant und deren Weiber darfst du ficki-ficki“ lässt sich nicht dadurch löschen, dass man sein eigenes Weltbild vor denen ausbreitet. Es ist Größenwahn, eine Art Messias-Komplex, zu glauben, man könne die edlen Wilden ruckzuck abrichten wie Straßenköter. Der Umgang dieser Leute mit jenen Glücksrittern und Kriminellen, die das lachend ausnutzen, ist menschenverachtend. Ihre ständige Behauptung, man müsse denen alles nachsehen, setzt sie auf das Level Unmündiger, geistig Minderwertiger, Besachwalteter. Und dann wundern sich diese Gutmenschen auch noch, wenn sie von ihren „Schutzbedürftigen“ im besten Falle verachtet werden und im ungünstigen gehasst.

Wenn sie in Konstruktivismus, den sie ja so anhimmeln, aufgepasst hätten, dann wüssten sie, dass jedes Konstrukt von innen gebaut wird und Baupläne von außen nicht akzeptiert werden. Wenn jemand in seinem Kopf als einziges Werkzeug einen Hammer hat, macht er aus jedem Problem einen Nagel (das kennen die doch selbst von ihrer Antifa: Wenn das einzige Feindbild der „Faschist“ oder „Nazi“ ist, wird einfach jeder, bei dem man ein bisschen Randale machen will, zum Faschisten oder Nazi erklärt und fertig). Viele der Menschen die jetzt zu uns kommen, dieser „Geschenke“, haben keinen Hammer im Kopf sondern eine Machete, eine Axt oder ein Sturmgewehr. Das ist so, dort, wo sie herkommen. Da muss man schon den Fortschritt anerkennen, wenn sie hier auf LKW umsteigen. Aber die Lösung für Probleme, nämlich irgendwem die Schuld geben und sich dann hasserfüllt auf ihn zu stürzen und ihn unter „Awahuackba!“-Gekreisch zu schächten, haben etliche aus ihrer Kinderstube mitgebracht und wenn sie nicht mehr weiterwissen, dann holen sie eben die bisher eingesetzte Routine hervor. Bekommst du keine Frau, dann such dir eine, die keinen familiären oder gesellschaftlichen Schutz genießt (und das sind bei uns fast alle) und arbeite dich an der ab. Willst du was haben, dann nimm es einem Kuffar weg, denn laut der Fatwa des Imams seines Vertrauens haben die Ungläubigen alles, was sie besitzen, den Muslimen gestohlen (ja, das ist wirklich deren Auslegung; selbst unsere Erfindungen haben wir ihnen gestohlen, denn Allah hat sie uns nur machen lassen, um sie den Muslimen zu schenken).

Diese Leute kommen mit einem fertig in ihr Oberstübchen eingemeißelten Konstrukt hier an. Und ein Teil dieses Konstruktes besteht aus einer Mauer mit Stacheldraht und Selbstschussanlage. Wer immer von außen auch nur Zweifel einsäen möchte, lebt gefährlich. Schon die reine Existenz von Menschen, die zweifeln, ist unerträglich. Und genau an diesem Punkt findet sich die Bruderschaft zu den Grünen und Gutmenschen. Deswegen werden wir die auch nicht ändern. Müssen wir aber auch nicht. Es würde genügen sie auszulachen und ihnen keinen Cent Geld für die Durchführung ihrer Eigentherapie zur Verfügung zu stellen.

Müssten die erst alles aus eigener Tasche zahlen und die volle Bürgschaft für die Taten ihrer Schützlinge übernehmen, hätte der Spuk bald ein Ende.


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Obiger Text wurde erstmals als Kommentarposting auf OrtnerOnline zu einem Zitat von Katrin Göring-Eckardt veröffentlicht.

Winterbeginn

Exakt jetzt (21. Dezember 2016, 11:44 MEZ)


Dienstag, 20. Dezember 2016

Sorry ...

Kein Artikel mehr für heute (und vielleicht auch morgen?) ...


... aber die Weihnachtsfeier mit Mitarbeitern und Klienten geht vor.

Den Ermordeten und Verletzten, den Hinterbliebenen und Angehörigen des Anschlags von Berlin

... gebührt unsere tiefempfundene Anteilnahme!


ANGELA MERKEL


hingegen wird aufgefordert, sich bei den Opfern, ihren Angehörigen und Hinterbliebenen persönlich (!) zu entschuldigen, und es nicht bloß mit billigen Wortspenden in den Systemmedien bewenden zu lassen.

Danach möge sie endlich ihre politische Verantwortung für das Problem mit der Massenzuwanderung religionsstimulierter Fanatiker aus diversen geistig zurückgebliebenen Ländern übernehmen und

ZURÜCKTRETEN!

Montag, 19. Dezember 2016

Kling, Glöckchen, klingelingeling ...

Nun, wir wissen nicht, ob der Attentäter in Ankara mit einer Glock-Pistole unterwegs war. Warum ein Polizist einer türkischen Polizei-Spezialeinheit eigentlich einen russischen Botschafter erschießt, der gerade eine Ausstellung eröffnen will, werden wir auch nicht leicht klären können, denn der Attentäter wurde leider, leider selbst erschossen. Tja, das senkt die Aufklärungsrate, und wir können daher davon ausgehen, daß der pöhse Gülen dahintersteckt. Oder die pöhse PKK. Oder alle beide. Wie uns der Erdowahnsinnige morgen sicher als gesichteres Ermittlungsergebnis verkaufen wird ...

DiePresse-Leser sind jedenfalls etwas skeptisch:
Tobacco Island
19.12.2016 21:11
Bezeichnend ist, 
dass der Mann erschossen wurde. Nötig wäre das nämlich sicher nicht gewesen. Nach den Fernsehbildern ist der Mann auf der Galerie wie ein Weihnachtsmann herumspaziert. Mit einem Präzisionsgewehr (ein solches wird ein "Einsatzkommando" der Polizei wohl mit haben) hätte man ihm, gefahrlos aus der Deckung, locker die rechte Schulter zerschießen und ihn festnehmen können. Zeit wäre offenbar genug vorhanden gewesen. Aber vielleicht wollte man ja auch nicht, dass mit dem Mann noch irgendwer spricht...
Ein anderer Kommentarposter meint gar sarkastisch:
Zusammen Fassung
19.12.2016 20:48
Es gilt die Unschuldsvermutung 
Nix hat mit nix zu tun.
Bloß weil er "Gott ist groß" geschrien hat, heißt das ja nicht, dass er nicht eventuell unter paranoider Schizophrenie gelitten hat.
Vielleicht hatte er eine schlechte Kindheit. Zu wenig Liebe, zu viel Strafe. Nicht genug Obst und Gemüse. Teddy-Bär vorzeitig verstorben. Auch ein Posttraumatisches Belastungssyndrom kann niemals ganz ausgeschlossen werden.
Ganz bestimmt hat er auch den Koran falsch verstanden.
Es gibt 100 gute Gründe, warum nix mit nix zu tun hat und der Täter das eigentliche Opfer ist.
Interessant eine Beobachtung eines Kommentarposters zum gezeigten Video:
Nudelaugbaendiger
19.12.2016 20:15

Der Polizist
hebt auf dem Video seine Linke Hand :D tja wen es wirklich ein Muslim wäre der für Aleppo Rache nähmen wollte hätte er niemals die Linke Hand sondern die Rechte Hand gehoben und geschworen,nicht einmal das können diese Fettö Kleinhirne anständig spielen, tja Gewohnheiten die Linke zu heben verursachen Regiefehler 
Und in der Tat: in seinen Orientaufenthalten hat LePenseur sehr unmittelbar erlebt, wie pikiert Menschen dort reagieren, die man bloß mit einer Geste der linken Hand grüßen möchte ...

In Berlin ist die Situation nach dem in einen Weihnachtsmarkt gerasten LKW ähnlich unübersichtlich. Die Polizei gab Anweisung, "keine Gerüchte" zu verbreiten, also tut LePenseur solches auch nicht. Wir wissen, daß nix mit nix zu tun hat, und das muß reichen. Ach ja: des Bundesgaucklers Wortspende ("Das ist ein schlimmer Abend für Berlin und unser Land") paßt auch eher zu einem verlorenen Europa-Cup-Finale als zu den aktuellen Geschehnissen ...

Aber vielleicht klingelt bei manchen Politruks in Berlin ein Glöckchen, daß Muttis "alternativlose" Zulassung einer Musel-Invasion nicht ganz das Gelbe vom Ei war. Und vielleicht merkt sogar die lame duck im Weißen Haus, daß der Versuch eines geopolitisch so profitablen Umsturzes in Syrien inzwischen Folgen zeitigt, an die von den Neocon-Pfeifen und One-World-Ordnern keiner gedacht hatte ...





"Dem Menschen Bergoglio gilt mein Glückwunsch zu Erreichung des 80. Lebensjahres, dem Papst Franziskus I. nicht"

... lautet der Schlußsatz eines lesenswerten Artikels von Peter Helmes, der sich mit dem akuellen Papst auseinandersetzt, und diesen, sowie seine öffentliche (Selbst-)Darstellung, doch einigermaßen auseinandernimmt:
Papst Franz 80 J. – und niemand scheint´s zu interessieren
Von Peter Helmes

Aha, Papst Franz´ Geburtstag jährte sich am 17. Dezember. Geboren 1936, ist er also nun 80 Jahre alt. Die Laudationes halten sich in Grenzen, meine Glückwünsche erst recht. Er gab zu seinem Geburtstag ein typisches Muster seiner Lebenseinstellung zum Besten: Tu bescheiden und sorge dafür, daß die ganze Welt darüber redet. „Seht her, er feiert nicht, dieser bescheidene Mann!“, skandieren seine Anhänger.
Meine Stammleser wird nicht überraschen, daß ich dies (ganz) anders sehe. Die Geste der offen gezeigten Demut und Bescheidenheit hat dieser Papst zu seiner Marke erhoben, er zelebriert sie – ganz unbescheiden. Nähme ich ihn ernst, müßte ich (als Rheinländer) ihm eine alte rheinische Weisheit entgegenhalten: Verzicht ist gut – aber manchmal des Guten zuviel. Wer nicht richtig feiern kann, hat ein Defizit!
Gottes Kinder sind fröhlich – und keine Trauerklöße. Und die Botschaft Jesu wird als „Frohbotschaft“ bezeichnet – und nicht als Aufruf zu kollektiver Trauer!
Sein Vorgänger, Papst Benedikt XIV., war (ist) ganz gewiß ein besonderes Muster von Bescheidenheit. Übertriebene Askese ist seine Sache aber nicht – eben weil Benedikt die Stärken und Schwächen eines Menschen sieht. Seine eigene “Masche“ oder „Marke“ öffentlich ins Schaufenster zu stellen, wäre Papst Benedikt niemals eingefallen.
Chapeau! Touché!



Heute vor hundert Jahren

... wurde Elisabeth Noelle-Neumann geboren. Ihre Theorie der Schweigespirale ist heute in unserer real existierenden Medienlandschaft unmittelbar plausibel, eigentlich mehr denn je. Wikipedia und die mit der Gnade der späten Geburt gesegneten wären nicht die, die sie sind, machten sie ihr nicht aus recht marginalen Berührungspunkten mit der NSDAP (deren Mitglied sie nie war) Vorhaltungen. Aus einem 94 Jahre dauernden Leben, dessen eigentliche wissenschaftliche Spitzenleistungen erst nach 1945 erfolgten, werden die zwölf Jahre des "1000jährigen Reichs" so ausgewalzt, daß sie ca. die Hälfte der Biographie im Wikipedia-Artikel ausmachen. 

Zum interessanten Vergleich kann man sich den ca. gleichlangen Artikel über Pablo Neruda ansehen, dessen stalinistische Verstrickungen von drei Seiten Biographie gerade mal ein paar Zeilen ausmachen. .
Ist aber vermutlich bloß reiner Zufall ...



Samstag, 17. Dezember 2016

"Beauty knows no nationality, and 'The Ethnic Origins of Beauty' proves it."

... beginnt ein Artikel auf einer Website mit dem possierlichen Namen "boredpanda.com", und setzt fort mit einem edel-sei-der-Mensch-hilfreich-und-guten Statement:
“To reach the hearts of the wider international and multicultural public, the language of beauty has been chosen,” reads the project’s website. “The objective of this project is to show the real scale of ethnocultural diversity in a full, systematic and creative way; to illustrate each and every distinctive ethnicity, however small it is, and whatever its official status.”
Wow! Jetzt sam'ma aber gespannt wie ein Regenschirm (oder: "wia a Pfitschipfeil", wie der Wiener zu sagen pflegt) ...

Und dann werden uns jede Menge Photos angeblicher oder tatsächlicher Schönheiten (die wohl im Auge des Betrachters zu liegen haben) vorgeführt:

 
... und so weiter durch aller Herrren (und Damen) Länder & Pigmentierungsstufen, bis hin zu


Nun: "Der Vergleich macht Sie sicher ..." lautete ein wohlbekannter Werbeslogan, und der Vergleich zwischen angeblichen und wirklichen Schönheiten macht wenigstens LePenseur sicher: das "German Fräulein" ist eindeutig die ansprechendeste von ihnen (obwohl nicht einmal in der von LePenseur bevorzugten Haarfarbe).

Doch das ist selbstmurmelnd nur ein rassistisches Vorurteil! Wir müssen natürlich mindestens das Fräulein Chuvash (welche Bezeichnung ich bislang nur in der Schreibweise Kuvasz als Hundesorte kannte, aber man lernt immer dazu!) noch viel reizender finden. Und natürlich auch alle Negerinnen, versteht sich sowieso!

Einfach ein Mädchen schön zu finden, dessen Gesicht weder Dumpfheit, noch Laszivität, auch nicht Berechnung zeichnet, ein Mädchen, das weder zickig, noch doof, noch verschlagen dreinblickt, mit einem Wort: ein Mädchen, das einfach herzerwärmend umgänglich, nett und anständig aussieht ... also das geht gar nicht. Das wäre doch Mutterkreuz hoch Autobahn!

Nun, auch das krampfhafte Bemühen, alles und jedes (solange es nur unter der Flagge der diversity segelt) schön finden zu müssen, sagt einiges über den Geisteszustand einer Gesellschaft aus ...