Mittwoch, 29. Februar 2012

Getürkte Wut

Wir sind mehr. Wir sind jünger. Wir sind hungriger. Unsere Wirtschaft wächst schneller. Wir sind stärker.
zitiert »Die Presse« einen Wut-Türken namens Inan Türkmen. Sein Buchtitel soll provozieren: »Wir kommen«.

Ich würde sagen: die Türken brauchen nicht zu kommen, sie sind schon da. Mehr, als Österreich brauchen würde (unser Bedarf an ungelernten Hilfarbeitern und an Gemüsehändlern ist recht überschaubar). Und sie beziehen jede Menge Sozialleistungen. Und ihre Angehörigen auch. Und da sie nichts zu tun haben, und ihnen unsere Sozialleistungen ein — für anatolische Begriffe — sorgenfreies Leben in Geruhsamkeit erlauben (allein mit den getürkten Kinderbeihilfezahlungen kann man in Anatolien Familien ernähren und ganz Häuser bauen), zeugen sie Kinder. Deshalb sind sie mehr. Und jünger. Allerdings: hungrig wirken sie nicht auf mich — wenigstens nicht die vielen rundlichen (um nicht zu sagen fetten) Frauen mit Kopftuch und Ganzkörperummantelung, die man, ihre Kinderwägen schiebend, in Wien auf jeder Straße sieht.

Die Wirtschaft in der Türkei wächst vorallem dank der üppigen Transfergeldzahlungen aus der EU. »Stärker« ist höchstens die Armee (und auch die nur dank Sponsoring durch USA und Nato). Die Türken sollten der Realität ins Auge blicken: sobald sie »gekommen« sind (z.B. um Kinder zu zeugen), ist es mit ihrer Stärke auch schon vorbei. Denn sie brauchen unsere Steuern, um weiter ihre Transferleistungen zu bekommen. Blöd für sie ist nur eines: sie vernichten mit dieser Vorgangsweise ihre Wirtsvölker. Das haben sie ja schon seinerzeit mit Byzanz, Griechenland und dem christlichen Balkan gemacht, und dann mit Piraterie und Eroberungskriegen im ganzen Mittelmeerraum und bis nach Mitteleuropa versucht. Irgendwann war das Terrain abgegrast und die unterworfenen Völker entweder pleite, oder derart sauer, daß sie die Türken mit Waffengewalt rausgeschmissen haben. Wien 1683 etc., bekannterweise.

Mag schon sein, daß das den Europäern heute nicht mehr gelingt. Nun, dann sind die Türken eben Möchtegern-Potentaten eines Pleite-Imperiums. Darin haben sie ja schon reiche Erfahrung ...

Dienstag, 28. Februar 2012

Wovon Andrea Nüsse Ahnung hat und wovon nicht ...

... das kann man wunderbar einem ihrer jüngsten Artikel auf www.tagesspiegel.de entnehmen: »Syrien: Wie lange will die Welt noch zusehen?« Seit Marci Tulii Ciceronis berühmter Frage »Quousque tandem abutere, Catilina, patientia nostra?« wurde wohl keine so aufrüttelnde Phrase gedroschen wie von dieser Frau, die Nüsse heißt und ebensoviel Ahnung hat. Wovon auch immer ...

Auf solche Artikel mit solchen Fragen folgen dann auch die passenden Kommentare. War schon immer so, kennt man ja ... »Wollt ihr den totalen Krieg?« »Jaaaaaa!« ... Beziehungsweise:
von 09we|26.02.2012 23:46 Uhr

Die einzige
Chance ist, Syrien total zu isolieren. Nichts darf rein, nichts darf raus. Auslandskonten einfrieren. Flugverkehr einstellen, also keine Landeerlaubnis für Flüge aus Syrien. Syrische Politiker, Geschäftsleute etc. die Einreise verweigern, egal woher sie kommen. Die syrischen Botschaften bis auf Konsularvertretungen schließen.

Diese Maßnahmen weltweit. China und Russland können wir ignorieren.

Die Türkei bei ihren bemühungen unterstützen.
O HErr, laß' Hirn regnen! Oder in den Worten
von klaus_weiss|27.02.2012 10:59 Uhr
@09we
Diese Maßnahmen weltweit. China und Russland können wir ignorieren.
Genau, den russischen Stützpunkt militärisch blockieren. So stellt sich Klein Fritzchen eine Verbesserung der Lage vor. Sie werden Ihren Schatten im Lichtblitz nicht einmal sehen können.
Treffer und versenkt. Besser kann man diesen Wahnsinn nicht ausdrücken. Oder nein, natürlich — Putin kann! Und wird in diesem seinem Können in dankenswerter Weise von Kollege Karl Eduard zitiert.

Ich weiß, ich weiß: Putin ist ein pöhser KGBler, Backaroma can's, das Merkel ist alternativlos dagegen oder dafür (je nachdem, kommt drauf an, wo und wann) und sonst business as usual — Griechenpleite & Co. ...

Karl Eduard wurde dankenswerterweise von Kommentator »Pegnitzstrom« aufs rechte — also: natürlich nicht rechte! Um das mal klar zu sagen! — Gleis zurückgebracht mit folgendem Kommentar:
Ich fürchte, der Blogwart unterscheidet nicht hier genau zwischen staatlichen und religiösen Gemeinschaften. Wenn ein Staat sich in die Angelegenheiten eines anderen einmischt, dann darf der das nicht. Wenn aber Papst Benedikt amerikanische Priester ausschimpft, weil sie ihren Ministranten unter den Ministrantenrock gefaßt haben, dann darf er das. Das ist schließlich eine innerreligiöse Angelegenheit. Wenn die USA und ihre Vass… ähem, also ihre Verbündeten, sich in die Angelegenheiten anderer einmengen, dann tun die das niemals als einzelne Staaten, sondern immer als berufene Vertreter der Weltgemeinschaft, in der sich alle Guten dieser Welt zusammengefunden haben, um das Gute zu verbreiten. Dann dürfen die das auch. Denn das ist dann nur eine innere Angelegenheit der Weltgemeinschaft und kein verbotener Eingriff in die Souveränität anderer Staaten. Also, da muß man schon juristisch sauber arbeiten. Daraus folgt: wenn die Weltgemeinschaft jemand als Völkermörder zu lebenslanger Einzelhaft verurteilt, dann ist das korrekt. Denn das, was die Weltgemeinschaft der Guten macht, das ist korrekt, denn es dient dann dem Guten und hindert die Verbreitung des Bösen. Wenn jedoch irgendein Staat, äh der Diktator eines Landes, der nicht der Weltgemeinschaft angehört oder aus derselben ausgeschlossen wurde, irgend jemand als Mörder des Volkes verurteilt – dann dient das niemals dem Guten, sondern ist hier immer ein Mittel zur Erhaltung der finsteren Macht des Bösen.

Als, bitte, Blogwart, da muß man schon genau hinschauen. Also gilt: wenn (z.B.) Assad etwas macht, dann kann das niemals nicht dasselbe sein, als wenn Obama etwas macht. Das eine kann nur egoistisches Handeln zur Erhaltung der Macht einer kleinen egoistischen Clique in einem kleinen rückständigen Staat sein – das andere aber dient „der Weltgemeinschaft“, also der Gemeinschaft aller Guten und es dient immer zur Verbreitung des Guten. Da die Weltgemeinschaft alle umfaßt (auch wenn das noch nicht allen bewußt ist), so ist das Handeln der Oberen der Weltgemeinschaft immer nur eine innere weltgemeinschaftliche Angelegenheit und niemals nicht ein Eingriff in die Souveränität anderer. Das sollte endlich auch ein Blogwart begreifen und nicht bloß darauf achten, daß der letzte das Licht ausgeschaltet hat.

Die Weltgemeinschaft hat schließlich nicht nur das Recht, sondern steht sogar in der Pflicht, überall darauf zu achten, daß die heiligen, auf der ganzen Welt uneingeschränkt geltenden Prinzipien der Weltgemeinschaft überall geachtet werden (abgesehen von einigen unbedeutenden Gebieten in denen die universalen Prinzipien der Scharia gelten. Aber das ist, äh, ein Sonderfall, schließlich dient ja auch die Scharia dem Guten. Irgendwie jedenfalls.)
So ründet sich der Kreis, in dem wir laufen. Wovon Andrea Nüsse Ahnung hat (und erst wir!), wozu ...

Atheistische Missionswerke e.V.

Da neulich sitz' ma in der Eden, und reden ... nein, also natürlich nicht in der berühmten Eden-Bar, sondern in einem orientalischen Restaurant, und auch nicht »der Gießhübl, der Puntigam und i«, sondern ein alter Freund aus Studienzeiten, mittlerweile gutsituierter Emeritus einer Universität des britischen Archipelagus' und ich — und wir reden halt über Gott und die Welt, über die aktuellen Korruptionsfälle in Österreichs Politik, geraten davon in frühere Skandale, in die Lucona-Affaire et al., landen dann über den Fall Kampusch bei Dutroux, kommen von Belgien ins Britische Kolonialreich und nach Indien, und mein Freund möchte von mir — er kennt mein Steckenpferd »Vergleichende Religionswissenschaft« — näheres über die Sikhs, die Muselmanen und ihren Einfluß auf die Kultur Indiens usw. wissen. Man redet über das Kastenwesen usw., am Nebentisch zahlt inzwischen ein unauffälliges Pärchen, und beim Weggehen kommt der junge Mann an unseren Tisch und legt uns mit den Worten: »Darf ich Ihnen eine kleine Information für Ihre religiösen Gespräche geben?« folgenden Sticker:

... auf den Tisch. Putzig, irgendwie. Jetzt missionieren schon die Atheisten. Wofür eigentlich — für's Nicht-Glauben? Irgendwie ist das so sinnbefreit wie ein Plakat mit dem Slogan »Mach keine Pause mit Coca-Cola« gesponsert vom Pepsi-Konzern ...

Ich war leider nicht schlagfertig genug, in meiner Rocktasche zu kramen und zu antworten: »Moment mal, ich suche nur schnell einen Rosenkranz für Sie ... ach schade, habe leider keinen eingesteckt ... aber ich werde für Sie beten, bei Gelegenheit ...«

Erheiternd jedenfalls, daß auf dem Sticker der Slogan »Gutes tun ist menschlich« steht — wo doch unsere Konversation sich über die übelsten Korruptions- und Mißbrauchsfälle erging, welche eher den Satz »Schlechtes tun ist menschlich« nahelegten. Aber, wie man sieht: von Atheisten lernen, heißt Optimismus lernen! Und die Freude, nicht in die Hölle zu kommen, weil es sie mangels Gott wohl auch nicht gibt, ist so überschießend, daß man daraus gleich auf's Gute im Menschen schließt.

Mein alter Freund jedenfalls und ich, die wir etwas kopfschüttelnd am Tisch saßen, wurden vom jungen Mann und seiner Gefährtin von der Straße aus durch die Scheiben beobachtet, ob wir uns jetzt wohl — wie erhofft? — echauffierten, oder gar in eine Sinnkrise gerieten. Wurde aber nix draus, und so zogen sie etwas enttäuscht ab. Es ist halt manchmal nicht leicht, ein Atheist zu sein ...

Montag, 27. Februar 2012

Ja, die Eitelkeit is a Hund!

Was ritt Frau Klarsfeld, daß sie sich von der SED-Nachfolgetruppe als Kandidatin aufstellen ließ?
In Interviews machte sie bereits vor der Spitzenrunde klar, dass sie als Kandidatin nicht die Parteilinie der Linken vertreten wolle, die Nominierung aber als Ehre ansehe.
... berichtet »Die Presse«. Was, bitteschön, soll dieser Unsinn? Da tritt eine Frau, die sich für die Aufdeckung der Untaten eines totalitären Regimes starkmacht, für eine Nachfolgeorganisation einer mindestens ebensovieler Untaten schuldigen Ideologie an. Die dazu immer schon und auch noch bis heute ein mehr als distanziertes Verhältnis zu Israel hat. Und diese Frau tritt ohne reale Chance auf ihre Wahl an — wohl nur deshalb, um mit ihrer Kandidatur ein Zeic hen zu setzen. Nur — welches denn?

Ist Gauck etwa ein Nazi, dessen Wahl es zu verhindern gälte? Sind die Parteien, die ihn wählen wollen, etwa allesamt (oder auch nur teilweise) Nazi-Nachfolgeparteien, denen gegenüber man Flagge zeigen müßte? Was, wogegen oder wofür will Frau Klarsfeld eigentlich demonstrieren mit dieser ihrer Kandidatur? Daß eine Frau, die seit Jahrzehnten in Paris lebt, gewählt werden kann? Als ob man das nicht schon nach kurzer Lektüre des Grundgesetzes wissen könnte. Daß sie nach dem alten Motto »Kein Feind auf der Linken« noch mit den übelsten Neo-Stalinisten unter der heimlichen Parteivorsitzenden, Sarah Wagenknecht, »auf ein Packel haut« (wie der Wiener sagen würde), nur um den »Bürgerlichen« eins auszuwischen?

Nein, auch der Beweis, daß Linke auf dem linken Augen blind sind für die Greueltaten ihrer Ideologie, ist nicht mehr nötig — den erbringen uns die linkslastigen Mainstream-Medien jeden Tag. Warum also kandidiert sie, wenn sie ihrer Nicht-Wahl völlig gewiß sein kann? Eitelkeit? Nun ja, es wäre nicht das erste Mal, daß jemand aus Eitelkeit alles tut, um in die Scheinwerfer zu kommen. »ORF-Seitenblicke« macht es uns jeden Tag vor ...

Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt

... kam es vor einigen Wochen in Italien zu einem bemerkenswerten Vorstoß in Richtung auf mehr Rechtsstaatlichkeit.
Richter können künftig wegen Fehlurteilen selbst vor Gericht landen. Das beschloss die Abgeordnetenkammer - gegen den Willen der Regierung.

Die Regierung Monti hat im römischen Parlament eine schmerzhafte Niederlage einstecken müssen. Die Oppositionspartei Lega Nord setzte bei einer Abstimmung in der Abgeordnetenkammer am Donnerstag einen Antrag durch, mit dem die persönliche Haftbarkeit der Richter in Italien eingeführt wird. Das Kabinett Monti hatte den Antrag offen kritisiert, er wurde aber trotzdem mit 264 gegen 211 Stimmen beschlossen. Die Lega Nord konnte dank des geheimen Votums die Mehrheit der Parlamentarier für ihr Vorhaben gewinnen.

Laut dem verabschiedeten Antrag können Bürger, die aufgrund von Urteilen oder wegen des Verhaltens eines Richters bzw. Staatsanwalts Schaden erlitten haben, gegen den Staat und den Richter selbst vor Gericht ziehen und eine Entschädigung beantragen. Dies bedeutet, dass auch der Richter persönlich für seine Fehler haften muss. Bisher musste der Staat die Entschädigung für richterliche Fehler übernehmen.
(Hier weiterlesen)
... berichtete »Die Presse«. Natürlich schmeckt das den Apparatschiks der Richtergewerkschaft nicht. Wo käme man denn hin, wenn Richter für die Skandalurteile, die sie zum Teil bauen, etwa eine Haftung ubernehmen müßten? So wie der Architekt, dessen Haus wegen unfundierter Statik einstürzt. Oder der Steuerberater, der bei der Bilanz türkt. Oder der Wirt, dessen Gäste wegen Hygienemängeln Durchfall bekamen.

Nun, wir können selbstverständlich davon ausgehen, daß dieses Votum des Abgeordnetenhauses vom Senat niedergebügelt wird. Italiens Richter können also weiter ruhig schlafen. Recht verräterisch waren natürlich die Reaktionen im ersten Schock:
Vehement reagierte auch der Chef der Mitte-links-Partei "Italien der Werte" und Ex-Staatsanwalt Antonio Di Pietro. "Hinter der geheimen Abstimmung steckt eine unbekannte Mehrheit, die wie eine parlamentarische Geheimloge gehandelt hat. Mindestens 50 Verräter haben gegen die Parteivorschriften gestimmt", protestierte Di Pietro.
Ach, Di Pietro, der offenbar noch nie was vom freien Mandat der Abgeordneten gehört hat, dieser Di Pietro also, der edle Ritter für Recht und Transparenz, mag's auf einmal gar nicht, wenn er in seinem uneigennützigen Kampf fürs Edle und Gute auf einmal der prüfenden Betrachtung durch eine Gerichtsinstanz unterläge? Weil dann vielleicht zutage träte, daß ein Gutteil (oder sollte man sagen: »Schlechtteil«?) seiner Bemühungen einfach den Eitelkeiten seines Privatkriegs gegen Berlusconi galten?

Der Vorschlag der Lega Nord ist jedenfalls ein Schritt in die richtige Richtung. Er bedürfte, um vollkommen zu sein, freilich noch einer kleinen Ergänzung: gegen die staatlichen Richter und Staatsanwälte sollte natürlich nicht ein wiederum staatliches Gericht entscheiden, sondern zwingend ein nichtstaatliches Schiedsgericht, um kollegialer Kumpanei nach dem Motto »Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus« von vorneherein den Boden zu entziehen.

Wenn dann die Haftbarkeit, die einen »Otto Normalverbraucher« für alles und jedes in seinem beruflichen wie privaten Leben trifft, auch noch auf die Parlamentarier angewandt würde, die derzeit die schwachsinnigsten und verfassungswidrigsten Gesetze beschließen können, ohne daß sie ein Wähler anders als durch (wenigstens theoretisch mögliche) Abwahl belangen könnte, dann wäre in der Tat ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Gerechtigkeit erreicht.

Sonntag, 26. Februar 2012

Die Endlösung aller Probleme

... findet sich in Österreichs rosa Gutmenschenpostille »Der Standard«. Worüber Wissenschaftler seit Jahrzehnten grübeln, Politiker sich nicht drübertrauen — da hat eine österreichische »Schauspielerin«, nämlich Kathrin Resetarits, hauptberuflich Tochter des regierungsnahen ORF-»Kabarettisten« Lukas Resetarits, die Lösung — nein: die Endlösung! — gefunden:
... sogar in den Medien ist es ein Tabu, die ganz einfache Frage zu stellen: Warum nimmt man’s nicht den Gestopften (= Reiche, Anm.) weg, die genug haben und denen es nicht wehtut?
Na, daß wir da noch nicht draufgekommen sind, offensichtlich durch sinnlose Tabus umnachtet!

Danke, Frau Resetarits! Sie liefern den Beweis, daß die sozialistische Gehirnwäsche seit 1970 perfekt funktioniert hat. Oder, wie es auf Ortner-Online der Kommentarposter Dr. Dieter Zackel treffend umschrieb:

»Der Sozialismus ist die Endlösung der Gstopftenfrage«

Winston Chuchill hatte mit seinem berühmten Satz: »Capitalism is the unequal distribution of wealth. Socialism is the equal distribution of poverty« leider nicht rechtbehalten. Sozialismus löst nur das Gstopftenproblem — wer Geld hat, weil er's verdient, aber nicht ausgegeben hat, dem wird halt genommen, was er hat. Damit ist das primäre sozialistische Ziel »gleiche Armut für alle« zwar erreicht — nur: die einzigen, auf die die so erzielte Gleichverteilung der Armut nicht angewendet wird, sind die sozialistischen Kader und ihre Günstlinge in der »Kultur« — mit anderen Worten: die Faymännchen und ihre Gauklertruppe, d.h. die Resetarits dieser Welt.

Das war schon in der Sowjetunion so, das ist heute in den kulturstalinistischen Strukturen des ORF und der staatlichen »Kunstförderung« so. Das Problem der Sozen ist nur, daß ihnen früher oder später die Leut' ausgehen, denen sie noch was wegnehmen können. Und wie's aussieht, dürfte das jetzt eher »früher« als »später« der Fall sein ...

Samstag, 25. Februar 2012

Bevor Blog-Kommentator »Thanatos« in Zettels KZ stirbt

... (denn Kollege Zettel mag die Anzweiflung des ganz toll rechtstaatlichen Charakters der bundesrepublikanischen Realverfassung nicht so wirklich und ahndet sie gern durch Löschung und/oder Rausschmiß) möchte ich auf einen m.E. ganz hervorragenden Kommentar hinweisen, den ich wegen seiner Wichtigkeit und Richtigkeit fast in extenso (unter Korrektur einiger Tippfehler) hier zitieren möchte:
Unser Gemeinwesen wird seit vielen Jahren geprägt durch einen sündhaft teuren, sich jedes Jahr steigernden, sogenannten "Kampf gegen Rechts". In der gesamten Gesellschaft herrscht einhellige Ablehnung des "rechten" Umfeldes, jeder "aufrechte Rechte", zumal in NPD-Nähe, wird nach Kräften verteufelt. Die 3000 Hanseln stellen das verkörperte Böse dar, das ritualhaft auch regelmäßig als solches zu brandmarken ist, dem sich der "Aufstand der Anständigen" entgegenwirft. Menschenrechte werden dem personifizierten Bösen ganz gewiß nicht zugestanden, die von dort ausgehende Gefahr wird ins Mythische hinein aufgebauscht, der Widerstand dagegen ist wahre Zivilcourage.

Ich verstehe nicht ganz, wieso sich nun, nachdem zwei Individuen, die denkbar geringstmöglich in unserer Gesellschaft verankert waren, zu Serienmördern wurden, das ganze Volk, vertreteten durch Kanzlerin und andere Würdenträger, bei den Hinterbliebenen entschuldigen und um Verzeihung bitten müßte. Schließlich kämpfen Massenbündnisse und die gesamte Politik seit Jahren gegen die Bösen.

Ich verstehe auch nicht, wodurch das Anrecht der Hinterbliebenen auf finanzielle Entschädigung begründet wird. Meines Wissens nach ist diese Entschädigung noch nie einem Mordopfer gezahlt worden, weder, wenn es ein nicht-immigriertes deutsches Opfer von Rechtsradikalen war, noch, wenn es ein Opfer des linken Terrors war. Weder haben sich Volk und Staat bei den Hinterbliebenen des linken Terrors entschuldigt, noch wurden derartige Rituale abgehalten wie im aktuellen Fall.

Weiterhin zeigt sich, daß im gleichen Zuge, in welchem die rechtsradikalen Gewalttäter zum ultimativ Bösen herabgestuft werden, die Opfer, sofern sie immigriert sind(!), zu Heiligen aufsteigen. Jeder einzelne Fall von Gewalt gegen diese Personengruppe, gar eine Mordserie, steigert die staatliche Hochachtung, die Verpflichtung zu Hilfe, Entgegenkommen, besonderer Würdigung von Leistungen usw. gegenüber der Opfergruppe "Immigrant", steigert ebenso deren Entpflichtung von jeglichen Anforderungen.

Diese Gruppe wird somit zum ultimativ Guten überhöht, an welcher keine Kritik mehr erlaubt ist. Diesen Zustand haben wir beinahe erreicht.

Christian Bangel, der Rechtsalarmist von eigenen Gnaden, hat nur formuliert, was dem gesamten Demütigungsritual eigentlich zugrundeliegt: "...die Mordtaten (und ihre Nicht-Aufklärung) [sind] der Auswuchs eines weitverbreiteten aggressiven Unwillens, zu akzeptieren, dass Deutschland aus mehr als nur einer Monokultur besteht." Sprich: nicht nur die Rechten sind böse, sondern irgendwie das ganze Volk (bis auf die ganz Linken) - bei Lichte besehen sind wir alle Ausländerhasser und haben für solche Fälle die Verantwortung.

Was ist also mein Fazit? Die rituellen Abläufe und Handlungen, die man sowohl im Falle "Marwa-al-Sherbini" wie auch im jetzigen Fall beobachten kann, sind Ausdruck einer neuen, zweiten Staatsverfassung oder Staatsräson in Deutschland. Diese ist fest etabliert, ja zementiert und besteht darin, daß ein kleines Grüppchen "ganz Rechter" komplett aus der Gesellschaft auszugrenzen ist (Konten kündigen, Gastronomie- und Hotellerieverbot, Aberkennung der Menschenwürde) - denn dieses Grüppchen definiert das "absolute Böse". Als Gegenpart existiert das unangreifbare, heiliggesprochene, besonderen Vorzugsstandards unterliegende Immigrantenvolk, das für nichts verantwortlich ist und dem gegenüber der authochthone Deutsche automatisch "schuldig" ist.

Das Ganze trägt ersatzreligiöse Züge. Für die Masse des Volkes wirkt es grotesk bis abstoßend: "double standards" par excellence. Dennoch ist der Mythos vom entmenschten Satanas "Rechtsradikaler" außerordentlich wirkmächtig und ein Bekenntnis zu selbigem für jede in der Öffentlichkeit stehende Person verpflichtend.
Der Befund ist fürwahr erschreckend ... richtig. Und man muß wahrlich kein Pessimist sein, um dieser unserer in ihren Wertmaßstäben so pervertierten Gesellschaftsordnung ein baldiges unrühmliches Ende vorherzusagen. Es wird ein Ende werden, vergleichbar dem der Nazi-Ideologie im Frühjahr 1945. Alles in Schutt und Asche — wenngleich diesmal eher metaphorisch, nicht durch Fliegerbomben. Es gehört freilich viel Optimismus dazu, anzunehmen, daß diesmal aus dem totalen Zusammenbruch etwas besseres und stabileres entsteht, als das hübsche, doch leider Potemkin'sche Dorf »Adenauer-Zeit«, in der das ersehnte Wirtschaftswunder den Hohlklang weltanschaulicher Leere lautstark übertönte. Bis die 68er-Generation damit aufräumte und im Marsch durch die Institutionen alles an Werten vernichtete, was noch da war, um dafür ihre menschenfeindlich-verblasenen linken Ideologeme durchzusetzen. Was ihr mittlerweile, wie am vorliegenden Fall ersichtlich, erschreckend gut gelungen ist.

Dennoch: hoffen wir auf Besserung! Defaitismus ist keine Parole mit Erfolgsaussicht, und die Geschichte ist nach vorne offen (auch wenn Fukuyama anderes behauptete). Doch ist der Wunsch ganz unverständlich, daß mit etwas mehr Hirn der gefährliche Illusionscharakter all dieser Dinge doch recht leicht durchschaut werden könnte? In einer Diskussion hörte ich den Einwand, daß das nicht funktioniere, da die Menschen eben entweder zu blöd oder zu böse dafür seien. Nein, antwortete ich, das sei nicht das wirkliche Problem. Dieses sei vielmehr, daß eine große Zahl von Menschen zu blöd, eine kleinere, doch immer noch zu große Zahl zu böse sei — doch die, die an den Schalthebeln dieser Bewegung säßen, seien beides: blöd und böse. Und das sei für einen geordneten Verlauf der Weltgeschichte einfach zu viel ...

Freitag, 24. Februar 2012

Ein guter Dialogpartner

... ist für die Herrschaften im Afro-Asiatischen Institut (einer kirchlichen Stiftung der Erziözese Wien) offenbar der Imam Shaker Assem, der bislang, wie »Die Presse« heute berichtet, Freitagspredigten an besagtem Institut hielt und für den März in Vösendorf bei Wien eine »Kalifatskonferenz« organisiert.
„Es ist eine schwierige Situation, über die wir seit Jahren diskutieren“, sagt AAI-Geschäftsführer Nikolaus Heger. „Wir wissen über seinen Hintergrund Bescheid, und er weiß, dass wir seine Werthaltung skeptisch betrachten.“ Allerdings sei Assem ein guter Dialogpartner, der das Gespräch und die Auseinandersetzung suche. Noch dazu sei die Hizb ut-Tahrir in Österreich nicht verboten – und der Verfassungsschutz, bei dem man sich über Assem informiert habe, „hat uns nicht gesagt, dass wir ihn rausschmeißen sollen“. Und, so Heger, er repräsentiere einen Islam, der Realität sei. „Wenn Sie eine Umfrage unter Moslems machen, werden Sie viele finden, die Israels Existenzrecht ablehnen.“ Genau darum sei es wichtig, auch Menschen wie ihn in den Dialog einzubeziehen.
Also langsam zum Mitschreiben. Da wurde nicht etwa einer blauäugig-naiven kirchlichen Institution gefinkelt ein Kuckucks-Ei ins Nest unterschoben, sondern die wissen das seit Jahr und Tag, beurteilen ebensolange »seine Werthaltung skeptisch«, aber er blieb bis zu der aktuellen »Presse«-Berichterstattung völlig ungestört mit der Begründung, »er repräsentiere einen Islam, der Realität sei«.

Spielen wir das ganze doch einmal mit anderen Darstellern durch ...

Da gäbe es seitens der römisch-katholischen Erzdiözese Wien ein Balto-Skandinavisches Institut, also so ein Institut für Studenten aus dieser für Katholiken seit Jahrhunderten schon klassischen Diasporaregion. Und dort hielte ein Herr Thor Odinsen, ein radikaler Prediger der Nordischen Götterlehre, jeden Donnerstag — ach pardon: jeden Donarstag, natürlich! — seine Donarstags-Predigten. Es ist bekannt, daß besagter Prediger und die ihn entsendende Gruppierung die Wiedererrichtung einer Weltherrschaft der Anhänger der Nordischen Götterlehre anstrebt, das Existenzrecht Israels bestreitet, die Todesstrafe bei Ehebruch befürwortet, und was dergleichen Nettigkeiten mehr sind. Und selbstmurmelnd steht das Balto-Skandinavische Institut diesen Ansichten skeptisch gegenüber, aber so sei nun mal die Nordische Götterlehre in der Realität.

Also irgendwie habe ich das Gefühl, daß in diesem hypothetischen Fall die Vorgangsweise von Anfang an wohl ein bisserl anders ausgefallen wären, als in dem im Wien des 21. Jahrhunderts ganz realen. Ach, warum denn nur ...?

Dialog bei Ortner

... der auch den Lesern dieses Blogs nicht vorenthalten bleiben sollte. An seine heutige »Presse«-Kolumne »Die konsensbesoffene Republik droht an sich selbst zu ersticken«, in der Christian Ortner lobende Worte für die deutsche Innenpolitik findet, und sie — wenig schmeichelhaft — mit ihrem Analogon (welch irgendwie pikant treffende Bezeichnung!) in Österreich vergleicht, schließt sich ein Kurzdialog zweier Kommentarposter, den ich ob seiner Gelungenheit dokumentieren möchte:
Dr. Dieter Zakel MA 24. Februar 2012, 11:53

Es gibt Hoffnung: Österreich hat Krebs im Endstadium…

Rennziege 24. Februar 2012, 12:25

@Dr. Dieter Zakel MA

… und die Therapie bleibt Karl Kraus’ uraltem Bonmot treu: “Es handelt sich um den Versuch, einen Krebskranken durch eine Hühneraugenoperation zu retten.”
Zu ergänzen wäre, daß Karl Kaus' bekannte Unterscheidung zwischen Preußen und Österreich (ich zitiere mal einfach aus dem Gedächtnis und ohne Gewähr auf 100%ige Wörtlichkeit), nämlich »Preußen: Freiheit mit Maulkorb. Österreich: Gummizelle, in der man schreien darf«, inzwischen wohl auch obsolet ist. In »Preußen« kam leider die (persönliche) Freiheit mit der Wegnahme des Maulkorbes abhanden — und Österreich ist mittlerweile die Gummizelle, in der man nicht einmal schreien darf ...

IM Erika bittet um Verzeihung

Wofür? Hat sie denn was angestellt? Nun ja, ihre Vorgangsweise in der »Affäre« Wulff, ihre orientierungslose Hilflosigkeit bei der Euro-Krise, ihre liebedienerische Unterstützung Brüsseler Oligarchien, ihre rückgratlose Exekution irgendwelcher Handlungsanweisungen aus Amerika, ihre ... also: Gründe für sie, um Verzeihung zu bitten, gäb's fürwahr genug!

Aber nein — sie bittet die Angehörigen von Opfern angeblicher NSU-Morde um Verzeihung, daß deutsche Behörden nicht sofort daran gedacht haben, daß da wohl nur die pöhsen Nazis dahinterstecken könnten. Da bekanntlich Kriminalität unter Ausländern und »Mitbürgern mit Migrationshintergrund« etwas so seltenes, geradezu nie dagewesenes ist, daß es quasi im Hintergrundrauschen der Kriminalstatistik untergeht. Oder so ähnlich.

Dann darf sich freilich jeder ein bisserl, pardon, verarscht vorkommen durch diese Wortwahl: die Angehörigen der Opfer ebenso wie alle Bewohner Deutschlands, die dadurch gewissermaßen in ein Kollektivschuldbekenntnis vergattert werden. Wo es in Wirklichkeit bloß um ein weiteres Mosaiksteinchen im immer lückenloseren Design linker Deutungshoheit politischer Meinungen geht.

Selbst ein ausgewiesener IM-Erika-Fan wie Zettel findet ihre Wortwahl verfehlt. Obwohl, wie er schreibt, die besagte Gedenkfeier »richtig, ja notwendig« gewesen wäre. Nun, darüber kann man durchaus anderer Ansicht sein. Insbesondere, da hier über kriminalistische Windeier gegackert wird, denn es handelt sich dabei um Entschuldigungen wegen angeblich rechtsextremistischer Taten, bei denen die Annahme ihrer Begehung durch Rechtsextremisten schon ein erhebliches sacrificium intellectus voraussetzt (ebenso umfassend wie amüsant zusammengefaßt nachzulesen auf Politplatschquatsch).

Oder — das wäre natürlich auch eine Möglichkeit — IM Erika hätte tatsächlich Gründe, die Angehörigen der Opfer und v.a. die Bevölkerung insgesamt um Verzeihung zu bitten — wenn auch aus ganz anderen Gründen, als den vorgeschützten. Weil sie nämlich als leitendes Staatsorgan für das Fehlverhalten anderer Staatsorgane politisch einzustehen hätte. Nun, dafür spricht in der Tat inzwischen einiges. Die gleichgeschalteten Meinungsäußerungen in der Systempresse jedenfalls ebenso, wie so seltsame Dinge, daß da z.B. der BKA-Chef nicht in Pension geht, etc. ...

Nun, wir werden ja sehen. Sofern der Nebel sich einmal lichtet.

Donnerstag, 23. Februar 2012

Klaus Stuttmann bringt's auf den Punkt

Man muß Lars Vilk nicht mögen

... doch ebensowenig die wackeren Muselmänner, die bei seiner Universitätsveranstaltung über Mohammed unter »Allahu Akbar«-Rufen aufstanden und begannen, ihn mit Eiern zu bewerfen.



Es ist irgendwie kurios: überall auf der Welt, wo der Islam regiert, herrscht Unfreiheit, werden die Menschenrechte mißachtet, nicht-islamische Minderheiten diskriminiert und verfolgt — ja, nicht einmal die Musaelmanen selbst sind dort so wirklich glücklich, wie man an den Aufständen des »arabischen Frühlings« unschwer erkennen konnte.

Oder wie es ein Poster in »The Local — Sweden's News in English« so treffend auf den Punkt brachte:
Where the Muslims are not happy:
They're not happy in Gaza.
They're not happy in Egypt.
They're not happy in Libya.
They're not happy in Morocco.
They're not happy in Iran.
They're not happy in Iraq.
They're not happy in Yemen.
They're not happy in Afghanistan.
They're not happy in Pakistan.
They're not happy in Syria.
They're not happy in Lebanon.
They're not happy in Indonesia.

So, where are they happy?
They're happy in Australia.
They're happy in England.
They're happy in France.
They're happy in Italy.
They're happy in Germany.
They're happy in Sweden.
They're happy in the USA.
They're happy in Norway.

They're happy in almost every country that is not Islamic!

And who do they blame [for their unhappiness]?

Not Islam...not their leadership...not themselves... They blame the countries in which they are HAPPY! And they want to change the countries in which they're happy, to be like the countries they came from, where they were unhappy.

Try to find logic in that.
Ja, die Antwort auf diese Frage wird wohl für immer ein Geheimnis der Muselmanen bleiben ...

Österreich beobachtet

Rechtzeitig vor Faschingsende hat unser unlängst wegen seiner Verdienste ums Kabinetts-Sesserlsitzen ordensband-geschmückter Schreibtisch im Außenministerium, a.k.a. »Spindi«, mit einer fürwahr originellen außenpolitischen Initiative aufhorchen lassen: Österreich will den Beobachterstatus in der arabischen Liga beantragen. Offenbar will sich Spindi offenhalten, in Zukunft nicht nur mit Ordensband, sondern bei Gelegenheit auch mit einer Kopfwindel herumzulaufen ...

Wie schon Nestroy schriebe: »Es ist alles Schimäre, aber mir g'fallt's!«

Mittwoch, 22. Februar 2012

Beim nächsten Mal (wann immer) ...

Was derzeit abläuft

... läßt die Prophezeiung des Maya-Kalenders immer plausibler erscheinen — aber lassen wir die Scherze: nein, ganz im Ernst ... was da gerade abläuft, kann einfach nicht lang so weitergehen.

Die EZB verschafft sich mit einem Umnumerierungs-Trick einen Vorteil gegenüber allen anderen Gläubigern Griechenlands, um durch die Abwertung der greichischen Staatsanleihen nicht selbst bankrott zu gehen. Wenn das ein Gläubiger und sein Schuldner in einem x-beliebigen anderen Insolvenzverfahren betreiben, dann nennt sich das »Gläubigerbegünstigung« und — in der plastischen Rechtssprache Österreichs, die voll wunderbar alter, griffiger Ausdrücke ist — »betrügerische Krida«.

Der betrügerische Kridatar ist zweifellos Griechenland, sein Mittäter sitzt in der EZB in Frankfurt. Die Gelackmeierten sind nicht die Banken und Großinvestoren, denn die haben sicher längst die wertlosen »Wertpapiere« abgestoßen oder an die EZB als »Besicherung« weitergereicht. Womit ihre Probleme gleichzeitig und elegant aber zugleich die Probleme der EZB geworden sind. Übrigbleiben werden jene Personen, die beispielsweise in irgendwelchen Pensionsfonds und Lebensversicherungen Staats»wert«papiere liegen haben (und von den Fondbestimmungen bzw. Versicherungsregulativen auch zu solcher Veranlagung gedrängt waren), über deren wahre Werthaltigkeit sie sich demnächst keine Sorge mehr zu machen brauchen.

Ein zusätzliches pikantes Detail wird bei dieser Umschreibung meist übersehen: dadurch, daß die EZB alte Anleihen gegen neue getauscht hat, hat sie sich nicht bloß selbst als »Gläubiger 1. Klasse« gegenüber den anderen bevorrechtet — sie hat zugleich auch der griechischen Regierung Milliardenbeträge an »alten« Schuldtiteln in die Hand gedrückt, die diese dazu nützen kann, die Stimmenverhältnisse unter den Gläubigern zu manipulieren, um diese dadurch zu einer für die griechische Regierung wünschenswert niedrigeren Quote zu drücken. Na, da kommt doch Freude auf!

Dienstag, 21. Februar 2012

EZB? EGB!

Wofür das Kürzel »EZB« steht, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Bald wird man sie in »EGB« umbenennen können: für »Europäische Gauner-Bande«. Ei, warum? Ei, darum:
Vergangenes Wochenende hat die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt ein Manöver abgezogen, das es so noch nie gegeben hat. Sie ließ die griechischen Staatsanleihen in ihrer Bilanz mit einer neuen Wertpapierkennnummer versehen. Der Grund: Griechenland steht ein Schuldenschnitt bevor. Die bisherigen Versuche des Landes, seine Gläubiger zu einem freiwilligen Verzicht zu bewegen, sind nicht zuletzt an der EZB gescheitert. Man könne keine Verluste hinnehmen, weil das einer (verbotenen) Staatsfinanzierung durch die Notenpresse gleichkäme, hieß es dazu stets aus Frankfurt. Der Anleihentausch ermöglicht der EZB nun, auch bei einem erzwungenen Schuldenschnitt unbehelligt zu bleiben.

[...]

Die EZB hat sich durch den Anleihentausch zum „Gläubiger erster Klasse“ befördert. „Damit degradiert die EZB nicht nur die Halter von griechischen Anleihen, sondern alle Halter von Anleihen der Euroländer“, sagte Bill Gross, Chef des weltgrößten Anleiheninvestors Pimco.

„Die EZB hat die Büchse der Pandora geöffnet“, schreibt der Autor Mark J. Grant in einem Kommentar. Denn: „Wenn die EZB für sich beansprucht, ein besonderer Gläubiger zu sein, werden die übrigen Gläubiger in Zukunft höhere Risikoaufschläge verlangen“, sagt Markus C. Kerber. Das könnte wiederum bedeuten, dass die EZB in Zukunft selbst noch mehr Staatsanleihen von Ländern wie Italien und Spanien kaufen muss, um die Zinsen zu drücken. Die EZB ist jetzt also auf der Flucht vor sich selbst – die Anleihenkäufe müssen weitergehen. „Das ist mehr als Schlamperei, das ist Betrug“, sagt Kerber.
(Quelle)
Aber, antürlich werden die Verantwortlichen für diese flagrante Gaunerei unbehelligt bleiben. Notenbanker sind unantastbar — irgendwie im Status von Halbgöttern angesiedelt. In den Nürnberger Prozessen blieb bekanntlich auch Hjalmar Schacht allein auf weiter Flur ohne Strafe. Aber in Nürnberg ging es auch nur um die Verbrecher eines Landes (die der anderen Länder hatten ja gewonnen). Nur: diesmal gibt es keine Gewinner mehr.

Die Politkriminellen, die mit den Zentralbankern seit je ein »wie geschmiert« funktionierendes Betrugskartell bilden, werden sich so lange wie möglich hüten, die Justiz auf all diese Machenschaften blicken zu lassen — wer liefert sich schon gerne selbst ans Messer! Nur eines können sie bei aller kriminellen Kreativität nicht: die Marktgesetze auf Dauer aushebeln. Und vielleicht haben sie irgendwann auch nicht mehr die Macht, ihre Kumpane im Finanzsektor länger zu schützen. Die sprichwörtliche Nacht der langen Messer wird kommen: zuerst am Markt, dann auf den Straßen. Und schließlich in den Hinterhöfen der Justizanstalten.

So gesehen bin ich direkt froh, kein Zentralbanker zu sein. Die Ähnlichkeit mit einem mächtigen Gauleiter im Jahr 1944 wäre mir zu groß: zu wissen, daß man einem Verbrecherkartell angehört, ist schon nicht wirklich angenehm, aber mit entsprechend laxem Gewissen erträglich. Zugleich aber auch zu wissen, daß dies alles demnächst zusammenkrachen wird, und man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unter den Trümmern begraben werden wird — das tötet auf Dauer die Lebensfreude. Vulkane sind ein schlechtes Tanzparkett. Besonders, wenn die Lava unter den Füßen schon zu dampfen beginnt ...

Die schönste Freude ist ...


... die Schadenfreude, heißt es nicht von ungefähr. Und LePenseur muß gestehen, daß er sich ein gewisses Gefühl von Schadenfreude nicht verkneifen könnte, wenn das wahr ist, was in diesem Artikel steht.

Nun, jetzt hat zur Abwechslung mal Ändschiiii den Scher'm auf — oder, wie unser Lateinprofessor krass falschübersetzte Passagen bildungsbürgerlich zu kommentieren pflegte: »Nunc habes teculum supra!« ...

»Freiheit und Gerechtigkeit«

... betitelt Blogger-Kollege »Morgenländer« seinen heutigen Artikel, in welchem er zu einem Kommentar Schorlemmers über Gauck Stellung bezieht.

Lesenswert!

Montag, 20. Februar 2012

Auf einen Pudel namens Wulff folgt eine Larve namens Gauck

Oder ein Gauck namens Larve, wenn man dem Archiv trauen darf. Aber wer darf das schon, wenn ebendieses Archiv jahrelang unter der Leitung von Gauck alias Larve verwest wurde. Nun, aus mancher Larve wird nach der Verpuppung ein Schmetterling (oder auch eine Motte). Wenn man solch wundersame Metamorphosen beobachten kann, ist das schon irgendwie faszinierend! Gerade noch perfekt an ihr Habitat angepaßte Larve, dann unauffällig verpuppt, und eh voilà: die kleine Raupe Nimmersatt wurde ein wunderschön flügelschlagender Admiral — ach, was sag' ich: ein Präsident! Ein wahrer Lehrer der Demokratie, wie IM Erika (etwas säuerlich, will fast scheinen) sich auszurufen bemüßigt fand. Nun, sie muß es ja wissen ...

Und so schließt sich der Kreis, der mit dem Verbellen des bösen Wulffs begann: der Kandidat der Nationalen Front wird präsentiert (auf Vorschlag einer Partei der Arbeiterklasse, natürlich), und alle sind einverstanden. Bis auf »Die Linke« vermutlich. Die es vielleicht nicht so toll findet, daß ihre IMs mit Mißtrauen beäugt werden, jedoch die der vier systemtragenden und -bildenden Nationalen Front-Parteien nicht. Ach, gehabt euch doch nicht so: Firma Erich & Erich wäre stolz darauf, daß die BRD mittlerweile von zwei ihrer ganz informellen Mitarbeiter geleitet wird ...

Sonntag, 19. Februar 2012

Damit der Spindi wenigstens für irgendwas gut ist ...

... außer zum Tragen des »Großen Goldenen Ehrenzeichens am Bande« aus Anlaß des Opernballs schreiben Sie Ihm einen Brief bzw. ein E-Mail:
Herrn
Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger
c/o
Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten
Minoritenplatz 8
A-1014 Wien


Sehr geehrter Her Vizekanzler!

Hamza Kashgari, ein 23-jähriger saudi-arabischer Blogger und Journalist wurde wegen der folgenden drei Tweets über seine Gedanken zu Mohammed (siehe unten in englischer Übersetzung) von Malaysia — wohin er sich nach Todesdrohungen geflüchtet hatte und wo er vor wenigen Tagen verhaftet wurde — inzwischen nach Saudi-Arabien ausgeliefert:

On your birthday, I will say that I have loved the rebel in you, that you’ve always been a source of inspiration to me, and that I do not like the halos of divinity around you. I shall not pray for you.

On your birthday, I find you wherever I turn. I will say that I have loved aspects of you, hated others, and could not understand many more.

On your birthday, I shall not bow to you. I shall not kiss your hand. Rather, I shall shake it as equals do, and smile at you as you smile at me. I shall speak to you as a friend, no more.
In Saudi-Arabien wurde er am 12. Februar inhaftiert. Es droht ihm nun die Exekution wegen “Blasphemie”.

Ich warte mit Spannung auf den öffentlichen Protest der Österreichischen Bundesregierung — und zwar nicht nur auf einen ganz kleinen Protest in der “APA” für die österreichischen Tageszeitungen, damit die Regierung dann, wenn Hamza Kashgari hingerichtet wurde, mit bedauerndem Achselzucken darauf verweisen kann, man hätte doch ohnehin alles versucht ...

Nein: ich meine einen wirklichen Protest, mit dem Sie zeigen könnten, dass Ihnen die Menschenrechte, wie eben das Recht auf Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit, nicht nur irgendwelche Artikel in einer von Österreich irgendwann ratifizierten UN-Konvention sind, sondern wirklich etwas bedeuten — und damit vielleicht einen Beitrag dazu liefern, dass Hamza Kashgari der drohenden Todesstrafe entgeht!

In Facebook wurde übrigens von einem islamistischen Fernsehprediger eine Hassgruppe gegen Hamza mit inzwischen fast 25.000 Mitgliedern gegründet: »Das saudische Volk will die Bestrafung von Hamza Kashgari«. Mir ist es völlig unverständlich, warum diese Gruppe, mit der sozialer Druck für die Todesstrafe gegen den Blogger aufgebaut werden soll, nicht längst von Facebook gesperrt wurde. Wenn es nicht zuviel Mühe für Sie bereitet, wäre es, sehr geehrter Herr Vizekanzler, sicher hilfreich, wenn seitens der Bundesregierung auch auf diesen eklatanten Missbrauch eines sozialen Netzwerkes hingewiesen würde.

Es ist unbedingt nötig, dass der geplante Justizmord an einem offensichtlich Schuldlosen durch eine der brutalsten und menschenverachtendsten Diktaturen der Welt seitens der Gemeinschaft der zivilisierten Staaten, denen der Begriff von Grund- und Freiheitsrechten nicht bloß ein Lippenbekenntnis sein soll, durch klare Proteste und Androhung geeigneter Konsequenzen verhindert wird.
Sie können diesen Text auch direkt in das Kontaktportal des Außenministeriums kopieren. Es wird wohl nur durch massiven internationalen Druck gelingen, dem fanatischen Wüten der saudischen »Justiz« einhalt zu gebieten.

Samstag, 18. Februar 2012

DSDS oder: Deutschland sucht den Superpräsidenten

Kaum ist der eine zurückgetreten, fängt schon die hektische Suche nach dem Nachfolger an. Wenn ein Bundespräsident im Amt verstirbt, dann bleibt man wenigstens ein paar Tage von dem Gegacker verschont, da sogar unsere Medienpsychopathen diesfalls den Moralischen kriegen und das, bevor die Leiche kalt und eingesargt ist, als irgendwie pietätlos empfänden. Aber so? Gegacker ab der Schrecksekunde des »Jetz ham'wa'n endlich erleecht!« (oder wie sich ein Ösi den piefkonistanischen Redaktionston halt vorstellt) ...

Und flugs werden alte und neue Namen genannt. Ein Schwan namens Gesine (ein Fisch namens Wanda war leider nicht aufzutreiben!), alte Gauckler, kriminelle Rollstuhlfahrer und was sich sonst so in der politischen Arena tummelt. Ach ja, und diese Rotlicht-&-wein-Drossel mit Talar und Beffchen (wenn sie's noch trägt), ja, die natürlich auch!

»Alles Käse!«, wie der vielgeliebte und alle liebende Stasiminister Mielke einmal unter Genossen sagte*) ...

Ich weiß wen besseren!

Irgendwie wäre doch der erfolgreiche Sachbuchautor Dr. Thilo Sarrazin eine interessante Wahl! Er ist immerhin in der Lage, ebenso lesbare wie inhaltsreiche Texte zu schreiben (was in bundespräsidialen Ansprachen bis dato nicht immer der Fall war), außerdem versteht er was von Demographie, Statistik, Wirtschaft und Finanzen, was ihn in Zeiten gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Chaos eigentlich zum Idealkandidaten macht!

Okay, er ist ein Soze (wenn auch ein fast ausgeschlossen wordener) ... naja »nobody is perfect«, heißt es doch — und bei näherem Hinsehen muß man sagen: die Deutschen hatten doch spätestens seit Carstens ohnehin fast lauter Sozen (egal welcher Couleur) in diesem Amt ... so what!


Also:


SARRAZIN FOR PRESIDENT



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*) und zwar zur Frage, ob man Stasileuten, die versuchen, sich durch »Republikflucht« in die BRD abzusetzen, vor der Hinrichtung noch einen Prozeß machen sollte, wo doch die Todesstrafe so gut wie abgeschafft sei ...

Freitag, 17. Februar 2012

Beides gesehen — kein Vergleich


und


Wie geht doch der bekannte Slogan?

DER VERGLEICH MACHT SIE SICHER!

Von der Optik sowieso. Und von dem, was uns politisch geboten wird:
also, offengestanden — schlimmer kann's net werden ...

Wie man in den Verdacht der Unschuld gerät ...

... macht uns heute das ebenso renommierte wie pseudobürgerliche Magazin »Cicero« vor. Darin sorgt sich Frau Petra Sorge um den ohne das »Korrektiv« der Medien vermutlich völlig desolaten deutschen Rechtsstaat: »Die Medien als Korrektiv« betitelt sie ihren Artikel, in welchem sie in dramatischem Betroffenheitsgestus Formulierungen findet wie:
Wulff gelang, was keinem seiner Vorgänger je gelang – dass die legale Basis seiner Herrschaft in Frage gestellt wird.
Aha. Das Deutsche Grundgesetz wankt, weil ein damals-noch-nicht-Bundespräsident von einem Filmproduzenten auf einen Kurzurlaub eingeladen wurde — oder wie?

Nun, warum diese Dramatik? Wohl vorallem deshalb, um davon abzulenken, daß all das, was jetzt als angebliche Infragestellung der legalen Basis gewertet wird, im Vergleich zu den wirklichen Problemen Deutschlands so lächerlich ist, wie wenn ich den Ober in Hotel Adlons »Krug Room« wegen Betruges anzeigen wollte, weil er mir auf eine Abendessensrechnung um 2 Cent zu wenig herausgegeben hat. Doch noch viel mehr wird der dramatische Gestus bemüht, um davon abzulenken, daß es vorallem die Medien in Deutschland waren, die ein mehr als übles Spiel mit hinterhältigen Gerüchten (war die Präsidentengattin vielleicht mal eine Prostituierte? und dergleichen) und gezielter, oft über die Bande »unabhängiger« Medien gespielter Desinformation trieben.

Blogger-Kollege Morgenländer hat das in seinem heutigen Posting mit einem Zitat eines FAZ-Leserbriefschreibers (von Beruf Richter an einem Strafsenat des Oberlandesgerichts Koblenz) auf den Punkt gebracht. Und ein Kommentarposter bei »Morgenländer« verwies daraufhin auf einen signifikanten »Freud'schen Versprecher« im Cicero-Magazin. Ich klickte den Link an, und in der Tat, es stand noch ebenso unkorrigiert da, wie es Frau Sorge hingeschrieben hatte:

Ich habe mir bloß erlaubt, auf dem Screenshot die Stelle zu markieren, wo ganz nonchalant zu lesen steht: »Natürlich gilt nach wie vor der Unschuldsverdacht

Es gab 1933 einen bitteren politischen Witz nach dem Berliner Reichstagsbrand, als Göring zur Rechtfertigung des daraufhin einsetzenden Terrors gegen Kritiker der Nationalsozialisten salopp meinte, es sei besser, zehn Unschuldige zu bestrafen, als einen Schuldigen laufen zu lassen. Der Berliner Volkmund fand gleich die treffende Entgegnung: »Es ist heute also gefährlich, unschuldig zu sein!«

Nein, unschuldig zu sein war und ist nicht immer leicht — aber endgültig hoffnungslos wird die Sache wohl, wenn man heute in einen medial geltenden Unschuldsverdacht gerät. Der gegen frühneuzeitliche Hexenjagd sich zwar in der Form der schließlichen Exekution, nicht aber in ihrer genüßlichen Hinterhältigkeit unterscheidet ...

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P.S.: Ach ja, und eine Anmerkung über ein nicht unplausibles Szenario gibt's auch noch.

Und weg is er ...

Nicht, daß er mir per se fehlen würde. Solange der »Krawattenmann des Jahres 2006« sich nur gegen Avancen einer schmutzigen Autorin wehren mußte, fand ich ihn gleichgültig bis lächerlich. Aber dann fing das große Halali vor Weihnachten an, bei dem sich die zusammen mit den Berufspolitikern widerlichste Primatenspezies, nämlich die Journaille besonders hervortat.

Es gibt wenige Beispiele, an denen man die Abgehobenheit nicht bloß der Politikerklasse, sondern auch ihrer medialen Handlanger und Spießgesellen so exemplarisch demonstriert bekam. So, wie die Politiker erbarmungslos Scheingefchte zur Sicherung ihrer Pfründen liefern, genau so blasen Medien zur Auflagensteigerung und zwecks Erfüllung von Gegengeschäften ihrer politischen Kartellpartner Mücken zu Elefanten auf, und lassen anderes verschwinden, wie es gerade gebraucht wird.

Es ist das erschreckend detailreiche Sittenbild unserer Gesellschaft, in der sich ein eigennütziger Filz aus bestochener und korrupter Politik, bestochenen und erpresserischen Medien, sowie korrupten und erpresserischen Bankstern in symbiotischer Einmütigkeit zusammengefunden hat. Gelegentlich wird einer der Teilnehmer gefressen, doch insgesamt sorgt ein System von »checks and balances« dafür, daß die meisten unfähigen Systempolitiker (gibt es denn andere?) ihre Pfründen behalten können, die meisten Schreiberlinge ihren mehr oder weniger psychopathischen Neigungen ungestört nachgehen können, und die Bankster das alles für sie hochprofitabel und noch dazu völlig risikolos auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung finanzieren. Da wird doch gleich wieder mal der gute, alte Akademiepräsident Max Liebermann fällig.

Wulff (s.o.) würgt bereits ersichtlich ... ... wie gesagt: nicht er muß einem leidtun. Es ekelt einen nur ab, wenn man sieht, von wem er zur Strecke gebracht wurde ...

Donnerstag, 16. Februar 2012

»Sozialismus und Nationalsozialismus sind nicht das Gleiche ...

... sind sich höchstens oberflächlich ähnlich«.

Meint wenigstens Kolumnist »RAU« alias Hans Rauscher im »Standard« (nö, auf diese rosa Postille verlinke ich nicht!), und bezieht sich damit auf eine »Presse«-Kolumne Christian Ortners, mit der er unter dem Titel »Wäre Adolf Hitler heute führender Aktivist der Occupy-Bewegung?« eine für zeitgeistige Ohren höchst inopportune Frage stellte. Denn nichts ist für unsere Sozen aller Couleurs (mit grob geschätzt 99% Anteil an den Parlamentsmandataren) unangenehmer, als daran erinnert zu werden, daß die »Nationalsozialstische Deutsche Arbeiterpartei« aben nicht nur national, sondern eben auch sozialistisch war.

Da geißelt man doch viel lieber den »Marktfetischismus« und den selbstmurmelnd »kalten Neoliberalismus«, und wie all die Nebelkerzen sonst noch heißen mögen. Denn die Erkenntnis, daß die gemeinsame Wurzel des nationalen wie des internationalen Sozialismus die Versklavung der Menschen im Namen einer kollektivistische Ideologie ist, egal ob sie die Gleichmacherei von »Genossen« oder von »Volksgenossen« bezweckt, ist einfach zu schmerzhaft, als daß die Träumer eines Paradieses auf Erden sich dadurch den Spaß an der Freud' verderben lassen wollten.

Dennoch: nur wer sich von der Idee dieses Paradieses verabschiedet und erkennt, daß »der Markt« nicht eine Heilsverheißung, sondern schlicht die Akzeptanz der Realität ist, kann den Weg aus der Knechtschaft zurückgehen, damit er irgendwann — mit Anstrengung und Blessuren, ohne Frage! — wieder in der Freiheit landet. Statt sich mit Attac & Occupy über angeblichen »Raubtierkapitalismus« zu empören, sollte man nämlich lieber nachsehen, wo denn dieser erbittert bekämpfte angebliche »Raubtierkapitalismus« existiert. Und man wird schnell feststellen: vorwiegend bloß virtuell in den Hirnen seiner selbsternannten Bekämpfer. Und in der Realität höchstens im politisch-korporatistischen Geflecht der Systemgünstlinge. Nur — kann man uns verraten, was das anderes sein soll, als Sozialismus in Reinkultur?

Mittwoch, 15. Februar 2012

Wie sagt man zu Leuten, die geliehenes Geld zurückbezahlt bekommen wollen?

Na, klar: das sind »neoliberale Taliban«!

Gegenfrage: wie sagt man zu einem Ex-Kindergärtner, der sich in dieser Funktion von den betreuten Kindern ans Zumpferl hat greifen lassen, und darüber (und manch anderes) sogar in einem Buch selbst stolz berichtet?

Na bitte, das ist doch nicht so schwer: »Herr Vorsitzender der EU-Parlamentsfraktion der Grünen«, natürlich!

Man könnte natürlich auch was anderes zu ihm sagen. Was, das kann man sich denken. Straffrei ...

Dienstag, 14. Februar 2012

Nur gerüchteweise

... vernimmt man, daß eine nicht eben unbedeutende Bank in Österreich für diverse Konten ihrer Kunden im Abschlußposten per 31.12.11 vereinbarungswidrig höhere Zinsen verrechnet, jedoch den Kunden unter der Hand versichert habe, diese Zinsen selbstmurmelnd demnächst wieder gutzuschreiben. Was, im Falle des Zutreffens dieser Gerüchte wohl nur einen Schluß zuläßt: die besagte Bank benötigte den Ausweis dieser scheinbaren Erträge, um eine positive Bilanz erstellen zu können — weshalb sonst macht man denn sowas?

Das paßt freilich perfekt zum düsteren Bild, das Andreas Tögel in seinem jüngsten Artikel auf ef-magazin malt. Wer heute gut schlafen will, sollte ihn besser nicht lesen. Wer morgen nicht unter der Brücke schlafen will, vielleicht doch. Wobei allerdings nicht gesagt ist, daß die Lektüre dies noch verhindern wird können ...

Ach ja, da war doch was vor 67 Jahren ...

... weswegen heutige Antifanten ausrücken müssen, um ihre Lufthoheit, wenn schon nicht über die Stammtische, so doch über die Systemmedien und die erlaubterweise äußerbaren Meinungen ihrer Untertanen zu sichern. Man kann die Sache freilich auch gegen den Strich bürsten, und sich wundern, wie anders Sachen aussehen können, wenn man nur versuchsweise mal die Perspektive wechselt, indem man die Sache eben von allen Seiten betrachtet — statt nur unter dem hierzulande kanonisierten Blickwinkel der Schokoladeseite für die Kriegsgewinner.

Karl Eduard macht's vor, unter »zynisch und menschenverachtend«, sicherheitshalber (wer will's ihm verdenken?) — und es wird genug Zeitgenossen (heutige natürlich, nicht damalige, denn die allermeisten der Letzteren deckt längst der Rasen) geben, die dieser Kategorisierung beipflichten werden. Doch gemach — wie schon Voltaire wußte: »Geschichte ist die Lüge, auf die man sich geeinigt hat«.

Also weiterhin happy lying ...

Montag, 13. Februar 2012

Stupend, oder: panem et circenses ...

Ganz Europa ächzt unter der Diktatur der Eurokraten. Ganz Europa? Nein! Gföhl, eine kleine Ortschaft im Waldviertel setzte am 12.02.2012 auf direkte Demokratie ...

... und stimmte über die Errichtung eines fürwahr stupenden Bauprojektes, einer 36 m hohen Stupa, ab. Negativ, mit 67% der 52% teilnehmenden Stimmbürger. Naja ...

Wie so oft im realen Leben wurden auch in diesem Fall durchaus richtige (oder wenigstens: nachvollziehbare) Entscheidungen sofort mit falschen Gründen hinterfüttert. Einen der falschesten (wenn dieser Superlativ sprachlich zulässig ist) zitiert »Die Presse«::
Ortschef Simlinger, der für das Vorhaben eingetreten war, teilte im Hinblick auf die Wahlbeteiligung mit, er "begrüße die demokratische Reife der Bürgerinnen". Die Entscheidung des Volkes sei zur Kenntnis zu nehmen, denn "die Menschen haben immer Recht".
Aha. Wie damals, als »die Menschen« Hexen verbrannten? Oder damals, als sie Bücher auf Scheiterhaufen warfen (was nicht nur im Spätmittelalter Mode von Inquisitoren war, sondern sich nahtlos bis in die jüngere Vergangenheit fortsetzte, und in weiten Teilen der Welt bis jetzt beliebt ist). Oder als sie antike Buddhastatuen in Afghanistan sprengten? Oder heute, da sie gerade auf den Malediven im Museum Buddhastatuen als »Götzenbilder« vernichten?

Man verstehe das nicht falsch: natürlich haben die Einwohner einer Gemeinde ein berechtigtes Interesse daran, ob auf einem unmittelbar an der Zufahrtsstraße einer ganzen Region gelegenen Grundstück ein im höchsten Maße die Landschaft prägendes Bauwerk errichtet wird oder nicht. Schließlich ist ein Gebäude von 36 m Höhe und 20 m Durchmesser für die Verhältnisse von Gföhl ein gigantisches Monument — es wäre etwa so, wie wenn jemand am Wiener Stephansplatz das Haas-Haus kaufen wollte, um dort eine Moschee mit 150 m hohen Minaretten zu errichten. Nur bedeutet ein berechtigtes Interesse an etwas noch lange nicht, daß »die Menschen immer Recht haben«. Ich hätte beispielsweise ein durchaus berechtigtes Interesse daran, daß meine Sekretärinnen kostenlos für mich arbeiten (schließlich bliebe mir dadurch ein erheblicher Mehrgewinn). Nur: hätte ich damit auch schon recht? Oder haben die Sozen »recht«, wenn sie unter Zustimmung der vielen Nichts- bis Wenigzahler Zusatzsteuern von den wenigen »Besserverdienenden« verlangen, statt die Staatsmittel sparsam zu verwenden?

Signifikant ist jedenfalls, wie sehr seitens der Stupa-Proponenten mit Maß und Besonnenheit reagiert wurde. Man wolle das Ergebnis »natürlich akzeptieren« — was im Fall einer Ablehnung eines Moschee-Baues von dessen Proponenten wohl so eher nicht formuliert worden wäre. Nur wäre es in diesem Fall wohl auch nicht zu einer Volksbefragung gekommen, darf man unbesorgt wetten. Sondern zu einem Diktat einer Politbürokratie, welche uns schnell klargemacht hätte, daß jede direkte Demokratie gefälligst gegenüber übergeordneten Interessen (etwa: sich gegenüber den Saudis und Türken einzuschmeicheln) das Maul halten solle.

Wobei durch letzteres Beispiel auch klar ist, was dieses Votum in Wahrheit bedeutet: panem et circenses — ein billiges Entrüstungs-Spektakel im Waldviertel zu Ungunsten eines harmlosen Gegners, das nur zur Entlastung des durch »Sparpakete« & Co. aufgestauten Unmutes der Bevölkerung über ein Orchideen-Thema veranstaltet wird. Direkte Demokratie über wirklich entscheidende Themen — etwa über die dringendst nötigen Strukturreformen in Österreich, oder gar der EU — gibt's natürlich nicht. Und wird es auch nicht geben (zumindest solang der politisch-medial-korporatistisch-etatistische Komplex noch regiert).

Churchill meinte bekanntlich einmal: »Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein 5-Minuten-Gespräch mit einem durchschnittlichen Wähler«. Ein scharfzüngiger »Presse«-Poster ätzte, heute würde er wohl sagen: »Das beste Argument gegen die Demokratie ist ein 5-Sekunden-Gespräch mit einem durchschnittlichen Politiker«. Womit er freilich recht hat. Immer.

Sonntag, 12. Februar 2012

Kindermund tut Wahrheit kund ...


»Vieles ist Hoffnung, nur die Katastrophen sind fix«

... übertitelt Andreas Unterberger seinen Artikel über das vorgestern präsentierte Schröpf- und Enteignungspaket unserer Politbanditen. Einen einzigen kleinen Schönheitsfehler hat der Artikel: seinen Titel. Denn es ist keineswegs »vieles« Hoffnung, sondern die Hoffnungen unserer Systempolitiker — etwa: die Schweiz zu Steuerabfuhren nach Österreich zu erpressen, oder eine »Finanztransaktionssteuer«, die in Wahrheit völlig kontraproduktiv ist (und nebstbei wegen der Verlagerungseffekte Österreich auch fast kein Aufkommen bringen wird) EU-weit einzuführen — sind in Wahrheit Alpträume für jeden klar denkenden Menschen. Die Katastrophen hingegen sind fix einbetoniert, solange unsere Machthaberer ihre Klientel-Interessen auf Kosten einer leistungsbereiten Minderheit finanzieren lassen. Nach dem demokratischen Motto: du zahlst, und ich geb's aus ...

Samstag, 11. Februar 2012

Reichsfluchtsteuer

Wer angesichts der durch dieses »Sparpaket« völlig evident gewordenen Unfähigkeit unserer Politiker aus dem schönen Österreich flüchten will, bevor uns die ganze Chose um die Ohren fliegt, kann von Glück reden, wenn er das entweder in den nächsten Tagen bewerkstelligen kann, oder wenn ein allfälliger Immobilienbesitz, aus dessen Verkauf er sich eine Ansiedlung in einem anderen Staat finanzieren möchte, bereits vor dem 1. April 2002 erworben wurde. Denn in der typischen Situation eines mittelständischen Wieners, der am Arbeitsort in einer Mietwohnung lebt, und sich vor ein paar Jahren draußen vor der Stadt ein Wochenendhaus (oder auch nur ein Grundstück zur künftigen Errichtung eines solchen) angeschafft hat, wird bei Veräußerung desselben von der Finanz mit 25% der Wertsteigerung gegenüber den Anschaffungskosten ganz ungeniert zugelangt.

Da diese angebliche »Wertsteigerung« zum größten Teil nichts anderes als die Geldentwertung darstellt (da Grundstücke im Gegensatz zum Papiergeld nicht nach Belieben nachgedruckt werden können), führt eine Besteuerung dieser fiktiven »Wertsteigerung« also zu einer kalten Enteignung (als Analogie zum Begriff der »kalten Progression«) bereits versteuerter Vermögenswerte.

Aber bitte — das gab's ja alles schon! Wer beispielsweise in den 1930er-Jahren das schöne Deutschland verlassen wollte (oder durch die dortigen Umstände genötigt war, es zu wollen), durfte 25% »Reichsfluchtsteuer« berappen. Den Prozentsatz hat unsere Regierung ja gleich vom bewährten Vorbild abgekupfert. Die weiteren Maßnahmen zur Sicherung des Steueraufkommens (»... Spediteure sollten Umzüge melden, Notare Immobilienverkäufe anzeigen und Lebensversicherungen erbetene Rückkäufe melden. Mit der Gestapo wurden Post- und Telefonüberwachung einzelner Verdächtigter vereinbart ...«, weiß Wikipedia zu berichten) werden vermutlich demnächst nachgereicht.

Willkommen im Fiskalfaschismus!

Klimaverhetzung

Für die in Kreisen von Klimaleugnern immer häufigere Infragestellung, ja sogar blanke Verhöhnung des Klimakonsenses hat der verdienstvolle Informations- und Wissenschaftsblog »Politplatschquatsch« endlich eine geeignete Abhilfe vorgeschlagen:
In Berlin wird inzwischen der Ruf laut, Paragraph 130 des Strafgesetzbuchs, der den Tatbestand einer Volksverhetzung definiert, bedürfe einer Ergänzung. Ein Absatz 3 müsse künftig zwingend auch die Leugnung des Klimawandels unter Strafe stellen, etwa mit der Formulierung "Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, gegen den auch von Massenmedien und der Bundesregierung anerkannten wissenschaftlichen Konsens der Klimaforschung polemisiert, mit Gruppen von Klimagläubigen streitet oder auf Kosten eines Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Gruppe von IPCC-Anhängern Witze macht, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft."
Damit besteht die Chance, daß konsensbrechende Klimaleugner aus dem Verkehr gezogen werden können, bevor das Verkehrsnetz wegen der klimaerwärmungsbedingten Tiefsttemperaturen zusammenbricht.

Freitag, 10. Februar 2012

»Sparpaket«? Raubüberfall!

Heute abend ist es so weit: das »Sparpaket« wird präsentiert. In dem sich vor allem die Politiker der SPÖVP ersparen, irgendwo ernsthaft zu sparen. Bei der Klientel der jeweils anderen Parteihälfte — da täten's es ja, aber bei die eigenen Leut'? Also wird ein Sparpaket als Räuberpistole daraus: mit ungeniertem Griff in die Taschen des ohnehin schon ausgeplünderten Mittelstandes. Denn die Großkonzerne können sich durch irgendwelche internationale Umschichtungen, durch Bestechung des einen oder anderen Politikers und Beamten, und, wann des alles net hilft, durch Erpressung (»... dann wären wir leider gezwungen, unser Werk zu schließen. Denken Sie an die Arbeitsplätze ...«) behelfen — nur wohin soll der Buchhändler in Mariahilf »umschichten«, wen der Zahnarzt in Favoriten bestechen, welchen Politiker oder Beamten der Rechtsanwalt erpressen?

Mittlerweile zahlt ein rundes Viertel der Bevölkerung für den gesamten Rest. Denn die Klientel der SPÖVP — und dazu zählt der privatwirtschaftlich erwerbstätige Mittelstand ersichtlich nicht mehr! — darf nicht angetastet werden. Selbstmurmelnd bleiben die schwarz/rot durchgefärbten Staatsbediensteten unangetastet (von ein paar Augenauswischereien für die Auslagendekoration abgesehen). Selbstverständlich wird der Subventionssumpf der schwarzen Bauern und roten Gutmenschenvereine nicht ausgetrocknet. Na, soweit kommert's noch, daß die politisch vernetzten Großbauern auf einmal ihre Betriebe effizient führen müßten, statt von Subventionen zu leben! Oder daß sich die ebenso präpotenten wie unqualifizierten Söhne und — insbesondere — Töchterln der »roten Aristokratie«, also jenes schon in der mindestens dritten Generation obenschwimmenden Sozen-Abschaums, vielleicht durch richtige Arbeit durchfretten müßten, statt durch gutdotierte Posten in Vereinen für »Antifaschismus«, »Diversity-Consulting« und »Integrationsförderung«, oder als »Fahrrad-«, »Klimawandel-« und »Gleichbehandlungs-« etc. »-beauftragte« ohne Leistung und Nutzen kräftig abzusahnen.

Was unsere Politkriminellen mit diesem »Sparpaket« zusammengeschnürt haben, ist schlichtweg der Startschuß zur endgültigen Enteignung jedes leistungsbereiten Bürgers. Offenbar will unsere Politik nur subventionsabhängige, und damit gefügige Untertanen. Denen man in Fernseh-Soaps und Zeitungsschlagzeilen Pseudo-Erregungen zur Entrüstung vorsetzt, um ihnen im Moment der Ablenkung desto ungenierter ins Taschel zu greifen.

Es hilft nichts, sich darüber einfach zu entrüsten, und dann doch dieselben Ganoven wieder und wieder im Amt zu bestätigen — oder resignierend einfach zu Hause zu bleiben. Machen wir Aktionen und behalten wir dabei stets im Auge, daß unsere Politiker nicht bloß unfähig, korrupt, intrigant und geldgierige Arschlöcher sind — sie sind noch eines: feig! Und geben, sobald sie Gegenwind spüren, schnell klein bei. Also droht ihnen mit dem Wählen einer ihnen möglichst unliebsamen Gegenpartei (in Österreich gibt's da Gott sei Dank welche)! Nicht daß die wirklich besser wären — aber als Drohung sind sie gut genug! Und noch eines sind die Politiker: eitel. Also macht sie lächerlich! Gebt ihnen zu verstehen, daß sie etwa so angesehen sind, wie Zuhälter eines Ostblockbordells. Oder Kinderschänder.

Jetzt werden sich vermutlich einige ins Hoserl machen und warnen, daß das doch damals, in den 1920er-Jahren genauso ..., und man hätte doch gesehen, was mit dieser Verteufelung des politischen Systems ... ach, geschenkt! Lassen Sie es mich so ausdrücken: man kann unsere Politiker mit gutem Grund in die Tonne treten, ohne deshalb hirnkranke Vernichtungsaktionen gegen Juden, oder Kriegseroberungen bis zum Uralgebirge zu planen! Wer also genau das vorgibt verhindern zu wollen, ist entweder ein Naivling der Extraklasse, oder er will in Wahrheit das derzeitige politische System fördern — vermutlich, weil es ihn fördert!

Natürlich sind alle Aktionen nur soweit sinnvoll, als sie auch legal ablaufen können — denn niemandem ist das Martyrium eines politgelenkten Strafprozesses oder Steuerstrafverfahrens zuzumuten, ganz davon abgesehen, daß derlei natürlich in der Systempresse gleich zur Desavouierung jeglicher echter Reformen mißbraucht würde! Nein — viele kleine und ganz legale Nadelstiche können auch einen Elefanten zum Wahnsinn treiben. Und je mehr der Wahnsinn steigt, desto unaufmerksamer werden unsere politischen Aus- und Freibeuter ihre Agenda der Unterdrückung verfolgen können. Desto mehr Fehler werden sie machen, deren Beseitigung sie wieder Zeit und Mühe kosten wird. Und irgendwann steht dann dieses korrupte, postenschachernde, alles gängelnde, kontrollsüchtige System unserer Parteien»demokratie« mit dem Rücken zur Mauer — wie seinerzeit die Bonzen der DDR. Nur daß es dann halt keinen reichen Onkel aus dem Westen gibt, der die Sache noch irgendwie geordnet abzuwickeln verspricht.

Und in dieser Stunde werden die Leistungsträger unserer Gesellschaft mit Genuß zusehen können, wie sich aufgeblasene Politapparatschiks in vor Angst stammelnde Idioten verwandeln. Man braucht sich doch bloß die Veränderung an dieser Visage anzusehen:

So sah er im Jahr 2000 aus — beinahe souverän ...

... und so sieht er heute aus. Die Angst schnürt ihm ersichtlich die Kehle zu.

Ach, wie arm! Nein, sorry, mit ihm und seinesgleichen habe ich wenig Mitleid. Um ein Bibelzitat etwas gegen den Strich zu bürsten:


»AMEN DICO VOBIS: RECEPERUNT MERCEDEM SUAM.«

Mit anderen Worten: sie sind auf unsere Kosten Mercedes gefahren. Und zwar mit Vollgas gegen die Wand. Und wahrlich, sie haben ihren Lohn erhalten (pun intended) ...

Oder, wie es ein Bekannter einmal etwas ... ähem ... drastischer ausdrückte:

If you think that fuck is funny,
fuck yourself and save the money


Our money, strictly speaking ...

Donnerstag, 9. Februar 2012

»Ein Ausblick aufs Finale«

... lautete der Untertitel eines beklemmenden Artikels von Roland Woldag in der November-Ausgabe 2009 von »eigentümlich frei«:
Wenn ich 1987 im völlig heruntergekommenen Potsdam aus der Mietshaustür trat, war das wie der Eintritt auf eine kafkaeske Bühne. Hinter der Wohnungstür war Normalität, vor der Haustür herrschte eine unwirkliche Zeitverschiebung. Der Hausflur war der „Timetunnel“ in eine Zeit, die nicht das 20. Jahrhundert sein wollte. Das 20. Jahrhundert fand im „Westfernsehen“ statt, hier draußen herrschte die beklemmende Atmosphäre des 19. Jahrhunderts im Verfall. Ich sehe mich noch auf dem Bürgersteig stehen und gen Himmel rufen: „Herr, es ist doch das Ende des 20. Jahrhunderts!“

20 Jahre später, im Herbst 2007, nachdem die sozialdemokratischen Parteien SPDCDUCSUFDP die Wirklichkeit als politisch inkorrekt aus den Programmen gestrichen hatten, stellte sich langsam das Gefühl wieder ein, welches mich schon am Ende der vorletzten Sozialismusphase irritierte: Wirklichkeit und Selbstbild der Gesellschaft befinden auf größtmöglicher Distanz, die Geschichte scheint still zu stehen. [...]
Der Artikel erschien, wie gesagt, im November 2009, und er endete mit einer — auch ganz ohne Mayas & Co. — schon damals nicht wirklich beruhigenden Prophezeiung für das Jahr 2012:
Oft hören wir, jeder Bürger habe 20.000 Euro Schulden. Das ist längst Augenwischerei. Teilt man die gesamten Leistungsversprechen des Staates durch jene, welche es erwirtschaften müssen, kommt gegenwärtig ca. eine halbe Million Euro pro Produktivkraft heraus. Dieser Wert steigt in den nächsten Jahren der massenhaften Verrentung von Babyboomern rasch auf eine Millionen Euro.

Das ist das sichere Ende der sozialdemokratischen Ordnung in Deutschland (2012).
Nun, könnte hinkommen ...

Mittwoch, 8. Februar 2012

Für dieses linke Gesocks...


... sollen wir noch Geld ausgeben? Seit Jahrzehnten leben die vom Geld der EU-Nettozahler (v.a. Deutschland, aber auch Österreich), lassen sich ihre Infrastruktur durch Zuschüsse aus Brüssel finanzieren, schmarotzen an den niedrigen Zinsen des Euro-Raumes mit, gönnen sich einen aufgeblähten, durch und durch korrupten Beamtenapparat ohne jegliche Leistung, dafür mit fettem Salär und frühem Pensionsanspruch, leisten sich eine der teuersten Armeen Europas (die im Ernstfall trotzdem für die sprichwörtliche »Wetti-Tant'« ist, denn eine 10-Millionen-Nation wird einen Ansturm von Abermillionen »Kulturbereicherern« aus Afrika und Vorderasien nicht stoppen können) — und dann, wenn's irgendwann mal heißt, dieses Leben auf Pump und Abzocke einzuschränken, wird »Es reicht!« skandiert.

Ganz recht: es reicht in der Tat, liebe Griechen! Und zwar uns, weil wir nicht länger die Trotteln der EU sein wollen, auf deren Kosten schlitzohrige Südländer sich ihre eklatante Ineffizienz als »Lebensqualität« verpackt finanzieren lassen. Vor ein paar Tagen hat Blog-Kollegin Nattl es schon in kurzen Worten auf den Punkt gebracht:

Bitte haut's Griechenland endlich raus aus der EU bevor noch mehr Steuergeld unnütz verbrannt wird. Oder verkauft das Land der Hellenen an die Türkei. Egal was … aber einfach raus, weg, fort!

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen, außer: beschlagnahmt vorher ihre auf Schulden (mit unserer Haftung!) angeschafften Panzer und Schiffe, dasselbe macht mit den ebenso auf Pump Großmacht spielenden Türken — und dann sollen sie sich die beiden mit den bloßen Fäusten die Fresse polieren und wechselseitig in der Ägäis ertränken. Vielleicht kommen dann irgendwann die auf ihre Türkenkültür stolzen Westasiaten und die Wiege-Europas-Schlitzohren drauf, daß man es zur Abwechslung auch mal mit Arbeit versuchen könnte. So, wie die Deutschen, deren Fahne sie gratismutig verbrennen ...

Dienstag, 7. Februar 2012

Was Sie schon immer über Spekulanten wissen wollten, und sich bisher nicht zu fragen getrauten

... erfahren Sie in diesem perfekten Artikel von Calimero, den ich hiermit für den nächsten Ökonomie-Nobelpreis vorschlage. Nun ist mir durchaus bewußt, daß Kollege Calimero nicht wirklich etwas Neues darin entdeckt hat — nur gegenüber dem Geschwurbel, das in den letzten Jahren mit dem Nobelpreis-Nachbau ausgezeichnet wurde, sticht es um Klassen und Längen ab!

Danke, Calimero!

»Der neue Totalitarismus«

Einen Artikel von Michael Paulwitz unter diesem Titel zitiert der lesenswerte Blog »Kreidfeuer«. Ein paar Sätze daraus zur Einstimmung:
... „Kampf gegen Rechts als Staatsräson“ war ein Zeitungskommentar zur Bundestagsgedenkstunde am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz überschrieben – eines der alljährlich zelebrierten Hochämter der neuen „antifaschistischen“ Zivilreligion.

Dem Schreiber war vermutlich nicht bewußt, was er da aussprach: Sieht der Staat seinen Daseinszweck nicht mehr in der unparteiischen Gewährleistung von Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Sicherheit nach innen und außen für alle Bürger, sondern im Niederkämpfen bestimmter Gesinnungen, wird er zwangsläufig zur Partei in einem institutionalisierten geistigen Bürgerkrieg und zielt in letzter Konsequenz auf eine totalitäre Gesinnungsdiktatur à la soviétique.
Lesenswert. Bestürzend lesenswert ...

Montag, 6. Februar 2012

Hinter Nebelwänden von Pseudoskandalen

... soll von den Medien versteckt werden, was sich derzeit (und demnächst) wirklich abspielt. Hat man sich vor einigen Wochen noch gewundert, warum Kreditvertragskonditionen für den banalen Hauskauf eines Politikers mit der detailverliebten Zähigkeit von Zeugenkreuzverhören in Nürnberger und anderen Mammutprozessen breitgetreten werden, so schüttelt man mittlerweile nurmehr den Kopf über zur Lächerlichkeit aufgebauschte Flug-Upgradings, Freikarten für Fußballspiele, wegen politisch unerwünschter Vergleiche aufgeschobene Ordensverleihungen etc. — »Was soll denn der Blödsinn?« schwebt dem Zeitbeobachter unausgesprochen auf den Lippen ...

Nun, dieser Blödsinn soll vorallem eines: ablenken! Ablenken von dem, was sich hinter den Nebelwänden abspielt. Das hier nämlich:
Credit Suisse: EZB muss Banken bis zu 10 Billionen Dollar leihen

Um den Euro zu retten könnte die EZB gezwungen sein, bei ihrer nächsten Kreditvergabe im Februar bis zu 10 Billionen Dollar in den Markt zu pumpen. Es wäre der teuerste Ankauf von Zeit in der Geschichte.
(Hier weiterlesen)
Um sich die Ungeheuerlichkeit dieser Zahl »10 Billionen« vor Augen zu halten: wenn die im Erwerbsalter stehende (d.h. 15-65-jährige) Bevölkerung der Euro-Zone pro Sekunde einmal »Scheiße!« (oder auch »Merde!«, »Merda!«, »¡Carajo!« etc.) riefe, dann braucht sie dazu ziemlich genau 68.000 Sekunden, das sind also rund 19 Stunden. Also eine halbe Arbeitswoche nur, um im gaaanz großen Chor »Scheiße!« zu rufen — davon, sie zu beseitigen, ist ja noch keine Rede!

Versteht man nun, warum uns die Politiker mit Gladiatorenspielen aller Sorte, von Wulffhausen bis ins Dschungelcamp das Hirn zupappen wollen, damit sie noch eine kitzekleine Chance haben, es sich ein paar Monate oder gar Jahre am Trog der Macht, die schon längst keine mehr ist, gutgehen zu lassen ...?

»Wer kümmert sich um die Realwirtschaft?«

Manchmal geschehen Zeichen und Wunder, und selbst eine links-»bürgerliche« Gutmenschen-Postille wie der »Kurier« bringt einen halbwegs g'scheiten Artikel zusammen. In dem nur selbstverständliche Dinge stehen — aber was ist für jahrzehntelang sozialistischer Gedankenverschmutzung ausgesetzte Hirne schon »selbstverständlich«?
Kümmert es eigentlich irgendjemanden, was die Realwirtschaft, also die großen, mittleren und auch die kleinen nicht-staatlichen Unternehmen dieses Landes brauchen, um auch in Zukunft zu florieren und Arbeitsplätze im Land zu sichern? Sie kämpfen in Wahrheit längst mit einem planlosen, dafür teuren Bildungssystem, mit Fachkräftemangel, zum Teil absurden und kontraproduktiven Umwelt-Auflagen, konfusen Steuer-Diskussionen, Bürokratie und einer aggressiven Wirtschaftsfeindlichkeit in den Köpfen. (Jede heimische Straßenbefragung zur Börse würde ergeben, dass man diese vorwiegend negativ sieht, aber kaum mit der wichtigen Funktion der Wirtschafts-Finanzierung verbindet.) Alle wünschen sich Arbeitsplätze, aber niemand die Unternehmer dafür. (Hier weiterlesen)
Offenbar sickert die unerfreuliche Realität schön langsam sogar in die Mainstream-Medien. Möglicherweise werden wir noch lesen müssen, daß die Millionenförderung angeblich »alternativer« Energieformen kontraproduktiv ist, weil diese völlig unzuverlässig sind. Oder daß die Chimäre der angeblichen Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz nur der Profilierungsneurose von Polit- & Gewerkschaftsfunktionärinnen entspringt und längst auf den Misthaufen der Feminismus-Legenden entsorgt gehört. Daß der ganze Klimawandel-CO2-Wahnwitz nur ein praktisches Werkzeug für unsere Polit-Capos ist, aufmüpfige Untertanen zu gängeln und durch einen regen Ablaßhandel (allerdings einen, bei dem der Papst durch die Regierungen ersetzt wurde) ihre Herrschaft schwungvoll zu schmieren. Oder daß eigentlich nicht einzusehen ist, warum die heutigen Pensionisten als Heilige Kühe der Nation unangetastet bleiben, und unserer Jugend bloß die »Hundstrümmerln« für die Altersversorgung bleiben.

Aber keine Angst: soweit wird's net kommen! Nicht in Österreich, wo die »Nation der Hausmeister« verläßlich irgendeine der unterschiedlich gefärbten sozialistischen Parteien wählt. Nur keine Eigeninitiative, nur keine Freiheit, nur keine Leistung! Wie schon Grillparzer wußte: »Denn die Größe ist gefährlich / und der Ruhm ein eitles Spiel« ... das ist der Stoff, aus dem zwar nicht die Träume, aber die Pensionsberechtigungen sind. Was immer die einmal wert sein werden.

Kennedy's pathetischer Spruch, daß man sich fragen solle, was man für sein Land tun könne, wird in Österreich ins exakte Gegenteil verkehrt. Nicht, daß ich Kennedy etwa zustimmen würde — als Libertärer bin ich weder heiß drauf, daß »das Land« etwas für mich tut (außer für eine unpolitische Justiz, eine effiziente Polizei und eine funktionierende Infrastruktur zu sorgen), noch bin ich dafür zu erwärmen, über die dafür nötigen (und daher nicht hohen!) Steuern weiß Gott was für »mein Land« zu tun! Aber die Verkehrung seines Satzes macht aus einem pathetischen Geschwurbel ein Konzept für den Staatsbankrott — in den hineingezogen zu werden, ich schon gar kein Animo habe ...

Sonntag, 5. Februar 2012

Samstag, 4. Februar 2012

Alltagsgeschichte

Die gestrige Nachricht vom Ableben Cissy Kraners rief mir verschiedene Erzählungen aus meinem Familien- und Bekanntenkreis wieder ins Gedächtnis. Cissy Kraners bekanntestes Lied »Aber der Novak läßt mich nicht verkommen« ließ vor meinem inneren Auge einen Herrn Novak zum Leben erwachen, den ich zwar nur aus Erzählungen meiner Mutter — auch sie weilt längst nicht mehr unter uns — kannte; Erzählungen, die ich jetzt mit allen Ungenauigkeiten der oral history, ich weiß, zu rekonstruieren versuche.

Anknüpfungspunkt ist jene von uns Kindern »Tante Rosi« genannte Jugendfreundin meiner Großmutter, die in der Zwischenkriegszeit eine Trafik*) in der Wiener Taborstraße betrieb, also im 2. Wiener Gemeindebezirk »Leopoldstadt«, im Volksmund einst wegen der vielen dort lebenden Juden auch als »Mazzes-Insel« bezeichnet, denn dieser Bezirk bildet quasi eine Insel zwischen dem Hauptstrom der Donau und dem sogenannten »Donaukanal«. Wien, d.h. sein historisches Stadtzentrum, liegt seit den Regulierungsmaßnahmen des 19. Jahrhunderts nämlich nicht wirklich »an der Donau«, sondern am Donaukanal, den man euphemistisch manchmal auch »Kleine Donau« nannte ...

Und in dieser Trafik lernte die junge »Frau Rosi« wohl auch ihren späteren Mann, besagten Herrn Novak, kennen. Der seinerseits wieder ein Freund und einige Jahre lang sogar Geschäftspartner eines Bruders meiner Großmutter war. In jenen Jahren vor, während und nach dem 1. Weltkrieg, als die »Cinematographie« in Stummfilmen die Welt eroberte, betrieben sie ein — bald untergegangenes — »Kinofilm-Theater«. Und klein, wie die Welt ist, lernte Herr Novak, der in seinen angestammten Beruf als »Chemigraph« zurückgekehrt war, als Kollege bald meinen Großvater kennen, und über diese Arbeitsbekanntschaft auch meine Großmutter, die sich bei gemeinsamen Spaziergängen und Ausflügen mit der mittlerweiligen Frau Novak anfreundete. Daß meine Großeltern ein kleines Mädchen (meine Mutter nämlich) hatten, vertiefte die Beziehung zwischen den beiden Ehepaaren, denn die Novaks blieben zu ihrem großen Bedauern kinderlos.

Die (Wahl-)Tante Rosi, die trotz anfänglicher Bedenken ihrer jüdischen Angehörigen eine (bis eben auf die Kinderlosigkeit) glückliche Ehe führte, ließ sich erst in den 1930er-Jahren (und zwar römisch-katholisch) taufen, woraus man erkennen kann, daß das Bild eines schon vor der Nazizeit in Wien allgegenwärtig lauernden militanten Antisemitismus wohl nicht ganz der Realität entsprach. Denn nicht besonders glückliche Ehe meiner Großeltern zerbrach nach zehn Jahren, nicht jedoch die Freundschaft meiner Großmutter mit dem Ehepaar Novak, das an meiner Mutter »einen Narren gefressen« hatte — hübsch und aufgeweckt war sie ja, nach den Photos und Erzählungen zu urteilen ...

Nun, die bitteren Zeiten in und nach der Weltwirtschaftskrise hatten meiner Großmutter schwer zu schaffen gemacht. Als »Ausgesteuerte«, also nach dem Auslaufen des Arbeitslosengeldes, konnte sie sich nur durch Gelegenheitsarbeiten, Wäschewaschen etc., notdürftig über Wasser halten, und mein Großvater mit seinen kommunistischen Aspirationen, versuchte sein Glück als Gastarbeiter in der Sowjetunion — von wo er bald, deutlich weniger kommunistisch gestimmt, wieder zurückkehrte. Was man auch wieder als Glück im Unglück bezeichnen kann.

Im Jahr 1938, nach dem Einmarsch Hitler-Deutschlands in Österreich, versuchte mein Großvater in Berlin Arbeit zu bekommen, und meine Mutter lag meiner Großmutter so lange in den Ohren, bis sie ebenfalls in Berlin ihr Glück versuchen durfte. Und Glück hatte sie! Sekretärinnen waren gesucht — meine Mutter war unternehmungslustig, flink bei der Arbeit, nicht auf den Mund gefallen, aber höflich und wohlerzogen (sagte sie), und binnen Kürze das von allen verhätschelte Nesthäkchen im Büro. Mit »Wiener Schmäh« wickelte sie selbst die grantigsten Direktoren ein, sogar der über den »s-pitzen S-tein s-tolpernde« Leiter der Rechtsabteilung (aus Hannover gebürtig) taute auf ...

In Wien war das alles etwas anders. Der Anschluß brachte jede Menge »Märzgefallener«**) in alle möglichen Positionen, und die mußten ihren frischentdeckten Nationalsozialismus natürlich gleich mindestens 150%ig unter Beweis stellen! Die zahlreichen Juden aus Wien (in der »Provinz« gab's ja fast keine, außer in ein paar Gemeinden im — früher ungarischen — Burgenland) emigrierten schleunigst und taten gut daran. Denn die, die länger blieben, weil sie sich eine Auswanderung nicht leisten konnten, landeten vielfach im KZ, so auch die gesamte Familie der »Tante Rosi«.

Auch an den Herrn Novak traten forsch ein paar Nazi-Funktionäre heran, er solle sich doch von seiner »artfremden« Frau scheiden lassen. Doch Novak hatte Charakter — und wies ihnen mit einem kurzen »Wenn sie zwanzig Jahre lang gut genug für mich war, wird sie auch weiter gut genug für mich sein!« die Tür. Frau Novak hatte natürlich sofort ihre Trafik verloren (durch »Arisierung« an einen »Parteigenossen«) und hielt sich (so wie in den Jahren davor meine Großmutter) mit Wäschewaschen, Putzfrauen-Tätigkeit und dergleichen über Wasser. Und, Glück im Unglück, fand sie bald »unter der Hand« eine fixe Beschäftigung bei einer Dame, die mit ihr »gut konnte«, obwohl (oder weil?) sie die Frau eines SS-Offiziers war. Und dieser hielt — auch das gab's damals! — all die Jahre bis 1945 seine schützende Hand über sie und ihren couragierten Mann. Tante Rosis Familienangehörige hatten freilich nichts davon (oder reichte sein Einfluß nicht weit genug), sie sind alle im KZ ums Leben gekommen.

Als meine Mutter wieder einmal in Wien auf Besuch war, fragte sie meine Großmutter nach Tante Rosi. Und als sie ihr verlegen eingestand, daß sie »wegen der jetzigen Umstände« deutlich weniger Kontakt zu ihr hätte, war meine Mutter empört und verabredete sich mit Tante Rosi zu einem Konzertbesuch. Meine Mutter hat mir das Zusammentreffen mehrfach geschildert ... wie betreten Tante Rosi war, als im Foyer meine Mutter, eine prototypisch »deutsche« junge Frau mit ihren blonden Locken und blitzblauen Augen, voll Elan und Selbstbewußtsein auf sie zutrat und sie ungeniert begrüßte, sie, die sich am liebsten unsichtbar gemacht hätte und krampfhaft ihr kleines Handtäschchen so zu halten versuchte, daß man ihren Judenstern nicht sah.

Nein, meine Großmutter war keine Heldin des antifaschistischen Widerstandes — das wäre, nach zehnjähriger Arbeitslosigkeit endlich wieder berufstätig (noch dazu in einem »Amt«, also in »unkündbarer Stelle«, was ihr freilich 1945, als die frischgewendeten »Widerstandskämpfer« mit dem SPÖ-Parteibuch einzogen, auch nichts geholfen hat), vielleicht etwas zu viel verlangt gewesen. Wer jahrelang an der Hungergrenze, von Gerichtsvollzieher und Delogierung wegen nichtbezahlbarer Mietrückstände etc. bedroht, dahinvegitieren mußte, der hat dann oft nicht denn Mumm, auf »edel sei der Mensch, hilfreich und gut« zu mimen. Und auch meine deutlich »nonkonformistischere« Mutter meinte im Rückblick, daß sie in den Jahren 1938-45 mehr Glück als Verstand gehabt hätte, und wohl nur deshalb — und wegen ihres Aussehens und charmanten Wesens — ohne gröbere Probleme durchgekommen sei.

In der Nachkriegszeit blühte die Freundschaft meiner Großmutter mit Frau Novak wieder auf — der »Herr Novak« muß wohl bald nach dem Krieg, oder spätestens in den frühen 1950er-Jahren verstorben sein, denn, wie gesagt, ich habe keinerlei persönliche Erinnerungen an ihn. Und abwechselnd — gemeinsam wäre nicht gutgegangen! — mit der Tante Litschi (d.i. »Caroline«), einer Cousine meiner Großmutter und ebenso geschwätzig wie beschränkt, kam »Tante Rosi« am Wochenende auf Besuch, und erfreute uns Kinder mit »Bensdorp«-Schokolade (die kleinen Riegel für einen Schilling) und »Stollwerck«-Karamellen. Als meine Großmutter später von Wien wegzog, beschränkte sich der Kontakt auf seitenlange Briefe, in denen Tante Rosi unter anderem schrieb, daß meine Großmutter sie in Wien nicht mehr besuchen kommen solle, da sie zu gebrechlich sei und das Wiedersehen soviele Erinnerungen in ihr wach werden ließe, daß sie sich dem nicht gewachsen fühle. War es später Groll wegen der doch wenig mutigen Rolle meiner Großmutter im Zweiten Weltkrieg? Ich weiß es nicht ... nur: daß ich — peinlich berührt, wie man als Jugendlicher halt ist bei solchen Szenen — einmal miterlebte, wie die zwei nach einem Besuch noch im Stiegenhaus weinend einander in den Armen lagen, und sich minutenlang nicht wieder beruhigen konnten ...

Warum erzähle ich das alles eigentlich? Ach, ja: »Ob angezogen oder als a Nackter, der Novak hat am ganzen Leib Charakter ...« ... in der Tat, unser Herr Novak hatte wirklich Charakter! Und bewies, daß man auch die Nazizeit mit Zivilcourage überleben konnte (vorausgesetzt man hatte etwas Glück). Und daß damals vielen die Zivilcourage deutlich gemangelt haben dürfte, weshalb die Nazis (und die vielen »Uncouragierten«) ein umso leichteres Spiel hatten. Und daß, wie man derzeit sehen kann, Zivilcourage wohl auch heute noch selten ist. Denn das ganze Gerede von der »Zivilgesellschaft« ist leeres Geschwätz, wenn sich diese auf das Einrennen offener Türen beschränkt. Wenn darunter »Charity«, »Life Ball«, »Lichterketten gegen Rechts« und ähnlich gratismutiger Aktionismus verstanden wird.

Zivilcourage ist was anderes. Nicht der von HeiFisch dem Strache verweigerte Ordensstern. Nicht die feuilletonistisch aufbereitete Kolumne, in der über die erschreckende Zunahme der Fremdenfeindlichkeit gegutmenscht wird. Sondern die Haltung des Herrn Novak. Die deutlich riskanter ist. Und deshalb auch so selten ...

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*) »Trafik« oder »Tabak-Trafik« ist bis heute die österreichische Bezeichnung für die kleinen Tabak- und Zeitungsläden, ehedem offiziell »Tabak-Verschleißstellen der Österreichischen Tabak-Regie« genannt.

**) So nannte man in Österreich etwas abschätzig jene (nicht gerade seltene) Spezies von Menschen, die im März 1938 auf einmal entdeckten, daß sie doch immer schon dem Nationalsozialismus gedanklich nahegestanden wären — wenn, ja wenn halt nicht früher die Umstände, na, Sie wissen ja ...